Internationale Politik Friedenspolitik hilft, Kriege zu beenden und künftige zu verhindern
Guten Tag und ein warmes Pfingsten 2026 allen Userinnen und Usern,
als ich am 03.09.2023 einen ersten Versuch unternahm, Friedenspolitik und Friedenslogik in der Politik hier zu diskutieren, traf das sowohl auf Zustimmung vieler Userinnen und User im ST, aber auch in einem damals üblichen Umfang auf heftige Gegenreaktionen.
Unglücklicherweise traf dies mit dem Überfall der Hamas am 07.10.2023 zeitlich zusammen. Dieser Terrorakt und der darauf folgende Krieg gegen die Hamas im Gaza-Streifen ließ bei etlichen Mitgliedern des ST den Friedensgedanken in den Hintergrund treten. Das Thema wurde wütend angegriffen oder zerredet. Die Diskussion polarisierte sich an den bestehenden Kriegen.
Heute, fast drei Jahre weiter in der Weltgeschichte kann man fragen: Hat das Ausgrenzen einer Friedensdiskussion uns weiter gebracht? Ich meine: Nein! Es wir weiterhin über die handelnden Personen kontrovers diskutiert oder es werden alte Klischees immer wieder aufgewärmt, anstatt sich einmal einem objektiveren Bewertungsmaßstab anzunähern und von dort aus die ablaufenden Prozesse und die Handlungen der Führungspersonen zu bewerten.
Die seit Jahrzehnten existierende Friedensforschung, wissenschaftlich anerkannt, an zahlreichen Universitäten weltweit fest etabliert, hat hinreichend Standards zu den Fragen einer Friedenspolitik und Friedenslogik erarbeitet. Ich denke, dass es wirklich Sinn macht, sich diese Standards anzuschauen und von dort aus vieles neu zu denken.
Da es nicht aufhört, dass wir weltweit in immer neue Konflikte "hineinrutschen", macht die "große Politik" wohl etwas falsch. An diesem "Falsch-Machen" sind große Parteien ebenso beteiligt wie internationale Organisationen wie NATO und EU, Staatengruppen, Einzelstaaten, separatistische wie auch extremistische Gruppen und alle diejenigen, die meinen ohne UNO international agieren zu dürfen und an der UNO vorbei Weltpolizei spielen zu dürfen.
Es ist ein zweiter Versuch, Friedenspolitik als Wissenschaft zu begreifen, sachlich zu diskutieren und von den entwickelten Standards her zu praktizieren.
Juro
Konflikte zwischen Staaten und Interessengruppen der Wirtschaft treten gesetzmäßig auf, wenn die handelnden Subjekte ihre Interessen verfolgen. Das ist ein objektives Ergebnis jeden politischen und wirtschaftlichen Handelns, national wie auch international.
Lässt man den Dingen seinen Lauf und versucht eine Seite den Konflikt gewaltsam zu lösen, so entstehen Beziehungskrisen, im schlimmsten Fall Kriege. "Gewalt" kann politischer Druck (Isolation von internationalen Kommunikationsprozessen, Sanktionen), wirtschaftlicher Druck (Sanktionen, Embargos, See- oder Luftverkehrsblockaden) oder auch bewaffnete Auseinandersetzung (Krieg) sein.
Es wäre nun zu einfach, wenn gelten würde, dass nur der UN-Sicherheitsrat ein Mandat für ein bewaffnetes Vorgehen gegen einen Staat zu vergeben hätte, der gegen das Verletzungsverbot bei den Menschenrechten verstößt. Nicht genug, dass man sich heute noch darum streitet, welche Menschenrechte überhaupt betrachtet werden sollen, ist man auch uneins darüber, ob nicht auch andere Organisationen als die UNO oder deren Sicherheitsrat ein Mandat zu einer Intervention übertragen könnten. Und das passiert gegenwärtig schon. NATO und USA greifen in den Israelischen Angriff gegen die Palästinenser im GAZA-Streifen ein oder in die Legalisierung des Krieges gegen den Iran. In der Vergangenheit war diese Konstellation schon bei Nahost-Kriegen (Irak, Syrien) aber auch im Jugoslawien-Krieg der Fall. Mandate kamen eventuell sogar später als die Kämpfe schon längst liefen. Außer der Enthaltung Deutschlands und einiger Gleichgesinnter mit dem Ausspruch: "Nicht unser Krieg!" kommt keine deutliche Aktion.
Die USA z.B. üben seit Jahren ganz ungestört in ihrem karibischen Hinterhof nicht legitimiert Gewalt aus, indem Häfen blockiert werden und Seefahrzeuge bedroht, gekapert oder einfach versenkt werden, auch Lebensmitteltransporter und Energieversorger. Die Wirtschaft Cubas ist heute praktisch zusammengebrochen, weil die USA sie total blockiert haben - das ist Gewaltausübung und zwar international verbotene Gewaltausübung. Gleiches gilt für die Unterstützung von Rebellengruppen gegen demokratisch gewählte Regierungen wie in El Salvador, Haiti, Nicaragua (Contras), und weitern kleinen Staaten.
Was wir hier in DE davon erfahren ist vorher durch den Medien-Mainstream gefiltert und deckt die wahren Konflikte sowie Machenschaften zumeist nicht auf. Die UNO ist da völlig ausgeschaltet.
