SCHÄTZE UNSERER KINDERZEIT
SCHÄTZE UNSERER KINDERZEIT
Bei einem Telefonat mit meiner Schulfreundin Elke stellten wir beide erfreut fest, dass wir zufällig ähnliche Schätze aus unserer Kindheit sorgfältig gehütet haben. Da existierten doch tatsächlich noch unsere vergilbten Poesiealben aus der ersten Schulzeit, mit vielen handschriftlich eingetragenen Lebensweisheiten, und zusätzlich auch noch unsere Schildkröt-Babypuppen mit den blauen Schlafaugen.
Elke hatte aber ihre Enkeltöchter behutsam vorgewarnt, bevor sie den beiden kleinen Mädchen ihr altes Spielzeug präsentierte, denn ihre kultige Puppe besaß nur noch ein Auge. Doch die Kinder fanden den Anblick des einäugigen Schätzchens wohl eher cool, als gruselig, so berichtete sie mir recht verwundert.😉
Leider besaß sie, im Gegensatz zu mir, aber keinen Teddybären mehr.
Dieses schöne Geschenk erhielt ich als Kind nämlich mal von meinem ältesten Bruder. Es war Bruno, ein stattlicher Teddybär, der immer freundlich brummte wenn man seinen Körper seitlich bewegte.
Dazu zierte eine hübsche Schleife seinen Hals.
Voller Stolz bekam ich ihn mal zum Heiligen Abend von meinem großen Bruder überreicht, denn er hatte ihn damals von seinem ersten Ausbildungsgeld bezahlt.
Viele Jahrzehnte habe ich diesen Teddybären natürlich in Ehren gehalten. Doch der Zahn der Zeit nagte respektlos an ihm herum. Zuerst verstummte seine lustige Brummstimme, danach wurde sein plüschiges Fell immer dünner und wirkte recht stumpf, bis der Bär dann unansehnlich wurde. Besonders seltsam, seine Füße sahen irgendwann so ramponiert aus, als hätte er damit einen Ultramarathon absolviert.
Also beschloss ich eines Tages, den Teddy mal mit Feinwaschmittel-Schaum behutsam abzureiben. Es sollte eine Art Bären-Jungbrunnen werden, damit er danach, wenigstens wieder sauber und adrett aussehen würde.
Eigentlich so ähnlich wie bei meinem Auto, wenn ich damit durch die schaumige Waschanlage fahre, kam mir dabei in den Sinn. Nur die Glanzpolitur konnte man sich bei der Bärenwäsche sparen.
Doch, oh Schreck! Das genaue Gegenteil war hier leider der Fall, denn der altersschwache Bär „mauserte“ plötzlich.
Und wie!!! Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet.
Ruckzuck war das Badezimmer mit seinen Fellresten total übersät.😨
Tja, das war`s dann endgültig mit dem Bruno.
Rosi65
NS. Das Titelbild zeigt Bruno mit ca. 55 Jahren
Kommentare (26)
Den Puppenliebhabern sei gesagt:
in Arnstadt gibt es das "Mon Plaisir",
mit vielen Puppen – manche betagt –
und ganz bestimmt gefällt es auch dir...
Puppenszene im "Mon Plaisir"
Adresse:
"Mon Plaisir"
im Schlossmuseum Arnstadt/Thür.
Schloßplatz 1, 99310 Arnstadt
siehe auch:
https://www.thueringen.info/kultur/schlossmuseum-arnstadt/
...mit freundlicher Empfehlung von
Syrdal
Danke für Deinen freundlichen Hinweis, lieber Syrdal.
So habe ich jetzt gleich einiges über das Schlossmuseum zu Arnstadt nachlesen und auch Fotos anschauen können.
In dieser historischen Puppenstadt wurde eine Miniaturwelt aus dem 18.Jahrhundert detailgetreu nachgestellt.Eine wahre Meisterleistung der Handwerkerkunst.
