Religionen-Weltanschauungen Ich bin ein "LINKER"!

Re: Ich bin ein
geschrieben von Mitglied_993ca8d
als Antwort auf angelottchen vom 01.02.2008, 09:44:49
Angelottchen und die Dame an der Kasse müsste die Haare aber leicht bläulich gefärbt haben, sie sollte auch noch Margot heißen sonst wäre es nicht so echt, Hugo kann doch nicht alles alleine übernehmen.
Jawoll das musste mal gesagt werden!!
--
claude
seewolf
seewolf
Mitglied

Re: Deutschland Neutral
geschrieben von seewolf
als Antwort auf hugo vom 01.02.2008, 09:48:47
Seht mal: hab' ich doch gestern erst gesagt - siehe weiter oben:

LUXEMBURG-STIFTUNG FEIERT HANS MODROW
"Gorbatschow hat die DDR vernichtet"
Von Reinhard Mohr
...
SPON heute
--
seewolf

--
seewolf
hugo
hugo
Mitglied

Re: Deutschland Neutral
geschrieben von hugo
als Antwort auf seewolf vom 01.02.2008, 17:07:45
hallo seewolf,,interessanter Beitrag mit interessanter Vermutung und Ansicht.

Gorbi, ok der hat auch nur kurz ein Ding angeschubst, was dann so ins Rollen kam wie er es wohl niemals vorher beabsichtigt hatte, das er aber nicht mehr bremsen konnte,,

Keiner konnte das damals mehr anhalten, nur an der Richtung wurde noch sehr -auch durch Kohl- herummanövriert.

wenn man jetzt, so lange danach (nach dieser Zeit) die Taten und Untaten der damals politisch bedeutenden und sich für bedeutend haltenden Personen einfach auf die Waage legen könnte, wir würden uns wohl sehr wundern wer tüchtige Gewicht mitbringt und wer ein Leichtgewicht war,,,

zumindest war Modrow einer von den etwas Besseren, zwar auch eher Getriebener als Treibender aber immerhin kein rücksichtsloser Bremser und Stoppper.

Nicht völlig unverständlich für mich (vielleicht im Gegensatz zu Dir) das diesem Mann noch allerhand Verständnis und Dank von Exossis dargebracht wird.

Wenn ich dran denke das noch 1991 als Kohl auf dem politischen gesamtdeutschen Höhepunkt seiner Karriere stand, diese Modrow bei Umfragen von Ex Ossis doppelt so ehrlich wie Kohl eingeschätzt wurde.

oh ja auch sowas hat Spuren und Narben und Erinnerungen hinterlassen die noch nicht völlig begrünt werden konnten. *g*
--
hugo
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Deutschland Neutral
geschrieben von carlos1
als Antwort auf hugo vom 01.02.2008, 17:51:25
Diese Diskussion ist mir durch die Lappen gegangen. Dabei habe ich einen linken Arm und einen rechten Arm, ein linkes Auge und ein rechtes. An meiner linken Hand ist der Daumen rechts und an meiner rechten ....... . Wichtig ist die Unterscheidung von rechts und links vor allem im Straßenverkehr. Wer links fährt und nicht rechts, wie er eigentlich sollte, riskiert sein Leben. Außenstehende klagen, dass dies alles so unübersichtlich sei. Bei den Linken gibt es z.B. Rechtsabweichler und bei den Rechten solche, die die Linken links überholen wollen. Alles nur keine Show, sondern Wille zur Macht.

Spaß beiseite. Der Begriff Rechte und Linke ist sehr willkürlich gewählt. Er geht zurück auf die Sitzordnung im Reichstag nach 1871. Linksaußen saßen die Sozialdemokraten, Rechtsaußen waren die Konservative, in der Mitte die Liberalen, die gespalten waren in solche, die die Reichseinheit, die Bismarck mit "Eisen und Blut" geschaffen hatte, bejahten und ihn im Parlament unterstützten und die Freisinnigen.

