Soziales Elterngeld

olga64
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RE: Elterngeld
geschrieben von olga64
Das sog. Elterngeld wurde Anfang 2007 von der damaligen Familienministerin Frau von der Leyen eingeführt. Seitdem - also seit fast 20 Jahren - wurde es nie erhöht, obwohl Preise für Waren und Dienstleistungen in Deutschland sich in diesem Zeitraum um ca 47% erhöhten.
Das Elterngeld beträgt mindesens 300 Euro und höchstens 1800.- Euro und orientier sich am entsprechendem Nettogehalt des/der EmpfängerIn. 
Die aktuelle Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag eine Erhöhung vorgenommen. 

Finanzminister Klingbeil muss ein Haushaltsloch von 20 Mrd Euro stopfen und verlangt nun von der Familienministerin, dass diese in ihrem Ressort spart - und zwar ca 1/2 Mrd Euro weniger soll sie im nächsten Jahr ausgeben.
Und der grösste Posten ist das Elterngeld, welches keine "bezahlte Auszeit"für Mütter und Väter ist. Es soll dafür sorgen,dass berufstätige Mütter nach der Geburt des Kindes von ihrem Partner wirtschaftlich unabhängig bleiben, in die Solidargemeinschaft 65% vom entgangenen Nettogehalt ersetzt.
Darüberhnaus soll das Elterngeld Väter motivieren, sich in den ersten Lebensmonaten stärker an der Betreuung der Kinder zu beteiligen. 
Das Elterngeld der vergangenen ca 20 Jahre führte dazu, dass Mütter schneller wieder in ihren Beruf zurückkehren - aber leider nach wie vor weniger als die Hälfte der Väter es in Anspruch nimmt und wenn,dann maximal für aca 3 Monate. Um den Basis-Anspruch für Elterngeld zu erhalten, müssen Männer mindestens 2 Monate für ihre Kinder opfern. 
Bei fortschrittlichen Männern, die länger pausieren, führt dies dazu,dass sie sich auch später intensiver um ihre Kinder kümmern und Mütter in höherem Masse erwerbstätig sind. 
Wenn das jetzt zurückgefahren wird, ist das ein gewaltiger Rückschritt. 
Die Zahl der Geburten in Deutschland ist inzwischen im 4. Jahr in Folge gesunken und fiel 2025 auf den niedrigsen Stand der Nachkriegszeit. 

Dabei wäre es doch zu befürworten, wenn künftige Beitrags- und Steuerzahler überhaupt die Chance erhielten, einfach geboren zu werden oder ist dies auch ein Eindruck dafür, dass "der Staat" selbst an seiner Zukunft zweifelt (bzw. vezweifelt)? Olga 
Rispe
Rispe
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RE: Elterngeld
geschrieben von Rispe
als Antwort auf olga64 vom 23.05.2026, 17:14:17
Ein Rückschritt wieder auf Kosten der Mütter. 
Passt zum Rechtsruck.
Die Trad Wifes wird das freuen, die wollen ja wieder, dass die Rollen so werden wie in den 50er Jahren. 
Papa verdient das Geld, Mama versorgt ihn, Kinder und Haushalt alleine.
Da weiß man doch wieder, wer der Herr im Haus ist. 😉
 
olga64
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RE: Elterngeld
geschrieben von olga64
als Antwort auf Rispe vom 23.05.2026, 17:31:41
Aber Hauptsache, das antiquierte Ehegattensplitting bleibt, weil es das ja schon seit den 50er Jahren gibt.
Aber die Frauen wehren sich dagegen - wie sie es nun seit mehr als 60 Jahren machen - aber bis Männer begreifen, dauert es dann oft nochmals länger.
Wichtig ist dann, Frauen möglichst aus der aktiven Politik rauszuhalten, damit die alten Jungs ihr Ding ungehindert machen können. Olga 
MarkusXP
MarkusXP
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RE: Elterngeld
geschrieben von MarkusXP
als Antwort auf Rispe vom 23.05.2026, 17:31:41
Ein Rückschritt wieder auf Kosten der Mütter. 
Passt zum Rechtsruck.
Die Trad Wifes wird das freuen, die wollen ja wieder, dass die Rollen so werden wie in den 50er Jahren. 
Papa verdient das Geld, Mama versorgt ihn, Kinder und Haushalt alleine.
Da weiß man doch wieder, wer der Herr im Haus ist. 😉
 
Eine große Mehrheit der BürgerInnen ist für Reformen, dies zeigen alle Umfragen "So kann es nicht weiter gehen, etc. pp." wird in jedes hingehaltene Mikrophon gesagt. Aber eben immer nur bei den anderen ... 

Übrigens haben 50% der Familien nur 1 Kind, 37% zwei ... der Rest zwei und mehr Kinder. Also mit "Kinder und Haushalt" ist nicht die Regel.

Elterngeld wird ja unabhängig vom Einkommen gezahlt, also egal wie hoch das zu versteuernde Einkommen ist. Den Kinderwunsch beeinflussen wird dies bei wirklich hohen Einkommen eher nicht.

Es ist ja nicht nur beim Elterngeld so das mit der Gießkanne verteilt wird. Treppenlifte, Badumbau u.n.v.m wird ebenfalls bei einer Pflegestufe von der Pflegekasse bezahlt ... ohne mal zu fragen, ob möglicherweise auch ein Zuschuss bei den Vermögensverhältnissen gereicht hätte. Da könnte man ja mal nachfragen und ggf. die Angaben vom Finanzamt prüfen lassen ...

