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Innenpolitik Schweigen meiner linken Freunde
Hallo hockey,
erstens, du nimmst hier auf einen Text von Gysi bezug, den wir offensichtlich diskutieren sollen. Ich weiß nicht welchen Text du meinst. Ich habe nicht die Zeit jeden Tag Nachrichten zu schauen. ich würde dich deshalb bitten, diesen Text von Gysi hier einmal vorzustellen, reinzuschreiben. Vielleicht fällt dann den Diskutanten von links bis rechts etwas dazu ein.
Zweitens, du schreibst
Drittens, ich habe geschrieben, dass du wohl einiges durcheinander bringst, weil du offensichtlich andere als hier gelaufene Diskussionen erinnerst oder aber diese Diskussionen verfälschend wiedergibst.
Wer nicht differenzieren kann zwischen Kritik an der Politik eines Staates und antisemitischen Äußerungen, der hilft nicht, die großen Probleme im Nahen Osten zu lösen, sondern der ist in seiner Einseitigkeit Teil des Problems.
--
karl
erstens, du nimmst hier auf einen Text von Gysi bezug, den wir offensichtlich diskutieren sollen. Ich weiß nicht welchen Text du meinst. Ich habe nicht die Zeit jeden Tag Nachrichten zu schauen. ich würde dich deshalb bitten, diesen Text von Gysi hier einmal vorzustellen, reinzuschreiben. Vielleicht fällt dann den Diskutanten von links bis rechts etwas dazu ein.
Zweitens, du schreibst
Ich bin ueberrascht das die, die sonst so schnell sind mit ihrer Meinung wenn es "um die boesen Juden und ihrer amerikanischen Helfer" und die "friedliebenden und unschuldigen armen unterdruckten Palestinaenser" geht, sich in Schweigen huellen.Offensichtlich gehts du davon aus, dass es Diskutanten hier im Forum gibt, die sich so geäußert haben sollen. Diese Diskutanten sind mir nicht bekannt, sie hätten hier auch keine Chance.
Drittens, ich habe geschrieben, dass du wohl einiges durcheinander bringst, weil du offensichtlich andere als hier gelaufene Diskussionen erinnerst oder aber diese Diskussionen verfälschend wiedergibst.
Wer nicht differenzieren kann zwischen Kritik an der Politik eines Staates und antisemitischen Äußerungen, der hilft nicht, die großen Probleme im Nahen Osten zu lösen, sondern der ist in seiner Einseitigkeit Teil des Problems.
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karl
--Na dann lies mal was gewisse leute hier ueber Israel schreiben. Ich habe bereits geschrieben das ich vielleicht besser sagen sollte " der boese Staat".
Ich bewundere deine Kunst von der Bemerkung auf Antisemetissmus zu schliessen. Hoffe du hast Israel so oft besucht wie ich.
Das du nicht taeglich die Nachrichten liest verwundert mich nicht. Nicht nur der Spiegel sondern die Nuernberg Zeitung FAZ Globe and Mail haben die Rede von Gysi zitiert.
hockey
Ich bewundere deine Kunst von der Bemerkung auf Antisemetissmus zu schliessen. Hoffe du hast Israel so oft besucht wie ich.
Das du nicht taeglich die Nachrichten liest verwundert mich nicht. Nicht nur der Spiegel sondern die Nuernberg Zeitung FAZ Globe and Mail haben die Rede von Gysi zitiert.
hockey
Nicht nur der Spiegel sondern die Nuernberg Zeitung FAZ Globe and Mail haben die Rede von Gysi zitiert.Dann sollte es dir doch ein Leichtes sein, auf diese Rede zu verlinken oder aus ihr zu zitieren. Wenn du eine Diskussion eröffnen willst, dann reicht es nicht, zu bitten, eine Äußerunge eines Prominenten zu diskutieren, dann solltest du zumindest dazu schreiben, welche Äußerungen du meinst.
