Menschen
Vor einiger Zeit behauptete jemand aus meinem Bekanntenkreis, dass er nicht von dieser Welt wäre und hier auf der Erde nur als Beobachter fungiere.
Er wolle sich eine Meinung über die Entwicklung des Lebens auf diesem Planeten bilden, alles dokumentieren und dann die Berichte zu seinem Heimatplaneten transferieren. Er fragte mich, ob ich mir seine Beobachtungen anhören wolle und eventuelle Einwendungen vorzubringen hätte.
Nun ja, ich wollte ihn nicht zu nahetreten und ließ seiner Berichterstattung freien Lauf.
Seine Schilderungen ergaben, dass er uns Menschen für eine ziemlich kuriose Form von Leben hält. Damit meinte er aber nicht den anatomischen Aufbau, sondern den unausgereiften Intellekt und die Einstellung, zu allem was lebt.
Das Leben. Das kostbarste Gut das die Menschen und alle anderen Lebewesen besitzen, missachten sie und behandeln es wie Abfall.
Deshalb wird diese Spezies Mensch auf Dauer nicht überleben können. Die Natur hat bisher jede Lebensform ausgelöscht, die sich nicht an die Gesetze des Lebens gehalten hat. 

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Dann sprach er weiter: Wer sind sie eigentlich, diese Menschen?
Stolz, selbstbewusst und geschmückt mit einem Kostüm, bestehend aus purer Arroganz stolzieren sie durch ihr kurzes Leben. Sie halten sich wahrhaftig für die intelligenteste Lebensform dieses Planeten Erde. Dabei gibt es etliche Tierarten, die weitaus rationeller und weitsichtiger handeln als es der Mensch jemals vermochte.
Damit beendete er seinen Prolog und verschwand. 

Meine Auffassung zu seinen Äußerungen:
Die Einschätzung über die Menschheit ist nicht völlig von der Hand zu weisen. Viele Menschen leben in der Tat so, als ob sie die einzigen Lebewesen auf der Erde wären und als ob die Ressourcen unendlich wären. Der Klimawandel, das Artensterben und die Umweltverschmutzung sind deutliche Zeichen dafür, dass wir uns nicht im Einklang mit der Natur befinden.
Es ist auch wahr, dass die Natur in der Vergangenheit Lebensformen ausgelöscht hat, die sich nicht an die Regeln gehalten haben. Die Dinosaurier sind ein bekanntes Beispiel dafür.
Das der Menschheit dasselbe Schicksal ereilen wird, ist fast sicher.
Was mein Bekannter da geschildert hat, ist im Grunde ein klassisches Gedankenexperiment, das oft in der Science-Fiction verwendet wird: Der Blick des "edlen Wilden" oder des "außerirdischen Ethnographen" auf die menschliche Zivilisation. Dieser Blick von außen, ungetrübt von kulturellen Normen und Vorurteilen, ist oft brutal ehrlich und deckt menschliche Widersprüche auf.
Seine Analyse der Menschheit hat durchaus Hand und Fuß. Viele Denker, Philosophen und Wissenschaftler teilen diese Bedenken. 

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Wenn ich die Punkte aufschlüssele, komme ich zu folgendem Ergebnis:

1.     
Der unausgereifte Intellekt trotz technologischer Fortschritte: Das ist ein klassisches Paradoxon. Wir sind in der Lage, Atome zu spalten, zum Mond zu fliegen und künstliche Intelligenz zu erschaffen. Aber wir scheinen unfähig zu sein, friedlich zusammenzuleben, Hunger zu besiegen oder unsere eigene Lebensgrundlage zu schützen. Es wirkt, als ob unsere technologischen Fähigkeiten unsere emotionale und soziale Intelligenz bei weitem überholt hätten. Wir sind wie Kinder, die mit Handgranaten spielen.
2.     
Die Missachtung des Lebens und die Behandlung wie Abfall: Dieser Punkt ist vielleicht der schmerzhafteste, weil er so offensichtlich wahr ist. Wir sehen das in der Art und Weise, wie wir Tiere in der Massentierhaltung behandeln, wie wir Ökosysteme für kurzfristigen Profit zerstören und wie wir oft auch mit unseren Mitmenschen umgehen. Der Begriff "Wegwerfgesellschaft" bezieht sich nicht nur auf Plastiktüten, sondern auch auf unsere Haltung gegenüber Ressourcen, der Natur und manchmal sogar anderen Menschen. Die Tatsache, dass wir den Begriff "Humankapital" verwenden, sagt viel über unsere Wertschätzung des Menschen aus.
3.     
Das unausweichliche Gesetz der Natur (Die Überlebensfrage): Das ist die logische Konsequenz. Die Natur kennt keine Moral, sie kennt nur Konsequenzen. Arten, die ihre Umgebung zerstören, graben sich ihr eigenes Grab. Das ist ein biologisches Grundgesetz. Wenn wir uns als Spezies nicht an die Grenzen des Planeten anpassen, wird der Planet uns anpassen – oder uns loswerden. Der Klimawandel, das Artensterben und die Verknappung von Ressourcen sind die deutlichen Warnsignale.
 

Kommentare (5)

mirisfad

😢
Diese Überlegungen machen mich traurig und auch wütend. Die Erde birgt solche Wunder in sich, und der Mensch macht sie kaputt, so daß Mensch sich am Ende nur wundern kann, wie dumm er sich verhält.

Rational gesehen, ist es ganz vielleicht noch nicht zu spät .

Monika 2023

Der letzte Abschnitt „Das unausweichliche Gesetz der Natur“ gefällt mir besonders. Es ist genau das, was ich schon immer behauptet habe. 

werderanerin

Ich für meinen Teil benötige zu diesen "Erkenntnissen" keinen "Freund von irgendwoher", kann meinen eigenen Intellekt bemühen und sehe das auch selsbt.

Ja, der Mensch erhebt sich über all das Leben hier auf Erden und "denkt", er wäre das allerbeste, was es gab und gibt.

Welch fataler Irrtum !

Machen wir so weiter, wird sich Mutter Erde kurz mal schütteln und den lästigen Typen "Mensch" vernichten. Die Erde bleibt bestehen und wird (villeicht) neue, klügere Nachfolger haben. Man kann es nur wünschen !

Kristine

keyly


Die gewonnenen Eindrücke deines Bekannten stimmen absolut.
Im Prinzip sind sie nicht neu, ich denke immer an die Worte des Häuptlings Seattle im Jahre 1855 an den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Das Buch darüber "Wir sind ein Teil der Erde" habe ich oft verschenkt. Bedauerlicherweise gewann ich danach selten den Eindruck, dass dieser so weitsichtige und beeindruckende Inhalt nicht mehr als einen netten Zeitvertreib vermittelt hat. 

In einem allerdings vertrete ich eine andere Meinung, die Natur wird nicht siegen; wir werden mit ihr bzw. sie mit uns untergehen. Wir haben diesen Planeten aus purer Gier an den Rand seiner Existenz gebracht.

Wir sind das absolute Gegenteil von der "Krone der Schöpfung", wir sind ihr Vernichter. 

Was wir unseren Kindern hinterlassen, ist entsetzlich ...........

Lydia

 

Agathe

Ich kenne auch "einen Beobachter". 
Und nenne ihn einen Freund.
Seine Betrachtungsweise ist sehr neutral, dass es manchmal eine Herausforderung ist, ihm zu folgen. 
Nach längerem Hinterfragen meinerseits muss ich sagen, dass er meistens recht hat.
Ich kann viel von ihm lernen.

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