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Nostalgie Meine Eltern/Eure Eltern

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von ehemaliges Mitglied

Worüber ich mir Gedanken mache. Was heißt es wenn einer meint trotz Schläge (oder gerade deshalb) ist etwas aus ihm geworden? 😏 

Ab wann ist etwas aus einem geworden und sind alle die keine Schläge bekamen nicht so gut durchs Leben gekommen, weil sie zu weich usw sind / waren. 😏

Ich habe keine Schläge bekommen, vielleicht weil ich mehr bei meiner Oma aufgewachsen bin, die immer viel Verständnis hatte. Hatte ich deshalb nicht das Bestreben die  Karriereleiter zu erklimmen. Ich gönne jedem seine Karriere❗️ (nicht das es falsch aufgefasst wird 😊)

Das sind einer meiner Gedanken bei diesem Thema 

LG Heidrun
 
Rispe
Rispe
Mitglied

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von Rispe
als Antwort auf olga64 vom 12.10.2025, 15:26:56
👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍👍
MarkusXP
MarkusXP
Mitglied

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von MarkusXP
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 12.10.2025, 16:03:05

Worüber ich mir Gedanken mache. Was heißt es wenn einer meint trotz Schläge (oder gerade deshalb) ist etwas aus ihm geworden? 😏 

Ab wann ist etwas aus einem geworden und sind alle die keine Schläge bekamen nicht so gut durchs Leben gekommen, weil sie zu weich usw sind / waren. 😏

Ich habe keine Schläge bekommen, vielleicht weil ich mehr bei meiner Oma aufgewachsen bin, die immer viel Verständnis hatte. Hatte ich deshalb nicht das Bestreben die  Karriereleiter zu erklimmen. Ich gönne jedem seine Karriere❗️ (nicht das es falsch aufgefasst wird 😊)

Das sind einer meiner Gedanken bei diesem Thema 

LG Heidrun
 
Die Aussage: "Geprügelte Kinder werden später auch prügelnde Eltern" ist ja eine rein statistische Aussage, will heißen, in der Mehrzahl ist es so, aber keinesfalls eine Zwangsläufigkeit..

Wer eine solche Erziehung erfahren hat, sich an die Ängste und Demütigungen erinnert ( "Warte bis der Papa kommt!" zum Beispiel ), kann in seinem späteren Elternleben auch gerade deswegen weitgehend gewaltfrei erziehen, einfach, weil er so etwas seinen eigenen Kindern nicht antun will. Das gibt es ja durchaus ...

Ganz davon abgesehen hört man ja oft die Aussage "Es hat mir nicht geschadet!" ... das Gegenteil wäre: "Ich bin von meinen Eltern geschlagen worden, es hat meiner Entwicklung geschadet, ich habe heute noch ... dieses und jenes ..."

Aber wer reflektiert schon so auf seine Kindheit und was dies als Erwachsener mit ihm gemacht hat?
MarkusXP



 
Zaunkönigin
Zaunkönigin
Mitglied

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von Zaunkönigin
als Antwort auf MarkusXP vom 12.10.2025, 16:33:47
Ganz davon abgesehen hört man ja oft die Aussage "Es hat mir nicht geschadet!" ... das Gegenteil wäre: "Ich bin von meinen Eltern geschlagen worden, es hat meiner Entwicklung geschadet, ich habe heute noch ... dieses und jenes ..."

Aber wer reflektiert schon so auf seine Kindheit und was dies als Erwachsener mit ihm gemacht hat?
MarkusXP



 

auf mich wirkt dieser Satz immer so wie "das Singen im finsteren Wald".

Man möchte so manches zudecken. Auch manchmal das eigene Fehlverhalten im Erwachsenenalter.

Ich kenne diesen Satz vom Lebensgefährten meiner Mutter - der noch schlimmer, noch gewalttätiger war als das mein Vater je gewesen ist.
Im Grunde war er ein armer Wicht. Die Mutter liebevoll aber nicht stark genug sich gegen den (ich nenne das) sadistischen Vater aufzulehnen. Der Sohn musste bei Fehlverhalten auf Holzscheiten knien. Stundenlang. Und trotzdem hat er ihn schon fast hündisch geliebt. Ich habe den Vater noch kennengelernt. Es war ein harter alter Mann und mit klaren Vorstellungen von Recht und Ordnung. Intelligent, gebildet aber hart.
Dort habe ich ihn immer devot erlebt während er zu Hause schwankte zwischen liebevoll und gewalttätig. Wobei ich diese Brutalität immer als Explosion erlebt habe. Jähzorn, Hilflosigkeit.. nicht so wie vermutlich sein Vater gehandelt hat. Der Lebensgefährte hatte sich nicht im Griff. Der Vater durchaus. Weniger gefährlich war dieser Lebensgefährte dennoch nicht. Im Gegenteil. Da ging es manchmal um Leben und Tod. Und nein, ich übertreibe nicht.

