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Aktuelle Themen Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten

Karl
Karl
Administrator

Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Karl
Liebe STler,

als Biologe ist mir kürzlich ein Gedanke gekommen, den ich mit euch diskutieren möchte.

Die chinesische Firma UBTECH hat gerade einen lebensgroßen humanoiden Roboter mit täuschend echter Silikonhaut vorgestellt – ausdrücklich fürs "Companionship", zum Umarmen gemacht. Gleichzeitig boomt in China und Japan der Markt für KI-Partner: Millionen junger Menschen führen inzwischen "Beziehungen" mit KI-Freunden oder -Freundinnen. Und all das trifft auf Gesellschaften, deren Geburtenrate längst weit unter 2 Kindern pro Frau liegt (Südkorea 0,80, China etwa 1,02, Japan unter 1,3). 2,1 Kinder pro Frau sind notwendig, um die Größe einer Population konstant zu halten.

Aus meinem Fach kenne ich ein Verfahren, das mich daran erinnert: die Sterile-Insekten-Technik (SIT). Dabei setzt man sterilisierte, aber paarungsbereite Männchen in eine Schädlingspopulation frei. Die Weibchen paaren sich ganz normal – nur entsteht dabei kein Nachwuchs. Über wenige Generationen bricht die Population zusammen. Ganz ohne Gift, ganz ohne Zwang – die Tiere merken nichts davon.

SIT-Megthode.png

Könnten besonders liebenswerte, verfügbare Roboter- und KI-Partner bei uns Menschen strukturell ähnlich wirken? Nicht aus böser Absicht, sondern als Nebeneffekt: Bindungsenergie fließt in eine Beziehung, aus der keine Kinder entstehen.

Ich sage das nicht als Roboter-Gegner – ich spare selbst auf meinen eigenen Pflegeroboter und finde vieles daran großartig. Aber ich glaube, wir sollten genau unterscheiden zwischen Robotern, die uns im Alter oder bei echter Einsamkeit helfen, und zwischen Beziehungsrobotern für junge Menschen, die eine Partnersuche ersetzen könnten, statt die eigentlichen Gründe fürs Alleinbleiben anzugehen.

Der Wendepunkt liegt in der Form und der Funktion. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen einer Maschine, die uns hilft, und einer Maschine, die uns ersetzt.

Wir müssen die Rolle von exakten Menschenkopien radikal hinterfragen. Ein Pflegeroboter muss nicht aussehen wie ein lebensechter Mensch mit künstlicher Haut, um das Bett zu machen oder beim Aufstehen zu helfen. Wenn Roboter so gebaut werden, dass sie die Grenze zwischen biologischem Leben und Maschine bewusst verwischen, dienen sie nicht mehr als Werkzeuge. Sie werden zu emotionalen Manipulatoren.

Nutzen wir Roboter als das, was sie sein sollten: großartige Assistenten, die uns den Rücken freihalten – damit wir mehr Zeit und Energie für echte, menschliche Beziehungen haben. Denn nur diese halten unsere Gesellschaft lebendig.

Beste Grüße
Karl

P.S.: Ausführlicher und mit Quellenangaben habe ich diese Gedanken auf meinem KI-Blog erläutert.
 
val
val
Mitglied

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von val
Ich gebe zu, lieber Karl, dass mir das Angst einflösst.
Erinnert mich vage an diese Horrorfilme, in denen Puppen lebendig und böse werden -
genre Steven King und Co.



gruss Val
werderanerin
werderanerin
Mitglied

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von werderanerin
als Antwort auf Karl vom 06.07.2026, 15:16:03
Wäre es nicht schlimm bis schädlich , wenn Beziehungsroboter jungen Menschen die eigentliche Suche nach einem menschlichen Partner "ersetzen" könnten...?

Manchmal kann diese Vorstellung der Zukunft schon auch Bedenken hervorrufen. 

Ein Roboter, der zukünftig im Alltag oder bei der Arbeit helfen könnte, egal wo..., den kann man sich gut vorstellen, zumal die ja schon zu haben sind, nur "Beziehungsroboter"...❓

...aber, wer weiß..., ich stelle mir gerade vor, wie mein Beziehungsroboter Paul durch die Tür kommt, mich in die Arme nimmt, den getätigten Einkauf lustig verstaut, nur essen braucht er ja nicht. Und ich...😒

Kristine




 
Reinhold0105
Reinhold0105
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RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Reinhold0105
Ich nutze nicht nur die seniorenfreundliche KI hier im seniorentreff. Ich nutze auch viel die KI chat funktion vom copilot. aber eine menschliche beziehung damit aufzubauen wär mir zuviel. über alle themen fragen stellen find ich ok. aber ich käm nicht auf die idee eine ki streicheln zu wollen.
Biznaga
Biznaga
Mitglied

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Biznaga
als Antwort auf val vom 06.07.2026, 15:36:56
Der Wendepunkt liegt in der Form und der Funktion. Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen einer Maschine, die uns hilft, und einer Maschine, die uns ersetzt.
 
