Pippa im Pech
Ende 2022 halfen auch die besten Schmerzmittel nicht mehr und ich musste mir die linke Hüfte operieren lassen.
Kurz vor Weihnachten wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen mit der Maßgabe, am 2.1.23 eine Reha zu beginnen. Der Chefarzt, der mich operiert hatte, gab mir auf den Weg, dass ich in kürzester Zeit wieder würde laufen können, so fit sei ich.
Am ersten Abend der Reha wollte ich mich zu Bett begeben und setzte mich zum Entkleiden auf das Bett. Als ich meinen Schlafanzug anziehen wollte, hob ich das rechte Bein um in die Hose zu schlüpfen, denn stehen konnte ich ja noch nicht. Mit dem linken Bein stützte ich mich auf dem Boden ab. Plötzlich gab das Bein nach und ich fiel im Zeitlupentempo seitlich aus dem Bett, wo mich ein unangenehmer Teppichboden erwartete. Die höllischen Schmerzen, die mich nun überrollten, werde ich wohl nie vergessen. An eine Klingel konnte ich nirgends rankommen, so dass ich mir zunächst mal die Seele aus dem Leib schrie, was aber niemand hörte.
Ich wusste, dass sich hinter meinem Kopf der Nachtschrank befand auf dem mein Handy lag.
Es gelang mir schließlich daran zu kommen und die 112 zu wählen.
Plötzlich war mein Zimmer voll. Die Sanitäter waren noch vor den Schwestern da und riefen den Notarzt, der mich betäuben sollte, denn ich wollte nur noch eines: die Schmerzen sollten aufhören.
Schließlich narkotisierte man mich, denn sonst wäre ich nicht transportfähig gewesen.
Von nun an lief alles bei mir ab, als würde es jemand anderen betreffen.
Zu Bewusstsein kam ich erst am nächsten Morgen als die Schmerzen wieder voll zuschlugen.
Ich wimmerte vor mich hin, man könne mich doch nicht einfach hier so liegen lassen.
„Ich bin ja schon bei der Planung“ brummte da neben mir eine Stimme, und als ich meinen Kopf drehte, saß neben mir am Schreibtisch an Mann der offensichtlich die Operation plante.
Irgendwie verlor ich erneut das Bewusstsein und kam erst auf dem Weg in den Operationssaal wieder zu mir. Neben mir lief der Anästhesist, der mich schon bei der ersten OP betreut hatte, wie er mir sagte. Mir wurde plötzlich schrecklich schlecht und ich musste mich übergeben. Geistesgegenwärtig schnappte er sich ein paar Lagen Papier, so dass in in seine Hände brechen konnte.
Nach mehreren Stunden, die Op war ja sehr kompliziert, weil die frisch eingesetzte Prothese sich rausgedreht und meine Knochen mehrfach gebrochen hatte. Der Unfallarzt hatte diese mit Draht geflickt und mir eine neu Prothese mit überlangem Schaft eingesetzt, wie er mir später stolz auf einem Röntgenbild zeigte.
Mit Hilfe von Physiotherapeuten lernte ich vom ersten Tag an wieder Laufen.
Leider heilte, nach dem die Drainage entfernt war, eine Stelle nicht wieder zu und blutete sehr stark.
Es wurde wirklich alles versucht aber letztendlich entschieden, dass die Naht wieder aufgeschnitten werden müsste. Da mein Herz inzwischen wohl die Lust verloren hatte, musste dieser Eingriff mehrfach verschoben werden. So vergingen die Wochen und die Schwestern meinten, man müsse so langsam ein Namensschild von mir an der Tür anbringen.
Nachdem eine nochmalige Öffnung gelang und die Drainage entfernt war, hörte es endlich auf zu bluten und ich konnte entlassen werden.
Wenige Tage später wurde ich zu einer fünfwöchigen Reha in eine nahe gelegene Klinik abgeholt.
Als ich nachhause kam, konnte ich mit zwei Gehhilfen so einigermaßen laufen und eine Therapeutin kam ins Haus, um mein vernarbtes Gewebe zu bearbeiten.
Durch meinen eisernen Willen kam ich schnell auf die Füße und machte immer längere Spaziergänge mit meinen Wanderstöcken. Zuletzt schaffte ich bereits 10 km.
