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Geisteswissenschaft / Philosophie Paßt Wirtschaft und Ethik zusammen?

gila
gila
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Re: Paßt Wirtschaft und Ethik zusammen?
geschrieben von gila
als Antwort auf pea vom 22.03.2008, 09:56:47
ich denke, Ethik läßt sich nicht definieren,denn, Ethik ist so, wie sie ist. Darüber kann man nicht diskutieren.
Narürlich ist es möglich, alles in "den Dreck zu ziehen". Jedoch, was bringt das?
Wenn das Wort Ethik "mißbraucht" wird, finde ich es schlimm. Schlimmer jedoch finde ich die, die das dann auch noch glauben.
--
gila
P.S.:
Haben wir hier keine Humanisten? Schade.
hugo
hugo
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Re: Paßt Wirtschaft und Ethik zusammen?
geschrieben von hugo
als Antwort auf gila vom 26.04.2008, 22:25:24
hallo gila, vonwegen Humanisten,,,,der Ruf nach Ihnen,,,dafür (zumindest aus praktischer Sicht) ist es heutzutage viel zu spät. Das haben unsere Vorfahren verpasst und versaut.

Irgendwann vor langer Zeit, gehörten sämtliche Werte, Bodenschätze, Ländereien, Seen Grundwasser, Wälder usw, usf Niemandem oder Allen.

Das hat sich nun gewaltig geändert und wir sind noch dabei dies auf die Spitze zu treiben.
Privatisieren kommt aus dem griechischem und bedeutet Rauben.
Das gemeinsame Eigentum wurde und wird latent von einigen Wenigen geraubt und damit wird der Rest der Menschheit mehr oder weniger entrechtet, beraubt und versklavt,,,und die Reichen Räuber haben es sogar geschafft die Regierungen nach ihren Wünschen und die Gesetze zu Ihren Vorteilen zu installieren,,,

Zum Glück ist die Luft ein sehr "windiges"
ein gegenwärtig noch nicht in transportierbare und handelbare Abrechnungeinheiten aufzuteilendes Medium ansonsten wär sie wohl auch schon zur Ware verkommen,,

Die ersten Mondgrundstücke werden ja wohl auch schon verhökert,,,

da wir nun schon so lange der kapitalistischen Denkart ausgesetzt sind, ist bei den meisten Menschen der Gerechtigkeitsinn verkümmert und die gegenwärtige vertrackte Situation wird fast widerspruchslos hingenommen und akzeptiert,,,ja sogar vehemente Befürwortung und Fürsprache für diese schlimme Art menschlichen Seins konnte ich -auch hier im ST- sogar mit persönlicher Beleidigung schon ernten,,,,

es würde ins Endlose führen, hier diesen Gedankenspielen weiter ihren Lauf zu lassen, aber für mich mache ich es doch hin und wieder,,,,mit -nicht nur reformistischen- Ideen,,*g*

hugo
rawk291
rawk291
Mitglied

Re: Paßt Wirtschaft und Ethik zusammen?
geschrieben von rawk291
als Antwort auf arno vom 22.03.2008, 08:59:04

--
rawk29
Bevor hier noch mehr den Larry raushängen lassen, sollte man sich darüber einig sein, nach welchen Kriterien man den Begriff Ethik definiert. Bei uns haben überwiegend christliche Wertvorstellungen die Ethik geprägt, bei den Buddhisten war es Buddha und bei den Chinesen Konfuzius (deshalb haben sie auch so große Probleme mit den Menschenrechten, die hauptsächlich von Christen zu Papier gebracht wurden). Und die Ethik von George Walker Bush ist eine ganz Besondere, die versteht nur er allein. So isses!
carlos1
carlos1
Mitglied

Re: Paßt Wirtschaft und Ethik zusammen?
geschrieben von carlos1
als Antwort auf rawk291 vom 27.04.2008, 19:46:43
"...ich denke, Ethik läßt sich nicht definieren,denn, Ethik ist so, wie sie ist. Darüber kann man nicht diskutieren." gila

Sehr gut lässt sich beschreiben, was Ethik will und verlangt. "tà ethika" bezeichnet im Griechischen das die Gesinnung Betreffende, die Sittlichkeit. Sie ist der praktische Teul der Philosophie und untersucht das sittliche Wollen und Handeln des Menschen: Woher kommt dies sittliche Wollen und Handeln? Worin besteht sein Wesen? Was ist sein Gehalt? Da es sehr viele Ethiken gibt, wirkt alles verwirrend.

