Masken
Menschen
tragen Masken, weil sie ihr wahres Gesicht nicht zeigen wollen,
tragen Masken, weil sie sich schützen wollen,
legen zeitweise ihre Masken ab, wenn sie Vertrauen haben,
brauchen Masken, weil man nicht jedem vertrauen kann,
tragen Masken, wenn sie sich verstecken wollen,
tragen Masken im Karneval, um unerkannt neckische Spiele zu treiben,
tragen Masken, um Rituale zu feiern,
tragen schon immer Masken, sichtbar oder unsichtbar
und werden manchmal demaskiert.
Sich ganz ohne Maske zeigen zu können, dafür braucht es ein tiefes Vertrauen oder kann man das niemandem wirklich zumuten, vielleicht sogar nicht einmal sich selbst? Absolute Ehrlichkeit anderen und sich selbst gegenüber, also die Maske fallen zu lassen, erfordert viel Mut.
Kommentare (13)
@Kurt20
Lieber Kurt,
ich muss dir zustimmen. Mit dieser „absoluten Ehrlichkeit“ bin ich über das Ziel hinausgeschossen, ich gebe es zu. Obwohl es doch eher ein ernsthaftes Thema ist, musste ich über das Trümmerfeld schmunzeln, weil mein Kopfkino angesprungen ist. Absolut ehrlich sollte man nur mit sich sein, aber anderen gegenüber wäre das unter Umständen oftmals verletzend. Diplomatie, Taktgefühl, Freundlichkeit, Empathie –, wie du scheibst, sind sozusagen „Schmiermittel“ im sozialen Miteinander. Nur so kann es verträglich sein. Und wer kann schon für sich beanspruchen mit seiner "ehrlichen" Meinung immer richtig zu liegen, es handelt sich ja um die ganz eigene persönliche Wahrnehmung, die für jemand anderen eine andere sein kann. Immer wieder erlebe ich hier im Forum, dass etwas für die einen gar nicht geht und die anderen finden nichts dabei oder finden es sogar in Ordnung.
Ich danke dir für deinen Kommentar und das dazu geschenkte Herzchen.
Herzliche Grüße zurück von
Brigitte
Liebe Roxy,
um die eigene Maske abzulegen muss man alt werden.
Wenn nicht schon vorher, aber ab achtzig legt man sie garantiert ab.
Ich legte sie schon vor ein paar Jahren ab und fühle mich kein bisschen verletzlicher.
Meine Haut ist nicht dicker geworden - nein, das kann nicht sein, denn ich verletze mich dauernd selber. Nicht etwa, weil ich möchte um zu probieren, ob ich noch am leben bin, nein, immer aus Versehen.
Also real ist meine Haut papierdünn geworden.
Also, nur Mut, legt eure Masken ab - keiner kann euch was (jedenfalls bis jetzt noch nicht).
Liebe harzliche Grüße von Heidi
@pippa
Das bewundere ich, liebe Heidi, dass du deine Maske abgelegt hast. Ich kann mir vorstellen, dass man mit zunehmendem Alter mehr Gelassenheit bekommt und einen manches, was früher aufgeregt hat, nicht mehr so tangiert. Ich glaube aber auch, dass es in gewisser Weise Sache des eigenen Naturells ist, ob man das wirklich schafft oder nicht. Menschen sind da sehr unterschiedlich und es kommt auch immer darauf an, um was es sich handelt.
Ich danke dir für deinen Kommentar, das dazu geschenkte Herzchen und grüße dich herzlich
Brigitte
Liebe Brigitte,
bei der Bezeichnung "Maskierung" und "Maskenträgern" muss ich unwillkürlich an Bankräuber und Einbrecher denken, die etwas Böses im Schilde führen.
Auch die Arbeitsschutz- und Coronamasken, die ja Viren und Verletzungen abhalten sollen, stehen uns zwar als Schutzschirme zu Verfügung, bleiben aber trotzdem immer als Verbindung zu etwas Negativen bestehen.
Ein reifer und lebenserfahrender Mensch, der seine Selbstverantwortung kennt, und auch die Grenzen anderer Menschen respektiert, sollte eigentlich in allen Lebenslagen ein hohes Maß der Selbstreflexion, Konflikt- und Kritikfähigkeit erreicht haben.
Wenn er dann konsequent zu seinem eigenen Persönlichkeitsbild und seiner ehrlichen Urteilsbildung steht, benötigt er auch keine „emotionale Maske“, mit der er seine Unabhängigkeit und Freiheit einengt, nur um sich zu verstellen.
„MEHR SCHEIN ALS SEIN“ ist übrigens auch eine beliebte Maske.
Herzliche Grüße
Rosi65
@Rosi65
Ich stimme dir zu, liebe Rosi, versteckt sich ein Mensch hinter einer sichtbaren Maske, welche auch immer, kann man davon ausgehen, dass er nicht „gesehen“ werden will, ausgenommen die medizinischen und beruflichen Schutz-Masken. Aber mit der Maske ist es eben wie mit allen Dingen, die zwei Seiten haben. Es ist das verstecken, es ist aber auch der Schutz.
Ich glaube aber, dass im sozialen Umgang miteinander doch hin und wieder eine „Maske“ notwendig ist. Stell dir einmal vor, z.B. am Arbeitsplatz, da wäre eine Kollegin oder ein Kollege, mit dem die Chemie so gar nicht stimmt. Würde man hier sagen, was man fühlt und denkt, wobei das in dem Fall ja eine ganz persönliche Wahrnehmung wäre, wäre das schlecht fürs Betriebsklima. Für mich bedeutete das nicht sich zu verstellen, sondern sich einfach sozial verträglich zu verhalten. So kann es mit vielen anderen Menschen auch gehen, man kann nicht immer offen sagen, was man denkt und trotzdem zu sich selber stehen.
