Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?

Innenpolitik Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von Mitglied_919ac82
als Antwort auf angelottchen vom 21.08.2007, 18:20:22
@angelottchen,
genau das habe ich erwartet.
Ich habe auch überlegt, ob ich zu diesem Vorfall überhaupt meine Meinung sage.

Du kannst mir glauben, dass ich die Vorfälle rechtsextremer Gewalt, allerdings nicht nur in Sachsen, verfolgt habe. Auch in meiner Heimatstadt gab es vor längerer Zeit Aufmärsche von Neonazis, die allerdings von den Bewohnern so behandelt wurden, wie sich das gehört.Die Initiatoren übrigens kamen aus dem Westen und waren namentlich bekannt (sie stammten aus dem Umfeld des kurz vorher gestorbenen M. Kühnen).
Monatelang hatten die Stadtväter versucht, die Agitatoren im Vorfeld aus der Stadt zu verweisen. Ohne Erfolg, da die Gerichte in mehreren Instanzen das verboten haben.
Besonders die Verknüpfung von rassistischen "Überfremdungsfantasien" mit dem Thema Arbeitslosigkeit half den rechten Demagogen besonders im Osten eine nicht geringe Anzahl Jugendlicher auf ihre Seite zu ziehen.
Glaube mir, unsere Jugendlichen haben den Rechtsextremismus nicht mit der Muttermilch aufgesogen- dazu bedurfte es der Hilfe aus dem Westen.

Was ich nicht mag, ist eine Vorverurteilung ohne genaue Hinweise über den tatsächlichen Hergang, nur - weil es sich so schön auf den Osten einschlagen lässt.

Ich möchte dich bitten, dass nicht wieder als Geschwafel zu bezeichnen.

Um zu verhindern, dass - siehe auch "pilli" - ich hier als "Verharmloser" und sicher später als Neonazi oder Nazi bezeichnet werde, werde ich mich aus dem Thema ausklinken.


--
klaus
ehemaligesMitglied57
ehemaligesMitglied57
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von ehemaligesMitglied57
als Antwort auf angelottchen vom 21.08.2007, 18:56:53
Ich wäre an dieser Stelle dennoch etwas zurückhaltender. Gerade die journalistischen Schnellschüsse zeigen doch, dass die Medien aus dem Fall Sebnitz nichts gelernt haben. Wir erinnern uns: Damals hieß es, sächsische Neonazis hätten den Sohn eines iranischen Apothekers
in einem Freibad ertränkt. Die Mutter, eine SPD-Abgeordnete, forcierte diese unbewiesene Ansicht, da diese ihrem eigenen Wunschdenken entsprach, die Medien sprangen voller Wonne auf diesen Zug auf, und brandmarkten letztlich die ganze Stadt als einen Hort der braunen Brut. Die Ermittlungen der Polizei ergaben schließlich, dass der Junge aufgrund eines angeborenen Herzfehlers gestorben war.


Lediglich einen Erwähnung in der örtlichen Lokalpresse erfuhr dieses ähnlich gelagerte Verbrechen -->klick
Mehrere Türken hatten einen Polen in Hannover überfallen und hinterher durch die Stadt gejagd. Dieser flüchtete, woraufhin die Täter ihm bewaffnet durch die Stadt folgten. Scheinbar gab es keine Bürger, die eingriffen. Weder auf dem Stadtfest noch während der folgenden Hetzjagd durch die Stadt.

Egal, ob es sich um einen Angriff von Nazis handelte oder nicht, die Verbrecher gehören aufs härteste bestraft.

--
gerald
pilli
pilli
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von pilli †
als Antwort auf Mitglied_919ac82 vom 21.08.2007, 19:25:36
warum gleich so empfindlich reagieren klaus?

du hattest doch überaus kritisch geschrieben:

"angelottchen,
wie gut, dass es immer noch Insider gibt, die alles beobachtet haben, über alle Informationen verfügen und sich so ein abschließendes Urteil bilden können. Macht sich ja auch wieder so gut, da es sich um einen Vorfall im Osten Deutschlands handelt.

