Leben heißt altern

Guten Tag, liebe Mitmenschen reiferen Alters,
auf uns Ältere passen die Strophen des folgenden Gedichts, das angeblich von Wilhelm Busch stammt:
Die 60 scheint jetzt ganz passabel
Und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still,
ich werde 80, so Gott will.
Wer dann die 80 überlebt,
zielsicher nach der 90 strebt.
Dort angelangt, zählt man geschwind,
die Leute, die noch älter sind.
Da stehen wir nun.
Vieles ist anders als in jungen Jahren, manches besser, anderes schlechter:
Das Haupthaar ist ergraut, schlohweiß oder nur noch spärlich vorhanden.
Die Zeit verrinnt uns zwischen den Fingern. Jedes Jahr erscheint uns kürzer als das vorhergehende.
Wir können uns mehr Freiheiten herausnehmen, brauchen nicht mehr jeden Mist mitzumachen.
„Wir müssen uns endlich die Beine nicht mehr rasieren“, ergänzt meine Liebste ...
Jetzt stehen wir vor der Entscheidung, eine von zwei Marschrichtungen einzuschlagen:
Entweder Pfad 1 oder Pfad 2:

Selbstverständlich wählen wir Pfad 2, keine Frage.
Zumindest habe ich mich dafür entschieden.
Schon deshalb, um von meinen Enkelinnen nicht als „Mecker-Opa“ bezeichnet zu werden. (Das ist der Name, den unser Nachbarsjunge seinem Großvater verpasst hat.)
Wenn Ihr Euch ebenfalls dafür entschieden habt, ein freundlicher, heiterer, umgänglicher älterer Mitmensch zu sein – eine weise Entscheidung 😉 –, lasst uns Pfad 2 folgen und dabei „immer schön fröhlich bleiben“ (Schweinchen Dick).
Herzliche Grüße
Kurt 20
Kommentare (20)
@Distel1fink7
14. Januar 2026
Hallo Distel1fink7,
Das entspricht genau auch meiner Lebensart:
Frühmorgens den Tag dankbar begrüßen. Sich freuen, dass man die Nacht überlebt hat und ein weiterer Tag vor einem liegt – so Gott will (oder das Schicksal, oder wer oder was auch immer). Versuchen, das Beste aus diesem Tag zu machen.
Hast Du schon in Dein Horoskop für 2026 geschaut?
In meinem steht: „Der Löwe startet kraftvoll ins neue Jahr, sollte aber darauf achten, seine Energie nicht zu überreizen.“
Ein wirklich guter Rat. Die schädlichen Folgen eines ruhelosen Lebensstils sind nicht zu unterschätzen.
Daher verbringe ich meine Tage in diesem Jahr bevorzugt wie folgt:
Ruhen, vor mich hindämmern, träge im Sessel liegend, Halbschlaf, zwischendurch immer wieder ein paar Minuten schlummern und ab und zu einen Schluck Rotwein … Danach wieder einnicken, abdriften in Traumgefilde ... Diesen Zustand aufrechterhalten, „zwischen Tag und Traum“, dösen, dämmern. Auch so kann man arbeiten, die Ergebnisse zeigen sich später. Wichtig: keinerlei Druck, Zwang, Krampf. Ähnlicher Zustand wie kurz vor dem Einschlafen früher in der Eisenbahn, den Mantel vorm Gesicht, das Geräusch der Räder auf den Schienen … (Bist Du noch wach?) – „Und nachts?“ „Das Gleiche, nur im Bett“. 😉
Herzliche Grüße in den Wald!
Kurt
@Kurt20
Welcher Sessel ???
dein sellel
wie heisst denn der ???
ImWald ist es heute kalt.
Keine Heizung .
Seele friert nicht.
Disel1finki7![]()
Warum immer nur "hue" oder "hott"?
Auch ein störrischer Mensch kann heiter und umgänglich sein - oft kommt es auf das Gegenüber an.
Und auch die eigentlich positiv eingestellten älteren Menschen können nörgeln und jammern.
Vielleicht überwinden sie diesen Zustand einfach schneller?
Mir tun die so negativ Eingestellten und Reagierenden oft einfach leid: ob sie nicht gerne anders gepolt wären?
Wann und wie ist denn dieses Mißtrauische , Abwehrende, Neidische usw. gekommen?
Dominieren da Gene oder die Kindheit mit dem falschen Vorbild?
Ich kann nur von Herzen dankbar sein, wenn mein Blick die kleinen Schönheiten und erfreulichen Momente des Lebens sieht und wiederum dankbar empfindet!
All der Schnee draußen ist doch wirklich zauberhaft schön, nicht?
Zieht Schuhe mit passender Sohle an! - Im Zweifelsfall bleibt zuhause und genießt auch das!
Mit herzlichen Grüßen an Dich, lieber Kurt,
und an Alle, die sich mit Dir so ihre Gedanken machen 😉
@U. Petri
12. Januar 2026
Liebe Ursula,
schön von Dir zu hören!
Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ja, du hast recht. Meine Einteilung in störrische, nörgelnde, jammernde Mitmenschen einerseits und freundliche, heitere, umgängliche Menschen andererseits ist sehr grobschlächtig.
