Umwelt und Klima Wir verbrennen Benzin, Diesel und Gas und deshalb sterben ältere Menschen, wenn es sehr heiß ist, früher, als sie müssten.
Wie der Vergleich zwischen einer Welt mit und ohne menschengemachten Klimawandel aussieht, ist ein Hauptthema der Attributionsforscherin und Physikerin Friederike Otto vom Imperial College London (ICL). Mit ihren Schnellstudien liefert sie mit etablierten Methoden eine zeitnahe Einordnung von Extremereignissen, in diesem Fall: solange die Hitzewelle noch Gesprächsthema und den Menschen in guter Erinnerung ist.
Diesmal ging es nicht nur darum, wie viel heißer die Klimakrise die Hitzewelle gemacht hat, sondern auch um die Zahl der Hitzetoten – die erste derartige Analyse. Konkret ging es um die Folgen für zwölf Städte in Europa. Während der zehntägigen Hitzewelle ab 23. Juni lag die geschätzte Zahl der Hitzetoten bei 2300 Fällen und um 1500 Fälle höher als ohne den Einfluss globaler Erhitzung. Das ermittelte das Forschungsteam des ICL und der London School of Hygiene and Tropical Medicine.
Aus: https://asator.substack.com/p/wir-verbrennen-benzin-diesel-und?utm_source=substack&utm_medium=email&utm_campaign=email-restack-comment&r=35q3wc&triedRedirect=true
siehe auch: https://www.derstandard.at/story/3000000278506/fachleute-gehen-bei-juengster-hitzewelle-von-1500-zusaetzlichen-toten-durch-klimawandel-aus
Tausende Hitzetote in Europa "wegen der Klimakrise" sagen Forscher:innen.
Ich verstehe die Dringlichkeit, aber ehrlich gesagt :es fuehlt sich oft wie eine Wiederholung an. Immer neue Zahlen, aehnliche Aussagen - und bei mir macht sich eher Langeweile als Alarmbereitschaft breit.
Obwohl die Daten wohl stimmen , wirkt es auf mich manchmal wie Schaumschlaegerei...
Vielleicht weil sich trotz all der Warnungen so wenig ändert.
Chris33
Dieses Gutachten ergeht sehr passend, da sich aktuelle viele Staaten aus ihren Klimaschutz- und Umweltprojekten klammheimlich zurückziehen und die USA sogar völlig ausgestiegen sind aus dieser internationalen Welt-Verantwortung.
Ob sich dadurch etwas ändern und ob es möglich ist, dass besonders betroffene Staaten und Menschen nun darauf pochen können und werden, damit ihnen wirklich geholfen wird?
Leider ist das Gutachten juristisch nicht anwendbar - aber es kann wieder für mehr Aufmerksamkeit in einer immens wichtigen Angelegenheit erzeugen.
Olga
So sehr ich dir auch zustimme, daß wir alles dran setzen müssen, um den Klimawandel aufzuhalten, deiner Argumentation kann ich nicht ganz zustimmen.
Denn wenn man davon ausgeht, daß der Klimawandel eine Folge des Fortschritts ist, der u.a. durch die Industrialisierung erreicht wurde und zu dem auch Gütertransport und erhöhte Mobilität gehört, dann könnte man genauso gut argumentieren: "Ohne diesen Fortschritt und die Verbesserung des Lebensstandards würden heutzutage viel mehr Menschen viel früher sterben - so wie es vor dem Zeitalter der Industrialisierung war. Denk dir mal den ganzen Fortschritt weg, der mit der Industrialisierung eingesetzt hat, dann hast du zwar eine intakte Umwelt, aber nicht mehr die Lebensbedingungen von heute - die du bestimmt nicht aufgeben möchtst, oder doch?"
Ich denke, die Gleichung: alle Autos weg=intakte Umwelt ist nicht so einfach, wie es in den Artikeln scheint.
Nicht die Autos und nicht die Industrie und nicht der Fortschritt sind "schuld" am Klimawandel, sondern die Unersättlichkeit und Bequemlichkeit der Menschen, die sie nutzen. Der Drang nach immer mehr, noch mehr Neues, immer bequemer, ja auf nichts verzichten, was man sich leisten kann und worauf man Anspruch zu haben meint.
Es ist ja nicht nur der private Autoverkehr - weil zu Fuß gehen oder die Unbequemlichkeit von Fahrgemeinschaften oder gar öffentlichen Verkehrsmitteln unzumutbar ist, wenn man sich die Bequemlichkeit eines eigenen Autos leisten kann ....
Es sind ja auch die Warentransporte und Rohstofftranspote, die nötig sind, um unsere ganzen Luxuswegwerfgüter herzustellen und an den Mann oder die Frau zu bringen, ganz zu schweigen von den Abgasen der Industrie.
Und der Transport von Obst und Gemüse von fernen Ländern, weil man auch im Winter Erdbeeren essen will usw.
