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Eine schwere Erkrankung verändert nicht nur das Leben des betroffenen Menschen, auch für Partner, Kinder und andere nahestehende Personen beginnt plötzlich ein neuer Alltag. Besonders bei einem hohen Pflegebedarf verschwimmen die bisherigen Rollen schnell. Aus der Ehefrau wird gleichzeitig eine Pflegende, aus dem Sohn ein Organisator und aus gemeinsamen Stunden werden Termine und Pflegeaufgaben. Umso wichtiger ist es, innerhalb der Familie wieder Raum für die eigentliche Beziehung zu schaffen.


©The Yuri Arcus Collection | Magnific.com
Wenn aus Nähe plötzlich Verantwortung wird
Benötigt ein Familienmitglied dauerhaft medizinische Betreuung, fühlen sich viele Angehörige zunächst selbst verantwortlich. Dabei kann eine professionelle außerklinische Intensivpflege die medizinische Versorgung im häuslichen Umfeld übernehmen.
Du musst als Angehöriger dadurch nicht selbst zur Pflegekraft werden und kannst dich wieder stärker auf deine ursprüngliche Rolle konzentrieren.
Pflege innerhalb der Familie lässt sich nicht mit gewöhnlicher Unterstützung im Alltag vergleichen. Wenn die Versorgung komplex ist, wird es schwieriger und dann kann es gut tun, Verantwortung abzugeben. Die Beziehung mit deinen Angehörigen kann davon profitieren, denn du wirst gebraucht, aber nicht mehr als Pflegekraft.
Schaffe wieder Raum für gemeinsame Momente
Vor einer Erkrankung besteht Familienleben aus vielen Selbstverständlichkeiten im Alltag. Du trinkst zusammen Kaffee, siehst einen Film, erzählst vom Tag oder diskutierst über Kleinigkeiten. Wird ein Mensch intensivpflegebedürftig, können medizinische Fragen plötzlich einen großen Teil des Alltags bestimmen.Gerade deshalb lohnt es sich, bewusst Momente zu schaffen, in denen die Erkrankung nicht im Mittelpunkt steht. Vielleicht hörst du gemeinsam Musik, verbringst Zeit auf dem Balkon oder pflegst ein vertrautes Ritual weiter. Solche Augenblicke sind zwar mit dem normalen Alltagsblick kaum besonders, im Falle einer Erkrankung oder bei Pflegebedürftigkeit aber sehr intensiv.
Abhängig vom Gesundheitszustand müssen selbst Aktivitäten außerhalb der Wohnung nicht grundsätzlich ausgeschlossen sein. Mit entsprechender professioneller Begleitung können beispielsweise Spaziergänge, Familienbesuche oder andere Unternehmungen möglich bleiben.
Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, jemanden allein zu lassen
Vielleicht kennst du das schlechte Gewissen, wenn du Aufgaben an professionelle Pflegekräfte übergibst. Dahinter steckt häufig der Gedanke, für einen geliebten Menschen möglichst viel selbst tun zu müssen. Doch Zuneigung lässt sich nicht daran messen, wie viele pflegerische Aufgaben du übernimmst. Gerade bei einer intensiven medizinischen Versorgung sind Fachwissen, Erfahrung und kontinuierliche Aufmerksamkeit erforderlich. Professionelle Unterstützung kann dir deshalb helfen, deine persönliche Beziehung zu schützen. Wenn du nicht gleichzeitig jede pflegerische Aufgabe im Blick behalten musst, bleibt mehr Raum dafür, einfach Partnerin, Partner, Tochter, Sohn oder Freund zu sein.Vergiss deine eigenen Bedürfnisse nicht
Ein Pflegefall kann dein gesamtes Familienleben über Jahre verändern, nicht selten treten deine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. Doch sie bleiben eigentlich bestehen. Auch deine Freundschaften, Hobbys, Ruhezeiten und Termine haben das Recht, Bedeutung zu bekommen. Gerade bei einer dauerhaften Versorgung solltest du deshalb auch deine persönlichen Grenzen ernst nehmen. Niemand kann rund um die Uhr aufmerksam sein und dauerhaft Verantwortung tragen, ohne selbst Erholung zu benötigen. Unterstützung anzunehmen, schafft dir nicht nur Freiräume.Sie kann dir auch dabei helfen, langfristig zuverlässig für einen nahestehenden Menschen da zu sein. Einen Menschen wirklich gut zu versorgen, ist nicht nur ein medizinischer Faktor, sondern auch ein Stück Persönlichkeit. Es ist wichtig, trotz der veränderten Lebensumstände Nähe zu bewahren und das funktioniert manchmal besser, wenn du nicht die Rolle des Versorgers übernehmen musst, aber weiterhin Kind, Vater, Mutter oder Partner bleibst.
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