Aktuelle Themen Wie man unmögliche Gespräche führt ...
Mit Interesse lese ich z B den Thread zur Friedenspolitik.
Auch heute morgen ...
Kurze Zeit später stieß ich beim Surfen auf einem Beitrag auf Linkeding: https://de.linkedin.com/posts/carlos-a-gebauer-2b92b0192_wenn-ich-durch-soziale-medien
Zitat:
"Wenn ich durch "soziale Medien" blättere, bewegt mich immer wieder der oft hoch aggressive Ton, mit dem manche Akteure dort ihre Auffassungen vortragen. Themenabhängig wird an verschiedenen Stellen nüchtern-sachlich, an anderen hingegen emotional-entgleist kommuniziert. Peter Boghossian und James Lindsay werben in ihrem Buch "How to have impossible conversations" (deutsch: Die Kunst, schwierige Gespräche zu meistern) sehr eindrücklich für das Bemühen, miteinander zu reden statt zueinander. Der Grund für diesen klugen Rat liegt auf der Hand: "Menschen ändern ihre Überzeugungen nie, weil sie von jemandem geohrfeigt werden, der sie hasst." Und: "Es ist einfach, jemanden nicht zu mögen, der bösartig ist."
Mit aggressivem Gehabe kann man nicht überzeugen.
Interessant dann ein Kommentar dazu:
Zitat:
"Ich denke, es ist eher selten, dass der direkt Adressierte in sozialen Medien erreicht oder überzeugt werden soll, zumindest nicht, wenn man ihn abwerten oder provozieren möchte. Die Drittwirkung auf mehr oder weniger Unbeteiligte, der "Traffic", die Aktivierung der "Empörten" oder "Mitleidenden", eine Solidarisierung, das Gemeinschaftsgefühl, mögen eine größere Rolle spielen."
Ich gehöre tatsächlich zu denen, die unter Politik nicht mehr schreiben, weil es sich für mich als "vergebliche Liebesmüh" anfühlt.
Weder möchte ich "kämpfen, noch suche ich nach "Gleichgesinnten".
Irgendwie befinde ich mich immer im "Dazwischen".
Nun zum Threadtitel: Wie führt man unmögliche Gespräche?
Wer hat dazu Ideen?
Mareike
Unmögliche Gespräche kann man nicht führen, wenn sie unmöglich sind.😉
Aber ich weiß natürlich, was du ausdrücken willst.😉
Man könnte sich fragen: "Wieso scheint es unmöglich zu sein, sich ohne Anfeindungen über schwierige Themen auszutauschen?"
Mareike
Und da gilt oft (ausser bei den ausgemachten Friedensengeln) der alte Spruch:
"Wie man in den Wald hineinruft...."
Was mir eher oft durch den Kopf geht, ist das Publikum, das "unmögliche Gespräche" führt.
Kann es nicht sein, dass (hier) nur noch die übrig sind, die Spass an dieser Art von Diskussion haben? Insbesondere im Bereich "Politik".
(...)Auch wenn mir heute gesagt/geschrieben wurde, die likes anderer user gehen mich nichts an, bin ich direkt über Deinen letzten Satz gefallen. Ja so ist es. Und diejenigen, die Spass an dieser Art Diskussion haben, liken sich automatisch jeden ihrer Beiträge, nicht etwa, weil er den Tatsachen entspräche. Es ist der Gruppendynamik geschuldet. Und egal, was Du schreibst, Du würdest niemals ein like oder eine positive Reaktion von ihnen bekommen. Dafür aber - was mich betrifft - anerkennende Worte auf andere Weise. Und das von usern, die mir wichtig sind. Sich aber nicht dort einbringen wollen, was ich sogar verstehe.
Was mir eher oft durch den Kopf geht, ist das Publikum, das "unmögliche Gespräche" führt.
Kann es nicht sein, dass (hier) nur noch die übrig sind, die Spass an dieser Art von Diskussion haben? Insbesondere im Bereich "Politik".
Michiko
Wir schreiben hier in einem Seniorenforum.
Ich glaube, ein Seniorenforum bietet eine ganz besondere Dynamik.
Viele Teilnehmer haben entweder noch eigene Kindheitserinnerungen an den Krieg, haben die Zeit des Kalten Krieges bewusst miterlebt oder sind durch die Friedensbewegung der 1980er Jahre geprägt.
Die Frage „Genozid ja oder nein“ z B rührt hier oft an tief sitzende Traumata und moralische Grundüberzeugungen.
Wenn ich dies beim Lesen der Beiträgen berücksichtige, merke ich, dass sich meine Re-Aktionen verschieben.