Es nützt - meiner Ansicht nach - nicht viel, mit dem Finger auf einen einzelnen wunden Punkt zu zeigen und daran die ganze "Schuld" festzumachen.
Wir müssen alle umdenken und anders umgehen mit dem, was wir uns leisten wollen und worauf wir Anspruch zu haben meinen.
Du schreibst: „Wir müssen alle umdenken und anders umgehen mit dem, was wir uns leisten wollen und worauf wir Anspruch zu haben meinen.“ – dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Mich würde interessieren, wie Du dir konkret vorstellst, dieses Umdenken zu fördern. Wie könnten wir deiner Meinung nach dieses Ziel erreichen – gerade in einer Zeit, in der Klimaschutz und Naturschutz leider nicht gerade populär sind?
Oder anders gefragt: Was würdest du der Klima- und Naturschutzbewegung heute empfehlen? Was braucht es deiner Ansicht nach, damit wir gesellschaftlich wirklich etwas in Bewegung bringen?
Grüße, Andi
Hallo Andi
Mich würde interessieren, wie Du dir konkret vorstellst, dieses Umdenken zu fördern. Wie könnten wir deiner Meinung nach dieses Ziel erreichen – gerade in einer Zeit, in der Klimaschutz und Naturschutz leider nicht gerade populär sind?
Oder anders gefragt: Was würdest du der Klima- und Naturschutzbewegung heute empfehlen? Was braucht es deiner Ansicht nach, damit wir gesellschaftlich wirklich etwas in Bewegung bringen?
Grüße, Andi
Leider bin ich ziemlich pessimistisch, was Bewegungen auf gesellschaftlicher Ebene wirklich erreichen können. 😥
Solange unsere Wirtschaft vom Wachstum, immer mehr Konsum und der Erweckung von immer neuen Bedürfnissen für neue Marktlücken usw abhängt, wird sich leider nichts ändern, und wer sägt schon an dem Ast, der als absolut tragend angesehen wird?
Es müsste ja schon ein grundsätzliches Umdenken geben, um das Ruder wirklich effektiv herum zu reißen und dafür ist die überwiegende Mehrheit der Menschen einfach zu träge, zu konsumverwöhnt, zu bequem ....
Ja, wenn es um einzelne (mehr oder weniger fragwürdige) Maßnahmen geht, wie die Förderung von Elektroautos, dann ist dafür schon eher eine Zustimmung zu bekommen. Eine ganz schlimme Umweltsünde durch eine en bisschen kleinere Umweltsünde zu ersetzen, das ist machbar - solange es weder die Bequemlichkeit noch den Geldbeutel über Gebühr belastet ... Aber grundlegende Veränderungen? Einschnitte und Einschränkungen - dann lieber nach dem Motto "nach mir die Sintflut", jetzt ist ja alles gerade noch so erträglich ....
Ich lebe nach meiner Überzeugung im kleinen persönlichen Bereich und vertrete auch meine Überzeugung, ohne jedoch mich einer Bewegung anzuschließen oder zu versuchen, andere zu "missionieren".
Wenn jeder das tut, was er kann in seinem persönlichen Umfeld, dann bringt das schon viel.
Wenn jemand die Begabung hat, auf politischer/gesellschaftlicher Ebene Menschen zu einer Verhaltensänderung zu motivieren, der mag das gerne tun, ich selbst fühle mich nicht dazu in der Lage.
...Ich teile deine Bedenken Maya.
Leider bin ich ziemlich pessimistisch, was Bewegungen auf gesellschaftlicher Ebene wirklich erreichen können. 😥
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Solange unsere Wirtschaft vom Wachstum, immer mehr Konsum und der Erweckung von immer neuen Bedürfnissen für neue Marktlücken usw. abhängt, wird sich leider nichts ändern, und wer sägt schon an dem Ast, der als absolut tragend angesehen wird?
Es müsste ja schon ein grundsätzliches Umdenken geben, um das Ruder wirklich effektiv herum zu reißen und dafür ist die überwiegende Mehrheit der Menschen einfach zu träge, zu konsumverwöhnt, zu bequem ....
...
Die DNA unseres Wirtschaftssystems ist die Droge "Wachstum". Man hat ja die panischen Reaktionen förmlich spüren können, als dieses in Deutschland ausgeblieben ist. Ein Kapitalistisches System ohne Wachstum, vielleicht sogar in einem Schrumpfungsprozess, ist kaum vorstellbar.
Besteht keine Zuversicht, oder zumindest die Hoffnung, hinsichtlich Wachstum, bleiben auch die Investitionen aus, etc. pp ..... Nein! In unserem Wirtschaftssystem kriegen wir Einzelmaßnahmen durchaus hin, aber nicht die grundsätzliche Wende das zu tun, was für die Umwelt gut ist ... und das Gegenteil zu unterlassen.