Diesen Satz hat er auch immer dann geäussert wenn er von seinem Vater erzählte. 
chris33
chris33
Mitglied

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von chris33
als Antwort auf MarkusXP vom 12.10.2025, 16:33:47
 

Aber wer reflektiert schon so auf seine Kindheit und was dies als Erwachsener mit ihm gemacht hat?
MarkusXP



 
Ich habe den Eindruck, Menschen reflektieren mehr denn je. 

Die meisten Menschen wissen inzwischen,  wie sehr Erziehung unser spaeteres  Verhalten beeinflusst, im Umgang mit anderen, wie wir im Leben stehen, im Beruf in Beziehungen, in Freundschaften. 

"Es hat mir nicht geschadet", bedeutet nicht, dass die Schlaege keine Spuren hinterlassen haben, sie zeigen sich nur auf andere Weise. In Distanz. Misstrauen, Haerte... Usw. 

Ohne Aufarbeitung wirken viele dieser Prägungen in unserem Verhalten weiter... Oft unbemerkt sage ich mal. 

Chris33 




 
Lenova46
Lenova46
Mitglied

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von Lenova46
als Antwort auf Schnuck vom 12.10.2025, 15:17:37
Hallo Schnuck, deine Ausführungen leuchten mir ein. Danke.

Vorsichtshalber erwähne ich noch einmal:

1. Ich bin gegen jegliche Gewaltanwendung.

2. Eigene Erfahrungen gebe ich hier nicht zum Besten. Das liegt mir nicht.

3. Deinen Eingangssatz finde ich in Ordnung. Der ist auch in diesem Zusammenhang notwendig.

Wenn @Der-Waldler diskriminiert wurde, dann bin ich nicht damit einverstanden. Bei seinem Auftreten und Wirken im ST ist das nicht in Ordnung.

Zitat von Schnuck:
"Nicht zu dem, was er dem Waldler an den Kopf schrieb, das ist eine Sache, die ich nicht verstehe und überhaupt nicht billige."

Lenova
olga64
olga64
Mitglied

RE: Meine Eltern/Eure Eltern
geschrieben von olga64
als Antwort auf ehemaliges Mitglied vom 12.10.2025, 16:03:05


Ich habe keine Schläge bekommen, vielleicht weil ich mehr bei meiner Oma aufgewachsen bin, die immer viel Verständnis hatte. Hatte ich deshalb nicht das Bestreben die  Karriereleiter zu erklimmen. Ich gönne jedem seine Karriere❗️ (nicht das es falsch aufgefasst wird 😊)

Das sind einer meiner Gedanken bei diesem Thema 

LG Heidrun
 
Ihre Gedanken sind interessant.
Aber keiner kann sich in die Rolle der oder des anderen versetzen, weil man nicht das Leben anderer führen und beurteilen kann.
Ich weiss z.B. nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mich für Kinder und eine langjährige Ehe entschieden hätte und Sie wissen nicht ,wie sich Ihr Leben gestaltet hätte, wenn Sie sich auf den Beruf und eine Karriere focussiert hätten.
Aber ist es nicht sehr positiv, dass unsere Frauengeneration sich erstmals überhaupt entscheiden konnte, welchen Weg "man" einschlagen möchte? Unsere Mütter- und Grossmutter-Generation konnte das nicht und nicht nur deshalb , weil meistens Krieg herrschte.
Sondern, weil Kinder ungeplant kamen, weil Mädchen nicht so sorgfältig ausgebildet wurden (die heiratet ja doch) und sich dann oft schon in sehr jungen Jahren manifestierte, dass sich eine junge Frau früh einen männlichen Partner sucht und Kinder bekommt und sich natürlich damit in eine grosse 'Abhängigkeit begab. Das konnte ja gut gehen, solange er auch an diesem Modell festhielt - schlimm wurde es, wenn er ausbrach.

MeinGrossmutter (mütterlicherseits) heiratete jung, bekam vier Kinder und versorgte diese und den Haushalt. Ihr Mann betrog sie jahrelang und sie hatte den Mut, sich aus dieser Ehe zu lösen - Scheidungen waren in den 20er Jahren, initiiert von Frauen. noch recht selten.
Sie arbeitete dann als Köchin bei bekannten Persönlichkeiten in München und brachte damit sich und ihre Kinder durch; der Kindsvater bezahlte nur unregelmässig Unterhalt.
Diese Frau habe ich lebenslang bewundert und sie wurde auch zu meinem Vorbild (allerdings ohne dass ich 4 Kinder hätte bekommen wollen).
Das war bei meiner/unserer Generation auch nicht mehr nötig - wir hatten ja die Empfängnisverhütung und konnten Pläne für ein eigenes Frauenleben machen und diese auch leben.

Das Wichtigste ist, den eingeschlagenen Weg nicht später zu bereuen, wenn alles nicht mehr änderbar ist. Und das wünsche ich Ihnen, Heidrun, sehr.
Gespannt bin ich auch, welchen Weg Ihre Enkelin gehen wird - . Sie hat ja auch die Wahl. Alles Gute. Olga 
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