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Innenpolitik Ich hätte sehr gerne eine Rubrik

marianne
marianne
Mitglied

Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von marianne
mit positiven - oder bedenkenswerten Begebenheiten!

Es ist 30 Jahre her. G. Ensslin, J.Raspe und Andreas Baader hatten sich in ihren Zellen umgebracht. Die Fakten sind bekannt.

Dem damaligen Stuttgarter Oberbürgerrmeister, Manfred Rommel, wurde von "Volkes Stimme" geraten, "die Toten in den Neckar zu schmeissen"....

Er setzte sich durch: Die gewesenen Terroristen wurden auf dem Dornhaldenfriedhof beerdigt.
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Marieke
ursula_j
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Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf marianne vom 09.11.2007, 16:54:44


Er setzte sich durch: Die gewesenen Terroristen wurden auf dem Dornhaldenfriedhof beerdigt.
--
Marieke
geschrieben von marieke


Mit durchsetzen hat das nicht viel zu tun. Es sei denn wir leben noch im Mittelalter.

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ursula_j
schorsch
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Mitglied

Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von schorsch
als Antwort auf marianne vom 09.11.2007, 16:54:44
Tja, und was machen wir nun mit deiner Rubrik?
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schorsch
angelottchen
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Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf ursula_j vom 11.11.2007, 06:25:07
er hat sich in sofern durchgesetzt, dass die betreffenden nicht einfach anonym verscharrt wurden, wie es beabsichtigt war - sondern immerhin ein würdiges Begräbnis hatten - nicht zu Würden der Toten sondern ihrer Familien.
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angelottchen
Mitglied_17db832
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Administrator

Neue Rubrik ist eingerichtet
geschrieben von Mitglied_17db832
als Antwort auf marianne vom 09.11.2007, 16:54:44
Hallo Marieke,


ich habe eine neue Rubrik eingerichtet, s. Linktipp. Historische Ereignisse werden übrigens immer aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und was für den einen positiv ist, ist für den anderen eher negativ belastet. Deshalb habe ich die Rubrik "Diskussion historischer Ereignisse" genannt, ohne jede Wertung.

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webmaster
silhouette
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Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von silhouette †
als Antwort auf ursula_j vom 11.11.2007, 06:25:07

Mit durchsetzen hat das nicht viel zu tun. Es sei denn wir leben noch im Mittelalter.

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ursula_j

Und ob das damit zu tun hat! Da kennst du die Stuttgarter nicht! Und die haben zunächst mal im Gemeinderat das Sagen.

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silhouette
angelottchen
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Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von angelottchen
als Antwort auf silhouette † vom 11.11.2007, 11:30:07
...aus einem STERN Interview mit Manfred Rommel:

Warum haben Sie die Terroristen gemeinsam beerdigen lassen?
Pfarrer Ensslin, der Vater von Gudrun Ensslin, wollte seine Tochter zusammen mit den beiden anderen beerdigen lassen. Das war zu respektieren, und ich wollte deshalb kein bürokratisches Theater. Meine Sorge war, dass am Ende noch in den Bezirksbeiräten diskutiert wird, ob Baader und Raspe, die keine Stuttgarter waren, überhaupt ein Recht hätten, hier beerdigt zu werden. Dann hätte es womöglich ein Hin- und Hergeschiebe der Leichen gegeben, das wäre unwürdig gewesen. Nach dem Tod endet jede Feindschaft.


Manche Stuttgarter wollten die Terroristen lieber im Wald vergraben oder auf eine Müllkippe werfen.
Ich war schon platt über diese Reaktionen. Da war eine unglaubliche Aufgeregtheit, manche sind zur Witwe von Hanns Martin Schleyer gesprungen und haben gesagt: Jetzt gibt der Rommel den Terroristen noch ein Ehrengrab! Die taten so, als ob künftig jedes Jahr am Todestag eine größere Gruppe RAF-Angehöriger mit Maschinenpistolen aufkreuzen und eine Trauerveranstaltung abhalten würde.
geschrieben von stern.de


Einen vielleicht nicht unbedeutenden Zusammenhang stellt die filmische Dokumentation "Deutschland im Herbst" her: Da wird der kleine Manfred Rommel auf der Beerdigung seines Vaters gezeigt, der ein Staatsbegräbnis bekam und der aber genau eben von diesem Staat gezwungen wurde, Gift zu schlucken und sich das Leben zu nehmen ..

Die Beerdigung von Baader, Ensslin und Raspe [...]
Die Staatsmacht zeigt ihre Präsenz hoch zu Ross zwischen Bäumen. Theatralisch, obwohl alle wissen, das ist real. Das führt auch auf historische und mythologische Spuren. Es war ja umstritten, dass die Terroristen überhaupt ein Grab bekommen. Bis Stuttgarts Oberbürgermeister Manfred Rommel eine Entscheidung traf. Im Film sieht man ihn als Kind bei der Trauerfeier seines Vaters, Generalfeldmarschall Erwin Rommel. Das ist eine verräterische Feier, denn der Staat hatte ihn ja gezwungen, Gift zu nehmen, weil er von der Verschwörung des 20. Juli wusste. Die Wehrmacht ehrt den Toten, den sie selber umgebracht hat, das ist Shakespeare. Und dazwischen dieses Kind, der junge Manfred Rommel. Jetzt versteht man besser, warum er 35 Jahre später sagt: Im Tod hört die Feindschaft auf.[...]
geschrieben von tagesspiegel.de

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angelottchen
silhouette
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Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von silhouette †
als Antwort auf angelottchen vom 11.11.2007, 12:54:50
Die Trauerarbeit des Sohnes muss man akzeptieren. Aber klar ist, der Staat von damals ist beim Staatsbegräbnis nach anderen, weniger humanen Kriterien verfahren: die Bevölkerung sollte an den Heldentod glauben und von dem Gift nichts erfahren, schon gar nicht von den Zweifeln Erwin Rommels am weiteren Kriegsverlauf. Das war Wehrkraftzersetzung, darauf stand die Todesstrafe. Der Rest war Inszenierung für die Bevölkerung, kein Verzeihen.


Der Sohn handelte aus Humanismus und hatte für die kleinkarierten Rächer kein Verständnis.

Die Staatsmacht hoch zu Ross beim RAF-Begräbnis war vermutlich eine Sicherheitsmaßnahme gegen mögliche Ausschreitungen oder Attentate.

silhouette
marianne
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Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von marianne
als Antwort auf silhouette † vom 11.11.2007, 13:43:06
Danke Webmaster,
danke Silhouette und Angel....
dass die Eröffnung dieses Unterforums auf den 11.11. fällt, ist mir kein Problem.

Jetzt wird mir erst richtig klar, ich wollte ein Gegengewicht gegen die Horrormeldungen -und gegen den Sarkasmus mancher Mitschreiber.
Gute Woche!
--
Marieke
Karl
Karl
Administrator

Re: Ich hätte sehr gerne eine Rubrik
geschrieben von Karl
als Antwort auf marianne vom 11.11.2007, 19:50:27
Aber marieke,


ein Begräbnis ist auch nicht gerade eine frohe Botschaft? Ich danke dir jedenfalls für die Anregung zur neuen Rubrik. Ich denke, dass das eine gute Sache wird. Jetzt können wir auch gezielt über geschichtliche Ereignisse diskutieren.

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karl
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