Zur Zeit wird die Ausstellung aber noch restauriert. Doch danach werden die vielen interessierten Besucher bestimmt Schlange stehen.👍
Rosi65
Bärbel, die ich erst als grössere Kind erhalten hab...
und....meine Puppensammlung, die ich mir als gaaaanz grosses Kind geschenkt habe😊
Liebe Grüsse Helga/Jole
Liebe Helga,
was für schöne Schätze Du doch besitzt! Deine Puppe Bärbel scheint aber eine ganz besondere Rarität zu sein, denn diese Puppenart habe ich mir bis jetzt nur im Käthe-Kruse-Puppen-Museum ansehen können.
Das gab es vor einigen Jahren nämlich noch in Den Helder/Niederlande.
Das Puppenmädchen im grünen Kleidchen erinnert mich sogar ein wenig an Prinzessin Diana.😉
Herzlichen Dank für Deine Zeilen und den tollen Fotos.
Viele Grüße
Rosi65
@Rosi65 Danke, liebe Rosi...die Puppe Bärbel ist tasächlich eine Rarität..Bärbel und noch zwei, drei andere , habe ich vor vielen Jahren, im Brockenhaus/Flohmarkt, entdeckt...Grüsse Helga
Es geht den Teddybären wie den Menschen – das Fell altert und runzelt und lässt sich mit keinem noch so feinem Mittel wieder verjüngen...
...beobachtet schmerzlich erkennend
Syrdal
Dass du deinen Bären von deines Bruders erstem Ausbildungsgehalt geschenkt bekommen hast, liebe Rosi, das hat ihn doch besonders wertvoll gemacht. Was für ein lieber Bruder!
Mit 55 Jahren sah Bruno doch noch ganz fesch aus, aber die Wäsche ist ihm nicht bekommen. Ich glaube, die Bären, die es heutzutage gibt, die kann man sogar in der Waschmaschine waschen. Aber so ein alter Bär ist ein empfindsames Wesen. Wie schade, dass er so das Zeitliche gesegnet hat.
Ich hatte nie einen Bären, auch kein anderes Kuscheltier. Dafür aber 3 Puppen![]()
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So im Nachhinein denke ich, eigentlich schade, dass ich nichts zum Kuscheln hatte. So ein Bär oder anderes Kuscheltierchen, dem man abends im Bett seine kleinen Sorgen hätte anvertrauen können, das wäre schon schön gewesen
Danke, dass du deinen Bruno hier mal vorgestellt hast.
Herzlichen Gruß
Brigitte
@Roxanna
Liebe Brigitte, die Puppe oben links macht einen total lebendigen Eindruck, ihr Blick ist so aufmerksam... :)
@Christine62laechel
Sie konnte die Augen hin und her bewegen und auf und zu machen, liebe Christine. Du hast recht, mir war das noch gar nicht aufgefallen, es sieht so aus, als würde sie zur Fotografin schauen.
Ich habe die Puppen noch und die ganze Garderobe dazu. Immer zu Weihnachten gab es neue Kleidung für die Puppen, mal gehäkelt oder gestrickt von meiner Mutter oder auch gekauft. Und ich hatte einen Puppenschrank mit kleinen Bügelchen für die Kleidung.
Sie ruhen alle drei in einem Karton im Keller, liebe Rosi, du hattest gefragt. Eigentlich schade. Vielleicht sollte ich mal nach ihnen schauen.
Liebe Grüße
Brigitte
Liebe Brigitte,
erst jetzt, nachdem ich hier, zugegeben etwas beschämt, die Antworten der anderen SchreiberInnen gelesen habe, ist mir eigentlich erst bewusst geworden, wie „reich“ und glücklich ich doch in meiner Kinderzeit war.
Schließlich besaß ich ja beides, also Puppen und Kuscheltiere zum lieb haben. Auch wenn es sicher nicht viele waren.
Andere konnten sich den Wunsch nach einem Teddybären erst viele Jahre später erfüllen. In der heutigen Zeit kaum vorstellbar.
Habe mich über Deine Antwort mit den schönen Fotos natürlich sehr gefreut.
Vielleicht besitzt Du ja eventuell noch eine Puppe davon.
