Zeit
Die Zeit geht nirgends hin, sie ist kein Ding, das sich irgendwohin bewegt. Was „verschwindet“, ist nur der jeweilige Moment, der für uns zur Erinnerung wird.
Physikalische Sicht
In der modernen Physik ist Zeit eine Dimension des Raum‑Zeit‑Kontinuums, vergleichbar mit einer Richtung, nicht mit einem Gegenstand, der verfließt oder gelagert wird. Ein Ereignis „hört nicht auf zu existieren“, sondern liegt fest an einer bestimmten Stelle in dieser vierdimensionalen Raumzeit, während sich unser Jetzt-Moment daran vorbeibewegt.
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
Umgangssprachlich sagt man: Die Zeit „geht“ aus der Zukunft durch die Gegenwart in die Vergangenheit. Philosophisch meint das: Die Zukunft ist noch nicht bestimmt, die Gegenwart ist der erlebte Moment, und die Vergangenheit ist das, was nur noch als Erinnerung, Aufzeichnung oder Wirkung existiert. Nichts wird irgendwo „hingebracht“; nur unser Erleben ordnet Ereignisse in dieses Schema ein.
Wahrnehmung und Gefühl
Das Gefühl, dass Zeit „verschwindet“, entsteht, weil Bewusstsein immer nur das Jetzt erlebt und Vergangenes nur noch indirekt in Form von Spuren (Gedächtnis, Fotos, Folgen von Handlungen) zugänglich ist. Darum kann dieselbe physikalische Zeitspanne je nach Aufmerksamkeit, Emotion und Aktivität subjektiv sehr kurz oder außerordentlich lang erscheinen.
Eine sehr gut verständliche Beschreibung für Etwas, das einem im fortschreitendem Alter immer schneller "davonläuft".
Lydia