Mut zur Lücke
Guten Tag allerseits,
der Stapel von Büchern und Artikeln, die man eigentlich lesen sollte, wächst von Tag zu Tag und das kann entmutigen.
Bei Oliver Burkeman habe ich dazu einen Vorschlag gefunden [*]. Burkman sagt sinngemäß: Die Vorstellung, man könne diesen Stapel durch schnelleres Lesen oder bessere Techniken abtragen, ist ein Irrtum. Er wird nie verschwinden.
Stattdessen schlägt Burkeman vor, die Leseliste nicht als abzuarbeitenden Stapel zu betrachten, sondern als ein endloses Fließband. Anstatt zu versuchen, alles zu schaffen, greifen wir uns jeweils das heraus, was uns im Moment wirklich interessiert. Alles andere lassen wir vorbeiziehen.
Für mich funktioniert das gut: Ich lese fast nur noch das, was mich gerade interessiert, ohne schlechtes Gewissen.
Wie macht Ihr das?
Herzliche Grüße
Kurt
[*] Burkeman, Oliver. 4000 Wochen: Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement. Piper, 2023
Kommentare (13)
@Songeur
05. März 2026
Klar, Hubert,
aber manchmal kann ich es doch (noch) nicht ganz lassen, mir den Teller zu voll zu laden. Dann sammelt sich schnell viel mehr Lesestoff an, als ich jemals bewältigen könnte.
Noch ist es nicht so weit wie bei meinem ehemaligen Arbeitskollegen Schöpp: Der sah sich genötigt, eine zweite Garage zu mieten, um die Zeitungen und Zeitschriften zu stapeln, die er irgendwann einmal zu lesen beabsichtigte.
Damit mir das (und der Meinigen, die sich bedanken würde! 😉) nicht passiert, mache ich mir gerade den Burkeman’schen Vorschlag zu eigen.
Ganz ist die Krankheit noch nicht überwunden, aber Besserung ist in Sicht.
Herzliche Grüße Kurt
Hallöchen Kurt,
ich lese Stimmungsbedingt, da ist alles dabei. Von Fach und Sachliteratur, Romane- auch vom älteren Semester - nur Krimis die sind nicht so mein Fall.
Doch leider fehlt oft die Zeit zum lesen.
Mit lieben Grüßen ❤️ lichst Marlen
@Marlen13
27. Februar 2026
Hallo Marlen,
eine bunte Mischkost, Deine Lektüre. Gefällt mir.
Krimis zu lesen bringt mir ebenfalls wenig. Ich probiere es immer wieder einmal, komme aber selten über die ersten 100 Seiten hinaus.
Komisch, früher war ich ein Krimi-Freund, insbesondere die Altmeister wie Eric Ambler oder Raymond Chandler habe ich mit Begeisterung konsumiert.
Das hat sich mit dem Älterwerden geändert, aber ist ja nicht schlimm. (Im Fernsehen schaue ich mir aber nach wie vor gut gemachte Krimis, Actionfilme und Thriller an. Nicht gut für den Nachtschlaf, ich weiß).
Das uns manchmal die Zeit zum Lesen nicht reicht ist ein bisschen absurd, oder? Früher hatten wir doch wesentlich mehr Pflichten als heute und sind trotzdem zum Lesen gekommen.
Bei mir ist Bequemlichkeit im Spiel, auf dem Sofa vor dem Bildschirm hocken mit Chips und Bier ist doch ziemlich verführerisch …
Ich muss jetzt Schluss machen, im Fernsehen beginnt gleich „The Contractor“.😉
Bis demnächst,
herzliche Grüße
Kurt
Lese was mir unter die „Flinte“ kommt. Gerade ein OstfriesenKrimi der lag da so am Bücherregal rum und rief : Moni komm nimm mich mit“ da mich ja fast jedes Buch erst einmal anspricht, hab ich es in 1 Tag gelesen und wurde neugierig auf den Autor, die Reihe.
Mir darf man kein Buch geben es wird vernichtet und bewertet wird es und wenn er denn gut schreibt die Autorin/Autor kommen sie auf meine Liste die voll ist obwohl „Kurt20“ es immer wieder schafft mich zum Antworten zu animieren, wie er das wohl schafft 🤔🤔🤔🤔🦋
@Schmetterling04
27. Februar 2026
Hallo Moni,
danke für Deinen freundlichen Kommentar.
Die Methode, mich überraschen zu lassen, nutze ich ebenfalls hin und wieder. Meine Frau arbeitet ehrenamtlich in einem modernen Antiquariat (Oxfam‑Buchshop). Dort schaue ich immer wieder einmal vorbei und stöbere. So habe ich schon einige schöne Zufallsfunde gemacht.
Wie im richtigen Leben: manchmal stolpert man über etwas Erfreuliches, gerade dann, wenn man nicht danach gesucht hat.
Herzliche Grüße
Kurt
Guten Morgen Kurt,
für mich ist das anders. Ich habe auf meiner Leseliste Bücher, die für mich zur Pflichtlektüre gehören und das sind folgende:
Literatur Nobelpreis
Deutscher Buchpreis
Pulitzer Preis für Fiction
International DUBLIn Literary Award
Wie sollte ich denn sonst herausfinden, ob ich einen Autor mag, da ist ein vergebener Buchpreis schon eine gute Gelegenheit das herauszufinden. Mit dieser Art und Weise habe ich schon ganz viele Autoren auf meine "Lieblingsliste" setzen können.
