Wer kontrolliert die Fernbedienung?
Liebe Mitmenschen reiferen Alters, Euch allen einen guten Tag!
Kennt ihr das auch? Manchmal schleichen sich Gedanken ein wie:
• „Die hat mir den ganzen Tag ruiniert mit ihrer aggressiven Art!“
• „Dass der Kerl mich ignoriert, ist eine Unverschämtheit!“
• „Diese Unpünktlichkeit macht mich rasend!“
Oft glauben wir, es seien die anderen, die uns den inneren Frieden rauben. Doch meistens stimmt das nicht.
Zwischen dem, was andere sagen oder tun, und unserer Reaktion darauf liegt ein entscheidender Schritt. Unsere Gefühle entstehen nicht durch das Verhalten anderer, sondern durch unsere Bewertung:

Durch die Bedeutung, die wir dem Ganzen geben, durch die Geschichten, die wir uns im Kopf dazu erzählen.
Unsere Gedanken entscheiden, ob wir uns verletzen lassen oder ob wir ruhig, souverän und gelassen bleiben. Kurz gesagt:
Was wir denken, macht den Unterschied.
Doch wie gelingt es, unsere Gedanken in hilfreiche Bahnen zu lenken?
Dafür gibt es unterschiedliche Techniken und Methoden, zum Beispiel:
• Verständnis: „Der arme Kerl ist geistig abwesend, wahrscheinlich hat er Sorgen.“ oder „Vielleicht hat sie einfach nur den Bus verpasst.“
• Selbstbehauptung: „Von dieser Beißzange lasse ich mir doch meine gute Laune nicht verderben.“
• Humorvolle Gelassenheit: „Wenn ich den reden höre, muss ich immer an Rumpelstilzchen denken.“
Ob andere uns tatsächlich schlecht behandeln oder ob wir uns das nur einbilden, ist unerheblich. (Meist bilden wir uns das nur ein. Die meisten Menschen haben Wichtigeres zu tun, als uns zu kujonieren. Oder sie haben triftige Gründe für ihr Verhalten, von denen wir nichts wissen.)
Aber selbst dann, wenn es sich um Menschen handelt, die uns bewusst provozieren oder verletzen wollen – was brächte es, ihnen Macht über unsere Befindlichkeit einzuräumen?
Vom Coach Robert Betz stammt folgendes Bild:
Wenn wir uns durch das Verhalten anderer Menschen aus der Ruhe bringen lassen, übergeben wir ihnen die Fernbedienung für unsere Gefühle. Wir erlauben ihnen, per Knopfdruck zu bestimmen, wie es uns geht.
Vielleicht fragen wir uns beim nächsten Mal, wenn wir im Begriff sind, uns über jemanden zu ärgern:
„Will ich dieser Person wirklich Macht über meinen inneren Frieden geben oder behalte ich meine Fernbedienung lieber selbst in der Hand?“
Herzliche Grüße
Kurt20
Kommentare (10)
@Kurt20
Ich versuche nicht mehr Alles an mich rankommen zu lassen, habe gelernt negative Personen, die mir nicht gut tun, zu vermeiden oder auszublenden. Es glingt mir nicht immer……..
soll ich Deinen Lieblingsspruch wiederholen?
Da ich ja ein sensibler Mensch bin, gehen mir manche Worte ins Fell , wie oft nehme ich mir vor
schaffe es nicht immer abzublocken, weil ich auch nicht jeden Tag gleich bin, wer kann das schon? Ja, ich würde gerne immer die Oberhand behalten, nur meine Burgtor reagiert nicht so schnell und ist behäbig, ich schaffe es immer wieder, nach einer Weile……..ich box mich durch.
Euch Allen einen schönen SamstagAbend und bleibt positiv, wünscht herzlich der 🦋
@Schmetterling04
24. Januar 2026

Liebe Moni,
danke für deinen freundlichen Kommentar.
