Olds letztes Tagebuch


Olds letztes Tagebuch


13. Juli 2025
 
Es sind nur 21 Grad, aber nach dem Regen unerträglich schwül, doch ist es angenehmer als 30 Grad im Schatten. Also ein reduziertes Laufprogram.
 
Sonntags machen die Mächtigen anscheinend alle ihren „Familientag“. Sie schweigen oder veröffentlichen nur bekannte Sätze. Das es jeden Tag Kriegs-, Hunger- und Flüchtlingstote gibt stört sie nicht, obwohl sie in der Lage wären, die Not drastisch zu mindern.
Old lehnt sich in seinem Bürosessel zurück, schüttelt leicht den Kopf und wieder fehlen ihm die Worte.
 
Old macht etwas Budensport, um auf andere Gedanken zu kommen. Da kommt Oma in die Küche und erzählt, dass eine Frau aus ihrem Bekanntenkreis mit Ibu sich das Leben nehmen wollte. Jetzt liegt sie im Krankenhaus im Wachkoma. Gehirnblutung. Es klingt hart, aber Old wünscht dieser Frau, dass sie nicht mehr aufwacht, weil er sich in dieser Situation das gleiche Wünschen würde.
 
Old spielt ein Lied mit Gitarre, um auf andere Gedanken zu kommen und lächelt.
Er stand bei einer OP vor dem Exodus, wo er nicht hinwollte. Aber er hat es geschafft, weil er es wollte. Er kann wieder laufen  und hat eine neue Lebendsqualität bekommen.
 
Schlusswort: „Dem Himmel sei Dank.“ (Volksweisheit und Filmtitel 2005).
Wolfram8

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