Herzliche Grüße
Rosi65
@Rosi65
Liebe Rosi, Du brauchst Dir keine Gedanken zu machen. Wer hat schon alles - Mal ist man glücklich, Mal die Anderen. Hauptsache, wir hatten/haben alle ein beliebtes Spielzeug. :)
Eine Geschichte, die ich gern gelesen habe, liebe Rosi.
Ich habe zwei Bären, die ich im Erwachsenenalter geschenkt bekam. Ein Kuschelbär, den ich 1968 in Nürnberg sah und der mir damals zu teuer war (DM 98,---), weil ich gerade eine kleine Wohnung bezogen hatte und andere Anschaffungen nötig waren.Meine Mutter hat ihn mir eines Tages mitgebracht. Ab und zu kommt er in die Schonwäsche und dann wieder hoch auf den Schrank, von wo er mich stets im Auge hat....
Den anderen Bären hat mir mein Mann bei unserer Trennung geschenkt. Beide sind mir sehr wertvoll.
Vor einigen Jahren trabte Bruno, der Bär durch bayerische Wälder. Es war doch nicht deiner - wieder zum Leben auferstanden? Ich hoffe nicht; denn er hatte ein trauriges Ende erfahren müssen.
Liebe Grüße Ingrid
Liebe Ingrid,
Deine beiden Bären müssen Dir viel bedeuten, denn es hängen ja schöne persönliche Erinnerungen an zwei lieben Menschen daran.
An das Drama mit Bruno kann ich mich auch noch gut erinnern, weil er damals als "Problem-Bär" eingestuft wurde. Die Presse berichtete fast täglich darüber, denn er ließ sich wohl nicht einfangen. Trotz vieler Proteste wurde er dann erlegt.
Dank Dir schön für Deinen Kommentar.
Viele Grüße
Rosi65
Liebe Rosi,
du hast mit deinem Teddybären Erinnerungen in mir wach gerufen.
Ich hatte auch einen Teddy, den habe ich mir mit 14 Jahren von meinem ersparten Taschengeld gekauft. Er war Jahre lang mein Kuscheltierchen.
Liebe Grüße von mir zu dir ❤️ lichst Marlen
Liebe Marlen,
wie sehr muss Du Dir diesen Teddy damals gewünscht haben, dass Du Dein Taschengeld dafür gespart hast. Sicher warst Du nach dem Kauf sehr glücklich und hast diesen Bären immer wertgeschätzt.
Das kann ich gut nachvollziehen.
Herzliche Grüße
Rosi65
Liebe Rosi,
jeder von uns hatte (Oder hat) noch irgendwo so ein Lieblingstier herumsitzen oder liegen….
Dein Teddy erinnert mich an den meines Bruders..der von ihm eines Tages „operiert“ wurde um herauszufinden wo die Stimme in dessen Bauch herkam. Das war eine aufwendige Sache..denn es war ein Groooßer Bär. Er hat den Bauch sogar wieder zugenäht.(Die Brummstimme versteckt..).aber ein paar Späne Holzwolle verrieten ihn……
Die kleinen Kinder jetzt habe ganz Schränke voller solcher Bettgesellen….manchmal ist gar kein Platz mehr für den Schläfer….lach….
Manche Kleinen sind überfordert mit derartigen vielen Spielsachen…
was meinst Du (Ihr) dazu????
Danke für Deine Geschichtge…habe sie gern gelesen….
einen schönen Sonntagabend und eine angenehme Woche wünscht. Dir
Angelika
Ja, liebe Angelika, so sehe ich das auch.
Um eine emotionale Bindung aufzubauen, und die Fantasie des Kindes zu beflügeln sollten doch ein paar Plüschtiere eigentlich reichen.
Ein Überangebot an Spielzeug könnte sonst leicht kontraproduktiv sein.
Herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
Viele Grüße
Rosi65
Liebe Rosi, wie schön hast Du über Dein liebes Spielzeug erzählt. Ich hatte keinen anständigen Bären als Kind; meine Eltern haben eindeutig die Rolle unterschätzt, welche das Spielzeug, und vor allem Kuscheltierchen, im Leben des Kindes spielen können. Es kann aber nie zu spät werden, um sich so einen Freund aus Plüsch anzuschaffen. Als ich in Kaiserslautern lebte, vor einigen Jahren also (ja!), habe ich mal in einem großen Second-Hand-Laden diesen süßen Weißbären erblickt, und ihn mir sofort gekauft; der Preis war übrigens sehr günstig.![]()
Ich glaube, wir zwei mögen uns. 😉
Und Deinen Bruno auf dem Bild, liebe Rosi, finde ich absolut hübsch, und mit Charakter.
Mit herzlichen Grüßen
Christine
Ach, wie schön, liebe Christine! Sicher ist Dein Eisbär sogar pflegeleicht und in der Maschine waschbar, falls er wegen seiner Größe dort hineinpasst.
Natürlich kann man nie zu alt für ein Kuscheltier sein, denn hier zählen doch der Spaß und die große Freude daran.
Da ich ja Bären sehr mag, hängen in meiner Küche gleich mehrere Bilder von verschiedenen Bärenarten aus.![]()
Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch der Koalabär in meiner Sammlung.
Viele Grüße
Rosi65
Liebe Rosi,
"bärenstark" war Deine "Bruno-Geschichte", ich hätte zu gerne auch einen Bären gehabt, aber als Flüchtlings-kind mußte ich mit allem zufrieden geben, was zu dieser Zeit, möglich war? So bekam ich eine "USCHI", sie war allerdings nie so flauschig-kuschelich, aber wurde trotzdem sehr geliebt.....
und sie blieb bei einer Wäsche, heil und glänzend sauber....
lieben Gruß von 🐞
Liebe Renate,
es freut mich sehr, dass Dir meine kleine Geschichte gefallen hat.
Das ist natürlich schade, wenn man, so wie Du, als Kind kein tröstendes Kuscheltierchen bekommen konnte.
Nun hat mich aber Dein Foto mit dem Buchtitel der Puppenklinik auf eine schöne Idee gebracht, denn ich könnte der Freundin berichten, dass sich in Bad Krotzingen (in ihrer Wohngegend) eine Schwarzwaldklinik befindet, die tatsächlich auch Puppenaugen neu einsetzen kann.
Damit sich die Enkeltöchter zukünftig nicht mehr erschrecken müssen.
Viele Grüße
Rosi65
@Rosi65 , ich denke, diese Augen-OP würde sich lohnen und ich drücke Daumen, fürs Gelingen, 💖lichst Renate
Beschwören würde ich das nicht, Rosi, aber ich meine, dass wir bei uns zu Hause während unser Kindheit auch einen Bären hatten der brummte. Dazu mußte man ihn irgendwie drücken.
Ich habe je einen Bruder und eine Schwester und ich kann nicht einmal mehr sagen, wem von uns der Bär gehörte - und schon gar nicht, wo der geblieben ist. Und an seinen Namen erinnere ich mich auch nicht, wenn er denn einen hatte.
Hat wohl nicht so einen Eindruck gemacht, wie dein Bär. Jedenfalls habe ich den seit sicher 65 Jahren nicht mehr gesehen.
HG Hubert
Lieber Hubert,
ist doch irgendwie schön, wenn ihr als Kinder einen Gemeinschafts-Teddy hattet.😊
Meine älteren Brüder interessierten meine Spielsachen gar nicht.
Trotzdem durfte ich aber mit ihren Lego-Steinen Häuser bauen, oder auch manchmal mit den vielen kleinen Siku-Autos spielen. Das fand ich damals ziemlich spannend.
Viele Grüße
Rosi65
Auf den letzten Drücker möchte ich mich noch schnell bei allen herzlich bedanken, die meine Geschichte mit zahlreichen Kommentaren, Fotos und Herzchen so schön bereichert haben.
Bild kostenlos von pixabay/garten-gg
Viele Grüße
Rosi65