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Internationale Politik Europa ohne Grenzen
Jau arno, im Tierreich sind alle ganz lieb zueinander.
Da gibt es keine Reviere, und auch nicht die dazugehörigen Revier-Grenzen.
Die werden auch überhaupt nicht bis aufs Blut verteidigt.
Es gibt auch keine Gesetze, schon gar nicht das sog. Wolfsgesetz.
Die im Rudel hergestellte Hackordnung ist dem menschlichen Zusammensein wesentlich überlegen.
Und die starken Tiere helfen den Schwachen, weil sie alle so total gut zueinander sind.
--
gerald
Da gibt es keine Reviere, und auch nicht die dazugehörigen Revier-Grenzen.
Die werden auch überhaupt nicht bis aufs Blut verteidigt.
Es gibt auch keine Gesetze, schon gar nicht das sog. Wolfsgesetz.
Die im Rudel hergestellte Hackordnung ist dem menschlichen Zusammensein wesentlich überlegen.
Und die starken Tiere helfen den Schwachen, weil sie alle so total gut zueinander sind.
--
gerald
Hallo gerald,
hier gebe ich dir in deiner Kritik an arnos Meinung recht. Viele Tiere haben sehr wohl ein ausgeprägtes Revierverhalten und viele gehen mit Rivalen nicht gerade zimperlich um. Wir sollten aber eben den Tieren nicht nacheifern, sondern durch unsere menschliche Vernunft in der Lage sein, ein alternatives Verhalten zu entwickeln, das den gegenseitigen Interessen (also auch den eigenen) besser dient als Ab- und Ausgrenzung.
--
karl
hier gebe ich dir in deiner Kritik an arnos Meinung recht. Viele Tiere haben sehr wohl ein ausgeprägtes Revierverhalten und viele gehen mit Rivalen nicht gerade zimperlich um. Wir sollten aber eben den Tieren nicht nacheifern, sondern durch unsere menschliche Vernunft in der Lage sein, ein alternatives Verhalten zu entwickeln, das den gegenseitigen Interessen (also auch den eigenen) besser dient als Ab- und Ausgrenzung.
--
karl
Hallo, karl, hallo, gerald,
das Revierverhalten der Tiere läßt sich nur
insofern mit dem Revierverhalten der Menschen
vergleichen, wenn es um die Verteidigung von
Grundbedürfnissen, wie Nahrungsmittel und
Sexualität geht.
Das menschliche Revierverhalten spielt sich
aber zusätzlich auf ganz anderen Ebenen ab.
Religionen-, Rassenzugehörigkeit, wirtschaftliche
Profitinteressen und andere Nichtigkeiten sind
die meisten Auslöser für Konflikte der
verschiedensten Art. Auch hier werden
"Grenzsteine" gesetzt.
Viele Grüße
--
arno
das Revierverhalten der Tiere läßt sich nur
insofern mit dem Revierverhalten der Menschen
vergleichen, wenn es um die Verteidigung von
Grundbedürfnissen, wie Nahrungsmittel und
Sexualität geht.
Das menschliche Revierverhalten spielt sich
aber zusätzlich auf ganz anderen Ebenen ab.
Religionen-, Rassenzugehörigkeit, wirtschaftliche
Profitinteressen und andere Nichtigkeiten sind
die meisten Auslöser für Konflikte der
verschiedensten Art. Auch hier werden
"Grenzsteine" gesetzt.
Viele Grüße
--
arno
Ach ja, nun ist also auch dieser Thread entgleist! Schade!
Auf karl's zugegebenermaßen etwas euphorisch und idealistisch geratenen Eingangsbeitrag sind gleich wieder so und so viele Beiträge gepostet worden, die nur oder überwiegend Negatives zum Inhalt haben.
Muss das sein ?
