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Ostern steht vor der Tür
Nun werden wieder die Häuser und Gärten geschmückt- Vorbereitung auf die österlichen Feiertage. Da sieht man oft wahre Kunstwerke, und fleißige Hände basteln, malen, kombinieren bis kleine Schmuckstücke entstanden sind.
Aber auch Dichter widmeten dieser Zeit ihre Geschichten oder Verse. Lassen wir mal Christian Morgenstern die Palmkätzchen würdigen:
Die Weidenkätzchen
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.
Wollen´s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.
In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Musst dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blüh´n von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.
Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen lässt.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.
(Christian Morgenstern)
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.
Wollen´s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum,
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.
In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
Musst dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blüh´n von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.
Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen lässt.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.
(Christian Morgenstern)
Und damit brechen wir auf, um alles "rund um Ostern" zusammenzutragen, denn auch die Tage davor sind voller Geschichten über den Ursprung und den entstandenen Sitten und Gebräuchen- angefangen beim Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und dem Osterfest.
Brauchtum an Gründonnerstag
Man glaubte früher daran, dass am Gründonnerstag gepflückte Kräuter Heilkraft besäßen. Und nicht zuletzt wurde die Wohnungen mit frischem Grün ausgeschmückt.
Strengstens verboten waren am Gründonnerstag früher Backen, Waschen oder Schlachten.
Auf den Feldern wurde um Fruchtbarkeit und eine gute Ernte gebetet, jegliche Arbeit ruhte.
Der Gründonnerstag galt zudem als Tag der Reinigung und der Abkehr vom Alten. Man sollte deshalb das Haus gründlich reinigen und die Kleider an die Luft bringen, um damit das Ungeziefer zu vertreiben.
Die meisten unserer Bräuche haben einen direkten Bezug zur christlichen Religion. So gehört der Gründonnerstag zu einem Reinigungs-und Fruchtbarkeitsbrauchtum, an dem die an Aschermittwoch aus der christlichen Gemeinschaft ausgeschlossenen Sünderlein wieder aufgenommen wurden. Es war ein Tag der Versöhnung, der entsprechend gefeiert wurde.
"Greinen" war früher "Weinen" ( in manchen Gegenden wird das alte Wort noch immer verwendet) und die greinenden oder weinenden Büsser gaben ursprünlich dem Gründonnertag den namen Greindonnerstag, wobei auch noch der Schluss gezogen werden kann, dass die wieder aufgenommenen Büßer nach der Absolution zu "grünen Zweigen am Rebstock Christi" wurden.
Auch heute noch wird in vielen Familien nach alter Tradition eine grüne Suppe gegessen , die aus den sieben Zutaten Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Löwenzahn, Spinat, Lauch und Salat zubereitet wurde.
Eingebürgert hat sich in Abwandlung die Mahlzeit Spinat, Kartoffeln und Spiegelei.
Der Gründonnerstag erinnert auch an das Abendmahl vor dem Todestag Jesu. Der Künstler Leonardo da Vinci hat dem letzten Abendmahl mit seinem gleichnamigen Gemälde, das in den Jahren 1495 bis 1498 entstand, ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt.
Die vor dem Abendmahl vorgenommene Fußwaschung wurde Symbol der dienenden Liebe, die Jesus seinen Jüngern auftrug.
Mit der Fußwaschung durch den Priester an zwölf Männern wird in vielen katholischen Gemeinden daran erinnert, dass Jesus den zwölf Aposteln die Füße wusch.
(Quelle: Ernst Dürr)
Ab Gründonnerstag schweigen Glocken und Orgel bis zur Osternacht. Der Volksmund sagt: »Die Glocken fliegen nach Rom«.
Karfreitag
An Karfreitag haben die Hühner Hochkonjunktur. Sie können gar nicht so schnell legen, wie die Eier aus den Nestern geholt werden. Grund dafür : Karfreitagseier, denen man mystische Kräfte nachsagt. Schon die alten Völker der Ägypter, Perser und Chinesen sollen gesegnete Eier für das Haus ausgelegt haben, das vor allem Bösen schützen sollte. Auch in katholischen Gebieten Frankreiches und Deutschland wird dieser Brauch gepflegt und auf die besonderen Kräfte dieser Eier vertraut.
.Dem "magischen EI", das unbemalt bleibt und auch sonst nicht verziert wird, sagt man nach, dass es nicht verdirbt, sondern nur vertrocknet. Sogar Studien wurden darüber durchgeführt, aber erklären konnten auch diese das Phänomen nicht. Irgendwas muss wohl daran sein, sonst hätte sich der Brauch nicht 200 Jahre lang gehalten. Zwar wurde nichts wirklich wissenschaftlich bewiesen, aber wir wissen ja, dass auch Glaube allein Berge versetzen kann.
Foto: google
Es gibt sogar Autofahrer, die immer so ein Ei im Wagen als Amulett mitnehmen.
Karfreitagseier werden ganz verschieden eingesetzt, aber immer sollen sie Unheil fernhalten.
An manchen Bauernhöfen stehen am Karfreitag sogar Menschen Schlange, um ein Karfreitagsei zu ergattern, denn es gibt Betriebe mit rund 16 000 gelegten Eiern pro Tag, wobei auf Karfreitag nur wenige tausend fallen.
Bauern tragen sie um Äcker und Wiesen, ihren Kühe wird so ein Ei ins Maul gegeben, damit die Milch gut und reichlich fließen soll. Es gibt kaum etwas, vor dem man sich nicht mit einem Karfreitagsei schützen kann.
Ostern
An Ostern feiern die Christen nach den stillen Kar-Tagen die Auferstehung Jesu. Mit dem Sonnenaufgang beginnt der Doppel-Festtag. Ostersonntag ist der Tag, an dem das verlassene Grab Jesu gefunden wurde. Am Ostermontag wollen der Bibel zufolge zwei Jünger den Auferstandenen gesehen haben.
Zur Bedeutung des Wortes Ostern gibt es verschiedene Deutungen. Laut einer Überlieferung geht der Begriff auf die heidnische Altgermanen-Göttin Ostara zurück, deren Symbole Hase und Ei waren. Diese Symbole sind seit dem 16. Jahrhundert im deutschen Osterbrauchtum verankert. Einer anderen Deutung zufolge kommt "Ostern" von "áus", dem indogermanischen Wort für "scheinen, glänzen, leuchten". Damit könnte der Sonnenaufgang des Ostermorgens gemeint sein, mit dem das Osterfest der biblischen Überlieferung nach beginnt.
Frohe Ostergrüsse
Luchs35
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