Mein erster Vers
 
Die Zeit, wo ist sie nur geblieben?
Meist roch´s nach Gänsebraten, wenn Du kamst.
Die Klöße wurden eigenhändig noch gerieben
und lustig war´s, wie Du das Essen zu Dir nahmst.

Ich glaube, damals hast Du noch studiert.
Die Trenchcoard -Taschen waren immer leer.
Die ersten Malversuche hab´ich mit Dir ausprobiert -
vom ersten Augenblick an mochte ich Dich sehr.

Am Abend Deiner Ankunft warst Du meistens blau.
Den nächsten Tag, den konnte man vergessen.
Noch sehe ich die Szene ganz genau:
der blasse Onkel lächelnd mit Kompressen.

Und einmal durfte ich zu Dir nach drüben.
Thüringen.... das waren schöne Wochen.
Dort hab ich meinen ersten Vers geschrieben;
konnt´ich nicht schlafen, kam ich dann gekrochen ….

Auch malend saßen wir zu zweit
und du erzähltest mir Geschichten -
nahmst dir für mich genügend Zeit,
die Stories auch noch zu verdichten.

Ich war so glücklich und unbefangen.
Selbst beim Erinnern glüh´n mir die Wangen.
Dass ich gern schreibe, verdanke ich dir....
mal besser, mal schlechter kommt´s auf´s Papier.

 *



Text und Foto (C) Ingrid Bezold









 










 

Kommentare (17)

Winterbraut

nochmal zwei Herzchen von

Tulpenblüte und Flaklander

und ein herzliches Dankeschön von Ingrid20260707_102323.jpg

Distel1fink7

Oh  wie schön  INGRID

So einen Onkel hatte ich auch.   Er hieß Johann und
spielte immer mit mir Zirkus und ih war die Artistin,
die von ihm immr sehr  beklatscht wurde..

hat mir sehr gefalllen   DEINE gESCHICHTE
Danke

Distel1fink7

Winterbraut

@Distel1fink7  

...dann hattest du ja auch einen interessanten Onkel, der dich künstlerisch inspiriert hat, liebe Distelfink. 
Vielen Dank und einen schönen Abend 
Ingrid 

Marlen13

Liebe Ingrid,
so einen lieben Onkel oder Tante und sich zu haben 
Ist wie ein Geschenk, daß Gold wert ist.
 Eine schöne Erinnerung die uns ein Leben lang begleitet.
Liebe Grüße von mir zu dir ❤️ lichst Marlen 

Winterbraut

@Marlen13  


Meine liebe Marlen,

ein Glücksfall eben! Ich denke sehr viel an ihn, obwohl er schon vor einigen Jahren gegangen ist.

Liebe Grüße zu dir
von Ingrid

werderanerin

Es ist ganz toll, wenn man solch eine Bezugsperson in den jungen Jahren hatte, liebe Ingrid. Nichts ist wichtiger..., denn Kinder sehen ganz genau, was die Erwachsenen so machen, was sie sagen und tun u.v.a.m. Das alles prägt das weitere Leben.

Ich denke manchmal, dass ich auch viel von meinem Papa habe..., viel später merkt man so einiges und das ergeht ja vielen so.

Ganz wichtig ist für mich immer, dass Kinder liebevoll und geschützt aufwachsen. Nur so können sie sich entwickeln, frei sein. Später können dann ruhig die "Leinen" etwas gelockert werden, damit sie das Leben "da draußen" kennenlernen können.

Deine, so liebevollen Zeilen zeigen auch, dass das Verhältnis ein wirklich wunderbares gewesen sein muss.

Schön  -  deine Erinnerungen.

Kristine

Winterbraut

@werderanerin  

Ja, liebe Kristine, er war ein Onkel, wie man sich ihn nur wünschen kann.
Er spürte einfach, wenn seine Nichte Redebedarf hatte, und die Eltern in solchen Fällen nicht die geeigneten Ansprechpartner waren. Damals war telefonieren noch sehr teuer und nicht jeder hatte einen Apparat zuhause..
Bei größeren " Problemen" stand er einfach da..


Liebe Grüße 
Ingrid






 

Roxanna

Jedes Kind, liebe Ingrid sollte so einen Menschen in seiner Kindheit haben. Neben den Eltern, die ja erziehen wollen, kann er sozusagen ein Ankerplatz sein. Du hattest ein ganz besonderes Glück, weil er deine Begabungen erkannt und gefördert hat. Das hat dir sicher viel Kraft gegeben, die du vielleicht bis heute spüren kannst. So etwas ist gut für das Grundvertrauen. Ein Geschenk des Lebens!

Herzlichen Gruß
Brigitte

Winterbraut

@Roxanna  

Liebe Brigitte,
ich bin sehr dankbar; denn mit ihm konnte ich wirklich über alles reden.
Er war sehr wichtig in meinem Leben, obwohl wir uns nicht oft sahen.
Er hatte auch kleine Schwächen ( die Frauen!!) und sie machten es ihm auch schwer, zu widerstehen. 
Für mich war er besonders in der Teenagerzeit ein wertvoller Vertrauter..)); denn mein Vater hat mich an der sehr kurzen Leine gehalten.