MarkusXP
Die DNA unseres Wirtschaftssystems ist die Droge "Wachstum"Dabei ist dieses Goldene Kalb und der Tanz um es herum noch gar nicht sooo alt ...(BIP Berechnung vom Amerikaner Kuznets in den 1930-er Jahren 'erfunden') .
Wie hat Elmar Altvater (Prof, Alt 68-er , SDS Mitglied, Wachstumskritiker ...) mal geschrieben :
" ... Es zeigt [sich] nämlich, dass das Pro-Kopf-Einkommen, wenn man es in Dollar ausdrückt, über die Zeit 0 bis zum Jahre 1800 etwa, also über 1800 Jahre stagniert, völlig stagniert. Und es ist in aller Welt -in Afrika, in Japan, in Nordamerika, in Europa – gleich, es gibt kaum Unterschiede. Also mehr Gleichheit, wenig Wachstum. "
Entweder - oder ! Man kann nicht beides gleichzeitig haben, denn es gibt immer einen, der 'mehr haben' möchte als der andere. Das nennt sich dann Wohlstandsmehrung durch Wachstum, wobei es sich im Grunde - global gesehen - um eine "Verarmung" handelt, denn durch Wachstum werden mehr Ressourcen verbraucht als ersetzt werden können.
Allerdings sind Klimaschäden gut für das Wachstum des BIP, zumindest solange sie noch nicht irreparabel sind . Je mehr Katastrophen, umso besser fürs Wachstum ...
Wachstum ist wie der Ritt auf einem Tiger : wehe man steigt ab !
Die Rechtspopulisten weltweit werden sich freuen.
Die Bürger wo den Klimawandel noch ernst nehmen werden immer zur Minorität.
Was passiert mit der Menschheit , was treibt sie an, sie laufen bewußt in die falsche Richtung ? Unglaublich. Phil.
QUELLE SPON
»Heiligen Gral der Klimawandel-Religion beenden«
US-Regierung will Einschätzung zu Gefahren von Treibhausgasen streichen.
Treibhausgase sind eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit: Auf Basis dieser Feststellung haben die USA viele Klimaschutzmaßnahmen erlassen. Die Trump-Regierung will das nun ändern, entgegen dem wissenschaftlichen Konsens.
29.07.2025, 23.14 Uhr
Die US-Umweltbehörde unter der Regierung von Präsident Donald Trump will eine zentrale wissenschaftliche Einschätzung zu den Gefahren von Treibhausgasen aufheben. Man werde die nötigen Schritte einleiten, um die Gefährdungsfeststellung (»endangerment finding«) formell zurückzunehmen, erklärte der Chef der Umweltbehörde EPA, Lee Zeldin, im konservativen Podcast »Ruthless« . Er pries die Pläne als »größte Deregulierungsmaßnahme in der Geschichte der Vereinigten Staaten«.
Zeldin:
Beim »endangerment finding« handelt es sich um eine wissenschaftliche Feststellung der Umweltbehörde aus der Amtszeit von Trumps demokratischem Vorgänger Barack Obama, wonach Treibhausgase eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen darstellen. Sie bildet die rechtliche Grundlage für viele Klimaschutzmaßnahmen in den USA. Zeldin sagte auch, er freue sich, »den Heiligen Gral der Klimawandel-Religion zu beenden.
Ob sie das 'bewusst' tut oder eher getrieben wird vom politisch vorgegebenen und geförderten 'mainstream' ?Was passiert mit der Menschheit , was treibt sie an, sie laufen bewußt in die falsche Richtung ?
Einem mainstream - wegen dessen ich schon vor 30 Jahren mich herumgestritten habe - der der Auffassung huldigt, dass nachhaltige Entwicklung nur stattfinden kann, wenn es der Wirtschaft gutgeht, wenn sie wächst, denn nur dann kann sie die Mittel erwirtschaften, von denen etwas abgezweigt werden kann , um soziale Gerechtigkeit und klimapolitische Massnahmen zu finanzieren.
Erst müssen die Schlote rauchen, damit man das Geld verdient, um die Luftreinigungs-Filter kaufen zu können.
Kaum einer wird sagen, dass er gegen Klimaschutz ist, gar bewusst falsch abbiegen will. Aber wenn es um das Bezahlen des Preises für den so gschätzten Wohlstand geht, um Verzicht, um höhere Energiepreise, usw. dann ist die Mehrheit dagegen und die Demokratieregeln sorgen dafür, dass dies so bleibt, und dass die Verharmloser der beginnenden Klimakatastrophe weiter die (falsche) Richtung bestimmen.
Fristgerechte Einhaltung der Pariser Klimavereinbarungen ? Ein Trauerspiel - aber geht die Menschheit deswegen fordernd auf die Barrikaden im Interesse ihrer Nachkommen ?
Und wenn die Hitze zu groß wird, dann verlassen wir uns halt auf den technologischen Fortschritt, und moderne Klimaanlagen (bald staatlich zu fördern) in jeder Wohnung ...