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sich zu rennen sahen. Einer ergriff zwar noch einen langen Prügel, mit dem er abwehren
wollte. Aber die Gegner waren ihnen zahlenmässig und in der Bewaffnung so überlegen,
dass sie bald jeden Widerstand aufgaben und ihre Hände über ihre Köpfe hielten. Schnell
fesselten Kunos Leute einem nach dem anderen die Hände auf dem Rücken und führten sie
ins Schilf, wo Kuno ihnen befahl, sich hinzulegen. Falls sie seinen Anweisungen Folge
leisten würden, sagte er drohend, würde ihnen weiter nichts geschehen. Dann gingen sie
ans Ausladen der Nahrungsmittel, welche sie den Packpferden auf die Gestelle luden. Der
Waren waren aber so viele, dass sie unmöglich alles aufladen konnten. So schleppten sie
den Rest des Essbaren höher in das Schilf und bedeckten alles mit diesem. Was nicht essbar
war, liessen sie im Kahn. Dann befahl Kuno ihnen, mit dem Rest der Seile und den Rossen
das Schiff in den Auslauf eines Baches zu ziehen, welcher keinen Tropf Wasser führte, und
ihn ebenfalls mit Schilf zu decken. Den Schiffern stopften sie nun noch einen Knebel in
den Mund und befestigten diesen mit einem Strick um den Kopf. Dann befahl Kuno ihnen,
sich die Beine kreuzweise übereinander zu legen, dass man sie zu einem Paket verschnüren
konnte. Er versprach ihnen, nachdem alle Waren abtransportiert seien, würde er sie
persönlich wieder aus ihrer misslichen Lage befreien. Jeder der Reiter lud sich selber noch
zwei Säcke auf sein Ross. Dann brachen sie auf.
Auf Schleichwegen ritten sie der Burg zu. Schnell luden sie die Waren im Hof ab.
Die Mägde verstauten sie in den Vorratskammern. Kuno verbot ihnen bei ihrem Leben,
auch nur ein Wörtchen nach aussen sickern zu lassen. Dann ritten die Wegelagerer im
Galopp wieder der Aare zu und luden den Rest der Esswaren noch auf die Rosse. Der
Nebel hatte sich wieder verdichtet. Er füllte das ganze Flussbett und die angrenzenden
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