Plötzlich jedoch verspürte ich Schmerzen, die jeden Tag heftiger wurden. Meine Hausärztin schickte mich zum Orthopäden, der mich, weil beide befreundet waren, irgendwie dazwischen schob.
Der machte eine Punktion und eröffnete mir nach der Auswertung, ich müsse wieder operiert werden, vielleicht sogar noch zweimal, weil die Wunde mit Bakterien befallen sei.
Zu Glück wies er mich umgehend in die Endoklinik Hamburg ein. Deren Voruntersuchung hatte dasselbe Ergebnis und so lag ich dann einige Zeit später schon wieder im Krankenhaus.
Ich will hier jetzt nicht über die riesigen Unterschiede sprechen; nur so viel, sie waren gewaltig.
Man erklärte mir, man wolle die Prothese entfernen und die Wunde solange behandeln, bis sie bakterienfrei sei und dann im selben Arbeitsgang eine neue einsetzen.
Gleich am nächsten Tag ging’s los und es klappte laut ärztlicher Aussage auch sehr gut.
Der Bakterienbefall war wohl sehr massiv und die Prothese viel zu groß. Mit meiner Einwilligung schickte man sie ein (wohin auch immer, es war mir egal).
Auch dort musste ich gleich wieder aufstehen was mir dieses Mal viel schwerer fiel,
und auch dort musste ich nochmal geöffnet werden, weil aus einem kleinen Loch immer Flüssigkeit austrat, übrigens auch noch nach der weiteren Öffnung. Irgendwann hatte ein Arzt dann die Idee, mich an einer bestimmten Stelle zu punktieren. Das war der Durchbruch. Er traf die richtige Stelle und schon sprudelte es nur so raus. Danach war dann endlich Ruhe.
Nun sollte ich natürlich eine weitere Reha antreten. Ich konnte aber nicht mehr und wollte nur noch nachhause. Die Ärzte konnten das verstehen und unterstützten dieses Vorhaben.
Leider hatten sich natürlich inzwischen alle meine Rückenmuskeln verabschiedet, so dass ich nun nur noch mit einem Rollator einige kleine Wege gehen kann.
Meine angeboren labile Wirbelsäule, macht nun auch noch schlapp und nun muss ich mich auch noch mit einer massiven Spinalkanalverengung und einem Bandscheibenvorfall rumschlagen.
Mein Neurochirurg will das konservativ behandeln, weil mir eine erneute ziemlich aufwendige Op nicht mehr zuzumuten ist.
In dieser Behandlungsphase befinde ich mich und habe immer noch die Hoffnung wieder gehen zu können. Natürlich nicht mehr 30 km, nein, ich bin nun sehr bescheiden geworden.
Pippa
Kommentare (30)
ach du liebe güte - hab das eben erst gelesen, weil ich neugierig war, nachdem ich dich heute im ponyhof bissl "kennengelernt" habe .. LG von eva
Moin liebe Jutta,
ich freue mich, dass du meine Jammertirade gelesen hast und danke dir.
Zu meiner alten Form werde ich sicher nicht mehr zurückfinden, aber ich wäre schon froh, wenn ich wieder einigermaßen schmerzfrei laufen könnte.
Die Therapeuten tun ihr Bestes, doch zaubern können auch sie nicht.
Der Bandscheibenvorfall kann sich zurückbilden, aber die Spinalkanalverengung???????????
Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, endlich einmal wieder in den Wald gehen zu können.
Liebe Grüße
von Heidi/Pippa
Liebe Pippa,
Alles Gute, Zuversicht und Kraft wünsche ich dir und
grüsse dich herzlich
Jutta
Vielen Dank, Schnuck, für deine guten Wünsche und fürs "Daumendrücken".
Ich gebe mir große Mühe wieder die "Alte" zu werden.
Harzliche Grüße
von Pippa
Liebe Pippa,
es tut mir von ganzem Herzen leid, dass du das grad durchmachen musst.
frau kann Dir nur immer so viel Kraft wünschen, wie Du brauchst, um wieder ein fröhlicher gesunder Mensch zu werden. Ich drücke Dir die Daumen
Mit Grüssle
Schnuck
Danke für das süße Engelchen, liebe Renate!
Bis jetzt habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben und langsam bekomme ich auch wieder mehr Kraft. Ich übe jeden Tag und wenn ich die Schmerzen irgendwie wieder in den Griff kriege, werde ich auch wieder laufen lernen und wenn es zunächst nur mit den Wanderstöcken geht.
