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Internationale Politik Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?

carlos1
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf bigben vom 20.02.2008, 13:24:59
@ bigben, du sprichst die Verantwortung für den Steuerskandal an. Ich sehe ihn wie du auch als ein internationales Problem. Die Staaten könnten die Steuerflucht beenden, wenn sie wollten. Aber warum sollten sie das tun, wenn es gegen ihr Interesse geschieht? Sie sind souverän. Deutschland ist für andere Staaten übrigens auch eine Steueroase. Schweizer Staatsangheörige werden eingeladen ihr Geld hier anzulegen, ohne die hohe Quellensteuer von 35% bezahlen zu müssen. Hans Eichel, der ehemalige Bundesfinanzminister, hat unlängst darauf hingewiesen. Es gibt übe die ganze Welt verteilt sehr viele Steuerparadiese. Es ist deshalb nicht schwierig große Summen zu transferieren. Große Beträge werden über die Cayman Inseln, die britischen Kanalinseln Jersey, Guernsey oder Luxemburg geleitet, über viele Stationen, bis sich die Spur verliert. Viele Stationen sind nötig. So schnell diese Transfers über die Bühne gehen, so schnell könnten auch Kontrollmitteilungen Klarheit über den Geldfluss verschaffen und diese Steueroasen austrocknen. Im neuesten aufsehenerregenden Fall des Steuerskandals war den Ermittlern durch den Verrat eines Insiders Klarnamen, die Namen der Stiftungen, und die Konten bekannt geworden. Die Geldflüsse konnten sie somit dokumentieren. Übrigens müssen damit auch die Helfer in den Banken bangen. Es liegt durchaus am guten Willen auch hoch angesehener Regierungen, wie etwa die Ihrer britischen Majestät. Der könnte viel ändern.

Wenn zur Zeit überhaupt etwas geschieht, so nicht um der Steuerehrlichkeit willen, sondern wegen der Kontrolle von Geldwäsche und des Geldflusses bei Geldern des internationalén Terrorismus. Was die USA für sich bei den Cayman-Inseln erreicht haben, das will offenbar nun die deutsche Regierung in Liechtenstein erreichen.

Die Steuermoral ist etwas ganz anderes. Mit Gesetzen allein lässt sich moralisches Handeln (Steuerehrlichkeit) bei Vielen nicht erzwingen, durchsetzen vielleicht schon. Es ist auch nicht so, dass niederes Einkommen prinzipiell steuerehrlich macht und ein hohes nicht. Menschen werden auch nicht dadurch moralisch besser, dass Verbotsschilder errichtet werden. Durch gute Gesetze können Bürger eher überzeugt werden. Gut sind Gesetze auch dann, wenn sie in sich nicht widersprüchlich sind und auch durch die Behörden Beachtung finden. Schädlich ist es, wenn eigene Abkommen mit fremden Staaten nicht beachtet werden und Doppelbesteuerungen vorgenommen werden. Kein normaler Mensch blickt richtig durch im Begriffswust und vieles verschwindet wie hinter einem Nebelvorhang.

Der Staat unterhält Schulen, Hochschulen, Verkehrsbetriebe, kulturelle Einrichtungen wie Theater, Krankenhäuser etc. Den Staat brauchen wir nicht zu lieben. Es genügt, wenn, so der ehemalige Bundespräsident Heinemann, mal sagte wenn ich meine Frau liebe. Aber erkennen, dass Sicherheit, Gesundheit, Bildung wichtige Güter sind, das sollten wir schon. Besonders intelligent finde ich die Steuerflucht ins Ausland nicht, um nicht immer die Moral zu bemühen.
schorsch
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf hafel † vom 21.02.2008, 14:03:24
Kennst du ein Land, das nicht mit irgend welchen nicht so ganz astreinen Methoden versucht, Gelder aus anderen Ländern anzuziehen?

Bei uns in der Schweiz konkurrieren sogar die Kantone unter sich mit solchen Zückerchen.

Etwas Dummes dran: Nur Grossanleger können profitieren....

....und die Fehlbeträge in den Steuern (die den anderen Kantonen so entgehen) bezahlen dann die ehrlichen kleinen Steuerzahler!


