Reagiert



Ich mische mich in die Sachen meiner Nachbarn nicht ein, schaue nicht zu, was sie gerade machen, und so. Sollte ich aber mal zufällig etwas bemerkt haben, was eine Reaktion erfordern könnte, um jemandem irgendwie zu helfen, dann tue ich. Ich glaube, lieber unnötig eingreifen, als bedauern, dass man etwas Merkwürdiges gesehen, gehört hatte, und nichts gemacht.

So war das auch vor einigen Tagen. Ich wollte mir gerade mein Abendbrot zubereiten, und konnte aus dem Küchenfenster sehen, dass ein Auto, gerade vor meinem Fenster gestanden, sich wahrscheinlich auf den Weg machte, denn es waren keine Parklichter, die sich auf dem Schnee widerspiegelten. Na dann; ich nahm mein Essen mit ins Wohnzimmer, denn ich wollte meine Abendmahlzeit beim Fernsehen genießen, und dachte nicht mehr daran.

Nach mehr als zwanzig Minuten ging ich wieder in die Küche – und der Schein war immer noch zu sehen. Also, so lange würde ich auf niemanden warten, habe ich mir lustig gedacht, dann Geschirr gespült, aufgeräumt, und weg aus der Küche. Nach weiteren etwa 15 Minuten wollte ich mir noch etwas holen – das Auto stand da wie vorher, ich konnte es von hinten sehen. Ich machte das Licht in der Küche aus, um besser sehen zu können: die grün beleuchteten Zähler am Cockpit, und sonst – als wäre niemand drin. Unmöglich ja. So zerstreut wäre da jemand?

Ich kenne hier noch niemanden, lief aber in den zweiten Stock, und klopfte an die Tür über meiner Wohnung. Zwei ältere Damen waren da, sehr freundlich und sofort interessiert. Sie schauten sich das ziemlich gute Auto an und meinten, dies könnte jemandem von nebenan gehören. Und ob ich runter laufen könnte, an der nächsten Eingangstür klingeln, und da weiter fragen. Das wollte ich gerne, als ich aber aus dem Haus ging, konnte ich durch die Haustürscheibe doch jemanden ruhig im Auto sitzen, und sich auch ruhig bewegen sehen: eine kleine, ältere Frau, die wir von oben auf ihrem Fahrersitz nicht sehen konnten.

Ich habe also meine zwei Nachbarinnen benachrichtigt, dass da alles in Ordnung ist. Und als ich gleich darauf in meine Küche ging, war das Auto schon – also, nach etwa 45 Minuten - weg. Glück, dass da niemand vergessen hatte, sein Fahrzeug sicherzustellen, dass sich auch niemand schlecht gefühlt hatte, oder so etwas. Ich finde es aber nicht ganz unnötig gewesen, sich zu vergewissern, dass da nichts schief läuft.





(Titelbild aus dem Internet)



 

Kommentare (12)

indeed

Liebe Christine,

ich schließe mich an, denn die Aufmerksamkeit ist immer und überall geboten. 

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für 2026 in jeder Beziehung.

Mit ganz ieben Grüßen von
Ingrid

Christine62laechel

@indeed  

Liebe Ingrid, es freut mich, dass auch du der Meinung bist: aufmerksam sein. Man lebt unter Menschen; schön, wenn man nicht immer wegschaut, und wenn man auch mal freundlich bemerkt wird. 

Ich wünsche dir auch ein gutes Neues Jahr.

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Distel1fink7

GUT GEMACHT CHRISTINE

Gruß Distel1fin7

Christine62laechel

@Distel1fink7  

Danke. 😊

Rosi65

Liebe Christine,
dafür reagiert mein PC-Cursor nicht mehr.
Batterien und USB-port von Mouse und Tastatur habe ich schon gewechselt.
Garantie Zeit (zwei Jahre) gerade einen Monat abgelaufen.
Sicher muss ich dieses Set schon wieder neu kaufen.

Jetzt schreibe ich gerade mit dem tablet, was etwas umständlich ist.

Viele Grüßs
Rosi65

Christine62laechel

@Rosi65  

Liebe Rosi, hier gibt es oft außer der Garantie auch noch eine zusätzliche sogenannte Gewähr, und die dauert dann meistens drei Monate. Vielleicht steht Dir auch so etwas noch zu? 

Diesmal freue ich mich besonders über Dein Kommentar, und danke dafür; mit dem Tablet konnte das wirklich nicht leicht gewesen sein. 🌷😊

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Songeur

Abends kann mir so etwas eher nicht passieren, Christine. Wenn dann ausdauernd Autos auf dem Bürgersteig "unter" dem Küchenfenster stehen, sind die Insassen garantiert im funérarium ein paar Häuser weiter, das keinen halbwegs brauchbaren eigenen Parkplatz hat.

Das wird allgemein geduldet, selbst die Polizei verteilt dann keine "Knöllchen".

Christine62laechel

@Songeur  

Ja, ich hätte vielleicht deutlicher anmerken sollen, dass das Auto absolut Recht hatte, unter meinem Fenster zu stehen, denn da sind eben Parkplätze, den Wohnblock entlang. Nur die Wartezeit kam mir schließlich komisch lang, deswegen meine ganze Aktion. 😊

Den von dir beschriebenen Fall, Hubert, finde ich prima: wenn es ja anders nicht geht, und die Umstände ganz besonders, kann gerne auch die Polizei mal mehr erlauben, als sonst. 

cecile

Ehrlich gesagt, ich finde diese Reaktion großartig. Eigentlich "sollte" das ganz normal sein im menschlichen Zusammenleben, ist es aber leider aus verschiedenen Gründen absolut  nicht.

Gruß
Cécile

Christine62laechel

@cecile  

Liebe Cecile, danke für deine netten Worte. Ja, es kann wirklich aus verschiedenen Gründen nicht immer möglich sein; für manche Gründe müsste man schon Verständnis haben. Und man müsste auch damit rechnen, dass die betroffene Person gar nicht dankbar wäre, sondern verärgert, aus welchen Gründen auch immer. Ja, darüber wird es dann nur selber entschieden: tue ich etwas, oder lasse ich es sein...

Mit Grüßen
Christine

JuergenS



                                                  👍

Christine62laechel

@JuergenS  

Danke. 😊

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