Liebe Grüße von Heidi/Pippa
Liebe Pippa,
mit diesem "Schutzengelchen", aus meiner Stadt, möchte ich Dir sagen:
Zwei Dinge solltest Du niemals verlieren:
die Hoffnung, dass alles irgendwann besser wird
und die KRAFT, bis dahin durchzuhalten
💖lichst Renate-🐞
Liebe Pippa, das ist ja alles wie eine Horrorgeschichte zu lesen, leider aber, war es keine, sondern dein Schicksal. Wie furchtbar.
Dennoch...du bist stark und wirst auch das noch schaffen und vielleicht wieder laufen können. Allein das sollte dir Mut und Kraft geben.
Du wirst sehen, liebe Pippa...irgendwann wirst du vielleicht darüber ein klein wenig "lächeln" können und es so nehmen, wie es eben war - aber wieder laufend !
Alles, alles Gute und Kopf hoch - alles wird gut ❗️
Das wünsche ich dir von Herzen
Kristine
@werderanerin
Danke, liebe Kristine,
für deine Worte und für deine lieben Wünsche.
Weißt du was? Manchmal lache ich schon heute darüber, denn was soll man bei so viel Pecht schon anderes machen?
Liebe Grüße
von Pippa/Heidi
Liebe Brigitte,
trotz meiner Horrorerlebnisse habe ich irgendwie mitbekommen, was du ertragen musstest und du hast mein tiefstes Mitgefühl.
Danke, dass du trotzdem auch für mich tröstende Worte fandest.
Wenn wir weiter leben dürfen, wird es vielleicht auch wieder besser.
Liebe Grüße von Pippa/Heidi
O, ihr lieben Marlen, Jil, Rosie,Songeur, maite, Inge und Jochen,
da staune ich sehr, dass sich so viele STler für mein Schicksal interessieren. Ich danke euch allen aus tiefstem Herzen.
Meine Wanderungen empfand ich immer als mein größtes Glück und zog daraus auch meine ganze Zufriedenheit.
Mit meiner Wandergruppe und auch mit den Keglern und Boulern bin ich noch fest verbunden und mache sogar die Wanderreise mit, die inzwischen auch schon kürzer und leichter geworden ist (meine Wanderfreunde werden ja auch älter).
Ich danke euch allen für euren Zuspruch und sende euch liebe Grüße
Pippa/Heidi
Das ist wirklich der Horror, liebe Pippa, was du durchleben musstest und noch ist es ja nicht ganz vorbei. Dass du dich so tapfer hältst, davor ziehe ich meinen Hut. Alles Gute und bestmögliche Wiederherstellung deiner Gesundheit, das wünscht dir von Herzen
Brigitte
Liebe Pippa,
ich habe Dich immer bewundert, wenn Du von Deinen langen Wanderungen von 30km berichtet hast - da war ich schon bei höchstens 15, dann 10km.
Nun musst Du lernen, Dich mit kleinen Schritten zu bewegen - und wie es dazu kam, das ist die reinste Horrorgeschichte. Aber WIE Du schreibst - das zeigt, dass Du am Kämpfen bist, damit Du wieder etwas größere Kreise drehen kannst.
Auch ich habe mit Einschränkungen zu kämpfen, nachdem ein Bein völlig gelähmt war und gar nichts mehr ging, auch jetzt nicht voll funktionsfähig ist und wohl nie mehr wird. Mittlerweile drehe halt auch ich kleinere Kreise - mit Stock und auch ziemlich wacklig...und heute waren es an die 7km, allerdings tun die Füße dann weh. Am meisten fehlt mir das Fahrradfahren, das nun auch nicht mehr geht.
Meine allerbesten Wünsche für Dich...dass sich Deine Hoffnung erfüllt...ich kann es Dir sehr gut nachempfinden...aber soo viele Baustellen waren es bei mir nicht...die mir aber auch zu schaffen machten und machen...
Alles alles Gute für Dich und herzlich grüßt Dich Inge
Liebe Pippa,
die Bilder von deinen Wanderungen haben wir (d.h. maite und ich) schon vermisst.
Wir drücken dir ganz fest unsere Daumen, damit es dir hoffentlich bald wieder besser geht und du wieder gut - auch draussen - gehen kannst.
