Schreiben gegen Rechts






Die Stimmen schreien wieder laut im Chor,
sie kleiden alten Hass in neue Phrasen,
sie kriechen aus dem braunen Sumpf empor,
und säen Gift auf unseren Straßen.


Sie suchen Sündenböcke für die Not,
sie teilen auf in „Wir“ und in „Die Anderen“,
ihr Dogma bringt Verachtung und Verbot,
lässt freie Geister ins Exil abwandern.



Doch dieses Land gehört nicht ihrem Wahn,
geschweißt aus Wunden einer dunklen Zeit.
Wir brechen ihren falschen Stolz-Kumpan
mit lauter, bunter Unbeugsamkeit.



Wir schweigen nicht, wenn Würde bricht,
wir halten stand, das Herz bereit.
Denn euer Dunkel weicht dem Licht
aus Freiheit, Mut und Menschlichkeit.



 

Kommentare (4)

Sam0

Ein neuer Blick auf das Versprechen
Die Welt ist komplex, das Morgen oft schwer,
sie kommen mit Phrasen und bieten noch mehr.
Sie zeichnen das Bild einer klaren Front,
wo Wahrheit erlischt hinterm Horizont. 
Sie trennen das Land in ein „Wir“ und ein „Die“,
Zwischentöne geben sie nie. 
Das sei anstrengend brüllen sie laut, 
während man auf alles Soziale draufhaut.
Das Werkzeug ist Lautstärke,
Rache ihr Ziel,
die Freiheit des Einzelnen nur ein Ventil.
Sie füttern den Zweifel,
zerfressen das Recht,
was gestern noch galt,
wird als Lüge geschwächt.
Am Ende der Worte,
wenn alles zerbricht,
bleibt Dunkelheit dort,
wo sie versprachen das Licht. 
Wir sahn es schon mal, 
ja wo war das nur, 
dass die Menschlichkeit starb, 
in Feld und im Flur.

JuergenS


Das wir sind wir
drum macht mich irr
dass rechts mit recht jetzt wird verglichen
zuviel Verstand ist schon verblichen
nicht die Extremen sind doch schuld
sondern Wähler die geben ihnen ihre Huld.

Rosi65


Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Fast könnte man Goethes „Zauberlehrling“ als eine warnende Metapher deuten, in der jemand durch Selbstüberschätzung gefährliche Kräfte entfesselt, die er dann aber nicht mehr kontrollieren kann.
Nur gibt es in der Realität leider keinen ehrwürdigen „Hexenmeister“, der dann die entstandene Eskalation schnell wieder repariert.

Rosi65

 

U. Petri

"Denn Euer Dunkel weicht dem Licht
aus Freiheit, Mut und Menschlichkeit" .
. .
Da möchte man sagen: " Dein Wort in Gottes Ohr"!

Ich fürchte, nur Wenige gehen aktiv gegen Unerwünschtes vor.
Die Jungen haben die "Wunden einer dunklen Zeit" nicht gespürt, sie sehen nur das "Jetzt und Heute" und das wird ihnen oft schmackhaft serviert. . .

Liebe Grüße
Ursula

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