Forum Politik und Gesellschaft Innenpolitik Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)

Innenpolitik Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)

dutchweepee
dutchweepee
Mitglied

Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von dutchweepee
als Antwort auf pschroed vom 28.04.2015, 18:18:21
Die Autofabrikanten könnten nicht "auswandern", weil sie anderswo gar nicht die Infrastruktur und Fachkräfte haben, um Spitzenprodukte herzustellen.

P.S.:
Die deutsche Forstwirtschaft erwirtschaftet mehr als die Autoindustrie. Die kann auch nicht "auswandern".
pschroed
pschroed
Mitglied

Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von pschroed
als Antwort auf dutchweepee vom 28.04.2015, 18:21:45
Dutchweepee, du würdest dich wundern wie schnell das geht. In den 90ziger wurden in Holland zwei Produktionslinien kurzerhand stillgelegt und abgebaut in Kisten verfrachtet und in China Foshan wieder aufgebaut.Binnen zwei Jahren waren 400 Arbeitsplätze in Holland verschwunden. Ein Kollege von mir welcher an dieser Aktion beteiligt war, erzählte mir von unglaublichen Umständen sowie Szenen der Arbeitnehmer welche dieses Drama nicht glauben konnten.
Nein Dutchweepee es gibt keine Partei "die am Ruder ist" welche die Ökonomie mutwillig zerstört. Wie möchtest du das Volk ernähren ?

Phil.
Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von ehemaliges Mitglied
als Antwort auf dutchweepee vom 28.04.2015, 18:21:45
"Die deutsche Forstwirtschaft erwirtschaftet mehr als die Autoindustrie. Die kann auch nicht "auswandern"."


Na - nun übertreib mal nicht!
Die Forstwirtschaft erwirtschaftet 170 Mrd €. Das hat mich, als ich es zufällig vorgestern hörte, umgehauen. Hätte ich nie gedacht und jede Wette abgeschlossen, dass es deutlich weniger ist.

ABER - die Autoindustrie erwirtschaftet deutlich mehr, nämlich - mehr als das Doppelte (370 Mrd €).

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sarahkatja
sarahkatja
Mitglied

Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von sarahkatja
Ich bitte Euch, falls noch nicht geschehen, auf Wikipedia den Bericht oder die Aufklärung über das

Transatlantische Freihandelsabkommen zu lesen,

dann müßte jedem klar werden, dass es sich hier nicht nur um Clorhühner und genmanipulierten Mais handelt, sondern um viel weiterreichendere, nicht mehr zu regulierende Folgen.

Ein weiterer Schritt gegen die Demokratie und ein weiterer
Schritt in die Abhängigkeit. Für den Arbeitnehmer kein Vorteil.


Sarahkatja


Elizabeth Warren


Senatorin und Vorsitzende des Consumer Financial Protection Bureau in den USA, meinte, dass die Inhalte von TTIP geheim seien, weil die Öffentlichkeit – nach Ansicht der Unterstützer – bei Bekanntwerden dieser Inhalte gegen TTIP sein würde. Sie erklärte im Mai 2014:

„I actually have had supporters of the deal say to me ‘They have to be secret, because if the American people knew what was actually in them, they would be opposed.“

„Unterstützer des Abkommens sagten mir, die Gespräche müssten geheim sein, denn wenn das amerikanische Volk wüsste, was tatsächlich der Inhalt ist, wäre es dagegen.“
– George Zornick: Elizabeth Warren Reveals Inside Details of Trade Talks - The Nation.
adam
adam
Mitglied

Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von adam
als Antwort auf dutchweepee vom 28.04.2015, 14:19:36
Der Opportunismus von adam ist wirklich unbegreiflich. Wahrscheinlich hatte er nicht die 5 Minuten Zeit für eine kurze Information? Durch TTIP werden die paar demokratischen Regeln die es noch gibt ausgehebelt.


dutch,

wirklich unbegreiflich ist, daß Du der Ansicht bist, ein 5 Minutenfilmchen könne ausreichend über TTIP informieren.

Wichtig ist Dir anscheinend nur der Teil des Investitionsschutzes, aber die Verhandlungen darüber sind ausgesetzt.

Ein Grund dafür ist der Protest der Öffentlichkeit, teilweise auch schon aus Kreisen von Regierungen und auch aus dem EU-Parlament. Meiner Überzeugung nach läßt sich der Investitionsschutz, wie er von Konzernen gerne gesehen würde, nicht mehr realisieren. Das Thema wird weiter politisiert werden und schon fordern z.B. deutsche Regierungsmitglieder, daß die nationalen Parlamente TIPP zustimmen müssen. Auch international zeigen sich Brüche im System der Investitionszocker. Immer mehr Staaten kündigen bestehende Investitionsschutzabkommen der alten Art. Neue werden nicht mehr unterzeichnet. Konzerne werden sich auf herkömmliche Sicherungsmaßnahmen ihrer Investitionen besinnen müssen, wie Finanzierung über ortsansässige Banken oder Joint Ventures mit Firmen des Landes, in dem investiert werden soll.