In Bezug auf deine Bemerkungen zu hier gelaufenen Diskussionen bitte ich dich ebenso, Ross und Reiter und Zitate zu nennen, denn sonst bewegst du dich nur auf dem Niveau der üblen Nachrede.
--
karl
Gysis Rede
Im übrigen sollten wir froh darüber sein, dass es einen starken Staat Israel gibt.
gerald
Im übrigen sollten wir froh darüber sein, dass es einen starken Staat Israel gibt.
gerald
vielleicht passt diese Sichtweise nicht ganz ins Thema, aber ich fand Folgendes interessant.
Bei Gesprächen letzte Woche mit usbekischen Mennoniten (die jetzt in Kanada leben) erfuhr ich deren Meinung zu außenpolitischen "Umtrieben" Israels.
Die gingen davon aus, das die Regierung in Israel zu fast 100% US-Gesteuert funktioniert.
Damit dies aber auch "israelfreundlich" realisiert werden kann, ist der amerikanische Gesetzgeber jüdisch stark unterwandert bzw in dieser Richtung (wie diese Leute sich ausdrückten) mit entsprechender Lobby durchsetzt.
Der israelische Umgang mit seinen Nachbarn, die Siedlungspolitik, die Landnahmen, die militärischen Aktionen bis hin zur überdimensionalen Aufrüstung ,,,das alles soll sich Abstimmung und durch Planung dieser starken jüdisch-amerikanischen "Fraktion" und deren direkten Einfluss auf den US-Präsidenten vonstatten gehen.
Ich hab zwar keine Möglichkeit diese Sichtweise konkret nachzuprüfen, aber eine gewisse Logik scheint mir darin einleuchtend. (es spricht einiges dafür das da was dran ist)
Vielleicht hat Jemand mehr Hintergrundinformationen dazu. Die US-Interessen und die Verkettung der USA mit Israel sowie die oft unverständliche Duldung, ja sogar indiskutable Unterstützung weltweit geächteter israelischer "Maßnahmen" in den UN mittels US-Vetos- spricht auch für obige Annahme.
--
hugo
Bei Gesprächen letzte Woche mit usbekischen Mennoniten (die jetzt in Kanada leben) erfuhr ich deren Meinung zu außenpolitischen "Umtrieben" Israels.
Die gingen davon aus, das die Regierung in Israel zu fast 100% US-Gesteuert funktioniert.
Damit dies aber auch "israelfreundlich" realisiert werden kann, ist der amerikanische Gesetzgeber jüdisch stark unterwandert bzw in dieser Richtung (wie diese Leute sich ausdrückten) mit entsprechender Lobby durchsetzt.
Der israelische Umgang mit seinen Nachbarn, die Siedlungspolitik, die Landnahmen, die militärischen Aktionen bis hin zur überdimensionalen Aufrüstung ,,,das alles soll sich Abstimmung und durch Planung dieser starken jüdisch-amerikanischen "Fraktion" und deren direkten Einfluss auf den US-Präsidenten vonstatten gehen.
Ich hab zwar keine Möglichkeit diese Sichtweise konkret nachzuprüfen, aber eine gewisse Logik scheint mir darin einleuchtend. (es spricht einiges dafür das da was dran ist)
Vielleicht hat Jemand mehr Hintergrundinformationen dazu. Die US-Interessen und die Verkettung der USA mit Israel sowie die oft unverständliche Duldung, ja sogar indiskutable Unterstützung weltweit geächteter israelischer "Maßnahmen" in den UN mittels US-Vetos- spricht auch für obige Annahme.
--
hugo
Re: Schweigen meiner linken Freunde
Gerald: Ein sehr interessanter Link, auf den Du da aufmerksam machst.
--
hafel
--
hafel
Hi Hockey .. ja... spätestens seit 1989 sollte man wissen, dass Gysi Jude ist ...