Mit der Fachhochschulreife erwerben etwa 40% eine Studienberechtigung, davon sind 54% weiblich. Das Delta beim Verdienst wird immer kleiner, im Öffentlichen Dienst ist es schon nicht mehr vorhanden.

Olga hat vom Ehegattensplitting gesprochen ... da wären die Markstücke zu holen! Ich bin mal gespannt, was da bei der Steuerreform raus kommt. Das entspricht übrigens auch einem zeitgemäßen Familienbild denke ich.
MarkusXP 



 
olga64
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RE: Elterngeld
geschrieben von olga64
als Antwort auf MarkusXP vom 23.05.2026, 19:03:21
 
Eine große Mehrheit der BürgerInnen ist für Reformen, dies zeigen alle Umfragen "So kann es nicht weiter gehen, etc. pp." wird in jedes hingehaltene Mikrophon gesagt. Aber eben immer nur bei den anderen ... 


Elterngeld wird ja unabhängig vom Einkommen gezahlt, also egal wie hoch das zu versteuernde Einkommen ist. Den Kinderwunsch beeinflussen wird dies bei wirklich hohen Einkommen eher nicht.


MarkusXP 
 
Ja, es stimmt ,dass eine Mehrheit der deutschen Menschen Reformen fordert - aber sehr viele machen dann umgehend Einschränkungen und erklären ,wenn es sie persönliche beträfe mitEinschränkungen usw., wären sie dagegen. 
So gehen solche Meinungsäusserungen meist aus - andere soll es betreffen, aber wirklich nicht den Befragten selbst.
Es stimmt nicht ,dass es für Elterngeld keine Einkommensgrenzen gibt. Diese liegt bei Paaren und Alleineriehtenden bei einem zu versteuernden Einkommen im Jahr vor der Geburt bei 175.000.- Euro.
Diese Grenze wurde auch seinerzeit höher angesetzt, weil man dadurch auch Akademiker-Haushalte, die meist gehaltlich höher angesiedelt sind, dazu bewegen möchte, Kinder zu bekommen. 
Die Akademikerquote in Deutschland liegt bei ca 25% und ist in den Städten höher als in ländlichen Gebieten. Olga 
hobbyradler
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RE: Elterngeld
geschrieben von hobbyradler
als Antwort auf olga64 vom 23.05.2026, 18:12:40
Aber Hauptsache, das antiquierte Ehegattensplitting bleibt, weil es das ja schon seit den 50er Jahren gibt.
Aber die Frauen wehren sich dagegen - wie sie es nun seit mehr als 60 Jahren machen - aber bis Männer begreifen, dauert es dann oft nochmals länger.
Wichtig ist dann, Frauen möglichst aus der aktiven Politik rauszuhalten, damit die alten Jungs ihr Ding ungehindert machen können. Olga 


Ich glaube nicht, dass in den 1950er‑Jahren viele Frauen in Deutschland in Kohlegruben gearbeitet hätten oder in Kokillengießereien freiwillig in die Nähe von flüssigem Eisen gegangen wären. Auch der Hausbau mit Mörtel und Stein war körperlich extrem fordernd und sicher nichts, was man „mit Spaß“ erledigt hat.

Die Gesellschaft und die Arbeitswelt haben sich seitdem grundlegend verändert.

Dass heute weniger körperlich schwere Tätigkeiten anfallen, liegt vor allem am technischen Fortschritt und an veränderten wirtschaftlichen Strukturen – nicht daran, dass Menschen „emanzipierter“ oder „weniger emanzipiert“ wären als früher. Es ist schlicht eine andere Zeit mit anderen Anforderungen.

Kinder zu erziehen ist jeder anderen Tätigkeit gleichwertig, ich meine sogar von höherer Bedeutung. Und das gilt unabhängig davon, ob diese Aufgabe von einer Frau, einem Mann oder idealerweise von beiden gemeinsam übernommen wird.

 
olga64
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RE: Elterngeld
geschrieben von olga64
als Antwort auf hobbyradler vom 23.05.2026, 19:27:29
 

Kinder zu erziehen ist jeder anderen Tätigkeit gleichwertig, ich meine sogar von höherer Bedeutung. Und das gilt unabhängig davon, ob diese Aufgabe von einer Frau, einem Mann oder idealerweise von beiden gemeinsam übernommen wird.

 
Das ist sicher richtig - aber dann stellt sich mir die Frage, warum es immer weniger machen und Männer sich dieser Tätigkeit mit Erfolg seit Jahrhunderten erfolgreich entziehen.
Kindererziehung ist eine zeitlich befristete Tätigkeit - und endet sukzessive, wenn die Kinder in die Pubertät kommen, da sich diese dann selbst der elterlichen Pädagogik entziehen.
Aber für Frauen, die dann erst eine berufliche Anschlussverwendung suchen, wird es natürlich problematisch und gelingt dies nicht und werden sie evtl .auch noch Partner verlassen, endet das oft dramatisch und meist auch auf dem direkten Weg in die Altersarmut.
Gut,dass heutige Frauen dies anders einschätzen. In Deutschland haben wir mittlerweile eine Erwerbsquotee bei Frauen von 78%; leider zu viele in Minijobs und Teilzeitbeschäftigungen. 
Und unsere Gesellschaft steht vor weiteren gravierenden Änderungen, wenn KI für neue Beschäftigungsmodelle und Berufsbilder sorgt. Dann entfallen - bei Mann und Frau - viele der heutigen Jobs,denen eine gewisse Wiederholung in der Tätigkeit als Basis gilt - und es entstehen vermutlich neue, auch anspruchsvolle, auf welche die Menschen sich aber frühzeitig auch bildungstechnisch vorbereiten sollten. Olga 
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