Bisher habe ich ca. 3 Stunden investiert, um mich zu informieren und ich werde weitermachen. Also blicke bitte an das Ende Deines Rückens dutch. Dort ist der richtige Platz für Dein einseitiges, unzureichend informierendes Filmchen. Ich blicke derweil in die Zukunft, für die ein gemeinsamer Markt Europas mit den nordamerikanischen Staaten unverzichtbar sein wird.

--

adam
wandersmann
wandersmann
Mitglied

Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von wandersmann
als Antwort auf pschroed vom 28.04.2015, 17:49:30
Ich bin auch kein Freund vom Kapitalismus, wäre aber gespannt wie es ohne funktionieren würde


Kein Mensch auf dieser Welt braucht tatsächlich so was wie die "Globalisierung", und schon gar nicht deren verheerenden Folgen. Was die Welt braucht, wäre mal eine Pause, mal eine Auszeit, um in Ruhe nachzudenken, wie es denn wirklich hier weiter gehen soll.

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Tina1
Tina1
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Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von Tina1
als Antwort auf dutchweepee vom 28.04.2015, 18:11:46
Es ist der falsche Weg phil, wenn die Politik die Märkte bedient. Demokratie heißt noch immer HERRSCHAFFT DES VOLKES und nicht Herrschafft der Märkte oder gar der Multis.


In der DDR gab es doch die "HERRSCHAFFT DES VOLKES und nicht Herrschafft der Märkte oder gar der Multis". Oder?
Und warum ist das ganze dann gescheitert?
Tina
Tina1
Tina1
Mitglied

Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von Tina1
als Antwort auf pschroed vom 28.04.2015, 17:49:30
@Wandersmann

Ich bin auch kein Freund vom Kapitalismus, wäre aber gespannt wie es ohne funktionieren würde ?
Phil.

Ich bin auch kein Freund vom Kapitalismus. Aber die Geschichte hat
gezeigt das der Sozialismus nicht funktioniert hat.
Tina
pschroed
pschroed
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Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von pschroed
als Antwort auf wandersmann vom 28.04.2015, 22:00:53
Hallo Wandersmann.

Besonders in Bezug der Entkernung der Erde, wäre es an der Zeit global innezuhalten um weitere Klimakatastrophen weltweit zu verhindern. Die EU, ASIEN, USA bzw die ganze Weltwirtschaft wäre gut beraten das weitere Vorgehen zu Überdenken.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Phil.
adam
adam
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Re: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
geschrieben von adam
als Antwort auf pschroed vom 29.04.2015, 08:52:27
Die Hoffnung ist trügerisch Phil.

Das, was wir heute Globalisierung nennen, war und ist zu allen Zeiten der Menschheit ein Selbstläufer gewesen. Die Globalisierung ist nicht gemacht, sondern entwickelt sich aus den Fortschritten der Menschheit auf den unterschiedlichsten Gebieten wie Technik und gesellschaftlichem Denken.

Europa befindet sich einflussmäßig auf einem ständigen Rückmarsch. Sein Einfluß schwindet stetig und Putins neuer russischer imperialistischer Alleingang kommt zu Unzeiten. Statt die orthodoxe "Lebensweise" an die anderen europäischen Länder heranzuführen und ein gemeinsames, freundliches Gegengewicht zur Weltmacht USA zu bauen, dümpelt Europa einer gefährlichen, internen Auseinandersetzung entgegen, wird das alte Europa gezwungen, sich über den Atlantik auszurichten und seinen schwindenden Einfluß, ohne Russland, über einen gemeinsamen Markt mit den amerikanischen Kontinenten, zu erhalten.

Mit Russland könnte Europa dem islamistischen Druck standhalten und für Afrika eine Strategie entwickeln, die der überbordenden asiatischen Ausdehnung entgegenwirken könnte, der Russland alleine nicht standhalten können wird. Statt dessen kommt es im alten Europa zu einer demographischen Entwicklung, die die homogene Bevölkerungsentwicklung stören wird, die für eine weitere demokratische Entwicklung notwendig ist. Das geht zu schnell und auf der falschen Ebene vor sich. Kultureller Austausch war zu allen Zeiten wichtig für die menschliche Entwicklung, kulturelle Vermischung stärkt Gegensätze, wenn sie ungelenkt und unkontrollierbar zu rapide kommt.

Die Hoffnung sollte also darin liegen, einen Ausgleich mit Russland zu finden. Putin wird nicht ewig sein.

--

adam

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