Hat sich denn so viel geändert mit der Einführung des Schengen-Abkommens? Ich meine: Nein! Gewiss, es ist ein ziemlicher Unterschied, ob man an einer nationalen Grenze dazu gezwungen wird, seinen Ausweis herzuzeigen oder ob man einfach durchfahren kann. (Hier im Aachener Dreiländereck kann ich, so ich will, binnen einer halben Stunde durch drei Länder(grenzen) fahren, ohne groß zu merken, ob ich nun in Deutschland, Belgien oder Holland bin)
Dass trotz Wegfall der Grenzkontrollen - von einem Wegfall der Grenzen kann man ja nicht sprechen - sich zwischen Ländern, die bis vor bald 20 Jahren noch in einem gänzlich anderen System eingebunden waren, und so genannten "alten" EU - Ländern noch ein großes wirtschaftliches Gefälle auftut, ist doch vollkommen klar. Ich habe das gerade in den vergangenen Monaten bei Besuchen sowohl im tschechischen Prag als auch im heute polnischen Stettin festgestellt. Darüber zu lamentieren, ist nicht angebracht. Man muss als Deutscher in diesen Ländern aber doch sehr sensibel mit den Menschen umgehen. Ich habe festgestellt, dass man den Menschen eine große Freude macht, wenn man ihnen ein Trinkgeld gibt ( Bedienungen und Taxifahrern). Ich hatte dem Taxifahrer, der uns zum Prager Flughafen fuhr, 5 € gegeben, einfach, weil ich kein kleineres Geld dabei hatte. Ich war mir allerdings der Gefahr sehr wohl bewusst, was ich damit anrichte. Denn diese Menschen verlieren (oder haben es noch gar nicht)den Bezug zu unseren Verhältnissen. 5 € sind für einen Prager Taxifahrer sehr, sehr viel Geld, damit kann er fürstlich zu Mittag essen und sich auch noch ein Bier leisten und so hoch sollte ein Trinkgeld eigentlich nicht angesetzt werden.
Dass Tschechen und Polen ja nun auch so leben wollen wie wir in Westeuropa, wer will es ihnen verdenken? Und dass damit natürlich auch alle unerfreulichen Begleiterscheinungen wie höhere Preise und der Reichtum einzelner verbunden sind, sollte einleuchten. Das wirtschaftliche Gefälle wird sich einebnen, das dauert noch seine Zeit. Das Denken der Menschen wird ganz sicher noch eine Generation lang von den Erlebnissen aus Kriegszeiten beeinflusst sein. Es wird sich aber im Laufe der Zeit genauso wandeln wie etwa das Verhältnis Deutschland-Frankreich. Als meine Mutter vor hundert Jahren in die Schule ging, hat man den Schülern eingebläut, Frankreich sei "unser Erbfeind". Und wahrscheinlich hat man in Frankreich das Gleiche über Deutschland verkündet. Und was ist heute ? Abgeshen von einer Minderzahl alter Greise, die nicht mehr umdenken können, ist das Verhältnis entspannt. Aber das hat 50 Jahre gedauert! Nun warten wir mal noch 30 Jahre ab ( ich werd's sicher nicht mehr erleben, aber meine Enkel sehr wohl), dann wird sich das Verhältnis in ähnlicher Weise entspannt haben und man wird locker miteinander umgehen können. Da bin ich sehr zuversichtlich.
--
eko
Auf karl's zugegebenermaßen etwas euphorisch und idealistisch geratenen Eingangsbeitrag sind gleich wieder so und so viele Beiträge gepostet worden, die nur oder überwiegend Negatives zum Inhalt haben.
Muss das sein ?
Hat sich denn so viel geändert mit der Einführung des Schengen-Abkommens? Ich meine: Nein! Gewiss, es ist ein ziemlicher Unterschied, ob man an einer nationalen Grenze dazu gezwungen wird, seinen Ausweis herzuzeigen oder ob man einfach durchfahren kann. (Hier im Aachener Dreiländereck kann ich, so ich will, binnen einer halben Stunde durch drei Länder(grenzen) fahren, ohne groß zu merken, ob ich nun in Deutschland, Belgien oder Holland bin)
Dass trotz Wegfall der Grenzkontrollen - von einem Wegfall der Grenzen kann man ja nicht sprechen - sich zwischen Ländern, die bis vor bald 20 Jahren noch in einem gänzlich anderen System eingebunden waren, und so genannten "alten" EU - Ländern noch ein großes wirtschaftliches Gefälle auftut, ist doch vollkommen klar. Ich habe das gerade in den vergangenen Monaten bei Besuchen sowohl im tschechischen Prag als auch im heute polnischen Stettin festgestellt. Darüber zu lamentieren, ist nicht angebracht. Man muss als Deutscher in diesen Ländern aber doch sehr sensibel mit den Menschen umgehen. Ich habe festgestellt, dass man den Menschen eine große Freude macht, wenn man ihnen ein Trinkgeld gibt ( Bedienungen und Taxifahrern). Ich hatte dem Taxifahrer, der uns zum Prager Flughafen fuhr, 5 € gegeben, einfach, weil ich kein kleineres Geld dabei hatte. Ich war mir allerdings der Gefahr sehr wohl bewusst, was ich damit anrichte. Denn diese Menschen verlieren (oder haben es noch gar nicht)den Bezug zu unseren Verhältnissen. 5 € sind für einen Prager Taxifahrer sehr, sehr viel Geld, damit kann er fürstlich zu Mittag essen und sich auch noch ein Bier leisten und so hoch sollte ein Trinkgeld eigentlich nicht angesetzt werden.