"Mr. Gysi was born in East Berlin on Jan. 16, 1948. His father, Claus Gysi, was the son of a Jewish physician who became a Communist before the war and fled when the Nazis came to power. His mother was not Jewish. A.D.N., the official East German press agency, desacribed him today as ''of Jewish ancestry.''
s.u. Bericht der N.Y. TIMES
--
angelottchen
"Mr. Gysi was born in East Berlin on Jan. 16, 1948. His father, Claus Gysi, was the son of a Jewish physician who became a Communist before the war and fled when the Nazis came to power. His mother was not Jewish. A.D.N., the official East German press agency, desacribed him today as ''of Jewish ancestry.''
s.u. Bericht der N.Y. TIMES
--
angelottchen
Nun, ich habe noch einmal gelesen. Nicht alles, das ist unmöglich, aber ich habe gezielt gesucht nach meinen eigenen Beiträgen zu Amerika und Israel. Ich finde, zu diesen Äußerungen kann ich stehen:
Zu Amerika:
Karl antwortete am 01.07.01 (00:11):
Hallo zusammen,
so ganz kann ich mich der pauschalen Amerikaschelte nicht anschließen. Gemeint ist ja die USA, ein riesiges Land mit etwa 200 Millionen Einwohnern und sicherlich mehr als einem "American way of life". Es ist ein Land der großen Gegensätze und einer enormen Vielfalt. Jeder Kontinent ist in diesem Land mit mehreren, teils sehr großen Volksgruppen vetreten, entsprechend vielfältig ist die Kultur. Gerade wegen der Größe und der Macht des Landes steht es im Interesse der Aufmerksamkeit. Es gibt viel zu kritisieren - in der Geschichte wie in der Gegenwart, aber es gibt auch viele Regale Bücher, die die Vorzüge herausstellen, ohne gleich Makulatur zu sein. Wer die kulturelle Vielfalt in den Grossstädten der USA einmal erlebt hat, ist eigentlich erstaunt, wie gut dies im allgemeinen funktioniert. Dieses System hat es geschafft, die Slaverei aus eigener Kraft abzuschaffen. Der Schmelztiegel der Völker hat durch hervorragende Leistungen die weltstärkste Wirtschaft hervorgebracht, die überall in der Welt Neid erweckt. Sind die US-Amerikaner dafür zu schelten, dass wir Deutsche Männer wie Einstein verjagt haben? Übrigens ist der Schnupfen, den die europäischen Börsen bekommen, wenn die amerikanische einmal niest, nicht durch Ehrfurcht oder etwas ähnliches zu erklären, sondern durch die handfesten wirtschaftlichen Verpflechtungen, die nun einmal Fakt sind. Die amerikanische Kultur beeinflusst unsere europäische sehr stark, aber es gab und gibt natürlich noch immer auch einen sehr starken Einfluss der europäischen Kultur auf die amerikanische. In Zeiten, in denen manche Leute gerademal für einen oder zwei Tage zwischen Paris und New York pendeln, gibt es keine Insellösungen mehr.
Karl antwortete am 01.07.01 (20:10):
Hallo Klaus,
wir dürfen Staaten/Völker nicht nach ihrer Geschichte beurteilen, sondern danach wie sie mit dieser Geschichte umgehen. Daran sind doch wir Deutschen besonders interessiert. Die USA sind so riesig und 200 Millionen Menschen repräsentieren soviel Unterschiedliches, dass ich misstrauisch werde, wenn alles was von dort kommt schlecht sein soll. Man kann gegen McDonalds sein (m.E. ohne gleich alles kaputtschlagen zu müssen), gegen Coca-Cola (mir schmeckts), gegen konkrete Sachen. Ein "American way of Life" ist aber ein so schwammiges Gebilde, dass ich für meine Person damit nichts anfangen kann. Natürlich ist auch der Einfluss von Europa auf die USA gross, in der Geschichte wohl ohne Zweifel, aber auch in der Gegenwart gibt es genügend Beispiele. Warum sind wir Europäer so kleinmütig? Je selbstbewußter wir als Partner der USA auftreten, um so eher werden wir als solcher akzeptiert. Wenn wir Einfluss ausüben und uns nicht nur abschotten wollen, brauchen wir eine differenzierte Haltung und keine pauschale Ablehnung.
