Weihnachten und Neujahr (9)

Guten Tag!
Falls Euch meine guten Wünsche für 2026 noch nicht erreicht haben, hier nochmals (doppelt hält besser):
Euch allen einen guten Start ins neue Jahr und für 2026 nur das Allerbeste!
Habt Ihr den Beginn des neuen Jahres gefeiert wie es sich gehört? Die bösen Geister vertrieben, den einen oder anderen Schluck getrunken und Euch einen Zehnerpack guter Vorsätze zurechtgelegt?
Letzteres ist vielleicht vertane Liebesmüh‘:
Rolf Dobelli, Bestsellerautor und Lebenskunst-Experte, wurde letztes Jahr gefragt, was er sich fürs neue Jahr vorgenommen habe. Seine Antwort:
„Gar nichts. Das klappt ja eh nicht, das wissen wir aus der Forschung und dem eigenen Leben.“
Und die Autorin Daniele Muscionico schreibt:
„Neujahrsvorsätze sind dazu bestimmt, in Schönheit zu scheitern. Das ist ihre Natur. […] Wir binden uns gerne selber einen Bären auf im Wissen, dass unterm Pelz der innere Schweinehund steckt.“ [1]
Daher folgender Vorschlag: Dieses Jahr keine der üblichen Neujahrsvorsätze.
Stattdessen im Laufe des Jahres 2026 die eine oder andere Angewohnheit verfeinern, die dazu geeignet ist, unsere Lebensfreude zu erhöhen (natürlich ohne Garantie).
Meine Wahl sieht so aus:
(1) Ballast über Bord. Vielleicht kann ich mich von einigem trennen, das mir nicht guttut (Gewohnheiten, Gegenstände, Menschen, …). Hat sich die letzten Jahre bewährt.
(2) Mich nicht selbst unter Druck setzen. Kernsätze: „Mach es so gut du kannst. Mehr geht nicht.“ und „Es dauert genau so lange, wie es dauert.“
(3) Noch seltener in die Speichen fassen. Grundregel: Versuche nie, etwas zu verändern, worauf du keinen Einfluss hast. Begründung: fundamental wichtig und hoch wirksam; hilft dabei, ein freundlicher, heiterer, umgänglicher Mitmensch zu werden und zu bleiben.
Was habt Ihr Euch vorgenommen für 2026? Ich bin gespannt.
Herzliche Grüße
Kurt 20
[1] Daniele Muscionico, Artikel in der NZZ, 08.01.2018.
Kommentare (17)
Hallo Kurt,
bei mir ist es umgekehrt. Ich habe mir seit langer Zeit zum ersten Mal wieder etwas vorgenommen.
1) Mich möglichst nur mit Menschen zu umgeben, zu tun haben, die mir guttun. Gar nicht so einfach, das Loslassen, habe ich festgestellt, aber manchmal muss es sein.
2) Modewort Entschleunigung. Mir wieder mehr Raum/Zeit für mich zu nehmen. Das eine oder andere muss pausieren, das Gespräch ist angekündigt, kommt noch in dieser Woche.
Da hat der Rolf Dobelli doch nicht immer recht.
Ach doch, einen Vorsatz habe ich doch noch. Es geht um mein Handy. Ständig (fast) habe ich es bei mir und wenn es "Laut gibt", ZACK mal fix einen Blick darauf. Das muss nicht unbedingt! Einmal am Tag reicht doch auch! Oder zwei Mal.....oder so ......
Das wird schwierig, ich merke es.....Das liegt bestimmt an Herrn Dobelli....😉.
Trotzdem....ein wundervolles Jahr 2026 wünsche ich allen 🍀🍀!
Gruß Katharina 🌺
@Sommerzauber
06. Januar 2026
Guten Abend Katharina,
keine Frage: Der Dobelli irrt sich oft, wie wir alle.
Aber zu Deiner Nummer 2) habe ich bei ihm ein schönes Ritual gefunden:
An jedem Silvesterabend schreiben er und seine Frau die Namen jener Menschen, die sie aus ihrem Leben entfernen wollen, auf Zettelchen, die sie anschließend verbrennen.
