Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Was passiert in Sachsen Anhalt?

Innenpolitik Was passiert in Sachsen Anhalt?

olga64
olga64
Mitglied

RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von olga64
als Antwort auf Michiko vom 01.09.2026, 20:12:33
 
Laut historischen Bilanzen der Treuhandanstalt ging das einstige DDR-„Volkseigentum“ (Unternehmen und Immobilien) zu ca. 85 Prozent an Westdeutsche, zu rund 10 Prozent an internationale Investoren und zu weniger als 5 Prozent an Ostdeutsche. [1]
Es ist mir unklar, was diese sehr späte "Aufarbeitung" helfen soll, zumal wenn man wichtige Fakten überhaupt nicht einbezieht.
Es waren die DDR-Bürger,die drohend skandierten, sie wollten sofort die D-Mark - wenn sie diese nicht bekämen, würden sie dorthin gehen, wo sie ist.
Die damalige Politik unter Herrn Kohl veranlasste dies dann - wie man heute weiss, viel zu früh. Das führte zu vielen Bankrotten von DDR-Firmen, die diese zu schnelle Währungsumstellung nicht verkrafteten, zumal ihnen auch die Märkte wie Russland usw., wegbrachen, die ihrerseits ebenfalls auf viele Bankrotte zu reagieren hatten.
Die DDR hat sich freiwillig dem kapitalistischen System der BRD angedient - das war keine feindliche Übernahme, sondern der Wunsch dieser Menschen, die aus ihrem immer mehr verarmenden Staatsgefängnis raus wollten. Ich erinnere mich oft an diese dunklen Städte und Gegenden, mit kaputten Strassen und maroden Wohnungen. Hätte FJS mit dem Kredit damals nicht "ausgeholfen", wäre vermutlich alles noch früher zusammengebrochen.
Was wollen diejenigen, die jetzt mit diesen Vorwürfen ankommen, eigentlich bezwecken? Sollen wir in der Überzahl der Wessis irgendwelche Dankbarkeits-Zeichen setzen, dass die ostdeutschen Länder sich dem verteufelten kapitalistischen System anschliessen wollten? Und dass diejenigen, denen es nach der Wende auch nicht schnell genug ging ,dann trotzdem abwanderten, was bis heute zu spüren ist, wenn einige Gegenden in Ostdeutschland nur noch aus mittelalten Männern und Senioren bestehen und vermutlich irgendwann nicht mehr existieren werden.
Oder sollen wir aufgefordert werden ,finanziellen Nachschlag zu leisten? Es wird auch in diesen Klagebeiträgen nie erwähnt, wie viel die westdeutschen Steuerzahler über Jahrzehnte bezahlten, um diese Wende zu vollenden.
Alles selbstverständlich? Wenn ja, warum? Vieles von dem, was sich heute äussert, wurde in Westdeutschland schon vor Jahrzehnten befürchtet bei denen, die diese Wende kritisch betrachteten und begleiteten. 
Wollen wir die Angelegenheit nicht endlich mal ruhen lassen auf die erfolgreichen und gelungenen Aspekte blicken? Wo wären denn die DDR-Bewohner heute, wenn das Land wirklich weiter bestanden hätte? Warum werden solche Gedankengänge nicht gepflegt? Olga 
TNolte
TNolte
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von TNolte
als Antwort auf Edita vom 02.09.2026, 19:59:14
Bravo, liebe @Edita! 👍👏
Hätte ich nicht besser ausdrücken können! - Dann lege ich meinen Stempel "#merkbefreit" wieder in die Schublade 😉 
irbis22
irbis22
Mitglied

RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von irbis22
als Antwort auf TNolte vom 02.09.2026, 19:45:35
TNolte

Zitat ( Ausschnitt ) : " 
Vielleicht sollten das Parteien in ihren Parteiprogrammen in Ostdeutschland besser berücksichtigen, weil Genossenschaften eine besondere Bürgernähe und eine solidarische Wirtschaftsweise auszeichnet. "

Dem kann ich nur zustimmnen. Ich bin seit 6 Jahren Raiffeisen-Botschafter. Wer sich mit der Geschichte der Genossenschaften befasst hat, wird schnell erkennen, dass es eine der sozialsten Einrichtungen ist......

