Künstliche Intelligenz (KI-Systeme) und ihre Folgen Die Zukunft der KI liegt im Weltall
Liebe ST-Mitglieder,
habt Ihr Euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie viel Strom die neue Welt der Künstlichen Intelligenz eigentlich verbraucht? Ich hatte das ja kürzlich in einem Video mit Prof. Axel Borst thematisiert.
Wenn wir Bilder generieren, Texte übersetzen oder KI-Assistenten nutzen, läuft im Hintergrund eine gewaltige Maschinerie. Genau darüber hat Elon Musk vor wenigen Tagen (am 5. Juni 2026) in einem bemerkenswerten Interview mit der Bank JP Morgan gesprochen.
Dieses Interview mit Elon Musk möchte ich Euch hier inhaltlich übersetzen und seine Gedanken mit Euch diskutieren.
Der Anlass war historisch: Seine Weltraumfirma SpaceX bereitet den Gang an die Börse vor. Warum er das tut und warum die Zukunft der Künstlichen Intelligenz nicht auf der Erde, sondern im Weltraum entschieden wird, möchte ich hier heute kurz und verständlich zusammenfassen.
Das Problem: Die Erde hat zu wenig Steckdosen für die KI
Künstliche Intelligenz ist hungrig – unvorstellbar hungrig nach Strom und Bandbreite. Musk hat das im Interview mit einem charmanten Vergleich verdeutlicht: Wenn wir Menschen miteinander sprechen, übertragen wir pro Sekunde nur ein paar hundert "Bits" an Informationen. Ein moderner Computer schafft in derselben Zeit eine Billion Bits.
Wenn wir in Zukunft Millionen von Robotern und KI-Systemen nutzen wollen, müssen wir die Stromerzeugung auf der Erde dramatisch hochfahren. In den USA müsste sich das Stromnetz glatt verdoppeln! Doch wer möchte schon ein riesiges Kraftwerk in der Nachbarschaft oder im eigenen Hintergarten stehen haben? Die gesellschaftlichen Widerstände auf der Erde sind vorprogrammiert.
Die Lösung: Gigantische "Gehirne" im Weltall
Musks Plan klingt im ersten Moment wie Science-Fiction, ist aber physikalisch absolut logisch: Er verlagert die KI-Rechenzentren einfach ins Weltall.
Im Weltraum gibt es keine Wolken, keine Nachbarn, die sich beschweren, und vor allem: unendlich viel Sonnenenergie. Musk nennt es "Sternenenergie". Dort oben kann man die Energieerzeugung über Solarsegel theoretisch um das Millionenfache unserer heutigen Erdwirtschaft skalieren, ohne die Natur auf der Erde zu belasten.
Damit das funktioniert, baut SpaceX gerade an zwei gigantischen Projekten:
- Starlink Version 3: Über 100.000 neue Satelliten, so groß wie kleine Linienbusse, sollen ins All geschossen werden. Sie senden Daten mit der 100-fachen Bandbreite heutiger Systeme und nutzen Laser, um komplett wetterunabhängig zu sein. Sie könnten im Notfall sogar die verletzlichen Tiefseekabel in unseren Ozeanen ersetzen.
- Das Starship: Diese riesige Rakete ist das erste Raumfahrzeug der Geschichte, das zu 100 % wiederverwendbar ist. Weil es mit günstigem Flüssigsauerstoff und Methan fliegt, wird der Transport von Fracht ins All in Zukunft billiger sein als ein normaler Frachtflug über den Atlantik.
Auch für unsere Nachbarhimmelskörper gibt es konkrete Pläne. Um die KI-Satelliten im All zu bauen, möchte Musk den Mond als Industrie-Basis nutzen. Weil der Mond kaum Schwerkraft und keine Atmosphäre hat, kann man dort elektromagnetische Schleudern (sogenannte Railguns) aufbauen. Damit lassen sich Bauteile ganz ohne teure Raketen einfach per Knopfdruck ins All schießen.
Und der Mars? Den sieht Musk langfristig als "Fixer-Upper" – also wie ein altes Haus, das man für Heimwerker zum Renovieren freigibt. Wenn man den Planeten erwärmt, könnten dort in ferner Zukunft wieder Ozeane entstehen und wir Menschen ohne Raumanzug spazieren gehen.
Als Schlusspunkt vom Video: Klugheit ist nicht alles
Am Ende des Interviews wurde es dann noch überraschend menschelnd. Gefragt nach den Lehren aus den letzten 24 Jahren als Chef von Hightech-Unternehmen, sagte Musk etwas, das mir gut gefallen hat - aber darf man es ihm abnehmen?
"Es geht nicht nur darum, ob jemand einen hohen IQ oder extreme Fähigkeiten hat. Es kommt vor allem darauf an, ob die Menschen ein gutes Herz haben. Ein guter Mensch zu sein, das zählt am Ende am meisten."Ein schöner Gedanke, oder?
Was denkt Ihr über die Pläne von Musk? Glaubt Ihr, dass wir bald die ersten KI-Datenzentren am Nachthimmel sehen?