Das klingt nach Hokuspokus, aber es scheint bei ihm zu funktionieren.
Er behauptet, es gebe kaum noch Arschlöcher in seinem Leben.
Das mit den verbrannten Zettelchen ausprobieren? Warum nicht. Probieren geht über Studieren 😉.
Herzliche Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
ich habe mir für 2026 vorgenommen, keine Vorsätze zu treffen, die 365 Tage anhalten. Stattdessen nehme ich mir morgens etwas für den Tag vor. Das kann ich einhalten, wobei ich auf äussere Einflüsse natürlich keinen Einfluss habe. Das ist dann aber auch okay.
LG Gisela🙋♀️
@Globetrotter
06. Januar 2026
Liebe Gisela,
das scheint mir eine gute Methode zu sein.
Herkömmliche Neujahrsvorsätze ähneln sich Jahr für Jahr: Mehr Sport treiben, gesünder essen, Abnehmen, Stress reduzieren, mehr Zeit für Familie und Freunde, mehr schlafen, mehr lesen, weniger Zeit am Bildschirm …
Bei der Verwirklichung stößt man auf mindestens zwei Hindernisse:
(1) Man hat sich den Karren viel zu vollgeladen und
(2) man wählt Vorsätze, die „fremdbestimmt“ sind.
Deine Methode umgeht diese Hindernisse:
(1) Jeden Tag nur einen Vorsatz umzusetzen, ist überblickbar und die Chancen, dass das gelingt, sind gut.
(2) Jeden Morgen kannst Du erneut entscheiden: „Will ich das wirklich?“ Wenn nicht, kannst Du den Vorsatz verwerfen oder verschieben; morgen ist auch noch ein Tag. (Über einen erfolgreichen Schweizer Manager habe ich gelesen, dass er fast alles erst einmal liegen lässt. „Die wirklich dringenden Sachen kommen auch ein zweites und drittes Mal“)
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deiner Methode.
Herzliche Grüße
Kurt
@Kurt20
Noch bewusster meinen Tagesablauf anpassen, für mich heißt das …….nicht immer zu vieles in einen Tag packen zu wollen. Moni denk dran Du bist älter, Du mußt niemand mehr etwas beweisen. Dein Leben war hektisch und anstrengend genug.
Vorgenommen …….vieles verschenken was mit zu viel geworden ist. Entrümpeln was mein
“Sammler“ hortet, klar nur wenn er nicht da ist weil er sonst in die Tonne kriecht und vieles wieder raus holt. Nein, bitte nicht lachen……hatte ich schon mal, das war eine uralte Tennishose die bereits die 40 überschritten hatte, der Bund ausgeleiert und ein Loch klaffte im
P. (Rate mal wo?) Ja, zum Schluss hab ich sie zerschnitten, er war selber schuld.
Ein kleiner Einblick in das was ich vorhabe aber nicht zwingend erreichen muss.
Ein Gruss in die Runde der Schreiberlinge mit dem Wunsch, erlebt das Jahr 2026 gesund,
herzlichst Euer 🦋
@Schmetterling04 
04. Januar 2026
Hallo Moni,
Du hast Dir vorgenommen:
Noch bewusster meinen Tagesablauf anpassen, für mich heißt das …….nicht immer zu vieles in einen Tag packen zu wollen.
Eine gute Idee denke ich:
Wir müssen nicht mehr funktionieren. „Immer mehr, immer schneller, immer oberflächlicher“ war gestern. Die meisten von uns waren lange genug im Hamsterrad.
Die Frage ist weniger, was tun oder lassen? Die Frage ist eher: Fühlt es sich gut an oder nicht?
Vielleicht gelingt es uns 2026 sogar, so viele Aktivitäten wie möglich zu vermeiden, die sich nicht gut anfühlen.
Das geht nicht immer, „aber immer öfter“ (um meinen Lieblingswerbespruch zu zitieren).
Herzliche Grüße
Kurt
@Kurt20
Es geht dann wenn wir Tage haben wo wir uns bescheiden zurück nehmen und uns nicht mehr als soooo wichtig betrachten. Denk ich …..ist eine Lösung , Gruss Moni
Hallo Kurt!
