Forum Politik und Gesellschaft Diskussion historischer Ereignisse Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus

Diskussion historischer Ereignisse Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus

Friedensfreund
Friedensfreund
Mitglied

Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Friedensfreund

Leider finden diese in Deutschland nur an wenigen Plätzen, und dann nur sehr verschämt und unter Auflagen und Verboten statt. Weder die sowjetische noch die russische Flagge dürfen gezeigt werden, die ukrainische dagenen schon, das Tragen des "Georg-Bändchens" ist verboten, ebenso das Abspielen russischer Lieder aus der Zeit des Krieges. Keinerlei Ehrbezeugung seitens der Deutschen Politik in Richtung Russland für diese historische Leistung. Dagegen Pläne zur Umdeutung sowjetischer Ehrenmäler durch Entfernung von Schriftzügen.
Die EU warnte Mitgliedstaaten oder Beitrittskandidaten davor, Vertreter zum Weltkriegsgedenken nach Moskau zu schicken. Drei europäische Politiker reisten trotzdem nach Russland, die Staats-und Regierungschefs der Slowakei, Serbiens sowie Bosnien-Herzegowinas. Welche Konsequenzen dieses eigensinnige Verhalten nach sich ziehen könnte, darüber schwieg die wortführende EU-Außenbeauftragte Kallas. Zur Alternativveranstaltung nach Kiew dagegen dürfe man natürlich gern reisen. 
 

Edita
Edita
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Edita
als Antwort auf Friedensfreund vom 09.05.2026, 09:08:30
Niemand bestreitet ernsthaft die gewaltige historische Leistung der Sowjetunion bei der Niederschlagung des Nationalsozialismus. Rund 27 Millionen Sowjetbürger starben im Krieg. Ohne die Rote Armee hätte Hitlerdeutschland vermutlich nicht besiegt werden können. Das ist historischer Fakt! 
Aber - die heutige Russische Föderation ist nicht identisch mit der Sowjetunion von 1945. Genau dort liegt der Haken. Viele europäische Staaten wollen verhindern, daß Putins heutiger Angriffskrieg gegen die Ukraine symbolisch mit dem antifaschistischen Sieg von 1945 verbunden wird.
Dein Satz „keinerlei Ehrbezeugung seitens der deutschen Politik“ stimmt auch so pauschal nicht. Deutsche Politiker würdigen regelmäßig die Opfer der Sowjetunion. Was fehlt, sind demonstrative Bezeugungen gegenüber der heutigen russischen Staatsführung — und das ist angesichts des laufenden Krieges kaum überraschend.

Du siehst Rußland fast ausschließlich als ewiges Opfer westlicher Respektlosigkeit — blendest aber vollkommen  aus, daß viele osteuropäische Staaten die Sowjetunion historisch nicht nur als Befreier, sondern auch als Besatzungsmacht erlebt haben. Für Polen, die Balten oder viele Ukrainer endet die Geschichte eben nicht 1945 mit „Befreiung“, sondern führt weiter zu jahrzehntelanger sowjetischer Unterdrückung!
Es geht Dir nicht um Geschichte, sondern darum, wer die Deutungshoheit über die Geschichte hat und / oder weiterhin erhält!

Frieda war mir bei der historischen Betrachtung  wertvolle Unterstützung! 


Edita
ingo
ingo
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von ingo
als Antwort auf Friedensfreund vom 09.05.2026, 09:08:30
An dem Jahrestag 2026 in Moskau ist für mich nur noch interessant, dass Putin keine/kaum Militärfahrzeuge auffahren lässt, weil er zum Einen keine mehr erübrigen kann und zum Anderen Angst hat, dass die Ukraine angesichts des von ihm angezettelten  Krieges Drohnen über die Veranstaltung schickt. Klar hat er einen riesigen Abwehrschirm über die/der Veranstaltung gespannt, weil er auch Angst um sein Leben hat; aber das war's für mich auch an russischer Erinnerungskultur; besser ausgedrückt; Fetischismus. Diese russische Art von Veranstaltung ist sowas von aus der Zeit gefallen....Aber Deine Einstellung ist schon interessant. Nun weiß ich immerhin auch, was das "Georgs-Bändchen" ist. Auch das ist aus meiner Sicht ein aus der Zeit gefallener Fetisch. Russland will m.E. nicht die Erinnerung an den Sieg so richtig  hochhalten, sondern wegen der Art der Paraden eine gewollte Feindschaft zu Deutschland erhalten.
Friedensfreund
Friedensfreund
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Friedensfreund
als Antwort auf ingo vom 09.05.2026, 11:03:54
Fällt Dir beim Schreiben nicht selbst auf, mit welch unterschliedlichen Messlatten hierbei operiert wird?
Am 27. Januar eines jeden Jahres begehen wir den Holocaust-Gedenktag. Wir gedenken der Millionen Juden, die dem Naziterror zum Opfer fielen.Dieses Gedenken findet statt, obwohl das rechtsextrem geführte Israel völkerrechtswidrige Kriege gegen das palästinensische Volk sowie gegen den Iran führt, und dabei zehntausende Zivilisten tötete und auch vor der massenhafte Ermordung von Kindern nicht zurückschreckt. Trotzdem begehn wir feierlich den Holocaust-Gedenktag, auch weil wir hier trenen können.
GB im Schulterschluss mit den USA führte völkerrechtswidrige Kriege gegen den Irak, die USA z.Z. im Verbund mit Israel den völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran. Dennoch werden alljählich Feiern zum "D-Day" zelebriert, und hochrangige deutsche Politiker sprechen den angloamerikanischen Veteranen ihre Anerkennung dafür aus, und loben deren Tapferkeit und Heldenmut.
Bei keinem dieser Staaten spielt heutiger Staatsterrorismus und Völkermord eine Rolle, wenn es um das Anerkennen sowie das Gedenken ihrer historischen Leistungen bei der Niederschlagung des Hitlerfaschismus' geht. 
Russland führt seit mehr als 4 Jahren einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine. Diese Tatsache  allein aber lässt, im Gegensatz zu den o.a. Beispielen, den Kampf der Sowjetunion sowie ihren hohen Anteil an der Zerschlagung des Faschismus in den Köpfen unserer Politiker null und nichtig werden, ebenso, wie die 27 Millionen sowjetischen Opfer nicht zu zählen scheinen. Das Messen von Vergleichbarem mit unterschiedlichen Maßstäben aber ist einer Demokratie nicht würdig. 
 