Dazwischen gibt es tausende Abstufungen, die zudem zeit- und situationsabhängig sind.
Ich habe versucht, das Ganze mehr „prototypisch“ darzustellen. Das ist eine Schwäche von Ingenieuren und Konsorten, wenig geeignet, die Wirklichkeit detaillierter abzubilden. (Ich übe noch 😉).
Vielleicht lässt sich aber trotzdem erkennen, worauf ich hinauswill.
Du schreibst: "Ich kann nur von Herzen dankbar sein, wenn mein Blick die kleinen Schönheiten und erfreulichen Momente des Lebens sieht und wiederum dankbar empfindet!"
Du sprichst mir aus dem Herzen! 💖
Bis demnächst, eine gute Woche,
herzliche Grüße
Kurt
Hallo lieber Kurt
ich bin „eingebildet“und behaupte dass schon immer auf Pfad 2 war uns bin……das behauptet jedenfalls mein nahes und weiteres Umfeld einschl.Familie…..
und dass heißt nicht das es nichts zum Ärgern oder „verarbeiten“ gab…..
Mir ist die Zeit zu schade um sich zu streiten oder zu meckern….
Tolle Idee…ich bin gespannt ob sich jemand traut zuzugeben den Pfad 1 zu gehen????
Einen herzlichen Gruß
von Angelika
@Tulpenbluete13
12. Januar 2026
Liebe Angelika,
danke für Deinen Kommentar. Du schreibst:
„Mir ist die Zeit zu schade, um sich zu streiten oder zu meckern.“
Da stimme ich hundertprozentig mit Dir überein, wir gehören zur selben Fraktion.
Aber leider können wir nicht immer und zu jeder Zeit die Lücke zwischen Wissen und Handeln überspringen. Wir sind keine Maschinen.
Gerade noch haben wir die Absicht, freundlich, heiter und umgänglich zu sein, und kurz danach, oft aus geringem Anlass, sind wir griesgrämig, verärgert, übellaunig, regen uns über Kleinigkeiten auf oder sind zum Streiten aufgelegt … Anders ausgedrückt: Wir sind auf Pfad 1 geraten. Wahrscheinlich passiert Dir das gelegentlich auch.
Nicht absichtlich, einfach so.
„Ich bin der Überzeugung, dass die meisten unausstehlichen Menschen nicht mit Absicht unausstehlich sind“, schrieb kürzlich ein Kolumnist ...
Wie ich heute Morgen an Kristine schrieb:
Ständig auf Pfad 2 zu marschieren, ist eine Idealvorstellung. Keiner/keine schafft das. Es reicht, es immer wieder zu versuchen.
Unterm Strich kommt dann vielleicht heraus, dass man öfter auf Pfad 2 als auf Pfad 1 unterwegs ist – und das ist ja schon mal eine ganze Menge.
Herzliche Grüße
Kurt
Lieber Kurt - ich könnte mir erstmal vorstellen, dass niemand sich öffentlich auf den Pfad 1 begeben würde..., aber es ist ja im Leben so, dass man sich selbst so garnicht sieht, wahrnimmt..., immer oder meist davon ausgeht, man ist ein "guter" Mensch.
Ist dem so und vor allem, wer würde einem denn sagen...halt, so aber nicht mehr...?
Naja, kannst dir denken, welchen Pfad ich einschlage - Pfad 1.😒.., ach nee, lieber dann doch auf den Pfad 2 😊 abbiegen.
Ich kann ja nur für mich schreiben, denke aber, dass ich ein zugänglicher und empathischer Mensch, sprich Frau bin. Ich mag es, dass man zumindest nicht mürrisch durchs Leben geht, sondern hin und wieder den Menschen ein Lächeln schenkt, offen und auch herzlich ist...oder es versucht.
...ich habe aber auch anderes erlebt - leider - unsere Tante, fast 94 war immer eine herzensgute Person, seit nunmehr 7 Jahren in etwa , ist sie wohl auf den Pfad 1 abgebogen - keiner versteht es ..., man kann garnicht nachvollziehen, wie sehr sich ein Mensch verändern kann, das aber eben negativ ! Ja, auch das gibt es... !😒
In dem Sinne, aber positiv denkend, lieber Kurt
einen schönen, wenngleich sehr kalten Montag
Kristine 😉
@werderanerin
Liebe Kristine,
Ich habe einen ähnlichen „Fall“ wie Du erllebt: Ich denke daß deine hochbetagte Tante mit 94 einfach - salopp gesagt: „die Nase voll gehabt vom Leben“…und deshalb bei allem was zu meckern gehabt…
Meine Mutter wurde 84 eine ganz liebe..aber das letzte halbe Jahr „gefiel“ ihr da das Leben anscheinend nicht mehr und sie fand immer was zu meckern bis zu ihrem Tod…..
Es ist richtig: Man kann nicht immer nur auf dem Pfad 2 „wandern“ aber als Grundeinstellung kann man es gelten lassen…??