Man kann das Thema von vielen Seiten betrachten und es gibt sicher viele Ansichten dazu. Ich danke dir für die deinige und grüße dich herzlich
Brigitte
Liebe Brigitte, ich würde Masken mit Kleidung oder Schmuck vergleichen. Man muss ja nicht prüde sein, um selbst am Strand nicht ohne ein Stück Stoff auftreten zu wollen. Und ich glaube, da kann man auch mal einen Gesichts- oder Augenausdruck, manche Gedanken, auch zu privat, ja zu intim finden, um sie überall gerne sichtbar/bekannt sein zu lassen. Noch zur Kleidung: eine Jacke oder ein Pullover sind ganz harmlos - erst wenn man in jemandes Ärmel ein Messer entdecken würde, da könnte man sich schon denken: demaskiert... Solange aber keine böse Absicht da, kann eine Maske wohl nichts mehr sein, als ein gut angepasstes Kleid und beliebte Ohrringe. Man fühlt sich damit sich selbst.
Mit herzlichen Grüßen
Christine
@Christine62laechel
Das gefällt mir, liebe Christine, was du schreibst, eine Maske kann wohl nichts mehr sein als ein gut angepasstes Kleid. Wir haben gelernt in einem langen Leben, wo es besser ist eine „unsichtbare“ aufzusetzen und wo wir es nicht brauchen, weil wir uns mit nahestehenden Menschen sicher fühlen. Es kann ja auch Abstufungen geben, man lüftet sie ein wenig und probiert aus, wie es einem damit geht. Will man Nähe zu einem Menschen entstehen lassen, muss sie im Laufe der Zeit schon fallen.
Ich danke dir für deinen Kommentar und grüße dich herzlich
Brigitte
Das schöne Bild ist wohl aus dem Wald, wo ja einige dieser Holzfiguren stehen, liebe Brigitte..., oder täusche ich mich...?
Masken sind mir persönlich irgendwie ein Greul, hatte mir schon in der Coronazeit gereicht, sie tragen zu müssen, auch wenn es keine Vollmaske war.
Ich denke, dass es sehr viele Menschen gibt, die ihre Maske immer tragen, auch wenn sie so garnicht sichtbar ist.
Alles Liebe
Kristine
@werderanerin
Ja genau, liebe Kristine, diese Skulptur steht auf dem Waldmenschen-Pfad, von dem ich schon öfter Bilder gezeigt habe.
Es gibt die sichtbaren, wie im Karneval oder eben bei Corona, und die unsichtbaren Masken, die manchmal im Umgang mit anderen Menschen notwendig sind. Wir zeigen nicht auf Anhieb jedem Menschen oder können es auch nicht, was wir denken und wie wir fühlen. Es kommt ja auch immer auf die Situation an, in der wir uns gerade befinden. Ich sage mal in der „Draußen-Welt“ brauchen wir sie. Das heißt ja nicht, dass man sich verstellt, es ist einfach einer Situation angepasst, was für das Funktionieren des sozialen Miteinanders oft notwendig ist. Ablegen können wir sie bei Menschen, mit denen wir sehr vertraut sind.
Ich danke dir für deinen Kommentar und grüße dich herzlich
Brigitte
Liebe Brigitte,
Dein Titelbild kenne ich seit kurzem auch. Mit einigem Erstaunen habe ich auf der Info-Tafel daneben gelesen, daß das Schneewittchen sein soll. 😳
Masken, liebe Brigitte, trage ich nicht, habe auch nie eine getragen. Und Karneval schon gar nicht, das "Fest" kommt in meinem Leben nicht vor. Schon als noch sehr junger Mensch habe ich es entschieden abgelehnt, quasi auf Kommando lustig zu sein.
Herzliche Grüße
Hubert
@Songeur
Das, lieber Hubert hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung, dass es sich hier um Schneewittchen handeln soll. Da braucht es doch einiges an Fantasie 😁.
Aus Karneval habe ich mir auch noch nie etwas gemacht, aber da werden ja gut sichtbare Masken getragen. Ich meinte doch eher die, die Menschen unsichtbar in der Begegnung mit anderen Menschen aufsetzen, sei es zu ihrem Schutz oder aus Vorsicht oder vielleicht, weil sie sich erst einmal nicht wirklich „zeigen“ wollen. Diese Maske ist ja sinnbildlich gemeint. Wir begegnen nicht allen Menschen gleich, je nachdem wie nahe man sich steht oder wie groß oder klein die Sympathie ist.
Danke für deinen Kommentar und herzliche Grüße
Brigitte
17. August 2026
Liebe Brigitte,
Du schreibst: „Absolute Ehrlichkeit anderen und sich selbst gegenüber, also die Maske fallen zu lassen, erfordert viel Mut."
Ich würde einen Schritt weiter gehen:
Diplomatie, Taktgefühl, Freundlichkeit, Empathie –, alles das bliebe auf der Strecke, wären wir absolut ehrlich zueinander.
Rolf Dobelli empfiehlt: „Stellen Sie den Takt über die Ehrlichkeit. Das ist eine altertümliche Regel, aber sie bewahrt Sie davor, Ihre sorgfältig aufgebauten Freund- und Bekanntschaften in ein Trümmerfeld zu verwandeln.“
Ich glaube, er hat recht.
Herzliche Grüße,
Kurt