Irbis
Michiko
Michiko
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von Michiko
als Antwort auf olga64 vom 02.09.2026, 20:00:55
Mein Beitrag war eine sachliche Antwort auf eine konkrete Frage. Ihre sich ständig wiederholenden Abhandlungen über das Problem Ost - West - Befindlichkeiten hüben und drüben - geschenkt. Orientieren Sie sich einfach an Ihrem eigenen Satz: "Wollen wir die Angelegenheit nicht endlich mal ruhen lassen auf die erfolgreichen und gelungenen Aspekte blicken?" 
Tun Sie das einfach und Sie hätten sich Ihren Beitrag, dem nun wirklich nichts Neues mehr zu entnehmen war, sparen können.
irbis22
irbis22
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von irbis22
T-online
 
Kurz vor der Wahl verunsichern falsche Umfrageergebnisse im Netz die Wählerschaft. Fachleute äußern einen klaren Verdacht.
Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Wenige Tage vor der Abstimmung sorgte eine manipulierte Umfrage in sozialen Medien für Irritationen. Auf der Plattform X tauchte am Mittwoch eine Umfrage auf, die die AfD bei 46 Prozent sieht und die Grünen vermeintlich an der Fünfprozenthürde scheitern lässt. Damit würde die AfD die absolute Mehrheit erreichen.
Das Problem: Die Umfrage ist gefälscht. Das Meinungsforschungsinstitut Insa, das die Erhebung angeblich durchführte, wies jede Verantwortung zurück. Die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle, die die Studie angeblich in Auftrag gegeben hatte, deutete gar rechtliche Schritte an.
 
                                                            ----------------------------------------------

Was werden sich diese Rechtsradikalen noch alles einfallen lassen, um den Wähler zu verar...... ?