ingo
ingo
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von ingo
als Antwort auf Friedensfreund vom 09.05.2026, 13:34:04
Meine Meinung/Deine Meinung.
Rosi65
Rosi65
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Rosi65

Wir haben wahrlich keinen Grund, uns am heutigen Tag an Siegesfesten zu beteiligen. Aber wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.“


- Richard von Weizsäcker- Auszug seiner Ansprache vom 08.Mai 1985 -
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw19-de-gedenkstunde-rede-weizsaecker-1062288


Es war das Ende des zweiten Weltkriegs, und Deutschland wurde gleichzeitig vernichtet und erlöst. Ein wichtiger und historischer Gedenktag, um die geschichtliche Vergangenheit zu reflektieren und zu verstehen.

Rosi65
Nick42
Nick42
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Nick42

Was die Völker der ehemaligen Sowjetunion an diesem Jahrestag feiern ist der Sieg über das "Unternehmen Barbarossa".

Das Unternehmen Barbarossa war der Deckname für den Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Es war ein Angriffskrieg und von Anfang an von der deutschen Wehrmacht als Kriegsverbrechen geplant. Und endete als militärische Katastrophe für das damalige deutsche Reich.

Dass die Völker der ehemaligen Sowjetunion das auch heute noch als Sieg feiern ist zumindest für mich verständlich, sie haben schließlich die größten Opfer ertragen müssen um den deutschen Nationalsozialismus zu besiegen. Denn die deutschen waren
damals dazu weder fähig noch bereit. Erst mussten fremde Truppen jeden Feldweg und jede Häuserzeile in Deutschland erobern, bis  der Nazi-Wahn endlich beendet war.

Und was bleibt für das heutige Deutschland?
Es bleibt unser Pflicht und Aufgabe, dass nie mehr solche Verbrechen von deutschem Boden ausgehen dürfen.   Nick42   

 
Dampfer
Dampfer
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Dampfer
als Antwort auf ingo vom 09.05.2026, 11:03:54
An dem Jahrestag 2026 in Moskau ist für mich nur noch interessant, dass Putin keine/kaum Militärfahrzeuge auffahren lässt, weil er zum Einen keine mehr erübrigen kann und zum Anderen Angst hat, dass die Ukraine angesichts des von ihm angezettelten  Krieges Drohnen über die Veranstaltung schickt. Klar hat er einen riesigen Abwehrschirm über die/der Veranstaltung gespannt, weil er auch Angst um sein Leben hat; aber das war's für mich auch an russischer Erinnerungskultur; besser ausgedrückt; Fetischismus. Diese russische Art von Veranstaltung ist sowas von aus der Zeit gefallen....Aber Deine Einstellung ist schon interessant. Nun weiß ich immerhin auch, was das "Georgs-Bändchen" ist. Auch das ist aus meiner Sicht ein aus der Zeit gefallener Fetisch. Russland will m.E. nicht die Erinnerung an den Sieg so richtig  hochhalten, sondern wegen der Art der Paraden eine gewollte Feindschaft zu Deutschland erhalten.
geschrieben von ingo
Wurde nicht Russland zum ewigen Feind erklärt?
Dampfer
Dampfer
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von Dampfer
als Antwort auf Nick42 vom 09.05.2026, 14:47:29

Was die Völker der ehemaligen Sowjetunion an diesem Jahrestag feiern ist der Sieg über das "Unternehmen Barbarossa".

Das Unternehmen Barbarossa war der Deckname für den Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Es war ein Angriffskrieg und von Anfang an von der deutschen Wehrmacht als Kriegsverbrechen geplant. Und endete als militärische Katastrophe für das damalige deutsche Reich.

Dass die Völker der ehemaligen Sowjetunion das auch heute noch als Sieg feiern ist zumindest für mich verständlich, sie haben schließlich die größten Opfer ertragen müssen um den deutschen Nationalsozialismus zu besiegen. Denn die deutschen waren
damals dazu weder fähig noch bereit. Erst mussten fremde Truppen jeden Feldweg und jede Häuserzeile in Deutschland erobern, bis  der Nazi-Wahn endlich beendet war.

Und was bleibt für das heutige Deutschland?
Es bleibt unser Pflicht und Aufgabe, dass nie mehr solche Verbrechen von deutschem Boden ausgehen dürfen.   Nick42   

 
Da gab es in Hessen den Stahlhelmer Alfred Dregger. Der war stolz darauf, mit den Resten seiner Kompanie Berlin bis zuletzt verteidigt zu haben. Der 8. Mai war für ihn immer der Tag der Niederlage.
ingo
ingo
Mitglied

RE: Gedenken zum Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschsmus
geschrieben von ingo
als Antwort auf Dampfer vom 09.05.2026, 15:11:33
Von mir nicht.....Was sollen solche unsinnigen Kommentare?
Anzeige