Forum Wissenschaften Biowissenschaften Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen

Biowissenschaften Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen

navallo
navallo
Mitglied

Re: Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen
geschrieben von navallo
als Antwort auf Karl vom 06.12.2007, 12:00:43
So ist es. Entscheidender als das Alleswissen ist für unsere Existenz, das was wir erkennen und wissen richtig einzuordnen.

Viele Artikel zur Eidetik sind etwas hochgestochen formuliert. Ein etwas verständlicherer im Link.
--
navallo
mart
mart
Mitglied

Re: Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen
geschrieben von mart
als Antwort auf navallo vom 06.12.2007, 12:45:54
Ich habe keinen Zugang zu dem kostenpflichtigen Originalartikel. Zu dem, was in den versch. Artikeln in Internet darüber zu lesen ist, habe ich einige Fragen.

- Die Leistungen der Affen waren unterschiedlich und in den Videoclips wird der am besten abschneidende Affe gezeigt. Seine Mutter wäre in derselben Kategorie wie ein (?) Student gelegen ein. Wie hoch ist die Schwankungsbreite?

- Die Affen wurden trainiert - Inwieweit kann Training beim Menschen die Leistung verbessern?

- Wie sehen die Leistungen von eidetischen Menschen aus?
- Unterschiede in den Gehirnaktivitäten bei eidetischen Menschen, Menschen im Allg. und Affen?

Ich bin sicher, daß diesen und etlichen anderen Fragen zukünftig nachgegangen werden wird - und ich bin sehr neugierig.

Natürlich kann nicht von einem "Zahlen"gedächtnis gesprochen werden, sondern nur von einem exorbitant guten visuellen Gedächtnis.
yankee
yankee
Mitglied

Re: Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen
geschrieben von yankee
als Antwort auf mart vom 06.12.2007, 13:02:53
Soweit ich das mitbekommen habe, haben die Affen ca. 1 Jahr Vorbereitungszeit gehabt. Die Studenten waren unvorbereitet.
Ältere Affen haben schlechter abgeschnitten als Studenten. Von den Jüngeren Affen war einer besonders begabt, gegen den kein Mensch eine Chance hätte. Ähnlich wie die Sonderbegabungen einiger Authisten.
Es hängt wohl damit zusammen, daß die meisten Lebewesen ein Grossteil der Informationen unterdrückt und nur die wesentlichen Informationen im Gedächtnis gespeichert werden. Bei einigen Menschen als auch Tieren, ist dieser "Unterdrückungsfunktion" verringert. So werden, sozusagen mit einem Blick, wesentlich mehr Informationen abgespeichert. Fotografische Gedächnisfunktionen arbeiten ähnlich. So hab ich das jedenfalls verstanden.
Gestern bei Kerner gehört von dem Gehirnforscher dessen Name mir schon wieder entfallen ist. Ich bin halt kein begabter Affe
--
yankee
navallo
navallo
Mitglied

Re: Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen
geschrieben von navallo
als Antwort auf mart vom 06.12.2007, 13:02:53
Hallo mart,
um es vorwegzunehmen: ich bin kein Psychologe, kann Deine Fragen also nicht wissenschaftlich fundiert beantworten. Ich bin nur beruflich oft gezwungen gewesen, mir von meinem Gegenüber ein Bild zu machen, also auch von vermeintlichen Genies. Die Erklärung für Eidetik in Wikipedia fand ich gegenüber dem von mir eingestellten Link zu fachchinesisch. Aus meiner Sicht ist mein Link aber nicht kostenpflichtig, oder?

Eidetik stellt sich mir folgendermaßen dar:
Auf das Kleinkind stürmen in jeder wachen Sekunde unendlich viele unbekannte Reize (hier visuelle) ein, die zunächst erst einmal wertfrei registriert (Gedächtnis = Speicher) werden. Dies ist eine Phase, in der jeder, also auch der junge Schimpanse, mal war, gewissermaßen die Hochform der Eidetik. Im Laufe der Zeit erhalten diese Reize eine Bedeutung = Wertung = Rangfolge. Das Gesicht der Mutter wird dann wichtiger als irgendein anderes. Das Auftauchen Fremder erzeugt Verlustängste. Die heiße Kerzenflamme wird zur Warnung. Damit beginnt das Gehirn das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen, beim Computer würde man vom Filtern sprechen. Mit dem Heranreifen wird es immer weniger erforderlich, sich jedes kleine Detail zu merken. Die Ökonomie der „Festplatte“ Gehirn konzentriert sich zunehmend auf das für unsere Existenz und unsere Interessen Wesentliche und kippt den Rest unserer inzwischen unbewußten Wahrnehmungen in den Müll. Kleine Kinder vermögen zum Beispiel auf Grund ihrer noch erhaltenen eidetischen Fähigkeiten fast jeden Erwachsenen im Spiel Memory zu schlagen, und wie man sieht schlagen sogar junge (!) Affen erwachsene Studenten in ähnlichen wissenschaftlichen Tests zur visuellen Erinnerungsfähigkeit.
Erwachsene Eidetiker und manche Autisten haben diesen Filter für´s Wesentliche nicht ausreichend entwickelt, stehen damit also auf einer sehr frühen Entwicklungsphase. Für Otto-Normalverbraucher werden sie zwar Objekt der Bewunderung, wenn sie sogar die Seitenzahl eines Lehrbuchbeitrags ihrem Prof zu nennen wissen, aber sie leiden, spätestens wenn die Praxis zuschlägt. Eidetiker zu sein, ist eher Fluch als Segen. Ideal wäre ein Posten bei der Telefon- oder Bahnauskunft, unmöglich bei der Kripo und überall, wo Rangfolgen festzulegen sind.



--
navallo
mart
mart
Mitglied

Re: Über das bessere Zahlengedächnis der Schimpansen
geschrieben von mart
als Antwort auf navallo vom 06.12.2007, 19:07:58
Vielen Dank navello, .... das war jetzt ein Irrtum, da ich den Originalartikel über die Schimpansen in Current Biology meinte. (Muß in Zukunft genauer sein!)


LG
mart
Anzeige