Wie alles begann

Geburtstag


Mein Leben begann, wie es sich für einen anständigen Nachtschwärmer gehört, mitten in einer frischen Frühlingsnacht des Jahres 1963. Völlig unbemerkt von der Weltöffentlichkeit erblickte ich im Klever Krankenhaus zum ersten Mal das Licht der Welt.

Was ich da sah, gefiel mir wohl nicht sonderlich. Deshalb begann ich mein Leben außerhalb des Mutterleibes erst einmal mit einem kräftigen Protestschrei. Zu meiner größten Überraschung freuten sich alle anderen im Zimmer über meine Unmutsbekundung. Da fühlte ich mich zum ersten Mal völlig unverstanden. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein...


Einige Stunden nach meiner Geburt schickte meine Mutter meinen Vater und meinen Opa zum Standesamt, um mich dort anzumelden. Thomas, das war schon lange abgemacht, sollte ich heißen.

Ob das nun zu Fuß oder per Rad geschah, ist nicht überliefert. Ein Auto stand auf alle Fälle nicht zur Verfügung.

Fatalerweise lag eine beliebte Gaststätte auf dem Weg. Und die beiden fanden es durchaus angebracht, zur Feier des Tages mit einem Bierchen auf mich anzustoßen. Besonders Opa fand das. Opa war sehr erfinderisch darin, Gelegenheiten zu entdecken, auf die man anstoßen konnte.

Und auf einem Bein kann man natürlich nicht stehen. Kurz: Der kleine Zwischenstop schien wohl recht feucht und fröhlich gewesen zu sein. Und nach einigen Klaren wurde meinem Großvater klar, dass Thomas kein guter Name für mich war. Da war er sich ganz sicher.

Und so machte er meinem Vater, der nur äußerst selten ein Glas Bier trank und deshalb auch entschuldigt ist, schließlich klar, dass der Junge unbedingt Peter heißen muss. Eine großartige Begründung brauchte mein Vater wohl nicht. Und schließlich hatte Schwiegervater meistens recht.

Kurze Zeit später war es amtlich und besiegelt: Es gab einen Peter mehr auf der Welt.

Mutter trug es wohl mit Fassung. Immerhin hatte sie ja ein paar Stunden ihren Thomas. Sie ist vor kurzem 98 Jahre alt geworden - und hat sich schon - fast - an meinen neuen Namen gewöhnt.

Meinen Opa habe ich sehr gemocht. Er war ein sehr friedlicher, liebenswürdiger Mensch. Wenn ich zu Besuch kam, sagte er immer so was wie "Dr kütt de Pittermann " (Er kam aus der Eifel. Da ist der Peter der Pitter). Deshalb wählte ich sehr viel später "Pittermann" sozusagen als meinen Künstlernamen.


PS: Es liegt in der Natur der Sache, dass ich keine eigene Erinnerung an meinen Geburtstag habe. Aber so wurde mir die Geschichte schon oft von meinen Eltern erzählt. Opa habe ich leider nie dannach gefragt. Später erfuhr ich, dass er im Krieg dessertiert ist. Das hat mich dann noch mehr für ihn eingenommen. 

Das Bild habe ich mithilfe künstlicher Intelligenz (ein sehr sehr großes Thema für sich) erstellt. Modell: Dall-E im Rahmen eines kleinen Chat GPT-Abos.

 

Kommentare (4)

Ingira

Hallo Peter,
das ist eine schöne Geschichte... und herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag von Ingrid 

Pittermann Kleve

@Ingira  
Vielen Dank! Das Geburtsdatum auf dem Bild hat sich die KI allerdings selbständig ausgedacht. Ich habe gar nicht darauf geachtet, sonst hätte ich es korrigiert oder noch besser ganz weggelassen. Ich hatte schon im März Geburtstag 😊. Dir noch einen schönen Abend

Rosi65

Ein Hoch auf den Opa, der so einen schönen und zeitlosen Vornamen für seinen Enkel ausgesucht hat.👍

Rosi65

Agathe

Das ist doch ein fröhlicher Start ins Leben...🎶
Hoffentlich haben sie noch das richtige Datum für die Anmeldung erwischt! 
Lieben Gruss, Agathe 
 

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