Forum Kunst und Literatur Literatur Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -

Literatur Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -

enigma
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von enigma
als Antwort auf welling vom 21.08.2008, 21:19:59
Welling, Welling,

als ob ich es geahnt hätte, das ging wirklich schnell, obwohl ich noch den Roman schnell an die erste Stelle gesetzt hatte statt der Kurzgeschichten, für die sie ja bekannter ist.
Kennst Du ihre Geschichten?
Ich finde sie wirklich sehr, sehr gut, besonders ihre "Tricks". )

Und schon bist Du wieder dran. So schnell kann das gehen.

Gruß
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enigma
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von enigma
als Antwort auf enigma vom 21.08.2008, 21:29:06
Und so doppelt kann das gehen, dabei wollte ich nur noch einen Artikel über den Band von Kurzgeschichten einstellen, die ich von ihr kenne, nämlich "Tricks".
Jetzt aber dann hier zu lesen.
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enigma
welling
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von welling
als Antwort auf enigma vom 21.08.2008, 21:31:24
Hallo Enigma,

ja, es ging wirklich schnell . Dabei habe ich die Geschichten nicht gelesen, das werde ich aber nachholen.
Aber nun: Da ich dich "beim Wort nehme", fiel mir sofort deine Wendung auf: Genre: Roman und Geschichten.
Roman? einer? Und das hat mir das Lösen dann erleichtert.

Da ich morgen Vormittag eine Verpflichtung habe, kann ich frühestens abends oder eher übermorgen etwas einstellen, zumal ich meine aktuelle Lektüre erst zur Hälfte bewältigt habe.

Aber diese kurze Wartezeit lohnt sich, scheint mir. Der Autor könnte einen doch glatt dazu bringen, mit einem Studium zu beginnen, aber dazu bald mehr.

Gruß

welling
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von welling
als Antwort auf welling vom 21.08.2008, 22:04:45
Hallo miteinander,

wie bereits angekündigt bzw. gedroht, ein neues Rätsel.

Auch dieser deutschsprachige Autor wurde im ersten Drittel der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts (s.o. J. Erpenbeck) geboren. Romane und Lyrik sind seine Stärken. Gerne flicht er Geschichte in seine Werke ein, originell, wie ich finde.

In seinem vorläufig letzten Roman ist die Verflechtung von Geschichte und Wissenschaft sehr intensiv, auffällig in dem Zusammenhang sind die sehr detaillierten Kenntnisse des Autors.

Leicht macht es der Autor dem Leser nicht, Stringenz herzustellen. Oft sind es nur knappe Hinweise, die große Zusammenhänge bloßlegen.
Also: man muss wach sein bei der Lektüre und Geduld haben mit dem Autor, wenn er die Besessenheit eines Wissenschaftlers darstellt.

Viel Freude beim Raten

welling
longtime
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von longtime
als Antwort auf welling vom 23.08.2008, 08:45:11

Wenn du ihn meinst:
Marcel Beyer…: Ich habe „Flughunde“ (1995) gelesen.
Hatte aber später keinen Geschmack mehr, seiner besonderen Schreibtechnik sich so intensiv anzuvertrauen, weil man sich verirren kann oder mit größerem, allgemeinerem Erkenntnisgewinn selbstständig das Thema in Dokumentationen oder Reportagen oder Sozialpathografien sich verfügbar zu machen.

Das ist mein persönlicher Geschmack, dass ich seit etwa zehn Jahren kaum noch Romane mehr lese (Hosseinis „Drachenläufer“ war eine Ausnahme, wegen der historischen Faktizität, die ich miterlebt habe und des biblischen Thema der Poltitik und Religionsgewalten…), sondern historische, psychologische und soziale Literatur, die, wenn man Briefe oder Biografien oder Dokumente - mit mehr phantastischen Überraschungen, die das Leben spiegeln, rechnen kann, als sie in Fiktionen, die als Autorenprodukte, häufig schal oder konstruiert oder banal wirken; und vielleicht so eben vom Stil her aufgepeppt sind.


Ergänzung:

„Schrott“ mit seiner Troja-Neu-VerOrtung meinst du hoffentlich nicht; da fehlt mir der Bedarf nach neuen Mythen.
Und Homer und die griech. Mythen mit ihren Ausagen für moderne Phänomene, Krankheiten und Neurosen sind immer noch spannender und "wahrhaftiger" als alle museumstechnischen Neuverschiebungen.

Gruß und Dank für Deine Interessen und Aufgaben!

