Die Lese-Oma und die Inderin mit der geballten Faust

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Leni Nebel, die Lese-Oma, berichtet von jenem Tag, der sie nachhaltig geprägt hat, von Hilfe für Menschen aus Deutschland, und von ihren Erfahrungen im gemeinnützigen Verein "Das Hunger Projekt".

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©Das Hunger Projekt
 

Sie war eine kleine, zierliche Frau. Ich werde sie nie vergessen.

Wir hatten den Tag mit circa 20 Frauen aus den umliegenden Dörfern verbracht. Sie war mir nicht aufgefallen. Mit ihrer schmächtigen Statur verschwand sie in den Reihen der anderen sitzenden Frauen. Auch ihre Stimme war anfangs kaum zu hören. Ihre Stimme wurde im Verlauf des Workshops immer stärker, immer lauter. Am Ende war sie gut zu verstehen. Und sie verstand, was dieses Treffen bedeutete, für sie und alle im Raum. Ihre geballte Faust richtete sich energisch nach oben, die anderen Frauen schlossen sich an und im ganzen Raum erklang: „I can, we can.“

Dieser Tag hat mich nachhaltig geprägt und mir gezeigt, was möglich ist, wenn man an Menschen glaubt. An ihre Fähigkeit, Dinge aus eigener Kraft zu ändern. Heutzutage werden Menschen – vor allem ältere – oft unterschätzt.  Den Glauben nie zu verlieren, dass man selbst Teil der Veränderung  sein kann, davon handelt diese Geschichte. Meine Geschichte.

Ich bin Jahrgang 1960. In jungen Jahren lernte ich schnell, dass man mitanpacken muss, wenn man etwas bewegen will. Meine Heimat, Mittenwald bei Garmisch-Partenkirchen, war in diesen Jahren von Landwirtschaft und beginnendem Tourismus geprägt. Alle mussten ran und mithelfen.  Es gab viele Familien mit sehr kleinem Vermögen und so bin ich in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass es in meiner Region Menschen gibt, die sehr wenig haben.

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Menschen in Deutschland helfen

„Warum machst Du nichts für die Menschen hier? In Deutschland gibt es auch Menschen, die Unterstützung brauchen.“ Diese Worte höre ich leider zu oft, wenn ich über meine Arbeit für Das Hunger Projekt spreche. Selten erwidere ich, dass ich mich in lokalen Vereinen engagiere und gemeinsam mit Miriam Vogt, dem Bayerischen Skiverband und der Skischule GaPa (Garmisch-Partenkirchen) den Benefiz-Skitag „Schneekristall – Stark sein wenn’s zählt“ seit über 20 Jahren ausrichte. Eine Veranstaltung, die Kindern aus finanziell schwächer gestellten Familien ermöglicht, Ski zu fahren und einen schönen Tag im Schnee zu verbringen. Der Erlös aus diesen Veranstaltungen fließt unter anderem in soziale Projekte für Kinder und Jugendliche in unserer Region.

Es ist nicht richtig, deutsches gegen internationales Engagement aufzuwiegen. Wenn wir wirklich etwas bewegen und verändern wollen, darf es keine Grenzen für Nächstenliebe geben. Meine Arbeit und mein Engagement für benachteiligte Kinder in Deutschland und für eine Welt ohne Hunger entspringen der gleichen Überzeugung: Ich kann einen Beitrag leisten, international Menschen zu befähigen, ihr Leben eigenständig zu verändern. Und auch regional, Kinder und Jugendliche in schwierige Situation unterstützen. So schaffen wir eine gerechtere, eine schönere Welt.

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©Das Hunger Projekt
 

Selbständigkeit statt Abhängigkeit

Schon als junge Frau habe ich meine Stimme erhoben, wenn ich auf Ungerechtigkeiten getroffen bin. Doch laut sein und gegen Ungerechtigkeiten anreden reichte mir nicht. Ich wollte Teil des Wandels sein.

Ich empfand es – und empfinde es noch heute – als zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, dass Menschen, vor allem Kinder, auf einem so reichen Planeten verhungern. Ich musste etwas dagegen tun. Und je mehr ich mich mit dem Thema Hunger beschäftigt habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass es nicht ausreicht, Lebensmittel zu liefern. Um den Kreislauf des chronischen Hungers zu durchbrechen, müssen die Menschen, die mit Hunger leben, die Chance bekommen, sich eigenständig eine Zukunft ohne Hunger und Armut aufzubauen.

2001 kam ich zu dem gemeinnützigen Verein Das Hunger Projekt. Von Anfang an hat mich der „gemeindebasierte Ansatz“ überzeugt. Das heißt, dass die Menschen, die mit Hunger leben, selbst die Lösungen erarbeiten, um Hunger und Armut zu überwinden. Die Dorfgemeinschaften entscheiden gemeinsam und selbständig welche Projekte sie am dringendsten umsetzen wollen. Das reicht von Ausbildungen für Frauen, Zugang zu Kleinkrediten, Förderung der Gesundheitsvorsorge, landwirtschaftlichen Schulungen für die Lebensmittelproduktion, Fortbildungen im Handel, um Überschüsse auf dem Markt zu verkaufen, bis hin zu Programmen, um gemeinsam mit lokalen Regierungen Gesundheits- und Bildungseinrichtungen aufzubauen.


