Wenn sie vorbei geht ...
zieht schweißperlen
über ihren glühenden körper
und ins rotbraune haar
es dürstet sie
nach freiheit
die sie abends am see
fühlen kann
auf dem weg dorthin
öffnen sich
fenster und gartenzäune
blicke kleben an ihrem roten kleid
die männer im wohnviertel
träumen von ihren lippen
glänzend vom wein
im hellen mondlicht
küsse die alles vergessen lassen
die zeit – pflichten – sich selbst
beim spiel mit dem feuer
dort am ufer
der junge aus dem dritten haus
verfolgt jeden ihrer wiegenden schritte
wenn sie vorbei geht
schüchtern flieht er in seine träume
sie spürt den blick
bohrend im nacken
und die narben des lebens
lassen sie grenzen fühlen
*
* den letzten Satz habe ich abgeändert*
06/2026
(C) Ingrid Bezold
Foto Pixabay - bearbeitet mit Polish
Kommentare (21)
Liebe cecile, protes,Marlen Roxanna,Monalie und Flaklander
ich bedanke mich ganz herzlich bei euch.
Ingrid
Liebe Ingrid,
viele Maler waren sicher von der weiblichen Gestalt im roten Kleid fasziniert, denn es gibt tatsächlich viele Bilder von diesem Motiv. Bei Deinem Gedicht, liebe Ingrid, dachte ich sofort an Edward Hopper, der seine gemalte Hauptfigur immer sehr einsam, aber mit der unerfüllten Sehnsucht nach Liebe gemalt hat. Die rote Farbe des Kleides symbolisiert dabei die Leidenschaft, Erotik und Energie der Frau.
In Deinem Gedicht hast Du der Protagonistin genau die richtige Kleiderfarbe gegeben, und obwohl diese Frau einsam und unsicher ist, (so mein Eindruck) kokettiert sie gerne, damit sie beachtet wird.
"Nachtschwärme" von Edward Hopper -1942-![]()
"An der Tankstelle" Edward Hopper -1950 - Fotos kostenlos/Posterlounge
Viele Grüße
Rosi65
Nachtrag:
Sorry, ein Buchstabe hat sich wohl aus dem Staub gemacht.😏
Der Titel des ersten Bildes lautet natürlich "Nachtschwärmer."
Rosi65
@Rosi65
Liebe Rosi,
danke für deine Interpretation und das Teilen der Fotos. E.Hopper war mir unbekannt.
Liebe Grüße
Ingrid
Gedankenwellen,
spitz-brennend erspürt
aus rein femininen Wortreichen,
aufwallend bildhaft träumend,
nicht verlangend und doch
(un)heimlich lockend...
..............
Syrdal
Wie Feuer und Flamme so glühend deine Zeilen,
da spielt auch meine Fantasie mit.
Meine liebe Ingrid, danke fürs lesen.
Liebe Grüße ❤️ lichst Marlen
@Marlen13
das freut mich, wenn ich deine Fantasie anregen konnte, meine liebe Marlen.
Danke und liebe Grüße
Ingrid
Viel Sinnlichkeit, liebe Ingrid hast du in dieses Gedicht hineingeschrieben. Als Gedanke kam mir in den Sinn, warum sie mit ihrem roten Kleid solche Signale aussenden will, die Männer zum "träumen" bringt. Wie geht das zusammen mit den Narben des Lebens und den Schmerzen auf ihrer Seele. Vielleicht muss da in eine andere Richtung gedacht werden, die sich mir irgendwie nicht erschließt.
Es gab mal einen Film, ziemlich düster soweit ich mich erinnern kann, da lebte eine schöne Frau irgendwo auf einem Dorf allein, wo sich ähnliches abspielte. Von den Frauen wurde sie wegen ihrer Schönheit und erotischen Ausstrahlung gehasst. Der Film endete tragisch. Titel fällt mir gerade nicht ein.
Herzlichen Gruß
Brigitte
@Roxanna
Liebe Brigitte,
dieses Gedicht hatte ich kürzlich etwas anders als Parallelgedicht einem Mitautoren geschrieben.
Hier überlasse ich es den Lesern, ob sie den Focus auf den pubertierenden Jungen lenken wollen, oder auf die Frau, die aus irgend einem Grund enttäuscht worden ist.
Das Kleid war in meinem Text erst gelb, aber auf meinem Foto rot - deshalb die Farbe
Danke für den schönen Kommentar
Liebe Grüße
Ingrid
@Winterbraut
Jedenfalls regt dein Gedicht die Fantasie an, liebe Ingrid 😉.
Lieben Gruß
Brigitte
@Roxanna
Liebe Brigitte,
war das nicht die Juliette Binoche in " Chocolat"? Eine tolle Frau...
@Winterbraut
Nein, liebe Ingrid, der Film war es nicht. Der, den ich meine spielte in Griechenland. Die Frauen in dem Dorf waren alle schwarz gekleidet und trugen Kopftücher. Diese Frau mit der tollen Ausstrahlung war eine junge Witwe und die Männer waren alle verrückt nach ihr.
@Roxanna
Ja!!!!
Anthony Quinn tanzte Syrtaki. Den Film habe ich auch gesehen. Ich weiß den Titel nicht mehr.
@Winterbraut
@ Roxanna
Ein wunderbarer Text, der mich tatsächlich auch an diese schöne Witwe und ihr grausames Ende erinnerte.
Der Film hiess übrigens Zorba The Greek, nach dem gleichnamigen Roman des griechischen Schriftstellers Nikos Kazantzakis.
Gruß
Cécile
@Roxanna
ICH FREU MICH SO!!!!!
Liebe Brigitte,
Vielen Dank für dein Mitgehen.
Herzlichst Ingrid
LIebe Ingrid,
die Frau im roten Kleid auf mich bezogen war für Mich (früher natur-rothaarig) immer ein „no-go“ Wie man jetzt sagen würde. Ich habe als Kind immer für. Eine Haarfarbe gehänselt und rote Kleider standen mir nicht….zumindestens habe ich mir das eingebildet und erst Ewigkeiten später als ich selbstbewusster war..merkte ich dass gar nicht stimmte… Von da an trug ich rot in allen Schattierungen….. und es stand mir..
Daran musste ich denken als ich deine tollen Zeilen las….
Einen feuerroten Gruß zu Dir
Angelika