Literatur Schöne Lyrik
Vielleicht kennt Jemand Silja Walter die Nonne »Sr.Maria Hedwig« aus Kloster Fahr nähe von Zürich.
Ich liebe ihre Gedichte. Sie ist im 2011 im Alter von 91 Jahren gestorben. Man hat gesagt, dass sie noch ins hohe Alter heimlich durch die Klostergänge getanzt sei.
Tänzerin
von Silja Walter
(dieses Gedicht hat sie im Alter von 19 Jahren geschrieben!)
Der Tanz ist aus. Mein Herz ist süss wie Nüsse,
und was ich denke blüht mir aus der Haut.
....
[Bitte beachte das Copyright! WM Margit]
Ich liebe ihre Gedichte. Sie ist im 2011 im Alter von 91 Jahren gestorben. Man hat gesagt, dass sie noch ins hohe Alter heimlich durch die Klostergänge getanzt sei.
Tänzerin
von Silja Walter
(dieses Gedicht hat sie im Alter von 19 Jahren geschrieben!)
Der Tanz ist aus. Mein Herz ist süss wie Nüsse,
und was ich denke blüht mir aus der Haut.
....
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Gewusst?: Silja Walter war die zweite von acht Töchtern des Verlegers, Schriftstellers und Nationalrates Otto Walter. Einziger Bruder war der Schriftsteller Otto F. Walter.
Ihre Wurzeln sind also in Olten zu finden.
Ihre Wurzeln sind also in Olten zu finden.
![](/community/public/img/emojis/wink.png)
Danke für das "wunderbare" Gedicht + die Erinnerung !!!
Ich habe sie mehrmals vor über 30 Jahren im Kloster Fahr besucht zur Vorlesung ihrer Bücher. Ich lebte in der Stadt Zürich + machte mit meinen Bekannten jeweils eine Wanderung !!!
Eine "feinsinnige" Frau !!!
Ein "stimmiges" Wochenende !!!
Habe heute mal wieder hier hereingeschaut und etwas Neues gelernt. Diese dichtende Ordensschwester war mir unbekannt, weshalb ich bei Wikipedia etwas nachgeforscht habe. Leider sind kaum Gedichte veröffentlicht, nur eines habe ich noch gefunden und hoffe dass ich mit der Veröffentlichung nicht gegen das Urheberrecht verstoße. Immerhin ist Silja Walter erst 2011 verstorben.
Bei Wiki habe ich u.a. folgendes gefunden. Vielleicht ist es einigen Lesern bereits bekannt.
Ihr erstes Gedichtbändchen - so erfährt man in ihren Kindheitserinnerungen «Der Wolkenbaum» - vergrub sie im Wald unter dem Moos: «für Gott». Vor ihrer Hinwendung zu einer dezidiert theologischen Poetik hat sie einige zauberhafte Gedichte geschrieben, in denen ein einsames weibliches Ich nach seinem Standort in der Welt sucht.
Mein kleiner weißer Hund und ich,
wir gehen durch alle Türen.
.....
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Was soll der kleine Hund bedeuten? Ihre Seele? Mit Sicherheit hat sie nicht einen buchstäblichen Hund im Sinn gehabt - oder weiß jemand darüber mehr?
LG Sirona
Bei Wiki habe ich u.a. folgendes gefunden. Vielleicht ist es einigen Lesern bereits bekannt.
Ihr erstes Gedichtbändchen - so erfährt man in ihren Kindheitserinnerungen «Der Wolkenbaum» - vergrub sie im Wald unter dem Moos: «für Gott». Vor ihrer Hinwendung zu einer dezidiert theologischen Poetik hat sie einige zauberhafte Gedichte geschrieben, in denen ein einsames weibliches Ich nach seinem Standort in der Welt sucht.
Mein kleiner weißer Hund und ich,
wir gehen durch alle Türen.
.....
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Was soll der kleine Hund bedeuten? Ihre Seele? Mit Sicherheit hat sie nicht einen buchstäblichen Hund im Sinn gehabt - oder weiß jemand darüber mehr?
LG Sirona
Der Alltag
Eingesponnen in die Pflichten
geh`n wir durch den Alltagstrott,
versuchen uns halt einzurichten,
mit Humor, mit Ernst und Spott.
Familiensorgen tun uns plagen.
Auch dem Geschäft man Tribut zollt.
Muckt man auf, heisst`s: "Nicht verzagen,
du hast es schliesslich so gewollt!"
Sind dann die Kinder ausgeflogen
und man schnauft erleichtert auf,
kommt die Enkelschar geflogen;
die haut noch viel fester drauf!
Doch wir wollen ja nicht klagen.
Was immer kommt wir packen`s an.
Hauptsache ist, man wird mal sagen:
"Der Mohr hat seine Pflicht getan!"
Schorsch, "alltag" 1993
Eingesponnen in die Pflichten
geh`n wir durch den Alltagstrott,
versuchen uns halt einzurichten,
mit Humor, mit Ernst und Spott.
Familiensorgen tun uns plagen.
Auch dem Geschäft man Tribut zollt.
Muckt man auf, heisst`s: "Nicht verzagen,
du hast es schliesslich so gewollt!"
Sind dann die Kinder ausgeflogen
und man schnauft erleichtert auf,
kommt die Enkelschar geflogen;
die haut noch viel fester drauf!
Doch wir wollen ja nicht klagen.
Was immer kommt wir packen`s an.
Hauptsache ist, man wird mal sagen:
"Der Mohr hat seine Pflicht getan!"
Schorsch, "alltag" 1993
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Re: Schöne Lyrik
geschrieben von ehemaliges Mitglied
Sirona, der Hund ist Sinnbild der Lebenskraft, im indischen Od genannt. Auf einigen alten Bildern sind weisse Hunde das Bild
für eine - auch soziale - Ordnung.