Herzliche Grüße
Songeur + maite
Liebe pippa,
weil das alles so fürchterlich ist, bekam ich Gänsehaut beim Lesen, hielt mir den Mund zu und hatte einfach nur das kalte Grausen !
Das alles tut mir so sehr leid für dich, so viel Pech hintereinander.
Ich wünsche dir das Allerbeste ! Du hast sehr gefehlt, deine Wanderungen, deine Fotos, deine lieben Kommentare ... einfach pippa.
Alles Liebe und Gute für dich ! 💖
Liebe Pippa,
da hast du ja schreckliche Zeiten hinter dir.
Ich drücke dich in Gedanken ganz lieb - und wünsche dir viel Kraft
für das Laufen von kürzeren Strecken.
Liebe Grüße ❤️ lichst Marlen
Ihr Lieben,
Tina , Allegra, Christine, Der-Waldler und Simiya,
ich bin ganz überwältigt und danke euch für eure Wünsche.
Liebe Grüße
von Pippa
Liebe Pippa,
ein ewig länger Leidensweg liegt nun bereits hinter Dir und doch lese ich in Deinen Zeilen, dass Du weiter kämpfen und optimistisch bleiben möchtest.
Diese Einstellung möge Dir helfen und so wünsche ich Dir, dass Du Deine persönlichen Ziele nun endlich erreichen wirst und zumindest schmerzarm/schmerzfrei ohne Rollator eine kleine Strecke in nicht allzu ferner Zukunft laufen kannst.
Meine Daumen sind kräftig gedrückt...alles Gute auf Deinem weiterem Genesungsweg wünscht Dir T I N A
Liebe Pippa,
das ist ja entsetzlich, was Du erleiden musstest !
Ich habe Dich vermisst, dachte, Du hättest Dich womöglich zurückgezogen
und wünsche Dir nun alle Zuversicht und jeglche Besserung!
Liebe Grüße
von Allegra
Liebe Pippa, das war wirklich eine ganze Pechsträhne; da sollte aber selbst so eine endlich ihr Ende haben. Ich wünsche dir gute Besserung, bald und endgültig.
Mit herzlichen Grüßen
Christine
Liebe pippa,
ich wünsche Dir einen guten Genesungsweg, so dass Dein Wunsch, wieder ohne Rollator gehen zu können, erfüllt wird, bzw. DU ihn Dir erfüllen kannst mit Hartnäckigkeit, liebevoller Begleitung und Kraft. Dafür: Viel Gutes!
Der Waldler
Liebe Pippa,
du musst nicht alles ausprobieren!
Scherz beiseite - du brauchst nun viel Geduld. Aber ich glaube, du schaffst es, dass du wieder dein Leben in die Hand nehmen kannst. Es wird nicht mehr so schwerelos wie früher sein, in unserem Alter wirft uns schon eine kleine Grippe zurück, aber du wirst dich sicherlich wieder selbständig und schmerzlos bewegen können.
Jedenfalls wünsche ich dir das von Herzen!
Liebe Grüße, Simiya
Liebe Fewa,
danke für die guten Wünsche.
Mehr als kleine Schritte gehen inzwischen ja nicht mehr.
Liebe Grüße von Pippa
Liebe Pippa,
was für ein Schicksalsschlag, das braucht kein Mensch. Ich wünsche dir die beste Genesung,lieber langsam,Stück für Stück, dafür richtig.Und lieber kleine Strecken wieder laufen können als gar nicht.Gib nie die Hoffnung auf, schau immer nach vorne.
Alles Gute wünscht dir
Fewa
Och Pippa, das tut mir so leid. Du hast einen schweren Leidenweg hinter Dir, der leider noch nicht beendet ist. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass alles wieder gut wird.
Man darf die Hoffnung nie aufgeben und immer an sich arbeiten (ich weiß, leichter gesagt als getan). Du bist eine starke Frau - wünsche Dir viel Kraft.
Ich gehöre auch zu denen, die Dich vermisst haben....
Alles, alles Gute - die Daumen sind gedrückt -
Seija
Danke, liebe Eva,
vielleicht verstehst du jetzt, weshalb bei mir so einiges durcheinander geraten ist.
Alles Liebe und danke für deinen Tipp.
Harzliche Grüße
von Heidi