Vorsätze fasse ich eigentlich meist in Momenten, in denen ich irgendetwas vermasselt habe.
Johann Nestroy sagte einmal etwas, das man nicht ernsthaft abstreiten kann:
Alles Gute für 2026
@keyly
04. Januar 2026
Liebe Lydia,
„Vorsätze fasse ich eigentlich meist in Momenten, in denen ich irgendetwas vermasselt habe.“
Diese Art von Vorsätzen kenne ich gut, liebe Lydia: (1) „Ausrutscher“ → (2) leichtes Reuegefühl → (3) „In-Sich-Gehen“ → (4) Besserung geloben oder zumindest beschließen → (5) guter Vorsatz → (6) Nachhaltigkeitstest (nicht verpflichtend)
Habe ich schon tausendmal „erprobt“. Mein Favorit: „Nie wieder Alkohol!“.
Letzte praktische Anwendung am Neujahrsmorgen.
Nachhaltigkeitstest steht noch aus 😉
Dir ebenfalls alles Gute für 2026!
Herzliche Grüße
Kurt
@Kurt20
Lieber Kurt!
Den Nachhaltigkeitstest bei deinem am Neujahrstag gefaßten Vorsatz kannst du getrost sausen lassen.
Alkohol, in Maßen genossen oder vielleicht ein kleines bisschen zuviel davon, gehört zu den schönen Dingen des Lebens. Die Erinnerung an den Satz von Paracelsus "Die Menge macht das Gift" würde sicher genügen.
Ich wünsche dir jedenfalls vom Herzen, 2026 auch weiterhin ohne Reue ein bisschen sündigen zu können.
Liebe Grüße Lydia mit Amica
Guten Abend Kurt,
ich feier Silvester immer mit Freunden, wir sehen uns zu den Geburtstagen oder unternehmen Radtouren. Wir kennen uns über 40 Jahre und haben schon einiges erlebt.
In diesem Jahr fiel der Satz "Ich hoffe, wir sehen uns alle am nächsten Jahres-wechsel" wieder !
Gute Vorsätze habe ich nicht, weil ich weiß, was nicht gut für mich ist.
Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr.
Liebe Grüße von Ingrid
@Ingira
04. Januar 2026
Hallo Ingrid,
danke für Deinen freundlichen Kommentar. Du schreibst:
„Gute Vorsätze habe ich nicht, weil ich weiß, was nicht gut für mich ist.“
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, meinst Du damit etwas Ähnliches wie das, was auch ich vertrete:
Losmarschieren, schauen, was das Leben im Angebot hat, und handeln, wenn es so weit ist.
Und zwar, indem wir versuchen, den jeweils nächsten Augenblick bestmöglich zu gestalten. (Dafür ist es nützlich zu wissen, „was nicht gut für uns ist“.)
Bei diesem Prozess helfen Vorsätze kaum, weil wir ja nicht wissen können, vor welche Anforderungen uns das Leben im nächsten Augenblick stellen wird.
Hier ist eher Improvisation gefragt.
Auch ich wünsche dir ein gutes neues Jahr.
Herzliche Grüße
Kurt
Ich hätte das alles wahrscheinlich nie so präzis und begründend niederschreiben können wie du - aber mit deinen 3 Punkten bin ich vollkommen einverstanden.
Für mich kommt noch ein vierter, ganz schwierig durchzuführender Punkt hinzu: Ich kann auch mal NEIN sagen ...
.
Alles Gute für 2026!
Cécile
@cecile
02. Januar 2026
Hallo Cecile,
danke für Deinen freundlichen Kommentar.
Du hast recht: „Nein sagen“ gehört unbedingt auf die Liste. Ich habe es gleich ergänzt.😉
Ich würde mich freuen, wenn Du gelegentlich wieder hier vorbeischautest.
Bis dann
Herzliche Grüße
Kurt
Nachträglich möchte ich zu dem Thema Vorsätze noch eine Aussage von
Oscar Wilde anführen:
auf eine Bank ausgestellt,
auf der man kein Konto hat."
Liebe Grüße Lydia