Irbis
TNolte
TNolte
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von TNolte
als Antwort auf olga64 vom 02.09.2026, 20:00:55
Laut historischen Bilanzen der Treuhandanstalt ging das einstige DDR-„Volkseigentum“ (Unternehmen und Immobilien) zu ca. 85 Prozent an Westdeutsche, zu rund 10 Prozent an internationale Investoren und zu weniger als 5 Prozent an Ostdeutsche. [1]
Es waren die DDR-Bürger, die drohend skandierten, sie wollten sofort die D-Mark - wenn sie diese nicht bekämen, würden sie dorthin gehen, wo sie ist.
Die damalige Politik unter Herrn Kohl veranlasste dies dann - wie man heute weiss, viel zu früh. Das führte zu vielen Bankrotten von DDR-Firmen, die diese zu schnelle Währungsumstellung nicht verkrafteten, zumal ihnen auch die Märkte wie Russland usw., wegbrachen, die ihrerseits ebenfalls auf viele Bankrotte zu reagieren hatten.
Die DDR hat sich freiwillig dem kapitalistischen System der BRD angedient - das war keine feindliche Übernahme, sondern der Wunsch dieser Menschen, die aus ihrem immer mehr verarmenden Staatsgefängnis raus wollten. Ich erinnere mich oft an diese dunklen Städte und Gegenden, mit kaputten Strassen und maroden Wohnungen. Hätte FJS mit dem Kredit damals nicht "ausgeholfen", wäre vermutlich alles noch früher zusammengebrochen.
Was wollen diejenigen, die jetzt mit diesen Vorwürfen ankommen, eigentlich bezwecken? Sollen wir in der Überzahl der Wessis irgendwelche Dankbarkeits-Zeichen setzen, dass die ostdeutschen Länder sich dem verteufelten kapitalistischen System anschliessen wollten? Und dass diejenigen, denen es nach der Wende auch nicht schnell genug ging ,dann trotzdem abwanderten, was bis heute zu spüren ist, wenn einige Gegenden in Ostdeutschland nur noch aus mittelalten Männern und Senioren bestehen und vermutlich irgendwann nicht mehr existieren werden.
Oder sollen wir aufgefordert werden ,finanziellen Nachschlag zu leisten? Es wird auch in diesen Klagebeiträgen nie erwähnt, wie viel die westdeutschen Steuerzahler über Jahrzehnte bezahlten, um diese Wende zu vollenden.
Alles selbstverständlich? Wenn ja, warum? Vieles von dem, was sich heute äussert, wurde in Westdeutschland schon vor Jahrzehnten befürchtet bei denen, die diese Wende kritisch betrachteten und begleiteten. 
Wollen wir die Angelegenheit nicht endlich mal ruhen lassen auf die erfolgreichen und gelungenen Aspekte blicken? Wo wären denn die DDR-Bewohner heute, wenn das Land wirklich weiter bestanden hätte? Warum werden solche Gedankengänge nicht gepflegt? Olga 
Im Grundsatz stimme ich Ihnen zu. Das absolut desaströse Elend der grauen, farblosen (vgl. Ansichtskarten!) DDR im Vergleich zur (bunten, trotz Abgasen!) BRD erlebte ich auf etlichen Erkundungsfahrten Anfang der 1990er Jahre von Schwerin bis Schirgiswalde und von Marienborn bis Görlitz. Eine derartige Tristesse war mir sogar als Kind des Ruhrgebiets vollkommen fremd (*1954 in Bottrop). In Bitterfeld-Wolfen fragte ich mich, wie dort Menschen überhaupt (über)leben konnten.

Aber es gibt auch klare Defizite und Versäumnisse in der Einheitsbilanz.

Nur mal ein Beispiel:

Warum konnte 1999 Dagmar Schipanski nicht zur ersten(!) Bundespräsidentin gewählt werden? Man schaue sich mal ihre verdienstvolle Vita an!
https://de.wikipedia.org/wiki/Dagmar_Schipanski 

Stattdessen wählte man den Bibel und Anekdoten festen Landesvater von NRW, Johannes Rau (sicherlich honorig, aber eher altbacken), um ihm seinen Lebenstraum zu erfüllen.

Spitzenpositionen in Ämtern (Behörden) und Universitäten wurden allzu gerne mit mehr oder minder befähigten Westlern besetzt. In der Freien Wirtschaft verhält es sich ähnlich.

Da kann ich östliche Enttäuschung und Wut durchaus verstehen.

"
Wollen wir die Angelegenheit nicht endlich mal ruhen lassen auf die erfolgreichen und gelungenen Aspekte blicken?"

Ruhen lassen, nein (siehe meinen Kommentar #12443837), erfolgreiche und gelungene Aspekte kundtun, unbedingt! Viel häufiger bitte!

 
skys
skys
Mitglied

RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von skys
als Antwort auf Edita vom 02.09.2026, 19:59:14
Es ist bezeichnend, wie hier versucht wird, eine hochpolitische Debatte durch persönliche Anekdoten und Relativierungen ins Unverfängliche zu ziehen. Das Problem an der Tasse von Herrn Tillschneider ist nicht der Gegenstand an sich, sondern die gezielte Symbolik im Kontext des aktuellen russischen Angriffskrieges! 

Der Vergleich mit einer hypothetischen US-Army-Tasse lenkt vom eigentlichen Thema ab. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung fußt maßgeblich auf westlichen und auch amerikanischen Werten, die uns seit Jahrzehnten Frieden und Freiheit garantieren. 

