Moment dazwischen



Wenn mal vergessen böse Worte
gestern gehört
gehört mal früher
wenn nichts umher was könnt’ verletzen
gut bis nicht mehr
man kann durchatmen

Mal so entspannt als wäre alles
die Mühe wert
und einfach richtig
mitten am Tage dämmert Grelles
wie wunderbar
so kann es dauern

Dauern bis wieder etwas störend
reizt Ohren Augen
lässt nicht schlafen

Moment
mit deinem sanften Streicheln
bleib länger doch
mit dem Dazwischen






(eigenes Titelbild)
 

Kommentare (9)

Marlen13

Liebe Christine,
in unserem Leben gibt es schöne Zeiten und nicht so schöne.

Ein freundliches Wort findet hedoch immer guten Boden in unserem Herzen.
Darum ist es wichtig das Miteinander so liebevoll wie möglich zu praktizieren-
und Herz, Hirn und Humor mit einzubeziehen.
Mit lieben Grüßen ❤️ lichst Marlen 



 

Christine62laechel

@Marlen13  

Ja, liebe Marlen, mit diesen schönen und nicht sooo schönen Zeitabschnitten ist das Leben einem Zebra oder einem Tiger ähnlich: ein Zebra lässt sich nicht domestizieren, ein Tiger kann sehr gefährlich sein. Mögen aber die hellen Streifen überwiegen - wenn mit Herz, Hirn, und Humor, wird es hoffentlich gehen. 👍

Mit herzlichen Grüßen
Christine

Roxanna

Goethe, liebe Christine lässt im Faust sagen:

Werd‘ ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!


Er bringt damit zum Ausdruck, für das Verweilen eines schönen Augenblickes nimmt er hinterher alles Schwere in Kauf. 

Aber, liebe Christine haben wir es nicht auch ein wenig selbst in der Hand, welche Gedanken wir zu lassen und welche wir aussperren, wenigstens für Augenblicke. Ich bin ehrlich, so weit bin ich leider auch noch nicht, aber vielleicht mit Übung wird das irgendwann erreicht. Denn sonst wären diese schönen Augenblicke immer von äußeren Dingen und Ereignissen abhängig.

Herzliche Grüße
Brigitte

Christine62laechel

@Roxanna  

Liebe Brigitte, diese schönen Worte von Goethe klingen auch in meiner Muttersprache wunderbar. Doch am liebsten würde ich ein Stück von Goethe mal hören, wenn er selbst lesen würde. 😊 So ein Traum, hier nicht zu erfüllen... 

Wie gut kenne ich das, liebe Brigitte, dass mich meine Gedanken einfach überfordern, ich kann sie nicht loswerden; meistens sind das natürlich Erinnerungen, die man so gerne vergessen würde. Die Zeit kann es ändern, es dauert aber sehr lange. Gut, wenn man viele interessante Beschäftigungen hat, die ablenken; manchmal muss man aber für eine Weile aufgeben, es einfach aushalten, und erst wenn wieder weg - weitermachen. Goldene Kügelchen des guten Momentes kommen dann von selbst zum Vorschein wieder.

Mit herzlichen Grüßen
Christine

indeed

Liebe Christine,

diese Momente, mögen sie auch noch so begrenzt sein, sind Kraftquellen für die Seele.
Du hast mich ins Herz getroffen mit deinen Worten des letzten Satzes in deinem Kommentar.
Das ist auch ein uralter Wunsch von mir. Miteinander, Füreinander mit Herz und Verstand.

Ich danke dir für deine Gedanken und grüße dich ganz lieb.

Ingrid

Christine62laechel

@indeed  

Liebe Ingrid, es freut mich immer wieder, wenn ich so nette Worte von dir lesen kann. Ja, solche Momente stärken, und lassen dann auch andere Umstände irgendwie in Griff bekommen. Wie du es sagst, Miteinander, Füreinander mit Herz und Verstand - das sind Werte, die mögen alle Menschen hochschätzen, sollte es dieser Welt doch noch gut gehen. Das möchte man ja hoffen.

Mit sehr herzlichen Grüßen
Christine

Christine62laechel


Dies ist ein Lob der ziemlich seltenen Momente, wenn nichts Böses geschieht, wenn man sich wohl fühlen kann, keine Probleme zu lösen hat. So einen Moment wollte ich auf meinem Titelbild mit Hilfe von freundlich runden Formen in der Mitte darstellen. Scharfe Dreiecke in grellen Farben stehen dagegen an den beiden Seiten als etwas Angreifendes, Störendes. Die letzte Strophe ist eine Bitte an den guten, sanften Moment, dass er möglichst lange dauert - für Alle und überall.

Mit Grüßen
Christine

Rosi65


Liebe Christine,

Dein Lob an den Wohlfühlmoment hat Berthold Brecht in seinem Gedicht als „Vergnügungen“ aufgezählt.
Obwohl es für mich eher wie eine „Inventur der eigenen guten Befindlichkeiten“ klingt, als nach einem Gedicht, kann man sich aber gut in die Freude und Zufriedenheit des Dichters hineinversetzen.

Deshalb denke ich, Du hast Deinen Text bestimmt so ähnlich gemeint, auch wenn der größere Freudenmoment (z.B. das wiedergefundene alte Buch) nicht dabei ist.
Doch diese innere Zufriedenheit zu spüren, auch wenn sie etwas bescheidener ist, zählt ja auch zu den schönen Lebensmomenten.😉


Viele Grüße
     Rosi

 

Christine62laechel

@Rosi65  

Ja, liebe Rosi, das Gedicht kenne ich, und es spricht mich einfach an: ich kann mich auch über Kleinigkeiten freuen. 

In meiner Muttersprache kann man zum Beispiel ein Gedicht von Miron Białoszewski lesen, ebenso aus den 50. Jahren, wo er alltägliche Gegenstände, einen Durchschlag und einen Heizofen, "graue Eminenzen der Begeisterung" nennt. Interessant, inwieweit ernst waren solche Gedichte gemeint; ich würde darin einen Einfluss von der sozialistischen Ideologie der Bescheidenheit sehen. 

Die beiden Dichter sprechen also von Freude über etwas. Ich - von Freude über nichts. Wir leben in einer anderen Welt jetzt, wo wir überstimuliert werden, und wo man langsam die Orientierung verlieren kann, was eine echte Bedrohung oder Verletzung wäre, und was reizt nur unnötig das müde Nervensystem. Wenn alle Stimuli ausgeschaltet - das wäre dieser gute Moment mit goldenen Kügelchen im Hinterkopf. Eine schöne Pause. 👌😊


Mit herzlichen Grüßen
Christine

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