--
schorsch
hugo
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von hugo
als Antwort auf schorsch vom 22.02.2008, 09:26:54
mal ne Frage an alle zu mitüberlegen:

Was würde passieren wenn Deutschland -oder gar die gesamte EU- sämtliche Steuern abschaffen würde bis auf die Mehrehrtsteuer (die entsprechend des bedarf angepasst werden müsste)

Würden tatsächlich die Masse an Produkten dann nur noch im Ausland beschafft?
Wären deutsche Waren dann nicht mehr Exportfähig?
Hätten wir dann ein Problem mit 2 Millionen zusätzlicher freiwerdender Arbeitskräfte auf Ämtern, Behörden Steuerberatern, Zoll,,, ?

eine andere Frage, hier ist es doch nicht unüblich das nach Leistung, nach Erfolg nach Umsatz nach Gewinn bezahlt wird (zumindest Prämie usw.)

Warum kann man einem Steuerfahnder nicht 1 oder 2 % oder wie auch immer als Anreiz und Erfolgshonorar zubilligen wenn er für den Staat gute Arbeit leistet und Millionenbeträge generiert. Es dürften sich reichlich kluge Köpfe finden, welche sich zu Spezialisten ausbilden lassen.

Es soll ja sogar private Ermittlungbüros, Privatdetektive für andere schlimmen Dinge auch geben warum also nicht Erfolgsabhängige Steuerfahnder mit staatlich gelenkter Vorgabe um keinen Wildwuchs zu fördern.?
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hugo
--
hugo
hafel
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von hafel †
als Antwort auf schorsch vom 22.02.2008, 09:26:54
Na ja, Schorsch, ich unterscheide schon einmal zwischen einem "ganz normalen" Land und einer Steueroase. Leider arbeitet DEIN Land auch nicht mit sauberen Methoden... aber dafür lebt ihr ganz gut davon.
--
hafel
rolf †
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von rolf † †
als Antwort auf hugo vom 22.02.2008, 09:57:23
Die einfachsten Antworten zuerst:

Den Export würde es garnicht betreffen, da beim Export hier keine MwSt. anfällt.

Waren im Ausland beschaffen ändert auch nichts, da die MwSt. beim Import fällig wird.

Bei den andren Fragen muß ich mich erstmal reinknien.
--
rolf
carlos1
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf schorsch vom 22.02.2008, 09:26:54
Schorsch, so ist es. Konkurrenz wird immer als unangenehm empfunden, besonders von denen, die schwerfällig genug sind und keine Ideen haben. Nur ein Bedenken habe ich. Vom Steuergeheimnis einmal abgesehen, sind es die Stiftungen in Liechtenstein, die aus dem Rahmen fallen. Mit ihnen wird auch die EU-Zinssteuer umgangen.

Wer alles ist verantwortlich zu machen für die Steuerflucht, das war die Frage, die am Anfang gestellt wurde Ich glaube, wir müssen aufpassen, dass in Sachen Steuerflucht die ganze Angelegenheit nicht ein Schuss in den eigenen Hintern wird. Es wird bei aller Empörung so getan, als würden alle Empörten gleich viel und nur ehrlich ihre Abgaben leisten. Es kann keine Rede davon sein, dass ein moralischer Ruck durch das Land geht. Es ist auch so, dass ein kleiner Teil (10%) von Einkommensbeziehern schon allein 50% der Einkommensteuer bezahlt. 20% bezahlen praktisch gar nichts. Der Hauptteil der Steuererträge insgesamt geht über die Mehrwertsteuer ein. Jedem halbwegs Informierten dürfte klar sein, dass der Staat hier kräftig zulangt. Beispiel Mineralölsteuer. Da langt der Fiskus nicht nur kräftig zu, sondern tut das auch doppelt, indem er bereits erhobene Steuer zusätzlich nochmals mit der MWST besteuert. Ich weiß nicht, ob das nur bei uns so ist. Der Staat benötigt Geld, um immer mehr Forderungen und Bedürfnisse seiner Bürger zu befriedigen.