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longtime
welling
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von welling
als Antwort auf longtime vom 23.08.2008, 09:44:42
Hallo Longtime,

ja, Marcel Beyer und seinen Roman Kaltenburg, 2008 erschienen, meinte ich.
Textprobe: (Suhrkamp Verlag, Ffm. 2008) S. 157: Ehe er zum erstenmal Dresdner Boden betrat, hatte er sogar bereits ein neues Wort gelernt, ein Fremdwort fast - kein Dialektausdruck, ganz und gar nicht. Vielmehr reichte es über ein gutes Hochdeutsch weit hinaus, als die Dame mit aller Selbstverständlichkeit ein "Wöllte" in einen ihrer Sätze einfließen ließ und Martin damit einen Eindruck davon gab, was es bedeutet, Höchstdeutsch zu beherrschen. Zugegeben, er stutzte kurz, ein "Wöllte" hatte er noch nie gehört, in Dresdnen allerdings schien es den Menschen so geläufig zu sein, als lernten die Kinder schon in der ersten Volksschulklasse auch den Konjunktiv drei.....

Ich hoffe nun sehr, es ist kein Symptom für das, was Beyer in diesem Roman "fröhliche Vertrottelung" nennt, wenn ich gestehe, dass sich die Lektüre fast schon wegen dieser Textstelle lohnt.

Und was er an Skurrilitäten bei der Schilderung der Arbeit des Ornithologen Kaltenburg zuwege bringt und wohl auch an Sachverstand, ist sicher nicht zu verachten.
Aber wie du andeutest, jedem sein "Pläsier".

Danke fürs Mitmachen - und wir freuen uns auf eine neue Aufgabe.

Gruß

welling
longtime
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von longtime
als Antwort auf welling vom 23.08.2008, 15:51:39
Ein Sonntags-Buch, das ich hier meine:

Eine kluge Frau veröffentlichte 2008 ihre Geschichte(n), nachdem sie schon seit Jahren aus ihren Erfahrungen und sprachlichen und literarischen Vorstellungen viel der Männerwelt angeboten, was diese teils pikiert, teils ignorierend aufnahm.

Hier dieser nicht nur private Abschnitt aus dem Band ihrer „Erinnerungen“:

Berichtet wird vom Tod ihrer dementen Mutter - und von deren Gemeisamkeit mit der dreijährigen Tochter des Sohnes (der Autorin); also von Uroma und Urenkelin:

„Ich schau auf einen Schnappschuß von den zweien, wie sie sich umarmen und die Nasen aneinanderreiben, mit gegenseitigem Glücksausdruck, ganz eingespielt aufeinander, das Mäderl, die eine Frau des 21. Jahrhunderts sein wird, und die Frau, die am Anfang des 20. Jahrhunderts ein Mädchen war, zwei Menschen, die genetisch und durch Zuneigung einander verbunden sind.
Auf der einen Seite das Kind, das noch das Denken lernt, auf der anderen die Frau, die einmal einen halbwüchsigen Sohn an anonyme Mörder, die man nicht zur Rechenschaft ziehen kann, verlor und die das Denken weitgehend verlernt hat.
Mehr als neunzig Jahre lagen zwischen ihnen, doch wann immer sie beisammen waren, kichernd und schwatzend, trafen sie sich in einer vermenschlichten Gegenwart, die stillstand für sie, wie in Bernstein bewahrt, von Zeit und Raum gelöst, vielleicht gar erlöst - wer weiß?“

*

Dieser nicht nur persönliche Text, der ein schlimmes Schicksal auf deutschem Hintergrund spiegelt, zeigt für mich ein Stück Hoffnung, wie man in Familien über Generationen und Tod und Teufel und selbst Demenz hinweg sich verstehen und mitteilen kann…

*

Und noch ein spielerisches P.S.:
Ein verfremdetes Zitat, das man von der Autorin im Internet finden kann: „Eine Tapete in einem Hotel ist ein Glück für die Sonne.“

Wer ist diese Repräsentantin eines besonderen deutschsprachigen Denkens und Schenkens?

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longtime
pelagia
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von pelagia
als Antwort auf longtime vom 24.08.2008, 10:51:59
Vor einiger Zeit las ich Ruth Klügers "Frauen lesen anders". Das würde in einigen Punkten auf Ruth Klüger passen, aber ich hatte noch keine Gelegenheit weiter zu recherchieren, z.B. nach dem "Sonntagsbuch".
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pelagia
pelagia
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von pelagia
als Antwort auf longtime vom 24.08.2008, 10:51:59
Vor einiger Zeit las ich Ruth Klügers "Frauen lesen anders". Das würde in einigen Punkten auf Ruth Klüger passen, aber ich hatte noch keine Gelegenheit weiter zu recherchieren, z.B. nach dem "Sonntagsbuch".
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pelagia
cecile
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Re: Literaturrätes - DichterInnen und AutorInnen raten - Runde XIII -
geschrieben von cecile
als Antwort auf pelagia vom 24.08.2008, 11:18:52
Pelagia, ich glaube nicht, daß du weiter recherchieren mußt.

Selbst wenn das schöne Zitat von Longtime arg verfremdet wurde - es hat ihm nichts geholfen


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cecile
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