Du schreibst: Ich versuche nicht mehr Alles an mich rankommen zu lassen, habe gelernt negative Personen, die mir nicht guttun, zu vermeiden oder auszublenden. Es gelingt mir nicht immer …
[Lieblingsspruch ist Insidern inzwischen bekannt 😉]
Auch ich schaffe das noch viel zu selten. Zwar sind wir heutzutage vermutlich seltener mit verbalen Angriffen oder wirklich niederträchtigem Verhalten konfrontiert als früher, wie ich schon an Hubert schrieb. Aber ab und zu ist man doch mit entgleisten Mitmenschen konfrontiert.
Ich ziehe mich dann zurück, aber innerlich rumort es doch. Das kann doch nicht gesund sein 😉.
Könnte man das Gift unschädlich machen, bevor es wirkt? Theoretisch ja.
Die Kunst besteht darin, Kurzschlussreaktionen zu vermeiden. Eine Kurzschlussreaktion entsteht, wenn man die Bewertung überspringt und stattdessen sofort zu reagiert:

Aber grau ist alle Theorie. Den meisten von uns gelingt es nur manchmal, zuerst angemessen lange und gründlich nachzudenken, bevor wir reagieren.
Das ist natürlich, wir sind ja keine Maschinen. Aber es immer wieder zu versuchen kann ja nichts schaden.
Die Zeit vergeht so unglaublich schnell, man sollte sie nicht mit vermeidbarem Ärger vergeuden.
Herzliche Grüße
Kurt
@Kurt20
leider ist es mir und meinem Temperament NICHT gegeben alles abzublocken, manchmal erwischt mich ein Kommentar schutzlos dann reagiere ich blitzschnell aus der Hüfte, weil es mir weh getan hat. Ein Glück sehe ich es nach einer Weile des
objektiven Denkens ein und wer dann eine Entschuldigung bekommt ist einer von der „Auserwählten“ , tja so bin ICH 🦋🙋♀️
@Schmetterling04
25. Januar 2025
Hallo Moni,
gerade lese ich: „Ältere Menschen sind gelassener, nehmen Kleinigkeiten nicht so schwer und liassen sich treiben …“
Na, schön wär’s. Wer mit dieser Fähigkeit gesegnet ist, ist gut dran. Ich gehöre nur bedingt dazu, und wie ich Deiner Nachricht entnehme, Du auch.
Aber kein Grund zur Panik – was nicht ist, kann ja noch werden.
Wir üben weiter und werden dabei immer besser 😉
Herzliche Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
Wie verhindere ich, dass andere mir den Tag vermiesen?
So schwer ist das gar nicht, denn als Ruheständler kann ich mir aussuchen, mit wem ich zu tun habe. Und solche Typen, wie du sie beschreibst, gehören nicht dazu.
Und eine Fernbedienung für mich ist unerreichbar für diese Miesepeter.
Früher, im Berufsleben, hätte es sich gelohnt mir über dieses Thema den Kopf zu zerbrechen, heute nicht mehr.
Herzliche Grüsse
Hubert
@Songeur
Hallo Songeur, unwillkürlich kommt mir die Idee, wie wäre es denn einmal zu versuchen, dem anderen keine Angriffsfläche zur Verfügung zu stellen.
Es liegt doch auch an mir selbst den anderen zu reizen oder eben nicht zu reizen.
Gruß von Lenova46
@Songeur
22. Januar 2026
Lieber Hubert,
danke Dir für Deinen Kommentar.
Ja, heute sind viele von uns vermutlich seltener mit verbalen Angriffen oder wirklich niederträchtigem Verhalten konfrontiert als früher. (Obwohl, genau kann man das nicht sagen. Wer weiß schon, was hinter verschlossene Türen sich abspielt)
Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, wird mir so richtig bewusst, was man sich damals von Lehrern oder anderen „Erziehungsberechtigten“ gefallen lassen musste. Verbale Entgleisungen und kleine wie große Gemeinheiten gehörten zum Alltag.
Es waren zwar nur wenige von der richtig fiesen Sorte, aber die konnten das dann besonders gut. Und die Generationen vor uns hatten es oft noch schwerer und mussten sich nicht selten sogar verprügeln lassen.
Hätte man damals schon über Techniken und innere Haltungen verfügt, um solche Übergriffigkeiten ins Leere laufen zu lassen, sie mit Gelassenheit wegzustecken, wäre manche Tränen ungeweint geblieben.
