Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer

Innenpolitik Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer

schorsch
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von schorsch
als Antwort auf dutchweepee † vom 14.10.2007, 03:58:50
Die besten Wildhüter sind bekanntlich "bekehrte" Wilddiebe!

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schorsch
bartnixe
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von bartnixe
als Antwort auf luchs35 † vom 13.10.2007, 22:52:57
Luchsi - 100% meine Meinung. Wir werden damit das Problem nicht in den Griff bekommen - aber reduzieren.
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bartnixe
dutchweepee
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von dutchweepee †
als Antwort auf hugo vom 14.10.2007, 09:03:15
@hugo

vielleicht geht das in so einem kleinen und noch dazu freidenkendem land wie den Niederlanden besser, aber das prinzip VERSUCH+IRRTUM wenden die hollies politisch oft an - auch in der sozialpolitik. hier werden oft gesetze mal eben ausprobiert und wenn sie keinen erfolg zeigen, wieder verworfen.

fakt ist jedoch, daß in den Niederlanden die polizisten lieber, die kinder die chefs und die gesellschaft (maatschapij = wörtlich: freundschaft, verein von gleichgesinnten) unkomplizierter ist, als in Deutschland. das sind selbstverständlich meine persönlichen eindrücke und hier funktioniert auch noch nicht alles im optimum, aber das thema jugendkriminalität packen die niederländer zugleich hart und mit viel geld und samthandschuhen an.

ich lebe gerne hier, wo ein polizist nicht als allmächtiger schulmeister auftritt, sondern als partner, mit dem man reden kann. in holland hat jeder polizist die entscheidungsfreiheit, ob er einen "kleinen sünder" laufen lässt, oder ihn am kragen packt.

in deutschland müssen die polizisten jede geschwindigkeits-übertretung ahnden, wenn sie kenntnis davon bekommen. in holland ist es mir sogar schon passiert, daß die motorradstreife escorte gefahren ist, so daß ich rechtzeitig zum termin komme. "der staat" ist hier einfach nicht so autoritär, sondern diener der bürger. das ist für einen deutschen sicher schwer vorstellbar.

so vertraut man dann auch der staatsmacht mehr, wenn sie neue sachen ausprobiert, oder gar mal mit panzern auf der kreuzung steht (wenn in Den Haag terroralarm gegeben wird). die diskussionen um neue gesetze gibt es in holland nur rudimentär - nach dem motto: "lass die mal machen, wenn´s mist ist, hören die auch wieder damit auf, oder ich mach einfach nicht mit."
hugo
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von hugo
als Antwort auf dutchweepee † vom 14.10.2007, 23:05:47
so vertraut man dann auch der staatsmacht mehr, wenn sie neue Sachen ausprobiert sagst Du dutch
und hier traut sich weder die Regierung noch die Opposition so richtig Stellung zum Problem zu beziehen, es könnte ja die Gegenseite einen Erfolg verbuchen.

Wenn ich die von der Leyen wäre, hätte ich mich -natürlich vorerst mal unverbindlich- beim Obersten Gericht kurz orientiert und abgesichert, ob diesem Vorhaben derzeit gültige gesetzliche Regelungen entgegenstehen.

Nun kommts wohl wie es kommen musste, sie wird ihre eigene Anregung zurückziehen, weil wiedermal die Lobby zu stark ist und mit dem fadenscheinigem Argument: Die Jugendlichen würden als verdeckte Ermittler mißbraucht und die Händler zu Straftaten anstiften oder ermutigen usw,,,

Hauptsache der Umsatz stimmt und die Gewinne sprudeln,,,Bedenken und schlechtes Gewissen hatten umsatzorientierte Händler und Produzenten wohl noch nie,,egal obs die Tabackindustrie die Alkohol-, und Bierlobby ist usw,,,erst wenns gar nicht mehr anders geht, dann plötzlich zeigen sie ein Entgegenkommen,,,


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hugo
adam
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von adam
als Antwort auf hugo vom 14.10.2007, 23:34:32
So ist es! Da wird nach dem Staat geschrien, weil sich die Teenies totsaufen, totspritzen und voller Tabletten tot umfallen und wenn der Staat mit (harmlosen) unkonventionellen Mitteln dagegen angehen will, kommt der Schrei dagegen.

Ich bin bestimmt für die Einhaltung der Gesetze, aber hier geht es typischerweise wieder nach dem Motto:

Wasch mich, aber mach mich nicht nass!


Die jungen Testkäufer finde ich ok. Das ist ein gutes Mittel, um gewissenlose Geschäftemacher wenigstens zum Schwitzen zu bringen.


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adam
dutchweepee
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von dutchweepee †
als Antwort auf hugo vom 14.10.2007, 23:34:32
@hugo

in holland ist absolut nicht alles "friede, freude, eierkuchen" und oft kommt es zu hässlichen wahlkampf-eklats, aber wenn es um die niederlande selbst geht, werden selbst die kommunisten im parlament zu patrioten. ...bei gesetzen die plausibel sind, wird jede fraktion kompromisbereit.

hier herrscht eine völlig andere politische denke, als in deutschland und ich habe garantiert keine chance, das zu erklären. nur soviel: die opposition ist halt grad nicht an der macht, will aber das selbe wie die regierungspartei - nur ein bissel anders - wenns aber in die selbe richtung geht, sagen sie JA.
hugo
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von hugo
als Antwort auf dutchweepee † vom 15.10.2007, 01:07:22
hallo adam und dutch.
mal etwas quergedacht.
wer als Händler oder Verkäufer den Gesetzen gerecht wird und sich nicht scheut jugendlich oder kindlich wirkenden Schnapskäufern den Ausweiseinblick abzuverlangen, der braucht sich doch keine Sorgen zu machen.