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©Das Hunger Projekt
 

Frauen sind der Schlüssel

Ein besonderes Herzensanliegen ist mir die Förderung von Frauen. Junge Mädchen und Frauen sind weltweit am stärksten von Hunger und seinen Folgen betroffen. Wenn es an Essen mangelt, sind sie diejenigen die zuletzt und zu wenig essen. Gleichermaßen sind sie, besonders im globalen Süden, maßgeblich für die Grundversorgung und Lebensmittelbeschaffung der Familie verantwortlich. Somit sind Frauen der Schlüssel zu echtem Wandel. Durch meine Arbeit für Das Hunger Projekt sehe ich immer wieder, wie Frauen ihr Leben, das ihrer Familie und ganzer Dorfgemeinschaften zum Bessern wandeln, wenn man ihnen die Möglichkeiten dazu gibt. Unterstützen Sie mich, unterstützen Sie Das Hunger Projekt, diese Möglichkeiten zu schaffen.


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©Das Hunger Projekt

Von Garmisch nach Ghana

Seit mittlerweile 24 Jahren engagiere ich mich für Menschen in Afrika, Südasien und Lateinamerika eigenständig Hunger und Armut zu überwinden. Und genauso lange setze ich mich auch für Menschen in Deutschland ein. Mein Leitsatz ist: Veränderung beginnt vor der Haustür. Das gilt für uns hier in Deutschland ebenso wie für die Menschen in Malawi und Indien. Wer die Probleme vor seiner Haustür kennt, kann auch die passenden Lösungen entwickeln. Der Kern unserer Arbeit in Afrika ist die Epizentren-Strategie.  Ein „Epizentrum“ ist ein von den Menschen vor Ort geplantes und mit Unterstützung des Hunger Projekts gebautes Multifunktionsgebäude, das die Grundversorgung der Menschen mehrerer Dorfgemeinschaften in ländlichen Regionen sichert. Es beinhaltet unter anderem Bildungs-, Gesundheits-, und Landwirtschafseinrichtungen sowie Lebensmittelspeicher und Saatgutlager. Einige Epizentren, die ich in Malawi besuchte, waren so gut aufgestellt, dass sie während einer Dürreperiode in einer anderen Region des Landes die Menschen der Gemeinden aus ihrem Vorratslager heraus unterstützen konnten. Die Menschen waren nicht mehr auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen, sondern konnten sich selbst gegenseitig unterstützen. Beispiele wie dieses zeigen mir immer wieder, dass der Ansatz des Hunger Projekts wirkt: Menschen befähigen, selbst die Lösung zu sein.

Und ich bin stolz darauf, auch Teil dieser Lösungen zu sein. Lange Zeit war ich Landesdirektorin und habe Das Hunger Projekt Büro in München geleitet. Heute arbeite ich als Co-Landesdirektorin immer noch für unsere Vision einer Welt ohne Hunger. Das Herzblut, das ich in unsere Arbeit stecke, und meine Leidenschaft haben auch nach 24 Jahren nicht nachgelassen. Im Gegenteil.

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Geschichten für Generationen

Ich lasse mir auch nicht einreden, dass man ab einem gewissen Alter nichts mehr zum Lauf der Geschichte beitragen kann. Solang ich kann, leiste ich einen Beitrag – für Geschichten des Wandels in Afrika, Südasien und Lateinamerika. Und auch als Lese-Oma der Grundschule hier in meinem Dorf, in Valley. Für die Kinder der beiden Klassen, mit denen ich einmal in der Woche lese, bin ich die Lese-Oma Leni. Ihre Neugierde und Aufmerksamkeit zeigen mir immer wieder, wie wichtig Geschichten sind, um die Welt zu verstehen.

 Geschichten, wie die der Frau, die lautstark für ihre Rechte aufstand. Ich lernte sie kennen, als ich The Hunger Project India besuchte. The Hunger Project India ist ein eigenständiges Büro der internationalen Hunger Projekt Gemeinschaft. Ich habe eine Gruppe von internationalen Geberinnen und Gebern begleitet, die Projekte für Frauenrechte in Indien besuchten, die sie unterstützen. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen eines Workshops für Frauenrechte saß ich in einem kleinen Gemeindesaal im Bundesstaat Madhya Pradesh. Mitarbeiterinnen von The Hunger Project India hatten den Tag über mit den Frauen über Grundrechte und ihre Rechte gesprochen und Übungen gemacht, um sie zu „empowern“ – das heißt ihr Selbstwertgefühl zu steigern und ihre innere Stärke hervorzuholen. Anfangs waren die Frauen verhalten. Man spürte förmlich, wie ein jahrtausendealtes Kastensystem und Patriarchat auf ihnen lasteten.

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©Das Hunger Projekt

Und heute, über 10 Jahre später, höre ich von den Mitarbeiterinnen von The Hunger Project India, was die Frauen von damals alles auf den Weg gebracht haben. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die Schulbildung der Kinder gesichert ist, neue Kindergärten gebaut werden und Witwen ihre Rente erhalten. Dies zeigt mir, was möglich ist, wenn man an sich und die Kraft der Gemeinschaft glaubt.

Auch bei uns braucht es mehr gemeinsames Engagement. Egal wie alt wir sind, sollten wir die Welt mit den Augen eines Kindes sehen: Grenzenlos und voller Möglichkeiten und uns engagieren.
 

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©Das Hunger Projekt
 

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