Zur Vergangenheitsbewältigung:
Karl antwortete am 27.07.03 (10:00):
Liebe Mechthild,
Du bringst es auf den Punkt "Aus der Geschichte lernen heißt für mich nicht urteilen, sondern die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen." Jede Diskussion hier sollte dieses Ziel haben: herauszufinden, warum das damals möglich war, um eine erneute Katastrophe zu verhindern. Es geht weder um die Entschuldigung der damaligen Menschen noch um deren Anklage, es geht darum die Bedingungen zu verstehen, unter denen sich ein Naziregime (es bestand nicht nur aus Hitler) etablieren konnte. Warum habe ich dann nur ein ungutes Gefühl beim Lesen von XXXs Texten, dem es vordergründig offenbar doch gerade darum geht, das Verständnis für die damalige Haltung der Menschen zu wecken? Vielleicht verstehe ich ihn falsch (hoffentlich), aber mir ist zuviel Begeisterung des Jugendlichen herauszulesen, der damals gnadenlos indoktriniert wurde und der jetzt für diese Begeisterung nachträglich seine Erklärung sucht und jede Kritik hieran verteufelt und keine andere Meinung neben seiner eigenen duldet (s. vorhergehende Diskussionsthemen). Aus dieser Sicht sind die Widerständler störend, denn selbst sieht man daneben nicht gut aus.
Ich habe gut reden, ich war noch nicht geboren. Irgendwo hier in den Archiven liegt vergraben, dass ich bei einer ähnlichen Diskussion gesagt habe, dass ich nicht glaube, dass ich damals ein Held geworden wäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich heute auch verteidigen müsste ("Warum warst Du nicht im Widerstand") ist sehr hoch! Ich möchte deshalb über niemanden den Stab brechen, aber wachen Auges die gegenwärtigen und zukünftigen politischen Entwicklungen beobachten, um nicht in einer ähnlichen Begeisterungsfalle gefangen zu werden. Mit freundlichen Grüßen, Karl
Zu Israel und den Palästinensern:
Karl antwortete am 21.07.06 (08:28):
Niemandem soll verwehrt sein Sympathien für eine Seite zu entwickeln oder zu behalten, aber ich bitte doch trotzdem wenigstens den Zivilisten auf beiden Seiten das gleiche Recht auf Leben zuzubilligen. Es gibt kein unwerteres Leben! Diese Lektion sollten wir aus der Geschichte gelernt haben.
THEMA: Uri Avnery: Die Hände zur Versöhnung ausstrecken
52 Antwort(en).
Karl begann die Diskussion am 28.08.06 (14:52) :
Der Israeli Uri Avnery analysiert das Ergebnis des Libanonkriegs und seine Auswirkungen auf das Zusammenleben zukünftiger Generationen im Nahen Osten: "Das Hauptergebnis dieses Krieges ist Hass. Die Bilder von Tod und Zerstörung im Libanon kamen in jedes arabische Haus, vielleicht in jedes muslimische Haus, von Indonesien bis Marokko, vom Jemen bis zu den muslimischen Gettos in London und Berlin. Nicht nur eine Stunde lang, nicht nur einen Tag lang, sondern während 33 auf einander folgenden Tagen , Tag für Tag und Stunde um Stunde. Die verstümmelten Leichen der Babys, die weinenden Frauen über den Ruinen ihrer Häuser, die israelischen Mädchen, die „Grüße“ auf Granaten schrieben, die dann auf libanesische Dörfer abgeschossen werden sollten. Ehud Olmerts Geplapper über „die moralischste Armee der Welt“, während auf den Bildschirmen Leichenberge gezeigt wurden. "Seine wichtigste Erkenntnis aus dem Desaster ist, die Hände müssen zur Versöhnung ausgestreckt werden, dazu gibt es keine Alternative: "Wir wollen hier noch in 100, in 500 Jahren leben. Unsere grundlegendsten nationalen Interessen fordern deshalb, dass wir unsere Hände den arabischen Nationen entgegenstrecken, die uns akzeptieren, damit wir gemeinsam mit ihnen die Region wieder aufbauen. Das war vor 59 Jahren die Wahrheit und dies gilt auch für die nächsten 59 Jahre."
