Aktuelle Themen Sexismus und Werbung
Liebe Edita,Liebe Mane - ich bin mir nicht sicher, ob wir hier alle die gleiche Bedeutung vonManeEs scheint für Menschen, die sich gegen sexistische Werbung einsetzen, eine Sisyphusarbeit zu sein, weill es immer wieder auf die Agenda gesetzt wird - und sich nur sehr langsam etwas ändert. Auch die Auseinandersetzung mit Frauen, die alles gar nicht so schlimm finden und der Vorwurf, zu empfindlich zu sein - sie selber würden selbstbewusst darüber stehen - ist nicht förderlich.
"Sexismus und Werbung" meinen, ich mache einen großen Unterschied zwischen sexualisierter, im Sinne von erotischer, Werbung und eben sexistischer Werbung!
Sexistische Werbung beinhaltet für mich auf das Geschlecht bezogene Diskriminierung, z.B. wenn Frauen und Männer vorwiegend als Objekte sexueller Bedürfnisse dargestellt werden, wohingegen sexualisierte oder erotische Werbung durchaus auf Menschen "anziehend" wirken kann und keinen Raum für Diskriminierung läßt!
Wenn Frauen oder auch Männer so dargestellt werden als seien sie jederzeit und von Jedem zu haben, und dann das Ganze noch mit dementsprechenden primitiven zweideutigen Sprüchen begleitet ist, dann ist das Herabwürdigung und Diskriminierung, und das verurteile ich auch!
Aber nicht jede sexualisierte Werbung ist auch sexistisch!
Edita
da wirst du recht haben, dass nicht jede und jeder sich über den Unterschied bewusst ist. - es geht hier nicht um erotische Werbung. Auf der vorigen Seite habe ich über den Unterschied geschrieben:
Folgende Werbung für das Modehaus Saint Laurent, finde ich extrem sexixtisch. Wofür werben diese Magermodels in ihren erniedrigenden Posen eigentlich?Zitat von Mane:
In einer aktuellen Plakatwerbung klärt Pinkstinks z.B. über den Unterschied zwischen sexy Werbung und sexistischer Werbung auf. Natürlich ist es in Ordnung, bei einer BH-Werbung eine Frau in einem BH zu zeigen - die Frau allerdings als Deko-Objekt für die Werbung von Möbeln, Hundefutter oder Bodenparkett zu missbrauchen ist einfach plumper Sexismus. Es geht bei dem Kampf gegen sexistische Werbung also nicht gegen nackte Haut per se, sondern gegen Stereotypisierung, Erniedrigung und Diskriminierung durch sexistische Werbung.
Mane
sexy yes - sexism no
Saint Laurent
Ist sie auch! Wofür sie steht? Für Porno-Chic!
Folgende Werbung für das Modehaus Saint Laurent, finde ich extrem sexixtisch. Wofür werben diese Magermodels in ihren erniedrigenden Posen eigentlich?
Saint Laurent
Aber fairerweise muß man sagen daß die frz. Werbeaufsicht ARPP reagiert hat, und Saint-Laurant verwarnt hat und vor einer erneuten Wiederholung verletzender berufsständischer Regeln gewarnt hat, und zwar schon im März!
Edita
Oh Mane ich muß noch was nachschieben, meine Tussi hier hält mich wieder im Sabbeldauerstress, da vergesse ich meist die Hälfte!
Sagen wollte ich eigentlich noch, daß beworbene Firmen oder Label und die ausführenden Werbeagenturen und ihre Kampagnen nicht immer "die gleiche Botschaft" im Sinne haben, die Werbebranche boomt wie nie zuvor, da ist Kohle zu verdienen - auch wie nie zuvor, es ist aber für eine Werbeagentur schwer ins Gespräch und unter Vertrag zu kommen, darum denke ich, sind Kampagnen, auch wenn sie nach ein paar Tagen wegen Protest oder Androhung von Strafe abgebrochen werden müssen, für eine solche Agentur wie ein "Sechser im Lotto",
man ist im Gespräch!
Edita
Sie schreiben, dass es Ihnen alles recht "wurscht" sei. Was bedeutet es aber für die nachwachsende Generation, wenn sie z.B vor solchen Plakatwänden stehen? Wie erklärt man kleinen Kindern, dass die Tierschutzorganisation Peta für den Verzicht auf Fleisch ausgerechnet mit "Menschenfleisch" wirbt?