Er hat bis ins hohe Alter wunderschöne Ölbilder gemalt und auch Gedichte verfasst, obwohl er Naturwissenschaftler war. 

Mein Vater hat auch sehr gut gemalt, aber als ich Kind war, waren seine Gitarren primär im Einsatz.Da war ich aber nicht interessiert und grottenschlecht. Mit seinen Freunden gab es Hausmusik bei uns und meine Mutter kochte rohe Klöße mit wenig Fleisch und viel Soße für alle ( Nachkriegszeit).

Vielen Dank, liebe Brigitte
und herzliche Grüße 
Ingrid

Rosi65

Liebe Ingrid,

schön, wenn man als Kind, neben den Eltern, noch eine liebevolle Bezugsperson hatte.
Meinen Onkel Hans (Vaters Bruder), den ich gut leiden konnte, sah ich nur selten, denn er lebte ja in Schleswig-Holstein.
Doch in den Sommerferien besuchten wir ihn manchmal. Bei solch einer Gelegenheit fuhren wir auch mal gemeinsam nach Hamburg, um dort, neben einer Hafenrundfahrt, auch noch den „Planten un Blomen-Park“ zu besichtigen.
Als ich damals von der dortigen U-Bahn erfuhr, war ich sofort Feuer und Flamme. Ja, damit wäre ich gerne mal gefahren. Wie abenteuerlich!
Mein Vater meinte aber, da unten ist doch alles dunkel. Da sieht man doch eh nichts.
Doch der Onkel lenkte sofort verständnisvoll ein „Ach, zwei Stationen könnten wir ja mal fahren, damit ersparen wir uns etwas Fußweg.“

Klar, war ich überglücklich, obwohl ich auf dieser rasanten Fahrt, außer der Dunkelheit, tatsächlich nichts gesehen habe. 😃😅😂

Viele Grüße
   Rosi65

Winterbraut

@Rosi65  

Liebe Rosi,

einen Onkel in Hamburg hätte ich auch gerne gehabt. Die Gelegenheit, diese herrliche Stadt öfter erleben zu können, ist ja auch schon ein Geschenk.
Meine Mutter ist dort geboren,aber von klein auf bei ihrer Familie in Nürnberg aufgewachsen.
Herzlichen Dank für dein Onkel- Erlebnis
und liebe Grüße 

Ingrid

ladybird

Liebe Ingrid,
in den Todesanzeigen liest man öfters:......"Du bleibst unvergessen",
und so ist Dein Onkel wirklich unvergessen geblieben,zumal er Dir eine solch wunderbare "Hinterlassenschaft" geschenkt hat! Dazu möchte ich Dir herzlich gratulieren
Ist das nicht das wertvollste"ERBE"?
Hat Dein Onkel Deinen Erfolg noch miterleben können? Das hätte er sich verdient,
meint mit herzlichem Gruß und Bewunderung 🐞-ladybird

Winterbraut

@ladybird

Liebe Renate 

leider hat er nur die ersten Veröffentlichungen meiner Gedichte noch miterlebt. Er wohnte ja auch nicht gerade um die Ecke.
Er selbst war zwar Naturwissenschaftler  hat aber wunderschön gemalt und gezeichnet.
Ich schicke hier mal eine Zeichnung, die er in jungen Jahren erstellt hat. Picasso.
Er hat auch alte Meister kopiert ( nur für sich privat ).

Danke für dein schönes Feedback.
Liebe Grüße 
Ingrid20250814_170406.jpg

 

ladybird

@Winterbraut  
wow...Picasso ist sofort  richtig zu erkennen...danke Dir und ich stelle somit fest, dass er sein Talent, seine Gene sehr sinnvoll "vererbt" hat, an Dich,liebe Ingrid
👍Gruß Renate

Christine62laechel


Liebe Ingrid, egal ob dies eine Erinnerung wäre, oder eine Phantasie - und ich frage nicht danach - finde ich dein Gedicht sehr schön. Eine so besondere Beziehung sollte ein jedes Mädchen mal erleben können, so einen Onkel haben, der vielleicht besser in der Rolle sein könnte, als ihr Vater. Jemand, der dem Mädchen ein klares Signal senden könnte: du bist ein liebeswertes Wesen, und wirst sicher mal eine liebeswerte, selbstbewusste Frau. 


Mit herzlichen Grüßen
Christine

Winterbraut

@Christine62laechel 

Liebe Christine,

meinen tollen Onkel gab es wirklich und ich hätte ihn gern zum Vater gehabt. Mein Papa war schwierig und sehr streng.

Über deine Einschätzung freue ich mich sehr.
Liebe Grüße 
Ingrid 
 

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