THEMA: Wozu uns historische Erfahrungen verpflichten sollten
78 Antwort(en).
Karl begann die Diskussion am 19.07.06 (13:50) :
Ich bemerke in unseren Diskussionen immer wieder gravierende Missverständnisse zwischen den Diskutanten. So wurde sich z. B. darüber gewundert, dass ich einen Teheran-kritischen Thread eröffnet habe, wo ich doch zuvor auf das Heftigste Israel kritisiert hatte. Deshalb möchte ich betonen: Wenn jemand Taten der israelischen Regierung verurteilt, heißt das nicht, dass er mit der Gegenseite sympathisieren muss und Mängel, Fehler, Schandtaten dort nicht anprangern kann. Wenn ich z. B. die Angriffe Israels auf den Libanon auf das Schärfste verurteile, heißt dass nicht, dass ich die vorher stattgefundenen Entführungen durch die Hisbolla gutheiße. Das sehr einfache, eindimensionale Denken mancher Diskutanten entspricht nicht der Komplexität der Sachverhalte. Ich wende mich gegen diese vereinfachende Darstellung, die ich hier bei manchen Israelfreunden finde, die jede Kritik an der israelischen Politik sogar in die Nähe des Antisemitismus rücken möchten. Ich finde es fatal, wenn historisch gesehen die übelste Variante von Rassismus als Keule verwendet wird, um neuen Rassismus und neue Unmenschlichkeiten zu rechtfertigen. Die historische Erfahrung mit Antisemitismus sollte uns nicht hindern, Unrecht anzuprangern, sondern sie sollte für uns eine Verpflichtung darstellen dies zu tun - und zwar ohne Rücksicht darauf, von welchem Staat neues Unrecht ausgeht.
Zu Amerika:
Karl antwortete am 01.07.01 (00:11):
Hallo zusammen,
so ganz kann ich mich der pauschalen Amerikaschelte nicht anschließen. Gemeint ist ja die USA, ein riesiges Land mit etwa 200 Millionen Einwohnern und sicherlich mehr als einem "American way of life". Es ist ein Land der großen Gegensätze und einer enormen Vielfalt. Jeder Kontinent ist in diesem Land mit mehreren, teils sehr großen Volksgruppen vetreten, entsprechend vielfältig ist die Kultur. Gerade wegen der Größe und der Macht des Landes steht es im Interesse der Aufmerksamkeit. Es gibt viel zu kritisieren - in der Geschichte wie in der Gegenwart, aber es gibt auch viele Regale Bücher, die die Vorzüge herausstellen, ohne gleich Makulatur zu sein. Wer die kulturelle Vielfalt in den Grossstädten der USA einmal erlebt hat, ist eigentlich erstaunt, wie gut dies im allgemeinen funktioniert. Dieses System hat es geschafft, die Slaverei aus eigener Kraft abzuschaffen. Der Schmelztiegel der Völker hat durch hervorragende Leistungen die weltstärkste Wirtschaft hervorgebracht, die überall in der Welt Neid erweckt. Sind die US-Amerikaner dafür zu schelten, dass wir Deutsche Männer wie Einstein verjagt haben? Übrigens ist der Schnupfen, den die europäischen Börsen bekommen, wenn die amerikanische einmal niest, nicht durch Ehrfurcht oder etwas ähnliches zu erklären, sondern durch die handfesten wirtschaftlichen Verpflechtungen, die nun einmal Fakt sind. Die amerikanische Kultur beeinflusst unsere europäische sehr stark, aber es gab und gibt natürlich noch immer auch einen sehr starken Einfluss der europäischen Kultur auf die amerikanische. In Zeiten, in denen manche Leute gerademal für einen oder zwei Tage zwischen Paris und New York pendeln, gibt es keine Insellösungen mehr.