Mane
Soweit ich informiert bin, gibt es, wie auch für den Werberat in Deutschland, für die französiche Werbeaufsicht ARPP keine rechtliche Handhabe, geschlechterdiskriminierende Werbung zu verbieten. Sie dürfen warnen und rügen, aber wirkliche Machtbefugnisse haben sie nicht.Aber fairerweise muß man sagen daß die frz. Werbeaufsicht ARPP reagiert hat, und Saint-Laurant verwarnt hat und vor einer erneuten Wiederholung verletzender berufsständischer Regeln gewarnt hat, und zwar schon im März!
Edita
Der Werberat ist kein unabhängiges und neutrales Gremium. Er besteht aus Wirtschaftsvertretern, die sich selbst kontrollieren. Es liegt allein an den Unternehmen, zu entscheiden, ob sie eine Werbung zurückziehen oder nicht.
Bundesjustizminister Heiko Maas versprach den Schutz vor herabwürdigender Werbung zu verbessern und im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb zu verankern. Er hat viel Gegenwind bekommen, so dass er "keinen Handlungsbedarf mehr sieht. Schade!
Deutschlandweit wird es dieses Werbeverbot also zur Zeit nicht geben, in Bremen sieht es anders aus. Dort beschloss die Landesregierung kürzlich ein Verbot "sexistischer und/oder diskriminierender Werbung" im öffentlichen Raum.
Gruß Mane
ich finde den Spot schon sexistisch, weil er sehr frauenfeindlich ist und eine Braut mit einem Auto vergleicht. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln!
Vermutlich gilt hier nach wie vor ein alter juristischer Satz: wo kein Kläger(In),da kein Richter. Wenn doch, bleibt dann die juristische Klärung, wie sexistische und diskriminierende Werbung definiert wird. Das Interesse betroffener Frauen (wenn es die überhaupt in grosser Zahl geben sollte) erscheint nicht sehr gross.
Ich kann mir auch vorstellen, wenn es zu einem grösseren Prozess käme,dass dieser dann von den beklagten Unternehmen gerne angenommen wird. Es bedeutet dann auch grösser Aufmerksamkeit für deren beworbene Produkte und dafür kann man aus dem Werbeetat dann auch noch die Bussgelder (gerne) bezahlen. TV-Werbung und grosse Anzeigen kosten mehr. Olga
ich finde den Spot schon sexistisch, weil er sehr frauenfeindlich ist und eine Braut mit einem Auto vergleicht. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln!Hallo Jennifer,
du hast recht, der Vergleich von Frauen mit Waren ist sexistisch, besonders, wenn er den Eindruck vermittelt, dass Frauen wie das Produkt zu kaufen sind.
Mane
mich wundert es auch, dass die meisten Frauen/Männer stillschweigend mitansehen, wenn Frauen und auch Männer auf Rollenbilder festgelegt werden, die doch längst überholt sind oder auf ihre Sexualität reduziert werden. Die gesellschaftliche Realität ist in der Werbung noch nicht angekommen. Oft, aber nicht immer, kommt die Werbung über eine klassische Mutter-Vater-Kind-Familie nicht hinaus. Es ist wünschenswert, wenn Werbung vielfältiger wäre und auch Menschen einen Platz geben würde, die eben nicht der Norm entsprechen. Wenn ale Geschlechter in alles Lebenssituationen dargestellt würden, wären wir schon ein Stück weiter.
Mane
Die selbstsichere Frau verwischt nicht den Unterschied zwischen Mann und Frau – sie betont ihn.mich wundert es auch, dass die meisten Frauen/Männer stillschweigend mitansehen, wenn Frauen und auch Männer auf Rollenbilder festgelegt werden, die doch längst überholt sind oder auf ihre Sexualität reduziert werden.
(Coco Chanel)
Ist die gesellschaftliche Realität denn in der gesellschaftlichen Realität angekommen?Die gesellschaftliche Realität ist in der Werbung noch nicht angekommen.
Gesellschaftliche Realität ist nicht, was die Political Correctness will, sondern was wirklich gelebt wird.
Und die Werbung weniger erfolgreich. Denn die meisten Menschen träumen halt noch von der heilen Welt und wünschen sie teilweise zu erhalten / zurück.Oft, aber nicht immer, kommt die Werbung über eine klassische Mutter-Vater-Kind-Familie nicht hinaus. Es ist wünschenswert, wenn Werbung vielfältiger wäre und auch Menschen einen Platz geben würde, die eben nicht der Norm entsprechen. Wenn ale Geschlechter in alles Lebenssituationen dargestellt würden, wären wir schon ein Stück weiter.
Und Verkaufserfolg ist nun mal das Ziel von Werbung, nicht Political Correctness.