Am Veränderungswillen darf die Richtung nicht festgemacht werden. Bismarck hat den Traum der Liberalen, die im 19. Jahrhundert als links galten verwirklicht, nur mit anderen Mitteln als diese es wollten. Nicht durch die Kraft der Idee (dassit ewcht links), sondern mit Hilfe des Machtstaates und Realpolitik, das ist rechts (au weia). Lassalle, der die Sozialdemiokratie 1863 gründete (Allgem. Deutscher Arbeiterverein) war links, wollte aber mit Bismarck paktieren, weil er sich mehr davon versprach. Es gibt nichts Konservativeres als die Grünen, die den Erhalt der Umwelt (Konservierung) sich verschrieben haben. Sage keine zu einem Grünen er sei rechts. Vor hundert Jahren waren es die Naturfreunde, die hinauszogen in buntem Aufzug, die Hippies von damals. Die Burschenschaftler nach 1815 waren echte Revolutionäre, Staatsfeinde. Ein Burschenshaftler ermordete den armen Kotzebue 1817. Deshalb wurden sie auch verboten. Burschenschaftler heute: Weit rechts. Reaktionär. Die Liberalen waren links, weil sie gegen den Willen der Fürsten die Einheit und die Freiheit (Freiheitsrechte - Grundrechte!) wollten und einen Verfassungsstaat. Heute werden sie im konservativen rechten Spektrum untergebracht. Die SED, HOnecker und Genossen? Äußerst konservativ, starr, gegen jede Veränderung. SED? Eine deutsche Kleinbürgerpartei mit revolutionärem Touch und viel proletarischer Rhetorik, versessen auf Machterhalt. Mehr Angestellte als Arbeiter. Bismarck? Wie gesagt, er verwirklichte die Ziele der Liberalen, das deutsche Sozialversicherungssystem geht auf ihn zurück? Also war er ein Sozialist. Wer dem Armen etwas gibt von Staats wegen ist Sozialist. Oder? Also fortschrittlich? Um Himmels Willen, nein. Demokratisch, da doch das allgemeine Wahlrecht für den Reichstag eingeführt wurde, das es bis dahin nicht einmal in England gab? Auch nicht: Alles nur für einen Zweck: Machterhalt und Stärkung der Krone, des Staates. Stalin, ein Linker? Aber bitte, mal nachdenken. Trotzky, der wollte die Weltrevolution, nicht allein die Revolution in einem Lande. Was passiert? Liquidiert wird der Trotzky 1940 auf Geheiß Stalins. Wieviele Linke wurden denn sonst noch liquidiert unter den "Linken"? Das Spielchen kann weitergehen......
Fazit: Links und Rechts sind sehr wichtig - im Straßenverkehr.

Nachtrag: Da ist noch was, was nicht nur die Parteienprogrammatik betrifft. Linke diskutieren gerne. Wollen Pläne, Utopien entwerfen. Auch verwirklichen. Nennen sich gerne rational. REchte betonen Werte wie Gott, Vaterland, Familie ..... Aber jetzt komme ich ins Schleudern, denn mir fällt gerade der Große Vaterländische Krieg ein, den Stalin so nannte. Er führte wieder Gardereegimenter ein, wie zu Zarenzeiten - die alten Rangabzeichen. Ganz der Rote Zar. Marx soll froh sein, dass er früh starb (ich glaube 1886). In der Sowjetnion wäre er wegen Linksabweichlertum mit Genickschuss abserviert worden. Aber als Säulenheiliger hat er sich immer gut gemacht.

Dutch du willst nun ein Linker sein? Gerechtigkeit hat aber auch schon Jesus gefordert. Wer einen Mantel hat, der soll ihn dem gegen der keinen hat. War Jesus ein Linker?? ....
c.
hugo
hugo
Mitglied

Re: Deutschland Neutral
geschrieben von hugo
als Antwort auf carlos1 vom 07.02.2008, 14:14:47
allo carlos,,,ok ,immer wenn Massen in Bewegung kommen, egal ob taube Massen Flüssigkeiten oder Menschenmassen, beginnt eine innerhalb der Vermengung gleichzeitig auch eine Sortierung. Da wirken Schwerkräfte, Fliehkräfte, Anhangskräfte,,,,

Im Hochofen sackt das Gute, die Qualitätsware nach unten, beim Kaffee sinkt das, was nicht mehr gebraucht wird, der Satz, auf den Grund. Bei der Milch setzt sich der Rahm, die Butter obendrauf ab ,,,oh ja und auch bei einer Revolution bewegen sich Massenströme, setzt sich Schaum oben ab (und dabei ist eben auch Abschaum dabei -siehe Stalin-) und einige Gute werden untergebuttert und überstehen die Situation nicht,,

ach ja und bei Jesus ist ähnlich. Wenn sich da die drei von Dir erwähnten Lager rechts mitte links -jeder für sich dessen Aussprüche und sämtliche von ihm stammenden (bzw ihm zugeschobenen) Sätze analysiert und wertet wird jede Gruppe fündig werden und einen Teil dieser Sprüche für sich und ihre Theorien vereinnahmen können.


oh ja dieser -wie sprachen doch die damaligen Reichen über ihn wenn er sie mal wieder heimgesucht hatte ?

Dieser Fresser und Weinsäufer, der weder ein lust- und freudloser Asket war, noch den sonstigen schönen Dingen des Lebens abgeneigt, also dieser Wanderbursche war auch eine Art Lebenskünstler und großartiger Sprücheklopfer,,,da war für alle was dabei,,,

für die Reichen, die Satten, die Lachenden und von allen Zeitgenossen Gelobten

der kannte weder links noch rechts nach unseren heutigen schwankenden Vorstellungen


der hatte es noch echt gut,,*g*--
hugo
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Ich bin ein
geschrieben von carlos1
als Antwort auf schorsch vom 29.01.2008, 09:33:56
"Über 40 Jahre war ich in der Sozialdemokratischen Partei. Aber ich war zu wenig unkritisch und nahm mir heraus, einerseits die Fehler der Sozialdemokratie wie auch die zweifelhaft auch vorhandenen Gutseiten der Bürgerlichen zu sehen." schorsch

