Licht und Finsternis
Licht und Finsternis
Es streitet das Licht mit der Finsternis,
das eine ist des anderen Feind,
was aber hat wohl den größeren Biss?
Finsternis stirbt, sobald Licht erscheint.
Selbst kleiner Würmchen hauchzartes Glühen
strahlt durch das Dunkel der Sommernacht,
da kann sich die Finsternis bemühen,
niemals besiegt sie Glühwürmchens Macht.
Der Finsternis ist’s ein großer Ärger,
doch bringt ihr das ganze Ringen nichts,
sie ist und bleibt nun mal der Verlierer
selbst bei nur feinsten Strahlen des Lichts.
© Syrdal 2019
Kommentare (16)
@ladybird
Liebe Renate,
dir sei Dank für das Licht im hübschen Lämpchen, das wie alles Licht die Finsternis besiegt.
Liebe Grüße sendet dazu
Syrdal
Dunkelheit ist meist mit Stille verbunden. Zeit, nachzudenken.
Licht gibt Energien frei. Gedanken werden in die Tat umgesetzt.
So sehe ich Licht und Dunkel bei mir.
Komisch, dabei muss ich jetzt an eine (schwere) Arie des Fidelio denken, als er im Kerker Hoffnung schöpft, seine Leonore wieder zu sehen. " Gott, welch dunkel hier"....
Nun dunkelt es draußen und ein wenig Abkühlung ist ein Lichtblick.
Gute Nacht
wünscht Ingrid
@Winterbraut
Sehr hübsch dein Satz:
Nun dunkelt es draußen und ein wenig Abkühlung ist ein Lichtblick.
Da gehe ich gerne mit, denke aber zugleich schmerzlich darüber nach, ob Dunkelheit wirklich meistens mit Stille verbunden ist. Und gleich sehe ich mich zurückversetzt in die Dunkelheit des modrig-feuchten Kellers, in dem fröstelnd und zitternd die ängstlich-blassen Gestalten der Hausbewohner in graue Decken gehüllt hockten, als mit Wahnsinnsdröhnen die Bomben fielen - Februar 1945! - Stille? Ja, aber erst, nachdem die Bomber nicht mehr zu hören waren... Und so geschieht es heute in anderen Teilen dieser Welt.
Auch dir, liebe Ingrid, und allen von Dunkelheit Betroffenen eine gute Nacht wünscht
Syrdal
Das ist ein wunderschöner Text; und doch brauchen wir die Finsternis, weil wir mit ihr gut schlafen können - je dunkler, desto besser.
Gruß aus dem Harz und danke sagt Pippa
@pippa
Dem Schlaf ist die Dunkelheit ein Segen,
denn ohne sie erholt man sich nicht,
doch auf dem Brocken tanzt bis zum Morgen
die Hexenschar bei teuflischem Licht.
Aber das ist ja wohl nur eine Ausnahme zu Walpurgis,
meint mit "funkensprühend-herumsausenden" Gedanken
Syrdal
Lieber Syrdal,
Licht und Finsternis gehören einfach zum Leben dazu.
Diese zwei bilden eine Einheit, ohne die wir nicht leben können.
Schön dast du das in Worten wiedergegeben.
Man kann es auch mit Licht und Schatten vergleichen.
Ich mag das Licht, setzt positive Energie frei.
Mit lieben Grüßen ❤️ lichst Marlen
@Marlen13
Das siehst und empfindest du sehr richtig...
völlig farblos und trist.
mit den beiden ist bei allem Ernst
jeder Tag eine Lust.
...nehmen wir es also dankbar so an wie es ist,
meint mit Sommergrüßen
Syrdal
ES SIND GESCHWISTER
DER HELLE tAG
DIE DUNKLE NaCHT
Keiner kann ohne den Anderen.
UND das ist gut so
Es grüßt
Dis,tel1fink7
Das ist wohl wahr... dennoch frage ich:
Was wäre wohl die Helligkeit
ohne den lichtlosen Raum?
Dann lägen sie niemals im Streit,
besiegten sich höchstens im Traum.
...aber das wäre sicher auch etwas wert,
meint Syrdal
Ich erinnere mich an die Osternachtsfeier, an der ich früher immer wieder teilgenommen habe. Der Priester trug in die stockdunkle Kirche die Osterkerze und diese eine kleine Flamme erhellte die Kirche. Dazu rief er mehrmals: Lumen Christi. Obwohl ich heute mit der katholischen Kirche nicht mehr so viel anfangen kann, aber das waren fast magische Momente. Möge das Licht immer Sieger bleiben.
Herzlichen Gruß
Brigitte
@Roxanna
Ein schönes Bild, liebe Brigitte:
Eine kleine Kerze, die den hohen riesigen Kirchenraum erleuchtet. – Anschaulicher kann man kaum darstellen, wie ein einziger kleiner Lichtstrahl zur die Dunkelheit besiegenden Wirkung kommt.
Mich hat dieses Bild erinnert an die langen Bombennächte zum Kriegsende. Wir saßen rund um den Küchentisch, die Fenster waren mit dicken Decken zur Verdunkelung abgehängt und ein kleines nur glimmendes Flämmchen (Stearinkrümel in einem kleinen "Bismarcklämpchen") machte den Raum und unsere Herzen hell... Hoffnung und Vertrauen!
...noch heute sehe ich diese Szene in mir
Syrdal
Deine einleuchtenden Worte von der absoluten Dunkelheit und dem hellen Licht, lieber Syrdal, gefallen mir sehr gut, denn es sind die optimalen Metaphern für Gut und Böse.
Besser kann man es bestimmt nicht reimen.😈😇
Viele Grüße
Rosi65
@Rosi65
Es freut mich, liebe Rosi, dass dir der Reim gefällt, das wichtigste aber ist das verinnerlichte Bewusstsein, dass keine Dunkelheit je dem Licht widerstehen kann.
...sagt überzeugt
Syrdal
Man fühlt sich manchmal wie ein Würmchen in der Dunkelheit - und gar nicht wie so eines mit eigenem Lichtlein. Dein Gedicht bringt Beruhigung, lieber Syrdal. Eigentlich sollte man keine Angst mehr vor Finsternis haben, wenn kein Kind mehr ja, und auch kein Mensch, der kaum wusste, was um ihn herum losging. Sollte man sich aber das Böse als Dunkelheit vorstellen, da gibt es etwas davon immer noch umher, was man zwar verstehen kann, fürchtet es aber wie früher. Und ein Kompromiss wäre in dem Fall wohl keine optimale Lösung: alles nur grau? Es wäre dann wohl doch besser, sich an den Gedanken von den feinsten Strahlen des Lichts zu halten.
Mit Grüßen
Christine
@Christine62laechel
So ist es recht, liebe Christine, bei allem - was auch geschehen mag - sich immer und einzig an das Licht halten, denn es besiegt ganz gewiss jede Finsternis.
Eine solche Haltung wünscht dir mit abendlichen Grüßen
Syrdal
Lieber Syrdal,
so möchte ich ein kleines Licht zu Deinem Thema " Licht und Finsternis",
beitragen...und mich so für Dein "erleuchtendes" Gedicht, bedanken, mit lieben Kölner Gruß