Deutschland hätte schon lange massiven Druck auf das Fürstentum L. ausüben können, wenn es gewollt hätte, dass dieses nicht weiter séinen Reichtum mit Hilfe deutscher Steuerschwindler mehrt. Unterlässt man das aber bedauerlicherweise, dann gibt es zwischen den Staaten und Regierungen - unter zivilisierten wenigstens - gewisse Gepflogenheiten. Dazu gehört, dass die Rechtslage in anderen Staaten respektiert wird, auch wenn sie missfällt. In anderen Staaten spielt man nicht Räuber und Gendarm; auf keinen Fall darf man damit auch noch prahlen. Es gab da Ausnahmen, die heftig kritisiert wurden, etwa die von US-Agenten, die bei uns tätig wurden. Es ging aber um Wichtigeres als um Steuerhinterziehung. Was würden wir wohl sagen, wenn die iranische Regierung durch Zahlung von einer Mio Euro an Mitarbeiter einer deutschen Ausländerbehörde die Namen einiger Frauen herausfindet, die dann von der iranischen Justiz des Ehebruchs angeklagt werden können (und gesteinigt werden).

Es ist traurig festzustellen, dass trotz alledem, der Geldstrom ins Ausland nicht nur anhält sondern ansteigt. Wäre es nicht an der Zeit, zu fragen, welchen Anteil wir - unsere Politik, unsere Gesetze, unser gesellschaftliches "Klima" - daran haben, dass es so ist? Die Fehler nur bei anderen suchen und einige Leute an den Pranger stellen, ist das alles?

Eleonore, das finde ich sehr lustig, wie du das beschreibst mit dem Besuch vom Amt. Das Arbeitszimmer war ja mal das Steuersparmodell des kleinen Mannes. Es wurde so massenhaft genutzt, dass es einfach zu teuer wurde. Es ist heute praktisch abgeschafft. Was dein beamteter Besucher von damals heute wohl für eine Tätigkeit ausübt?

c.
hugo
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von hugo
als Antwort auf rolf † † vom 22.02.2008, 12:43:31
nur mal kurz zur Erheiterung ein Einwurf zum Thema MWS

der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat entschieden das der Fiskus die Supermarktkette Netto nicht zur Kasse bitten kann wegen MWS-Betrug.

Zitat aus der OZ von heute bzw aus der Amerikawoche
"Der Supermarkt hatte jahrelang „mehrere Tausend Mark“ Mehrwertsteuer an Polen zurückgezahlt, nachdem diese Quittungen des Supermarktes vorgelegt hatten. Sie wiesen ebenso wie ein Erstattungsformular des Zolls den Stempel des Hauptzollamtes Neubrandenburg auf. 1998 bat die Kette um Prüfung, ob Stempel und Formulare gefälscht seien. Nachdem das Hauptzollamt zunächst die Echtheit bestätigte, korrigierte es sich später und teilte mit, es handele sich um Fälschungen. Wie sich herausstellte, hatten Polen Belege aus Papierkörben und auf Parkplätzen gesammelt und sich dann mit falschem Stempel die in Deutschland gezahlte Mehrwertsteuer erstatten lassen."



Ich werfe niemals solche Kassenzettel einfach in der Gegend rum,,aber ich seh jede menge dvon rumliegen,,*g*
--
hugo
silhouette
silhouette
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von silhouette †
als Antwort auf carlos1 vom 22.02.2008, 21:58:52
Beispiel Mineralölsteuer. Da langt der Fiskus nicht nur kräftig zu, sondern tut das auch doppelt, indem er bereits erhobene Steuer zusätzlich nochmals mit der MWST besteuert. Ich weiß nicht, ob das nur bei uns so ist.
geschrieben von carlos

Nein, das ist nicht nur bei uns so. Sondern zumindest auch in Frankreich und in Portugal. Aber Steuerflucht ist in diesem Fall leider nur denjenigen Deutschen vergönnt, die am Hochrhein wohnen und zum Tanken mal eben in den Kanton BL oder AG oder SH fahren können.
Oder denen von MV, die mal eben nach Polen rübermachen.
g*
Doppelnick2gesperrt
Doppelnick2gesperrt
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von Doppelnick2gesperrt
als Antwort auf bigben vom 20.02.2008, 13:24:59