Karl
Karl
Moin Karl, wenn Elon Musk recht hat, dann wird die Zukunft der KI wohl nicht in irgendwelchen Büroparks stattfinden, sondern irgendwo zwischen Mond, Mars und dem Parkplatz für fliegende Untertassen. 🚀😄
Grundsätzlich hat er natürlich einen Punkt: KI frisst Strom wie ein australischer Teenager beim All-you-can-eat-Buffet. Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald mehr Kraftwerke als Kängurus in Australien. 🦘⚡
Bei den KI-Rechenzentren im Weltall frage ich mich allerdings, wer dort den technischen Support übernimmt. Wenn ein Server abstürzt, kann man ja schlecht sagen: „Haben Sie schon versucht, das Gerät aus- und wieder einzuschalten?“ Dann müsste erst eine Drohne zum Satelliten fliegen. 😂
Auch die Idee mit 100.000 Satelliten klingt beeindruckend. Andererseits haben wir dann vielleicht bald keine Sternbilder mehr wie den Großen Wagen, sondern nur noch „Starlink 34.562“, „Starlink 34.563“ und „Starlink 34.564“. 🔭
Den Mond als Fabrik und den Mars als Heimwerkerprojekt finde ich allerdings sympathisch. Wahrscheinlich gibt es dort irgendwann einen Baumarkt mit dem Slogan: „Heute im Angebot – drei Krater zuschütten, einen gratis!“ 🔨🌕
Und Musks letzter Satz hat mir tatsächlich gefallen. Ein hoher IQ ist schön und gut, aber ein freundlicher Mensch ist mir lieber als ein Genie, das sich benimmt wie ein nasser Kakadu. 😊
Bis die ersten KI-Datenzentren am Nachthimmel auftauchen, werde ich jedenfalls weiter meine Stromrechnung bezahlen und hoffen, dass ChatGPT nicht heimlich ein eigenes Kohlekraftwerk hinter meinem Garten gebaut hat. 😄⚡Viele Grüße Wombat
PS: Stell dir vor, Karl – vielleicht kannst Du schon bald eine moderne und übersichtliche ST-Website mit KI aus dem Weltall bauen. 🚀 Die Rechenzentren schweben dann irgendwo zwischen Mond und Mars, die Daten kommen per Laserstrahl zur Erde 😄Wenn sich dann immer noch jemand über irgendwas beschwert, kannst du künftig erklären, dass die Daten gerade einen Umweg über die Mondbasis nehmen mussten. 🌕📡Und falls die Seite immer noch aussieht wie aus dem letzten Jahrhundert, liegt das natürlich nicht am Design, sondern an einer kurzfristigen Störung im interplanetaren KI-Netzwerk. 😂
Ich würde das nicht mehr erleben und die Nachkommen, die in diese "Welt" geboren würden, könnten damit umgehen.
Ingrid60
Komisch, ich finde Zukunftvisionen auch als Senior noch spannend. 😏 Die Welt ändert sich und dies immer schneller.Mich interessiert das auch, doch die Visionen von Musk erinnern mich an etwas naive SF-Romane aus den 60ern oder die Filmchen aus den 50ern, in denen eine strahlende Zukunft gezeigt wurde, bei der im Jahr 2000 alles mit Atomkraf betrieben wird: Autos, Flugzeuge, Kühlschränke.....
Karl
Da halte ich es lieber mit Helmut Schmidt: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen". Wir haben noch keine Vorstellungen davon, wohin die gesellschaftlichen Umwälzungen führen und wie sie bewältigt werden können. Vielleicht wäre das ein wichtiges Nahziel.
Die Menschheit wird unser Sonnensystem eines Tages beherrschen und sich auf Mond und Mars niederlassen. Dies wird nicht eine Nation allein bewältigen können und meine Hoffnung wäre, dass eine so gewaltige Aufgabe die Menschheit eint.
In der Unendlichkeit des Weltraumes werden wir erkennen, wie klein und verletzlich wir sind. So meine Hoffnung….
Es gibt ein aber:
Es kann auch ganz anders kommen. In Planspielen der Militärs weltweit wird immer öfter und offener über Einsätze taktischer Atomwaffen diskutiert…
Ja, die Geschichte der Menschheit kann auch in der Steinzeit enden.
Boeuf
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Ein schöner Gedanke, oder?
Was denkt Ihr über die Pläne von Musk? Glaubt Ihr, dass wir bald die ersten KI-Datenzentren am Nachthimmel sehen?
Karl
Zu Energie aus dem Weltall gibt es schon länger Informationen.
Der angenommene Vorteil Rechenzentren ins Weltall zu verlegen, beruht offensichtlich darauf, dass beim Übertragen von Energie aus dem Weltraum etwa 50 % verloren gehen.
Ist aber genügend Energie im Weltraum mag das eine untergeordnete Rolle spielen.
Ich sehe eher einen Vorteil darin die Rechenzentren auf der Erde zu lassen, auch wenn dadurch mehr Module zur Energiegewinnung im Weltall benötigt würden.
Die KI die in den Rechenzentren läuft muss auf Informationen von Rechnern die auf der Erde stehen zugreifen. Benötigt also auch Energie.
Jede Abfrage würde mit Energiebedarf zwischen Erde und Weltall verbunden sein.
Energie aus dem Weltall ja – Rechenzentren im Weltall nein. Es sei denn, es gibt mir nicht bekannte Vorteile.
Ich denke es ist eine Rechenaufgabe von Experten was sich besser rechnet.
Ciao Hobbyradler
https://futurium.de/de/blog/die-kraft-aus-dem-weltraum
https://nationalgeographic.de/wissenschaft/2022/01/gibt-es-im-weltall-bald-solarkraftwerke/
https://www.fr.de/wissen/energie-forschung-weltall-solarenergie-testsatellit-uebertraegt-drahtlos-strom-sonnen-zr-92341090.html