Dass Tschechen und Polen ja nun auch so leben wollen wie wir in Westeuropa, wer will es ihnen verdenken? Und dass damit natürlich auch alle unerfreulichen Begleiterscheinungen wie höhere Preise und der Reichtum einzelner verbunden sind, sollte einleuchten. Das wirtschaftliche Gefälle wird sich einebnen, das dauert noch seine Zeit. Das Denken der Menschen wird ganz sicher noch eine Generation lang von den Erlebnissen aus Kriegszeiten beeinflusst sein. Es wird sich aber im Laufe der Zeit genauso wandeln wie etwa das Verhältnis Deutschland-Frankreich. Als meine Mutter vor hundert Jahren in die Schule ging, hat man den Schülern eingebläut, Frankreich sei "unser Erbfeind". Und wahrscheinlich hat man in Frankreich das Gleiche über Deutschland verkündet. Und was ist heute ? Abgeshen von einer Minderzahl alter Greise, die nicht mehr umdenken können, ist das Verhältnis entspannt. Aber das hat 50 Jahre gedauert! Nun warten wir mal noch 30 Jahre ab ( ich werd's sicher nicht mehr erleben, aber meine Enkel sehr wohl), dann wird sich das Verhältnis in ähnlicher Weise entspannt haben und man wird locker miteinander umgehen können. Da bin ich sehr zuversichtlich.
--
eko
@ arno
Ich behaupte mal, wenn Tiere dazu intellektuell in der Lage wären, würden sie es uns Menschen gleichtun. Der Mensch entstammt schließlich vom Tier ab, und hat, von einigen nicht erklärbaren Evolutionssprüngen eine recht geradliniege Entwicklung zum Höheren genommen.
@ eko
Grundsätzlich gebe ich Dir in dem was Du gesagt hast recht. Bis auf die Prager Taxifahrer. Die gelten gemeinhin als moderne schlitzohrige Raubritter, die dir als treudoofem Westeuropäer gerne mal das 3-4-fache dessen berechnen, was ein Einheimischer dort für eine Fahrt berappen muss. Wenn Du also auf jegliches Trinkgeld verzichtest, und erreichen kannst, dass Du nur die Hälfte des verlangten Fahrpreises bezahlen musst, hasst du im grunde immernoch zu viel bezahlt. Irgendwelche Sentimentalitäten sind hier völlig fehl am Platz. Die sind mehr Kapitalist als Du.
--
gerald
Das menschliche Revierverhalten spielt sich
aber zusätzlich auf ganz anderen Ebenen ab.
Religionen-, Rassenzugehörigkeit, wirtschaftliche
Profitinteressen und andere Nichtigkeiten sind
die meisten Auslöser für Konflikte der
verschiedensten Art. Auch hier werden
"Grenzsteine" gesetzt.
Ich behaupte mal, wenn Tiere dazu intellektuell in der Lage wären, würden sie es uns Menschen gleichtun. Der Mensch entstammt schließlich vom Tier ab, und hat, von einigen nicht erklärbaren Evolutionssprüngen eine recht geradliniege Entwicklung zum Höheren genommen.
@ eko
Grundsätzlich gebe ich Dir in dem was Du gesagt hast recht. Bis auf die Prager Taxifahrer. Die gelten gemeinhin als moderne schlitzohrige Raubritter, die dir als treudoofem Westeuropäer gerne mal das 3-4-fache dessen berechnen, was ein Einheimischer dort für eine Fahrt berappen muss. Wenn Du also auf jegliches Trinkgeld verzichtest, und erreichen kannst, dass Du nur die Hälfte des verlangten Fahrpreises bezahlen musst, hasst du im grunde immernoch zu viel bezahlt. Irgendwelche Sentimentalitäten sind hier völlig fehl am Platz. Die sind mehr Kapitalist als Du.
--
gerald
Hallo, eko,
Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt indirekt an.