Aber vorbei ist vorbei.
Wenn uns heute jemand „von der Seite kommt“, versehentlich oder absichtlich, sind wir bestens gerüstet.
Heute wissen wir, durch so einige Jahrzehte Erfahrung: Unser Leben wird letztlich nur zu zehn Prozent von dem bestimmt, was uns widerfährt. Die restlichen neunzig Prozent liegen in unserer Reaktion.
Herzliche Grüße
Kurt
Schön geschrieben...ist das aber so...sind es nie "die anderen", habe nur ich die "Macht", positiv und gelassen zu sein...? Da habe ich meine Zweifel, lieber Kurt.
Du schreibst - was wir denken, macht den Unterschied -.... ❓
Ist es nicht auch so, dass ein aktives Miteinander meist eben auch Reaktionen, Feedbacks nach sich zieht, positive wie oft auch negative...?
Ich sag mal so, ich würde mich fast nie mit Menschen "abgeben", die mir nicht gut tun, einfach gesagt, die ich nicht riechen kann, die vorneweg arrogant rüberkommen, meide ich.
Sie wären fast nie meine Ansprechpartner. Natürlich gibt es überall Menschen, mit denen man dennoch zurecht kommen muss, ob man nun möchte oder nicht. Das aber schränke ich dann eben ein...soweit es mir möglich ist. Was ich aber tue..., ich versuche, meinen Standpunkt zu erklären. Ob das immer hilft...keine Ahnung.
Ich denke, dass es immer an der jeweiligen Kommunikation liegt, ob etwas gelingt, sich gut anfühlt oder nicht. Es gibt in meinen Augen "fast" nie DEN einen, der Schuld an irgendetwas hat.
Hat nicht jeder Mensch für sich einen Charakter, ist geprägt von Erziehung, Bildung, Familie u.a. Menschen, aber auch von der Umwelt, wo lebt man u.v.a.m... Alles hat mit allem zu tun.
Das ist mein persönliches Gefühl, mehr nicht..., andere mögen anders fühlen, denken...aber ein einfach gibt es für mich nicht.
Aber die "Fernbedienung" versuche ich selbst in der Hand zu halten.
Kristine
@werderanerin
21. Januar 2026
Liebe Kristine,
vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar. Du fragst: „Habe nur ich die Macht, positiv und gelassen zu sein?“
Davon bin ich zutiefst überzeugt, liebe Kristine.
Andere können nicht in meine Haut schlüpfen. Nur ich allein bin in der Lage, meine Befindlichkeit zu steuern.
Hier setzt das von mir propagierte Modell an (das natürlich nicht von mir stammt).
Jemand (hier als Person X bezeichnet) sendet Nachrichten aus. Diese erreicht mich und ich kann sie auf ganz unterschiedliche Weise interpretieren: als wichtig oder unwichtig, interessant oder nichtssagend, freundlich … oder eben auch als unfreundlich.
In letzterem Fall kann es passieren, dass sie an meinem Seelenfrieden kratzt, und der ist mir heilig.
Und damit zur Kernaussage: Mit Hilfe meines Denkens versuche ich, solche potenziell „gefährlichen“ Nachrichten zu entschärfen, soweit es mir möglich ist, damit sie keinen größeren Schaden anrichten.
Das gelingt mir bei weitem nicht immer, "aber immer öfter" 😉.
Einen schönen Abend und
herzliche Grüße
Kurt
Moin Kurt, eben bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden.
Das hier vorliegende Thema gefällt mir ausgesprochen gut.
Beschäftigt es mich doch aktuell.
Nun kann ich zwar daran arbeiten, das Mitmenschen keine Macht über mich bekommen, die sich auf meine Laune auswirkt, aber das ist heikel so eine Errungenschaft zu erwerben.
Im Grunde genommen ist auch eine wehrhafte Reaktion nicht zu verachten. Flüchten oder Standhalten? Ich entscheide mich fast immer für das Standhalten, weil Flüchten nichts löst.
Freundliche Grüße von Henriette
@kurt20