Im Gegensatz sind Hunde mit verzerrten Gesichtern bei Bildern
von Pilatus, als Christus vor ihn geführt wird, um verurteilt
zu werden und ähnlichen Situationen.
Die Katze ist Sinnbild für seelisches, der Esel für den
Körper, Franziskus nannte seinen Leib "Bruder Esel", und
der Hahn für unser waches Ich.
Schon sind wir bei den Bremer Stadtmusikanten. Wenn Du dieses
Märchen mit diesen inneren Bildern liest, wird Dir einiges
klar werden.
Bei den Gedichten der Schwester bin ich unsicher, ob man
sie veröffentlichen darf. Ich will nur darauf aufmerksam
machen.
Clematis
für eine - auch soziale - Ordnung.
Im Gegensatz sind Hunde mit verzerrten Gesichtern bei Bildern
von Pilatus, als Christus vor ihn geführt wird, um verurteilt
zu werden und ähnlichen Situationen.
Die Katze ist Sinnbild für seelisches, der Esel für den
Körper, Franziskus nannte seinen Leib "Bruder Esel", und
der Hahn für unser waches Ich.
Schon sind wir bei den Bremer Stadtmusikanten. Wenn Du dieses
Märchen mit diesen inneren Bildern liest, wird Dir einiges
klar werden.
Bei den Gedichten der Schwester bin ich unsicher, ob man
sie veröffentlichen darf. Ich will nur darauf aufmerksam
machen.
Clematis
@ Schorsch - Treffender kann man das Alltagsleben nicht beschreiben. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: "Grauer Alltag".
Mein Leben - Th. Fontane
Mein Leben, ein Leben ist es kaum,
Ich gehe dahin als wie im Traum.
Wie Schatten huschen die Mensch hin,
Ein Schatten dazwischen ich selber bin.
Und im Herzen tiefe Müdigkeit –
Alles sagt mir: Es ist Zeit ...
LG Sirona
![](/community/public/img/emojis/grinning.png)
Mein Leben - Th. Fontane
Mein Leben, ein Leben ist es kaum,
Ich gehe dahin als wie im Traum.
Wie Schatten huschen die Mensch hin,
Ein Schatten dazwischen ich selber bin.
Und im Herzen tiefe Müdigkeit –
Alles sagt mir: Es ist Zeit ...
LG Sirona
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Re: Schöne Lyrik
geschrieben von ehemaliges Mitglied
Sirona jetzt haben wir zu gleicher Zeit geschrieben,
ich grüsse Dich.
Clematis
ich grüsse Dich.
Clematis
Liebe Clematis, danke für die interessanten Erklärungen.
Etwas Ähnliches hatte ich mir schon gedacht. Seele - Lebenskraft - sehr passend!
Apropos Esel (Franz von Assisi) da fällt mit eine nette Anekdote ein, in der auch von "Eseln" die Rede ist.
Moses Mendelssohn (1729-1786), der Großvater des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, war im Berlin Friedrichs des Großen eine bekannte Figur. Zwischen dem König und dem Philosophen, der zugleich einer der einflussreichsten Repräsentanten des damaligen Judentums in Deutschland war, entwickelte sich im Laufe der Jahre eine freundschaftliche Verbundenheit.
Zu einem Essen, das Friedrich II. gab, hatte er auch Mendelssohn geladen. Kurz bevor die Gäste kamen, hatte der König einen witzigen Einfall, nahm die Tischkarte des Philosophen und schrieb unter den Namen Mendelssohn “… ist ein Esel”. Darunter setzte er ganz offen seinen Namenszug.
Als man zu Tisch ging, beobachtete er den Gelehrten genau, als dieser die Karte las, aber keine Miene verzog. Das ärgerte ihn, und er forderte Mendelssohn auf, doch vorzulesen, was auf seiner Tischkarte stände. Mendelssohn nahm die Karte und las ganz langsam, unter besonderer Betonung der Zahlwörter: “Mendelssohn ist ein Esel – Friedrich der zweite.”
(aus „Das große Buch der Anekdoten“)
LG Sirona
Etwas Ähnliches hatte ich mir schon gedacht. Seele - Lebenskraft - sehr passend!
Apropos Esel (Franz von Assisi) da fällt mit eine nette Anekdote ein, in der auch von "Eseln" die Rede ist.
Moses Mendelssohn (1729-1786), der Großvater des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, war im Berlin Friedrichs des Großen eine bekannte Figur. Zwischen dem König und dem Philosophen, der zugleich einer der einflussreichsten Repräsentanten des damaligen Judentums in Deutschland war, entwickelte sich im Laufe der Jahre eine freundschaftliche Verbundenheit.
Zu einem Essen, das Friedrich II. gab, hatte er auch Mendelssohn geladen. Kurz bevor die Gäste kamen, hatte der König einen witzigen Einfall, nahm die Tischkarte des Philosophen und schrieb unter den Namen Mendelssohn “… ist ein Esel”. Darunter setzte er ganz offen seinen Namenszug.
Als man zu Tisch ging, beobachtete er den Gelehrten genau, als dieser die Karte las, aber keine Miene verzog. Das ärgerte ihn, und er forderte Mendelssohn auf, doch vorzulesen, was auf seiner Tischkarte stände. Mendelssohn nahm die Karte und las ganz langsam, unter besonderer Betonung der Zahlwörter: “Mendelssohn ist ein Esel – Friedrich der zweite.”
(aus „Das große Buch der Anekdoten“)
LG Sirona
noch wegen Silja Walter
ich poste nur den Link
http://retro.seals.ch/cntmng?pid=ban-001:1956:31::113
ich poste nur den Link
http://retro.seals.ch/cntmng?pid=ban-001:1956:31::113