Karl antwortete am 01.07.01 (20:10):
Hallo Klaus,
wir dürfen Staaten/Völker nicht nach ihrer Geschichte beurteilen, sondern danach wie sie mit dieser Geschichte umgehen. Daran sind doch wir Deutschen besonders interessiert. Die USA sind so riesig und 200 Millionen Menschen repräsentieren soviel Unterschiedliches, dass ich misstrauisch werde, wenn alles was von dort kommt schlecht sein soll. Man kann gegen McDonalds sein (m.E. ohne gleich alles kaputtschlagen zu müssen), gegen Coca-Cola (mir schmeckts), gegen konkrete Sachen. Ein "American way of Life" ist aber ein so schwammiges Gebilde, dass ich für meine Person damit nichts anfangen kann. Natürlich ist auch der Einfluss von Europa auf die USA gross, in der Geschichte wohl ohne Zweifel, aber auch in der Gegenwart gibt es genügend Beispiele. Warum sind wir Europäer so kleinmütig? Je selbstbewußter wir als Partner der USA auftreten, um so eher werden wir als solcher akzeptiert. Wenn wir Einfluss ausüben und uns nicht nur abschotten wollen, brauchen wir eine differenzierte Haltung und keine pauschale Ablehnung.
Zur Vergangenheitsbewältigung:
Karl antwortete am 27.07.03 (10:00):
Liebe Mechthild,
Du bringst es auf den Punkt "Aus der Geschichte lernen heißt für mich nicht urteilen, sondern die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen." Jede Diskussion hier sollte dieses Ziel haben: herauszufinden, warum das damals möglich war, um eine erneute Katastrophe zu verhindern. Es geht weder um die Entschuldigung der damaligen Menschen noch um deren Anklage, es geht darum die Bedingungen zu verstehen, unter denen sich ein Naziregime (es bestand nicht nur aus Hitler) etablieren konnte. Warum habe ich dann nur ein ungutes Gefühl beim Lesen von XXXs Texten, dem es vordergründig offenbar doch gerade darum geht, das Verständnis für die damalige Haltung der Menschen zu wecken? Vielleicht verstehe ich ihn falsch (hoffentlich), aber mir ist zuviel Begeisterung des Jugendlichen herauszulesen, der damals gnadenlos indoktriniert wurde und der jetzt für diese Begeisterung nachträglich seine Erklärung sucht und jede Kritik hieran verteufelt und keine andere Meinung neben seiner eigenen duldet (s. vorhergehende Diskussionsthemen). Aus dieser Sicht sind die Widerständler störend, denn selbst sieht man daneben nicht gut aus.
Ich habe gut reden, ich war noch nicht geboren. Irgendwo hier in den Archiven liegt vergraben, dass ich bei einer ähnlichen Diskussion gesagt habe, dass ich nicht glaube, dass ich damals ein Held geworden wäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich heute auch verteidigen müsste ("Warum warst Du nicht im Widerstand") ist sehr hoch! Ich möchte deshalb über niemanden den Stab brechen, aber wachen Auges die gegenwärtigen und zukünftigen politischen Entwicklungen beobachten, um nicht in einer ähnlichen Begeisterungsfalle gefangen zu werden. Mit freundlichen Grüßen, Karl
Zu Israel und den Palästinensern:
Karl antwortete am 21.07.06 (08:28):
Niemandem soll verwehrt sein Sympathien für eine Seite zu entwickeln oder zu behalten, aber ich bitte doch trotzdem wenigstens den Zivilisten auf beiden Seiten das gleiche Recht auf Leben zuzubilligen. Es gibt kein unwerteres Leben! Diese Lektion sollten wir aus der Geschichte gelernt haben.