Ich lese aber auch Krimis und gaaaaanz viel Anderes
LG Globetrotter/Gisela🙋♀️
@Globetrotter
27. Februar 2026
Guten Tag Gisela,
schön von Dir zu hören.
Deine Leseliste – beneidenswert. Das würde ich niemals schaffen. Ich bin seit jeher ein Langsam‑Leser, der sich im Schneckentempo von Seite zu Seite vorarbeitet.
Deshalb habe ich mir eine Methode angewöhnt, um die Spreu vom Weizen zu trennen: Ich lese die ersten Seiten eines Buches und entscheide dann, ob ich weiterlese oder nicht.
Nancy Pearl empfiehlt ihre „Rule of 50“ [*]: Unter 50 liest man 50 Seiten, um sich ein Urteil zu bilden. Ab 50 zieht man sein Alter von 100 ab – und genau so viele Seiten schenkt man einem Buch, bevor man entscheidet.
Mit meinen 78 wären das also 22 Seiten. Das ist gut machbar. Oft reichen mir jedoch schon die ersten Absätze für diese Entscheidung.
Herzliche Grüße
Kurt
[*] Pearl, Nancy (2003): Book Lust: Recommended Reading for Every Mood, Moment and Reason. Seattle (WA): Sasquatch Books.
@Kurt20
meine magische Grenze liegt bei 80 Seiten. Oft habe ich erst nach den ersten 50 Seiten den Einstieg gefunden.
Lg Gisela🙋♀️
@Rosi65
27. Februar 2026
Hallo Rosi,
gut so! Tauche wieder ab und melde Dich, wenn Du auf der letzten Seite angelangt bist. Hast Du genügend Proviant und geistige Getränke im Haus oder soll ich Dir den Lieferdienst vorbeischicken? 😉
Herzliche Grüße
Kurt
Also Kurt..., das ist für mich nichts neues, mache es ebenso..., ich lese das, was mich interessiert, vielleicht noch etwas anderes..., was ich dabei irgendwann entdecke. Warum sollte ich mir einen "Haufen Blödsinn" zu Gemüte ziehen, der mich nicht interessiert...
Selbst bei Büchern geht es mir so, obwohl die meisten, die ich lese, Tatsache gut sind, nur passiert es hin und wieder schon auch, dass es mich nicht "anmacht", ich die Lust verliere, weil es z.B. zu zäh ist, kaum voran geht , langweilig o.ä. Dann lege ich es kurzerhand weg und gut ist.
Überhaupt belaste ich mich nicht mehr mit Dingen, Sachen, die nicht gut tun, ggf. belasten...das war früher, als ich jung war, nicht so. Da hatte ich immer das Gefühl, alles müsse perfekt sein (...)
Welch Unsinn - ja, aber das alles hatte ich erst mit dem Leben besser begreifen können und auch erkannt, einfach mal einen Gang runter schalten. Man muss nicht alles können, wissen, aushalten oder machen..., manchmal erhält man die "Rechnung" dafür.
Ich weiß..., klappt nicht immer, muss es auch nicht, nur sollte eine Belastung, egal wie, nur temporär sein.
Kristine, die keine Lücke braucht...🫠
@werderanerin
26. Februar 2026
Hallo Kristine,
Du fragst: "Warum sollte ich mir einen "Haufen Blödsinn" zu Gemüte ziehen, der mich nicht interessiert?"
Das frage ich mich auch. Dafür ist doch unsere Zeit zu schade.
Was wird heutzutage nicht alles zwischen zwei Buchdeckel gepresst! (Die Inflation an gedrucktem Blödsinn hat begonnen, nachdem es, dank moderner Technik, nicht mehr viel kostet, ein Druckerzeugnis herzustellen.) Das bereits recht schüttere Haupthaar könnte mir zu Berge stehen!
Früher, in der Schule, in der Lehre, im Studium oder im Beruf waren wir oft genötigt, vieles zu lesen, was wir freiwillig niemals gelesen hätten.
Ein paar Vorteile hat es schon, das Älterwerden: Wir dürfen abends so lange aufbleiben, wie wir wollen. Die Liste der Mitmenschen, auf deren Meinung wir pfeifen, wird immer länger und wir dürfen lesen, was wir wollen.
Damit lässt es sich doch recht gut leben, oder?
Herzliche Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
der Stapel von Büchern und Artikeln die ich (nicht man) lesen sollte ist ziemlich klein, weil natürlich ausschließlich von mir selbst zusammengestellt. Darin befinden sich nur Dinge, die mich interessieren, keinesfalls aber solche von denen man glaubt, dass ich sie lesen sollte. Letztere sind quasi automatisch abgelehnt, ich brauche sie nicht.
Und noch einen Vorteil hat "mein System", ich bin quasi gleicher Meinung wie Oliver Burkeman, obwohl ich ihn noch nicht einmal kenne. 😁
Herzliche Grüße
Hubert