Ich möchte dann nicht disputieren.
Ich möchte Fragen stellen.
Z B zur Thematik Genozid:
„Egal, wie man dieses Vorgehen nun rechtlich benennt – am Ende brennt sich das Leid der Betroffenen auf beiden Seiten wieder in die Generationen ein.
Wie seht ihr das: Wie kann man das Leid der Zivilisten stoppen, ohne die Sicherheit des jeweils anderen komplett aufzugeben?“
Ich strebe hier in diesem Faden keine politische Diskussion an, möchte vielmehr eine Anstoß geben, doch nochmal darüber nachzudenken, was mit den Diskussionen bezweckt wird, werden soll ......
und ob man das Gefühl, den Eindruck hat, auf dem richtigen Weg zu sein?
Mareike
Also Mareike, ich habe viele Meetings Seminare abgehalten, aber solch ein Titel habe ich noch nie gehört, ich gehe davon aus daß du ein Witz machst. 😉
Nun zum Threadtitel: Wie führt man unmögliche Gespräche?
Wer hat dazu Ideen?
Mareike
Gespräche basieren auf Fakten, auf Erfahrungen wo man logisch erklären kann wo der letzte verstehen sollte was man erklären möchte.
Anfechten darf man alles und das ist absolut normal,wenn man bessere Fakten hat wo das Rechthaberische nie im Mittelpunkt stehe sollte, Rechthaberei ist ein Zeichen von Schwäche, wird diese dann auch noch autoritär verteidigt ist die Diskussion vorbei.
Wenn ich als Unwichtige Person Likes gebe , dann bin ich mit dem Geschriebenen einverstanden, daß das sich manchmal auf eine Gruppe fokusiert ist normal. Selbe Interessen, selbe Überzeugungen, wäre dieser Kreis noch größer, besser wäre es.
Es hängt auch davon ab, was uns interessiert bzw. wie wir geprägt sind, gebe jedem Recht und du hast Frieden, so soll es nicht sein, wäre das der Fall, bräuchte man kein Diskussionsforum.
Das macht man am Stammtisch oder in einer durcheinander redente Gruppe. 😉
Jeder darf eine Aussage in Frage stellen, damit ein Austausch entsteht, ja man muß auch zugeben können daß man möglicherweise falsch mit seinen Aussagen liegt, dann startet ein Lernprozess der auch in unserem Alter wichtig ist. Das ist einer wichtigsten Punkte.
Wenn ich andere Überzeugungen wie eine Person X habe , werfe ich diese nicht über Bord um X zu Befrieden, das wäre falsch, ausser er kann mich überzeugen , der Lernprozess startet.
Phil, wo jetzt zu MCD fährt, zu einem Kaffee und höre dann der schnatternde Jugend zu, wo sehr entspannend ist. 😊
Wenn ich dies beim Lesen der Beiträgen berücksichtige, merke ich, dass sich meine Re-Aktionen verschieben.
Ich möchte dann nicht disputieren.
Ich möchte Fragen stellen.
Z B zur Thematik Genozid:
„Egal, wie man dieses Vorgehen nun rechtlich benennt – am Ende brennt sich das Leid der Betroffenen auf beiden Seiten wieder in die Generationen ein.
Wie seht ihr das: Wie kann man das Leid der Zivilisten stoppen, ohne die Sicherheit des jeweils anderen komplett aufzugeben?“
Ich strebe hier in diesem Faden keine politische Diskussion an, möchte vielmehr eine Anstoß geben, doch nochmal darüber nachzudenken, was mit den Diskussionen bezweckt wird, werden soll ......
und ob man das Gefühl, den Eindruck hat, auf dem richtigen Weg zu sein?
Mareike
Sorry Mareike, auf das Thema Genozid und wie man das Leid der Zivilisten stoppen könnte, möchte ich hier in diesem Faden von Dir nicht eingehen. Ich hatte auch den Eindruck, er war inhaltlich anders angelegt.
Michiko
Ich hätte stattdessen AfD oder Klimawandel oder verendeter Wal als Beispiel nennen können.
Gedanklich war ich allerdings noch beim Thread Friedenspolitik - daher mein Beispiel, dass selbstverständlich hier nicht weiter erörtert werden soll.
Es geht mir darum, mal nachzufragen, warum fällt es uns heute eigentlich so schwer, die Ohnmacht und die Argumente der Gegenseite überhaupt noch anzuhören, ohne sofort zu verurteilen?
Verlieren wir als Gesellschaft gerade die Fähigkeit zum Dialog?
Mit unserer Lebenserfahrung wissen wir doch, dass das Leben selten nur schwarz-weiß ist.
Mareike