Ich empfehle eine wissenschaftliche Arbeit als Freizeitlektüre
Die Lehre vom gerechten Krieg und die Risiken des 21. Jahrhunderts – der Präemptivkrieg und die militärische humanitäre Intervention; Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München; vorgelegt von: Matija Gašparević aus Vinkovci/Kroatien (pdf zum downloaden)
https://edoc.ub.uni-muenchen.de/15885/1/Gasparevic_Matija.pdf
Juro
Sie könnten ja aktuell den Angriff Russland in der vergangenen Nacht auf Kiew erwähnen - wo Putin versuchte, wieder mal zu zeigen, was er mit seiner jahrzehntelangen Kriegserfahrung so alles an Tod und Zerstörung leisten kann. Olga
"Wenn wir uns in unsere eigenen Schützengräben eingraben, verlieren wir den Blick für die Wirklichkeit....
Wer an das Gute im Menschen glaubt, ist kein Weichei oder Naivling. Wer an Frieden und Vergebung glaubt, ist im Grunde
mutig und realistisch"
schönen Abend - weserstern
Lässt man den Dingen seinen Lauf und versucht eine Seite den Konflikt gewaltsam zu lösen, so entstehen Beziehungskrisen, im schlimmsten Fall Kriege. "Gewalt" kann politischer Druck (Isolation von internationalen Kommunikationsprozessen, Sanktionen), wirtschaftlicher Druck (Sanktionen, Embargos, See- oder Luftverkehrsblockaden) oder auch bewaffnete Auseinandersetzung (Krieg) sein.
Bei der Gelegenheit fällt mir immer der Krieg im März 1969 zwischen den kommunistischen Staaten UdSSR und der Volksrepublik China am Amur wieder ein...
Wenn sich schon zwei Staaten mit gleicher Ideologie bekriegen - erscheint mir der Ansatz hier falsch zu sein.
Bruny
(zu #12366378)
sicher werden wir noch dazu kommen, einzelne Konflikte oder Kriege zu analysieren. Aber bevor wir das können, sollten erst mal die Grundprinzipien wissenschaftlicher Betrachtung zur Friedenspolitik erarbeitet werden. Sonst zerreden wir hier das Thema gleich wieder.
Die Ursachen und Erscheinungen des Grenzkonfliktes am Ussuri, es ging da um eine Insel im gleichnamigen Fluss, wären schon eine Betrachtung wert. Aber die gleiche Ideologie hatten die Konfliktparteien durchaus nicht. Wie in den bürgerlichen Parteien und Bewegungen des Westens, denke an die Reserviertheit Frankreichs gegenüber den USA oder die Abgrenzung der EFTA von der EWG oder die Ablehnung der norwegischen Bevölkerung hinsichtlich eines EU-Beitritts oder in neuerer Zeit an den Brexit, gab es auch verschiedene Strömungen in der sozialistischen bzw. kommunistischen Bewegung, somit auch zwischen den Staaten mit diesem Gesellschaftsmodell. Die UdSSR hatte gerade den Stalinismus als Staatsdoktrin hinter sich gelassen und China erlebte eine Blütezeit des Maoismus, der sich eine expansionistische Außenpolitik leistete. Ein Mao, die Sonne des chinesischen Volkes, beugte sich seinen Nachbarn nicht, denn er hatte immer recht. Die Politik der UdSSR in Richtung einer wirtschaftlichen Öffnung zum Westen und zur friedlichen Koexistenz missfiel Mao grundsätzlich. China erwartete Beistand aus der UdSSR bei der Zerschlagung der Republik China (Chiang Kai-shek, Taiwan) und Mao verkündete die Politik des großen Sprungs, die in Chaos endete. Hinter den Kulissen und ab etwa 1960 auch öffentlich übten die chinesischen Kommunisten Fundamentalkritik an der Sowjetunion. Das setzte sich auch nach dem Ausscheiden Chruschtschows seitens Chinas fort. China wandte sich nun der Kulturrevolution zu und die Roten Garden beherrschten das gesellschaftliche Leben. Es kam zu Demonstrationen gegen die UdSSR in China. Das Aufheizen hatte enorme Dimensionen angenommen. Die UdSSR verlegte wegen des Grenzstreites am Ussuri massiv Militär dort hin. Es kam dann auch tatsächlich zu Angriffen seitens Chinas.
In der Folge gab es Annäherungen Chinas an die USA
Erst nach dem Tod Maos 1976, der Verhaftung der sogenannten Viererbande und der Politik Dengxiaopings normalisierten sich die Beziehungen langsam wieder.
Juro
in deinem Beitrag #12366346 machst du einen unrealisierbaren Vorschlag, der gleichzeitig belegt, dass du das Anliegen dieses Threads nicht erfasst hast.
Deine Methodik, Diskussionen und Diskutant*Innen zu verunglimpfen und Themen zu verwässern ist ja hinreichend bekannt. Es wäre besser, dich mit sachkundigen Beiträgen zu beteiligen.
Juro
Nachdem Sie sich mutmasslich viel Arbei machten mit diesem Elaborat, wäre es sinnvoller, Sie wären mutig und würden Ihre Gedanken direkt an die Kriegsherren, Putin, Trump und auch Netanjahu richten - evtl. gibt es von dort ja befriedigenere Resonanz als in diesem Forum.Genau so ist es liebe Olga, solange solche unberechenbare Herrscher Diktatore gewählt oder nicht gewählt die Macht haben gibt es keinen Frieden. Es hängt einen großen Teil von der Bildung der Wählerschaft ab. Man kann eine Friedenspolitik nicht alleine auf die Demokraten abschieben. Pazifismus "Ja" er darf aber nicht zur Gefahr werden. Phil.
Sie könnten ja aktuell den Angriff Russland in der vergangenen Nacht auf Kiew erwähnen - wo Putin versuchte, wieder mal zu zeigen, was er mit seiner jahrzehntelangen Kriegserfahrung so alles an Tod und Zerstörung leisten kann. Olga