Seele kennt keine Zeit


Seele kennt keine Zeit
Ich stand  vor der Kommode, öffnete die erste Schublade
und wunderte mich, was ich noch alles wuußte.
MANCHE dINGE ZU BEHALTEN ODER ZU VERGESSEN IST NICHT
EINFACH:

Ich freute mich so,als Christbäume  vom Himmel fielen " Mama,Mama schau,
ist Weihnachten"   Nein, keine Weihnachten sind Totmacher.

Um diesen Totmachern zu entgehen, wurden Mütter mit ihren Kindern aufs
Land evakuriert.
In der zweiten Schublade war es schön. Wir kamen nach Schlesien auf einen
Bauernhof, wo nur noch die Bäuerin mit ihren 3 Söhnen lebten. Die Arbeit teilten sich Mutter und die Bäuerin und sie wurden Freundinnen. DIE 3 Buben Manfried,
Gottfried und Christoph meine Spielgefährten.

Dann wurde es ungemütlich. In der Ferne hörten wir Kanonendonner.
Schnell , schnell, Kinder zieht alles an, was ihr habt,. dann  begann das
DIlemma, Die Landstrassen waren voller Flüchtling gen Westen, Frauen, Mütter
mit ihren Kindern , alte,Kranke.

IN meiner  Erinnerung sehe ich noch unheimlich viel Leid, denn  auch dort fielen jetzt Bomben.
Die Bäuerin war klug sie wußte es,  warum sie uns in den Wald führte


Es war unheimlich kalt Minus 20 Grad und es wurde noch költer..  Nachts schliefen wir
in Scheunen, in verlassenen Häusern. Ganz eng   Kuschelten wir und  wärmten,

uns gegenseitig. Wir überlebten.
Schublade zu, aber vergessen ?  Solange ich lebe nicht.

Ich glaube, der Schrank braucht  erstmal  etwas Öl, sonst knarrt er zu sehr.

SEELE KENNT KEINE zEIT:

dDistel1fink7
Renate

Kommentare (6)

Distel1fink7

Ich habe den Einjdruck, ncihts gelernt aus disem  derhängnisvollen  Krieg.
Die ERINNERUNG DARAN SOLLTE EINE   Mahnung sein,
niCht so leichtsinnig , Krieg  spielen zu wollen.
Verrgessen wir die Millionen Opfer nicht.

Und es geht weiter und  weiter ...................
Bitte stoppt es.

Euch allen liebe Grüße
vom Distel1fink7

werderanerin



Liebe Renate, zum Glück habe ich davon nichts erlebt, erst viel, viel später bin ich u.a. in der Schule damit konfrontiert worden. Es ist ganz bestimmt ein riesen Unterschied, ob man etwas miterleben musste, oder es aus Büchern, von den Eltern, Großeltern erzählt bekommt.

Dennoch ahne ich, dass diese kriegerischen Greultaten dem Menschen schon immer viel , viel Leid und Tod gebracht haben. Auch heute haben wir auf dieser, wunderbaren Erde immer noch viele Kriege.

Man könnte es in die Welt schreien - Hört denn das nie auf ❓

Solange es Menschen gibt, die andere unterdrücken, wird es sie geben!

Kristine

Winterbraut

Liebe Renate,
Weihnachten 1946 bin ich geboren und habe gottseidank den Krieg nicht miterlebt.
Mir wurde aber erzählt, dass meine Mutter und ihre Schwester - beide hübsche Mädels- von meiner Oma mit Zimt eingepinselt und versteckt wurden, damit man die Gesichter nicht sah. Es gab viele Vergewaltigungen zu dieser Zeit.
Mein Vater kam auch aus Schlesien und musste noch als Kind in den Krieg..
Bald gibt es keine Zeitzeugen mehr und deshalb sind solche Geschichten wertvoll.

Liebe Grüße 
Ingrid

Syrdal


...nur die, die heute entscheiden, haben das alles nicht erlebt! Sonst würden sie anders handeln, als sie es seelenlos tun!

Noch heute "sehe" ich nach über achtzig Jahren die zerfetzten Toten mit weit aufgerissenen Augen im erstarrten Blut!
Syrdal

Distel1fink7

@Syrdal     hallo syrdal

Gegen das Vergesen wollt ich schreiben.
Ich hab mehr geshen, als ich  zugeben wollte,
weil man mirdringend meines Friedens Willen abgeraten
hat.
Ob das richtig ist ???  frag ich mich selbst.


Distel1fink7.

Roxanna

Diese Fluchtgeschichten, liebe Renate, haben tiefe Spuren in den Menschen hinterlassen. Ich kenne das aus meiner Familie auch. Und, was nicht verarbeitet werden konnte, wurde "unbewusst" weitergegeben. Wenn man bedenkt, wie wieder sozusagen mit dem Feuer gespielt wird, kann man das nicht fassen. Nur hoffen, dass es nicht wieder so weit kommt. Wobei es ja überall auf der Welt schon Krieg gibt und wieder Menschen auf der Flucht sein müssen.

Lieben Gruß
Brigitte

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