Es wird immer wieder Steuersünder geben, solange der Staat seinen Bürgern 50 Prozent
und mehr ihres sauer erworbenen Geldes aus der Tasche zieht. Das gilt sicher nicht nur für die, die ihr Geld selbst verdient, sondern auch für die, die ihr Vermögen ererbt haben.
Man muss sich doch fragen, ob die hohe Abgabenlast für uns Bürger überhaupt gerechtfertigt ist. Natürlich kann ich das Verhalten von Herrn Zumwinkel, Boris Becker und Genossen nicht gutheissen, andererseits sollte man aber auch einmal an die "Staatsdiener" denken, die unsere Steuergelder leichtsinnig und leichtfertig verschleudern.

Die jährlichen Berichte der Rechnungshöfe sprechen eine beredte Sprache. Es werden mit den Steuergeldern eben nicht nur Krankenhäuser und Schulen gebaut und unterhalten, sondern auch die verzockten Milliarden der Landesbanken und der IKB ersetzt.

Dass manch einer denkt, daß er mit seinem Geld besser umgehen kann als der Staat, ist sicher nicht zu billigen, aber irgendwie verständlich.


jenniferj
pilli
pilli
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Re: Steuerflucht nach Liechtenstein - wer alles ist verantwortlich?
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Doppelnick2gesperrt vom 23.02.2008, 09:15:14
Es wird immer wieder Steuersünder geben, solange der Staat seinen Bürgern 50 Prozent
und mehr ihres sauer erworbenen Geldes aus der Tasche zieht. Das gilt sicher nicht nur für die, die ihr Geld selbst verdient, sondern auch für die, die ihr Vermögen ererbt haben.
geschrieben von jennifer


nicht nur aus der tasche zieht; jennifer

sondern der verschwendung von steuergeldern durch eine schwammige, unklare und angreifbare gesetzgebung tür und tor öffnet.

Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer

BdSt warnt vor Bürokratie und Rechtsunsicherheit

Anlässlich der Sitzung im Bundestag zur Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer kritisiert der Bund der Steuerzahler die mit der geplanten Neuregelung einhergehende ausufernde Bürokratie und Rechtsunsicherheit. Sollte die Politik nicht die Kraft aufbringen, diese verwaltungsaufwendige und insoweit auch ertragsschwache Steuer abzuschaffen, darf es zumindest zu keinen Mehrbelastungen für die Steuerzahler kommen. Dr. Karl Heinz Däke, Präsident des Bundes der Steuerzahler, sagt dazu: „Weder Steuermehrbelastungen noch Mehrbelastungen durch bürokratischen Aufwand sind hinnehmbar. Es ist unverantwortlich, was insbesondere den Unternehmern aber auch den Mitarbeitern in den Finanzämtern bei einer Übertragung von Betriebsvermögen zugemutet werden soll.“

Der Bund der Steuerzahler übt außerdem deutliche Kritik daran, dass die Bewertung in einer Rechtsverordnung geregelt werden soll. Däke hierzu: „Es darf stark bezweifelt werden, dass dies verfassungskonform ist.“ Der Bund der Steuerzahler fordert, die Bewertung im Gesetz festzuschreiben und nicht am Parlament vorbei den Ministerialbeamten zu überlassen. Der Steuerzahlerbund appelliert daher an die Abgeordneten, einem unvollständigen Gesetz mit Verweisen auf eine noch nicht vorliegende Rechtsverordnung nicht zuzustimmen.

geschrieben von Bund der Steuerzahler


zahlreiche kleine und mittlere handwerksbetriebe werden wohl mit blick auf die gesetzlichen neuerungen dann ihre zum teil langährigen mitarbeiter entlassen..na fein!

aus der tasche ziehen bezeichne ich auch die mehrfache versteuerung von erwirtschaftetem vermögen. da hat es z. bsp. bei einer tante von mir die aussage ihres steuerberaters:

Sie sollten jedes jahr eine Weltreise machen, den Ärger darüber zu mildern!



--
pilli
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