In der Tat du bist ein Linker, schorsch. Denn du willst deinen eigenen Verstand benutzen. Kritik üben heißt nicht nörgeln, sondern prüfen, untersuchen, nachdenken d.h. einer Sache nachgehen, etwas besser machen wollen, nicht an alten Vorstellungen kleben, an verwaschenen, verklumpten Begriffen, mit denen alles und jedes verkleistert werden kann. Ich habe sehr anständige Menschen gekannt, die sich Kommunisten nannten. Ich schätze sie, Apparatschiks schätze ich nicht. Wer nur funktionieren will in einem "System" und nur gedankenlos nachplappert, ist auch kein Linker, mag er noch so viel Rhetorik aufwenden. Wer nur plappert und alles dreht und wendet, bis er die richtige Position gefunden hat, um in Umfrageergebnissen gut abzuschneiden, ist eine Wetterfahne. Die aalglatten, windschnittigen, juristisch geschulten Funktionsträger, die zu allem ihr juristisches Pippifax absondern und nicht mehr handeln können, selbst dort wo es nötig ist, sind heute alltäglich. In der Politik geht es meist nur darum, nach geltendem Recht im Recht zu sein. Die Gerichte entscheiden, nicht die Politik. Das Denken wird mehr und mehr überflüssig. Die Zahl der Gesetze und Verordnungen nimmt zu, die Kenntnis derselben nimmt ab. Mit Spannungen werden die Vorgaben aus Karlsruhe erwartet, die Politk hat sich danach zu richten.
felix
felix
Mitglied

Re: Ich bin ein
geschrieben von felix †
als Antwort auf carlos1 vom 08.02.2008, 10:59:56
Weitgehend mit dir einverstanden ,

wie schon weiter oben vermerkt, bevorzuge ich an Stelle der unklaren Begriffe "LINKS" und "RECHTS" lieber den Unterschied zwischen Verhaltensweisen, die für die Mitmenschen, die Gesellschaft und die Umwelt einen günstigen oder ungünstigen Einfluss haben.
Erwünschte Verhaltensweisen sollen auch so sein, dass es für die Gesellschaft und die Umwelt verträglich bleibt, wenn alle Menschen sie praktizieren würden.

Würden bei jeder politischen Entscheidung diese Kriterien ausschlaggebend sein, hätten wir die Gesellschaft, die ich mir wünsche!
--
felix
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Ich bin ein
geschrieben von carlos1
als Antwort auf felix † vom 08.02.2008, 13:23:43

Ja, felix, Verhaltensweisen muss ich ändern, um eine andere Gesellschaft zu bekommen. Der Mensch soll sich ändern. Auch wenn der alte Marx aus Trier damit nicht einverstanden wäre.

....
c.
mary
mary
Mitglied

Re: Ich bin ein
geschrieben von mary
als Antwort auf carlos1 vom 08.02.2008, 20:25:52

--
mary , ich fühle auch links. Mein Herz schlägt links ! Ich habe mich nie in eine starre Parteidoctrin pressen lassen. Aber linkes Gedankengut, mit starken humanistischen Ideen haben mich geprägt.Warum soll alle Macht der Welt nur von einigen Grossen ausgehen ? Die ihre materielle Macht nur zur Ausbeutung der Schwächeren nutzen, die Kriege beginnen und Menschen für ihre Zwecke benutzen. Versuche, linke Ideen zum Wohle der Menschheit umzusetzen, scheiterten an starren Ideologien. Aber es muß doch nicht alles eine Utopie sein um die Welt zu verbessern.
lotte
lotte
Mitglied

Re: Ich bin ein
geschrieben von lotte
als Antwort auf mary vom 10.02.2008, 11:21:25
Ich,69 Jahre alt,habe mir mit Interesse all die vielen Postings durchgelesen --- immer habe ich mich als Linke verstanden, denn - und das war meine Abgrenzung nach rechts - ich wollte nie das Alte so bewahren, wie es tradiert wurde/ wird - als Zementierung von Herrschaftsstrukturen.

Und so sehe und sah ich mich vor allem als Humanistin, denn der Mensch ist das Maß aller Dinge - jeder Mensch ist gleich geboren ----

So weit - so gut - so bekenntnishaft.

Aber - was ich verabscheue, sind Mittel der Gewalt - und da unterscheiden sich verbale Gewalt der linken und rechten Randgruppen in nichts. Hier braune Glatzen, da vermummte "Berufs"protestierer.

Diesen Spruch


Ich hatte einen Traum da hing ein Nazi an nem Baum - Ich habe auch so viele Träume aber nicht genügend Bäume
geschrieben von Sprüche

las ich vor kurzem in einer Ausstellung im Wiener Rathaus: allerdings so: Alltagsfaschismus im Grafitti

Ich hatte einen Traum,
ein Türke hing an einem Baum.
Ich hatte viele Träume usw ...
--

Und wenn ich so die Summe Eurer Postings durchdenke, glaube ich schreiben zu dürfen: in diesem Sinne wollen wir alle keine Rechten ---- keine Linken sein.
lotte
Anzeige