Vielleicht sollte man erst mal in Ruhe die polizeilichen und gerichtlichen Ermittlungen abwarten, um nicht wieder mediale und politische Schnellschüsse zuzulassen."


und nur du klaus,

vermittelst jetzt lediglich eine, nämlich deine vermutung, als "Neonazi oder Nazi" bezeichnet zu werden. das nenne ich keine gute diskussionskultur, akzeptiere aber, wenn du da anders denken könntest!

"Sind manche Polizisten auf dem rechten Auge blind?"

diese frage stellt sich sicher nicht nur die FAZ nach den zahlreichen vorgängen der vergangenheit in Sachsen?

faz.net

--
pilli
eko
eko
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von eko †
als Antwort auf Mitglied_919ac82 vom 21.08.2007, 19:25:36
"Die Initiatoren übrigens kamen aus dem Westen...."

Gewiss, natürlich, es ist wieder einmal der böse Westen, der das alles angezettelt hat. Erstaunlich!!

Heute habe ich im Fernsehen eine junge Frau aus Mügeln gehört, die das Geschehen sinngemäß etwa so kommentiert hat: "Es ist ja auch kein Wunder, wenn Ausländer mehr Rechte haben als wir Deutsche"

Da ist doch jeder weitere Kommentar überflüssig.

Und was machen unsere ostdeutschen Forumsdiskutanten?

Herunterspielen, verharmlosen, anzweifeln, den Westen beschuldigen.

Mir wird angst und bang, wenn ich diese Reaktionen sehe!
--
eko
ursula_j
ursula_j
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf eko † vom 22.08.2007, 00:03:21

Heute habe ich im Fernsehen eine junge Frau aus Mügeln gehört, die das Geschehen sinngemäß etwa so kommentiert hat: "Es ist ja auch kein Wunder, wenn Ausländer mehr Rechte haben als wir Deutsche"

Da ist doch jeder weitere Kommentar überflüssig.
--
eko
geschrieben von eko


Weißt du was das für Rechte sind? Würde mich sehr interessieren.
--
ursula_j
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf eko † vom 22.08.2007, 00:03:21
Wahrscheinlich kamen ja auch all die Wähler, die zB in Sachsen die NPD oder die Republikaner bei der letzten Bundestagswahl gewählt haben, aus dem Westen??
Wer weiterhin verneint, dass nunmal leider gerade in Sachsen die Rechtsextremen immer mehr wachsen, der soll sich doch mal die Wahlergebnisse ansehen!!!

Hier ein Kommentar der NIP: NiP Sachsen ist ein Redaktions-Kollektiv, welches mit dieser Internetseite eine kritische Dokumentation über die Aktivitäten von Nazis in sächsischen Parlamenten bietet. Begonnen hat das Projekt mit der Kommunalwahl im Juni 2004 und erweiterte sich nach der Landtagswahl im September 2004.
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Bei den Wahlen zum Bundestag am 18. September 2005 erreichte die NPD in Sachsen mit 4,9% ein erschreckend hohes Ergebnis, welches weit über das bundesweite Ergebnis von 1,6% hinausragt. 135.667 WählerInnen im Freistaat wählten rechtsextremistische Parteien. Die genauen Zahlen zur Wahl findet man hier!

In der Hälfte aller sächsischen Wahlkreise hätte die neonazistische NPD bei den Bundestagswahlen am 18. September 2005 die 5%- Hürde übersprungen. Besonders in ländlichen Gegenden und in ihrer Hochburg, der Sächsischen Schweiz, bleibt die NPD kontinuierlich stark. Sie verfügt in weiten Teilen Sachsens über eine solide Basis.

Hatten bei den Landtagswahlen im Jahr 2004 noch fast 10 % der sächsischen WählerInnen der NPD ihre Stimme gegeben, so waren es genau ein Jahr später noch 4,9 %, welche für die Neonazis votierten. Zählt man die Stimmen der rechtsextremen Republikaner dazu, welche 2004 nicht angetreten waren, so sind es immerhin 135.667 WählerInnen (insgesamt 5,4 %), welche in Sachsen rechts neben der Demokratie zu finden sind.