Grundlage jeder Ethik ist das "Gewissen", das "sittliche Wertempfinden". Das Gewissen wird oft als "Stimme Gottes" angesprochen. Ethik als Handlungsanleitung und Entscheidungshilfe bezieht sich vorwiegend auf den Einzelnen als jeweils in einer Stuation Entscheidender. Dann sprechen wir auch von Moral. Jedes Sittengesetz kann autonom oder autoritativ sein, formal (von einem Prinzip ausgehend und dem Einzelnen in jedem Fall die Entscheidung überlassend) oder material sein (Wertethik), die das Handeln nach aufgestellten Werten (Gesetzen) oder dem Sittengesetz orientiert. Liebe kann ein solcher Wert sein oder Ehre. Dieses Prinzip oder diese Wertetafel kann für allgemein verpflichtend erklärt werden (absolute Ethik) oder abhängig sein von der individuellen lage (relative Ethik).

Kant liefert das Beispiel einer autonomen, apriorischen, formalen, absoluten, unbedingten Gesinnungsethik, formuliert sie in der Kritik der praktischen Vernunft (kategorischer Imperativ). Vorstellungen von einer glücklichen Urgesellschaft, die immer in den Köpfen spukt, in der die materiellen Güter niemandem oder allen gehörten (von daher kann es nur gute Menschen geben, eine Ethik wäre also nicht vonnöten), sind reine Spekulation oder Wunschdenken. Ein solches Paradies hat es nie gegeben. Wo die materiellen Güter - Boden, Naturschätze etc - allen gehörten oder niemandem, herrschte das Faustrecht und der Kampf aller gegen alle.

In diesem Stil könnte ich nun viele weitere Punkte aufzählen und am Schluss mit der Frage konfontiert sein: Was gilt nun eigentlich? Wo liegt die Wahrheit? Die Kopfjäger auf Borneo beantworteten die Frage nach dem richtigen sittlichen Handeln dadurch, dass sie auzogen und ihre Moral und hone Sittlichkeit mit dem abgeschnittenen Kopf eines beliebigen Anderen unter Beweis stellten.

Passen Wirtschaft und Ethik zusammen, lautete die Frage am Anfang. Zur Wirtschaft gehören nicht nur die Produzenten, sondern auch die Konsumenten. Konsumenten sind auch wiederum Produzenten und umgekehrt. Inwiefern tragen Produzenten Schuld am Leid der Welt? Ich bin der Auffassung, dass von Schuld nicht gesprochen werden kann. Verbraucher haben jedoch einen großen Einfluss unter welchen (sozialen und moralischen) Bedingungen Güter hergestellt und vertrieben werden. Es wird aber auch festgestellt, dass Verbraucher hohe moralische Ansprüche haben, aber leider nicht die Zahlungsbereitschaft, wenn es um Produkte geht mit hohem Sozial- und Umweltstandard, die sie an Hand des Qualitätssiegels erkennen könnten. Das preiswerteste Angebot zählt. Basta. Auf diese Weise werden Konsumenten Weltmeister im Verdrängen (und Sich-Selbst-Belügen). Sie steigen begeistert in Billigflieger, besuchen den Klassenfeind als Tourist in dessen Land und wundern sich gleichzeitig, wenn Flughafenbetreiber eine neue Startbahn fordern (schäbiger Kapitalismus). Dass ein Flugzeug pro Passagier bei einem Transatlantikflug ca 500 kg CO2 ausstößt (habe nicht nachgelesen, ob es stimmt), juckt sie ohnehin nicht, da sie nur immer in -Ismen (Kapitalismus) denken. Die Welt ist kompliziert geworden, aber das Weltbild des Verbrauchers aus vergangenen Zeiten ist noch immer so, dass das Wort Verantwortung darin nicht vorkommt. Er bezahlt den Preis und damit ist, denkt er, alles abgedeckt. Das gemeinsame Eigentum werde latent von einigen Wenigen geraubt und damit wird der Rest der Menschheit "entrechtet, beraubt, versklavt". Wirklich nur von Wenigen? Wer sind die Wenigen? Jene, die nicht bereit sind Verantwortung zu tragen. Das sind allzu viele.
c.

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