So verführerisch es für uns klingen mag, dass Maschinen uns künftig unterstützen sollen, so wenig Vertrauen habe ich genau darin, dass zuverlässig dieser fundamentale Unterschied erkannt und realisiert wird.

Die Vergangenheit hat in so gut wie allen technischen Bereichen deutlich gezeigt, dass gemacht wird, was machbar erscheint.
Frei nach dem Motto: hinterher ist man klüger. Zurückrudern kann man ja immer noch....
Karl
Karl
Administrator

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Karl
als Antwort auf Biznaga vom 06.07.2026, 16:01:24
Hier ist noch ein Screenshot von der Vorstellung der neuen Roboter:

Bildschirmfoto 2026-07-06 um 16.21.11.png
Quelle: https://youtu.be/-JCCcR9qtYQ?is=p_0gcL5yvuNFnCzt

Japan und China sind beides alternde Gesellschaften, die Roboter benötigen werden, um die Pflege im Alter zu organisieren. Dadurch aber, dass sie sterile Partnermöglichkeiten für junge Menschen schaffen. vergrößern sie das Problem, das durch ihre geringe Geburtenrate entstanden ist. Auf seniorentreff.ai/blog werde ich mit mehr Details auf die Problematik eingehen.

Aber eins ist mir noch wichtig: Die Analogie mit der Insektenbekämpfungsmethode SIC möchte ich nicht als Alarmismuszeichen, sondern als Weckruf gewertet wissen. Anders als Insekten sollten wir in der Lage sein zu verstehen, wohin die Verbreitung steriler Partner führen würde. Menschen, die verstehen, können immer noch handeln. Wir sollten wachsam sein und nicht wie Insekten auf das Licht zufliegen, weil wir es für den Mond halten.

Karl
Mareike
Mareike
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RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Mareike
als Antwort auf Karl vom 06.07.2026, 15:16:03
Menschen neigen grundsätzlich dazu und haben auch das Bedürfnis, zu Gegenständen und Objekten ihrer Umwelt eine Beziehung aufzubauen, auch mit Maschinen.

Mit und ohne künstlicher Haut ...

Es ist doch jetzt schon so, dass das Handy häufig eher beachtet wird als das Baby im Kinderwagen.

Weniger Menschen auf dem Globus - wäre doch ein guter Nebeneffekt.

Auch wenn das für uns oder für zukünftige Alten (Überalterung der Gesellschaft) keine rosige Aussichten sind.

Mareike
Biznaga
Biznaga
Mitglied

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Biznaga
als Antwort auf Karl vom 06.07.2026, 16:36:28
 ❓Bist du sicher, dass dieses Posting als Replik auf meine Frage passend ist?
Karl
Karl
Administrator

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Karl
als Antwort auf Biznaga vom 06.07.2026, 16:40:34
Nun, ich wollte Dir und anderen Lesern das Bild noch nachliefern, damit uns klar wird, worüber wir reden.

Der letzte Textabschnitt ist dann etwas hoffnungsvoller als Dein Beitrag, weil ich davon ausgehe, dass sich Menschen der Gefahren bewusst werden und handeln - anders als Insekten. Aber vielleicht ist es nur eine Hoffnung.

Karl

P.S.: Ein Fragezeichen habe ich bei Deinem ersten Beitrag keines gesehen.
Karl
Karl
Administrator

RE: Warum uns lebensechte, sympathische Roboter auf sanfte Art und Weise umbringen könnten
geschrieben von Karl
als Antwort auf Mareike vom 06.07.2026, 16:37:23
@Mareike, Du schreibst

"Weniger Menschen auf dem Globus - wäre doch ein guter Nebeneffekt."

Das ist ein naheliegender Einwand, der bedeutet, dass Du davon ausgehst, dass die Geburtenrate kleiner 2,1 nur vorübergehend da sein wird. Falls nicht, bedeutet dies mit mathematischer Gewissheit:
Homo sapiens stirbt aus.

Karl 
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