Es gibt nach wie vor viele Skeptiker, die Europa vor
allem als Möglichkeit für die Großkonzerne beschreiben,
ihre Gewinne und Marktmacht zu maximieren.
Arbeitnehmerrechte bleiben dabei - aus Sicht der
Skeptiker - auf der Strecke.
Was fehlt, ist eine länderübergreifende Solidarität,
damit Dumpinglöhne über z. B. Standortfragen nicht
mehr erpreßt werden können.
Hier sind die Gewerkschaften gefordert, wenn die
Nationalstaatlichkeit überwunden werden soll!
Viele Grüße
--
arno
Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt indirekt an.
Es gibt nach wie vor viele Skeptiker, die Europa vor
allem als Möglichkeit für die Großkonzerne beschreiben,
ihre Gewinne und Marktmacht zu maximieren.
Arbeitnehmerrechte bleiben dabei - aus Sicht der
Skeptiker - auf der Strecke.
Was fehlt, ist eine länderübergreifende Solidarität,
damit Dumpinglöhne über z. B. Standortfragen nicht
mehr erpreßt werden können.
Hier sind die Gewerkschaften gefordert, wenn die
Nationalstaatlichkeit überwunden werden soll!
Viele Grüße
--
arno
Re: Europa ohne Grenzen
"Grundsätzlich gebe ich Dir in dem was Du gesagt hast recht. Bis auf die Prager Taxifahrer. Die gelten gemeinhin als moderne schlitzohrige Raubritter, die dir als treudoofem Westeuropäer gerne mal das 3-4-fache dessen berechnen, was ein Einheimischer dort für eine Fahrt berappen muss. Wenn Du also auf jegliches Trinkgeld verzichtest, und erreichen kannst, dass Du nur die Hälfte des verlangten Fahrpreises bezahlen musst, hasst du im grunde immernoch zu viel bezahlt. Irgendwelche Sentimentalitäten sind hier völlig fehl am Platz. Die sind mehr Kapitalist als Du.
Irrtum, gerald!!
Ich bin mitnichten der tumbe, naive Westler, den Du mir da gerne unterjubeln möchtest! (
Was ich allerdings zur Erklärung noch hätte schreiben sollen:
Es handelte sich um einen Taxifahrer, der für das Schweizer Ferienresort "Hapimag" fährt und mit dem ein Festpreis vereinbart wurde. Die Schlitzohrigkeit der Prager Taxifahrer war mir vor Antritt der Reise sehr wohl bekannt und ich war deshalb sehr erleichtert, als wir von Hapimag erfuhren, dass die einen Festpreis vereinbart hätten, der zudem noch kurz zuvor von € 30 auf € 25 herabgesetzt wurde.
Dennoch bleibe ich bei meiner Ausage, dass man diesen Menschen ( nicht nur den Taxifahrern!notabene!) keinen Dienst erweist, wenn man ihnen suggeriert, wie angeblich locker uns das Geld doch sitzt und dabei gehen wir eigentlich nur von westeuropäischen Standards aus. Was mir sehr aufgefallen war, ist die nicht gekünstelte Dankbarkeit, wenn man ihnen etwas gibt. Da mögen auch Schlitzohren drunter sein, warum denn nicht, aber alle könnens nicht sein.
--
eko
Irrtum, gerald!!
Ich bin mitnichten der tumbe, naive Westler, den Du mir da gerne unterjubeln möchtest! (
Was ich allerdings zur Erklärung noch hätte schreiben sollen:
Es handelte sich um einen Taxifahrer, der für das Schweizer Ferienresort "Hapimag" fährt und mit dem ein Festpreis vereinbart wurde. Die Schlitzohrigkeit der Prager Taxifahrer war mir vor Antritt der Reise sehr wohl bekannt und ich war deshalb sehr erleichtert, als wir von Hapimag erfuhren, dass die einen Festpreis vereinbart hätten, der zudem noch kurz zuvor von € 30 auf € 25 herabgesetzt wurde.
Dennoch bleibe ich bei meiner Ausage, dass man diesen Menschen ( nicht nur den Taxifahrern!notabene!) keinen Dienst erweist, wenn man ihnen suggeriert, wie angeblich locker uns das Geld doch sitzt und dabei gehen wir eigentlich nur von westeuropäischen Standards aus. Was mir sehr aufgefallen war, ist die nicht gekünstelte Dankbarkeit, wenn man ihnen etwas gibt. Da mögen auch Schlitzohren drunter sein, warum denn nicht, aber alle könnens nicht sein.
--
eko