Wer aber aus Gewinnsucht oder aus Sorge das der Umsatz dann an den Nachbarhändler geht, sich davor drücken will, dem würde ich solche Kontrollen an den Hals wünschen.
Er ist immerhin mitschuldig am Tod so mancher Teenis,,,,

Zum Beispiel bin ich auch kein begeisterter Freund der vielen Blitzer hier in Stadt und Land zum Füllen der klammen kommunalen Haushaltskassen. Aber ab und zu wünsch ich mir doch solch eine Kontrolle, wenn mich mal gerade wieder ein wildgewordener Raser in Bedrängnis bringt oder wenn ich die frischversorgten Gräber am Strassenrand sehe,,,

Wenn ein Problem mit bisherigen Mitteln (Aufforderungen, Wünsche aussprechen, Drohungen usw.)nicht behoben werden kann und sich sogar ausweitet, dann muss endlich praktisch etwas getan werden
dann sollte Schluss mit "nur diskutieren" sein.
uki
uki
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Re: Einsatz von Jugendlichen als Scheineinkäufer
geschrieben von uki
als Antwort auf hugo vom 15.10.2007, 09:14:35
Testkäufe von Jugendlichen sind lt. Zeitungsbericht schon vom Tisch.
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uki
ingo
ingo
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Es geht eher um Gewaltspiele
geschrieben von ingo
als Antwort auf uki vom 15.10.2007, 09:45:26
Der hannoversche Kriminologe Professor Christian Pfeiffer (Anmerkung von kreuzkampus: Früher SPD-Innenminister Niedersachsen) begrüßt im NP-Interview die Pläne aus dem Haus von der Leyen.
VON PETRA RÜCKERL, NEUE PRESSE

Was halten Sie von dem Vorschlag, jugendliche Testkäufer loszuschicken?
Ich finde die Pläne notwendig und richtig. Wir haben herausgefunden, dass jeder zweite zehnjährige Junge – zumindest gelegentlich – Spiele spielt, die erst ab 16 oder 18 Jahre freigegeben sind. 82 Prozent der 14- und 15-Jährigen spielen Spiele, die ab 18 Jahre freigegeben sind. Neue Untersuchungen belegen, dass diese Jungen sich damit massiv schädigen, dass zum Beispiel ihre Schulleistungen sinken. Man kann sagen: je brutaler der Inhalt, desto schlechter die Schulnoten.
Geht es nicht eher um Schnaps und Zigaretten?
Das ist nur ein Detail der Pläne. Es geht vor allem um verbotene Computerspiele. Die anderen Testkäufe sind harmlos im Vergleich zu der Gefährdung der Jugendlichen durch für sie verbotene Computerspiele. Weil sie diese Spiele in so hohem Maße im Laden gekauft haben, muss der Staat konsequenter gegen das Unterlaufen des Jugendmedienschutzes einschreiten. Und natürlich gilt dasselbe für Alkohol und Zigaretten, aber das ist nicht das große Problem.
Jugendliche animieren Erwachsene zu Straftaten – ist das kein moralisches Problem?
Nein. Nicht in Anbetracht der Tatsache, dass eine solch massive Gefahr für die Jugendlichen mit den Spielen einhergeht. Es gibt keinen anderen effektiven Weg, dies zu verhindern. Erwachsene, die ihnen Killerspiele verkaufen, müssen in Angst und Schrecken versetzt werden. Außerdem ist die Verführung ja nicht so groß – wie hoch ist denn der Umsatzgewinn, wenn man ein Spiel verkauft? Bedauerlicherweise ist es nur so, dass Kinder und Jugendliche überwiegend an diese Spiele herankommen, weil Kaufhäuser, Ladeninhaber und Verkäufer den Jugendmedienschutz nicht beachten. Deswegen sind Testkäufe ein völlig richtiges Vorgehen.
Das sieht der Kinderschutzbund anders ...
Ich kann nicht nachvollziehen, dass Kinderschutzorganisationen hier die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Es ist harmlos, daran mitzuwirken, dass die Gesetze eingehalten werden. Jugendliche tun dies in Begleitung eines Erwachsenen, der im Hintergrund bleibt, aber einschreitet, wenn etwas auszuufern droht.
Was passiert, wenn ein 18-Jähriger für seinen minderjährigen Kumpel ein Killerspiel kauft?
Das ist sowieso schon strafbar. Das brauchen wir nicht neu zu bestrafen.
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kreuzkampus
ursula_j
ursula_j
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Re: Es geht eher um Gewaltspiele
geschrieben von ursula_j
als Antwort auf ingo vom 15.10.2007, 10:27:03
Man könnte 18jährige, die jünger aussehen als Testkäufer einsetzen, denn sowie jemand nicht wie achtzehn aussieht, muss nach dem Ausweis gefragt werden.
Die Verkäufer hätten sich zwar nicht strafbar gemacht, aber als Denkzettel würde es sicherlich wirken.

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ursula_j
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