THEMA: Uri Avnery: Die Hände zur Versöhnung ausstrecken
52 Antwort(en).
Karl begann die Diskussion am 28.08.06 (14:52) :
Der Israeli Uri Avnery analysiert das Ergebnis des Libanonkriegs und seine Auswirkungen auf das Zusammenleben zukünftiger Generationen im Nahen Osten: "Das Hauptergebnis dieses Krieges ist Hass. Die Bilder von Tod und Zerstörung im Libanon kamen in jedes arabische Haus, vielleicht in jedes muslimische Haus, von Indonesien bis Marokko, vom Jemen bis zu den muslimischen Gettos in London und Berlin. Nicht nur eine Stunde lang, nicht nur einen Tag lang, sondern während 33 auf einander folgenden Tagen , Tag für Tag und Stunde um Stunde. Die verstümmelten Leichen der Babys, die weinenden Frauen über den Ruinen ihrer Häuser, die israelischen Mädchen, die „Grüße“ auf Granaten schrieben, die dann auf libanesische Dörfer abgeschossen werden sollten. Ehud Olmerts Geplapper über „die moralischste Armee der Welt“, während auf den Bildschirmen Leichenberge gezeigt wurden. "Seine wichtigste Erkenntnis aus dem Desaster ist, die Hände müssen zur Versöhnung ausgestreckt werden, dazu gibt es keine Alternative: "Wir wollen hier noch in 100, in 500 Jahren leben. Unsere grundlegendsten nationalen Interessen fordern deshalb, dass wir unsere Hände den arabischen Nationen entgegenstrecken, die uns akzeptieren, damit wir gemeinsam mit ihnen die Region wieder aufbauen. Das war vor 59 Jahren die Wahrheit und dies gilt auch für die nächsten 59 Jahre."
THEMA: Wozu uns historische Erfahrungen verpflichten sollten
78 Antwort(en).
Karl begann die Diskussion am 19.07.06 (13:50) :
Ich bemerke in unseren Diskussionen immer wieder gravierende Missverständnisse zwischen den Diskutanten. So wurde sich z. B. darüber gewundert, dass ich einen Teheran-kritischen Thread eröffnet habe, wo ich doch zuvor auf das Heftigste Israel kritisiert hatte. Deshalb möchte ich betonen: Wenn jemand Taten der israelischen Regierung verurteilt, heißt das nicht, dass er mit der Gegenseite sympathisieren muss und Mängel, Fehler, Schandtaten dort nicht anprangern kann. Wenn ich z. B. die Angriffe Israels auf den Libanon auf das Schärfste verurteile, heißt dass nicht, dass ich die vorher stattgefundenen Entführungen durch die Hisbolla gutheiße. Das sehr einfache, eindimensionale Denken mancher Diskutanten entspricht nicht der Komplexität der Sachverhalte. Ich wende mich gegen diese vereinfachende Darstellung, die ich hier bei manchen Israelfreunden finde, die jede Kritik an der israelischen Politik sogar in die Nähe des Antisemitismus rücken möchten. Ich finde es fatal, wenn historisch gesehen die übelste Variante von Rassismus als Keule verwendet wird, um neuen Rassismus und neue Unmenschlichkeiten zu rechtfertigen. Die historische Erfahrung mit Antisemitismus sollte uns nicht hindern, Unrecht anzuprangern, sondern sie sollte für uns eine Verpflichtung darstellen dies zu tun - und zwar ohne Rücksicht darauf, von welchem Staat neues Unrecht ausgeht.
Ich empfehle zu dieser Problematik einen Artikel aus der SZ, der ähnliche Aussagen beinhaltet.
Verhältnis von Israel und Europa
Israels falsche Freunde
Die Europäer glauben, aus Sühne für den Holocaust müssten sie alle Taten des jüdischen Staats dulden - doch damit schaden sie ihm.
Eine Außenansicht von Henry Siegman:
Verhältnis von Israel und Europa
Israels falsche Freunde
Die Europäer glauben, aus Sühne für den Holocaust müssten sie alle Taten des jüdischen Staats dulden - doch damit schaden sie ihm.
Eine Außenansicht von Henry Siegman:
@marina
Ein sehr guter Beitrag der SZ der mich in meiner Auffassung bestärkt.
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susannchen
Ein sehr guter Beitrag der SZ der mich in meiner Auffassung bestärkt.
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susannchen