Du konterst – 36 Jahre nach dem Fall der Mauer – immer noch reflexhaft jede Kritik an russischen Narrativen mit dem Verweis auf die USA und trägst ein sowjetisches Offiziersmesser als emotionales Schild vor dir her,  das zeigt vor allem eines: Eine tiefe, historisch verwurzelte Verbundenheit mit einem autoritären System, die offenbar schwerer wiegt als das klare Bekenntnis zu unserer eigenen Demokratie und deren westlichen Fundamenten! 


Edita

Danke @Edita, sehr gut zusammengefasst - und fett von mir.
skys
skys
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von skys
Ob so was manche Wähler vorher noch lesen ?
 
Die FPÖ in Österreich zeigt, wie fatal eine AfD-Regierung aussehen würde

1. September 2026
Sozialabbau, Privatisierungen und Korruption – Österreich zeigt, was passiert, wenn Rechtsaußen regiert. Es ist eine brutale Warnung für Sachsen-Anhalt und für ganz Deutschland.
 
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Die Gesellschaft für Freiheitsrechte hält ein Verbotsverfahren gegen die AfD für juristisch aussichtsreich. Juristin Valentina Chiofalo verweist auf Tausende geprüfte Aussagen - und warnt vor den Handlungsmöglichkeiten einer AfD-geführten Landesregierung.
 
Gutachten: AfD-Verbotsverfahren hätte wahrscheinlich Erfolg

25.06.2026, 13:16 Uhr
Es wird viel darüber diskutiert, und auch diese neue Erkenntnis dürfte den Gesprächen noch mal neues Feuer geben: Ein juristisches Gutachten sieht gute Chancen auf ein erfolgreiches AfD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Gutachten kommt zu dem "eindeutigen Ergebnis, dass die AfD verfassungswidrig ist", sagte Bijan Moini von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Ein AfD-Verbotsantrag hätte deshalb "nach unserer Einschätzung wahrscheinlich Erfolg". Unter Moinis Leitung erstellte ein achtköpfiges Team innerhalb von 13 Monaten die 1500-seitige Analyse.

Diese geht davon aus, dass die AfD nach ihren Zielen und dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ziele, "die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen". Dem Gutachten zufolge verstößt die AfD insbesondere gegen das Demokratieprinzip und die Menschenwürde. Das Demokratieprinzip verletze die Partei, indem sie politische Gegner unterdrücken und Politikerinnen und Politiker anderer Parteien strafrechtlich verfolgen lassen wolle. Daneben richte sich die AfD gegen die Menschenwürde von Deutschen mit Migrationsgeschichte, Muslime, Schutzsuchenden und Transpersonen. Das Konzept der Partei sei "die Ausgrenzung, Verächtlichmachung und weitgehende rechtliche Abwertung" dieser Gruppen, sagte Moini.
 

Ist die Alternative für Deutschland verfassungswidrig?

Hier können Sie das von der Gesellschaft für Freiheitsrechte verfasste „Rechtsgutachten zur Frage der Verfassungswidrigkeit der Partei Alternative für Deutschland nach Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes“ in seiner Gesamtheit lesen.

TNolte
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von TNolte
als Antwort auf Friedensfreund vom 02.09.2026, 18:22:14
Obacht: Satire!

Ich nehme für mich sowohl die Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) als auch die Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) in Anspruch.

[Admin: persönlich beleidigenden Bezug gelöscht]
 
Michiko
Michiko
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RE: Was passiert in Sachsen Anhalt?
geschrieben von Michiko
als Antwort auf TNolte vom 02.09.2026, 23:38:49
...... In einer blaubraunen Saga wird dagegen glaubhaft versichert, das sowjetische Taschenmesser sei nur eine Dankesgabe bei der Remigration eines sowjetischen Besatzers gewesen.
 

Das, was Sie hier als "blaubraune Saga" bezeichnen, war eine - hier im ST lieber zu unterlassende - Mitteilung eines persönlichen Erlebnisses. Natürlich dankbar aufgenommen und blaubraun gefärbt.

Schade.
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