Der NPD- Direktkandidat Uwe Leichsenring erhielt in seinem Wahlkreis, der Sächsischen Schweiz und dem Weißeritzkreis 7,8 % der Erststimmen. Damit wird bestätigt, dass die Region südlich der Landeshauptstadt Dresden über ein stabiles NPD- StammwählerInnenpotenzial verfügt und auch in Zukunft eine Hochburg der Neonazis bleiben dürfte.

Obwohl die Landtagsabgeordneten der NPD sicher mit einem besseren Ergebnis gerechnet hätten, sind die Zahlen durchaus alarmierend. Immerhin wussten alle WählerInnen der Neonazis im Gegensatz zur Landtagswahl vor einem Jahr, dass die NPD keine Chance hat in den Bundestag einzuziehen. Trotzdem machten sie ihr Kreuz bei den Neonazis und unterstrichen damit ihre Übereinstimmung mit den undemokratischen und fremdenfeindlichen Parolen der NPD. Im Vergleich zu den letzten Bundestagswahlen konnten die Neonazis in Sachsen ihr Wahlergebnis mehr als verdreifachen.

geschrieben von nip


Nööö...Der Osten ist nicht ausländerfeindlich ...
--
angelottchen
angelottchen
angelottchen
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf ursula_j vom 22.08.2007, 06:39:14
Ursula: Das ist es ja eben - die Leute quatschen von angeblich mehr Rechten für Ausländer und drücken damit nur ihre Abneigung aus. So wie diese Frau quatschen viele Leute hohle Parolen nach, die sie weder verstehen noch begründen können.
--
angelottchen
ursula_j
ursula_j
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf heinzdieter vom 21.08.2007, 17:43:58


Es gab schon einmmal so eine Schlägerei in Potsdam, die mit einem Fusstritt in den Hintern begann und dann als extrem rechtsradikal ausgelegt wurde. Damals schaltete sich sogar die Bundesstaatanwaltschaft ein. Nach einem Jahr endete dieser Fall mit Freispruch
--
heinzdieter


Der Fußstritt ging nicht in den Hintern, sondern an den Kopf und zwar so, dass das Opfer sich bis heute nicht mehr daran erinnern und somit auch nicht den Täter identifizieren konnte. Der Angeklagte ist frei gesprochen worden, weil es keine Zeugen gab und ihn die Tat nicht nachgewiesen werden konnte.
--
ursula_j
schorsch
schorsch
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von schorsch
als Antwort auf heinzdieter vom 21.08.2007, 17:15:28
Oh entschuldige...

Und nun ist mir inzwischen auch der Titel verständlicher geworden. Gehe ich recht in der Annahme, dass es "Ausländer-feindliche Aktion" heissen sollte?
--
schorsch
eleonore
eleonore
Mitglied

Re: Mügeln, eine ausserfeindliche Aktion ?
geschrieben von eleonore
als Antwort auf heinzdieter vom 21.08.2007, 17:43:58
@heinzdieter,

*Am Ende waren 14 Menschen verletzt - alle Inder, vier Angreifer und zwei Polizisten.
/spon/

@klaus,
man muss nicht *insider* sein, um einiges zu erfahren.
leider sind wir auf presseberichte angewiesen, was solche fälle angeht, da die meiste zeugen sofort von eine partielle amnesie, und das meistens kollektiv, befallen werden.

zitat spon:
"Nach der Hetzjagd auf Inder grübelt Mügelns Bürgermeister Deuse über die Motive seiner enthemmten Mitbürger. Die Tat sei ausländerfeindlich, aber nicht rechtsextrem, glaubt er und appelliert an Zeugen, sich zu melden - doch viele wollen lieber ihre Ruhe."

braune gedankengut muss nicht immer von westen kommen.
ich hab es schon in anderen thread geschrieben, das aus der usa sehr viel geld in braune vereine fliesst.
und nicht nur geld, sondern gedankengut, wie einladungen in spezielle camps dort.



--
eleonore
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