Lieben Gruß
Angelika
Liebe Angelika,
ich danke dir herzlich - ja, man kann ja letztlich nur diesen Stand der Dinge hinnehmen😒..., wenn man alles probiert hat, immer nur noch Ablehnung, gar böse Worte zurück bekommt, zieht man sich ebenfalls zurück und das machen wir alle auch so. Leider bleibt nicht mehr viel...die Erinnerungen jedoch schon.
Verstehen oder eben nachvollziehen jedoch kann man alles nicht, zumal ja, wie geschrieben, unsere Tante immer für alle da war, eine Art Ersatzmutter für mich und meine Schwester war...aber
Du hast Recht..., es ist halt so und nicht anders.
Liebe Grüße
Kristine
@werderanerin
12. Januar 2026
Liebe Kristine,
danke für Deinen Kommentar.
Ja. Wer würde schon zugeben, dass er ein störrischer, nörgelnder, jammernder älterer Mitmensch ist? Oder gar, dass er sich bewusst dafür entschieden hat?
Wir halten uns fast automatisch für freundlich, heiter und umgänglich – fröhlich pfeifend auf Pfad 2 unterwegs.
Hier ist wahrscheinlich „der Wunsch der Vater des Gedankens“. Zu einer einigermaßen realistischen Selbsteinschätzung sind wir nur begrenzt in der Lage.
Dazu kommt: Ständig auf Pfad 2 zu marschieren, ist eine Idealvorstellung. Keiner / keine schafft das.
Es reicht vielleicht, es immer wieder zu versuchen.
Unterm Strich kommt dann vielleicht heraus, dass man öfter auf Pfad 2 als auf Pfad 1 unterwegs ist – und das ist ja schon mal etwas („Nicht immer, aber immer öfter“ 😉).
Herzliche Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
ein schönes Gedicht von Wilhelm Busch, dazu fällt mir ein:
"alt werden wollen wir alle, alt sein will keiner"
Wir streben nach Langlebigkeit und fürchten die Gebrechen.
Ich habe mich für Pfad 2 entschieden und werde in wenigen Tagen 75 Jahre alt.
Ich genieße mein Leben und bin dankbar, daß ich so viele schöne Dinge erlebt habe.
Liebe Grüße
Ingira
Kurt20 @Ingira
12. Januar 2026
Liebe Ingira,
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Du schreibst: Ich genieße mein Leben und bin dankbar, daß ich so viele schöne Dinge erlebt habe. Und hoffentlich noch viele erleben wirst, liebe Ingira.
Man kann das Alter auf verschiedene Weise betrachten:
(1) Man kann sich über die negativen Seiten beklagen (die ich hier gar nicht aufzählen möchte)
oder aber
(2) Man kann das Alter loben – die positiven Seiten sehen, die negativen gelassen zur Kenntnis nehmen, das Beste daraus machen und dankbar sein.
Nicht immer sind wir in der Lage, uns für (2) zu entscheiden; manchmal sind die Schläge, die das Leben austeilt, gar zu brutal.
Aber wann immer es möglich ist, erscheint es mir nützlich und sinnvoll, sich bewusst für (2) zu entscheiden. Das ist eine Kunst, aber man kann sie erlernen.
Wie ich sehe, liegen wir hier hundertprozentig auf einer Linie.😊🤝
Bis demnächst, eine gute Woche,
herzliche Grüße
Kurt
Ich glaube, Kurt, dass man den Charakter und die Persönlichkeit für ziemlich konstante Faktoren hält. Ein liebliches Kind wird also zu einer netten, freundlichen älteren Person. Es sei denn, dass es solche Umstände gibt, wie Erkrankungen, andere schwierige Probleme, usw. Das könnte der Fall deines Nachbarn sein.
Zum Alter. Meine Mutter, ubrigens eine unglaublich launische Dame, behauptete oft: ich werde alt erst mit 100 Jahren. Und man müsste sagen, dass sie nie alt wurde, denn sie verstarb mit 97. Kein Gehstock, keine Fernbrille, nur ein Medikament. Wenn ähnlich, könnte man eventuell auch diese hundert ohne Meckern werden.
Mit Grüßen
Christine
@Christine62laechel
12. Januar 2026
Liebe Christine,
danke für Deinen interessanten Kommentar.
Ich glaube auch, ob wir auf Pfad 1 oder auf Pfad 2 unterwegs sind, ist uns zu einem großen Teil in die Wiege gelegt.
Es handelt sich um eine Art Begabung zur Heiterkeit.
Wer diese Begabung geerbt hat, kann sich glücklich schätzen.
Aber auch für alle anderen ist ein „Pfadwechsle“ möglich.
Unsere Gehirne sind formbar, bis ins hohe Alter. Das ist doch mal eine gute Nachricht, oder?
Ich wünsche Dir eine gute Woche.
Herzliche Grüße
Kurt
In einem Seminar in Urzeiten war mal -auch- von der Kategorie ALTERSIGNORIERER die Rede, dieser weitere Pfad hat schwankende Konjunktur, denn jung erscheinen ist leichter als sein, und im Alter auf Dauer anstrengend, vielleicht sogar lebensverkürzend. hahahahaha
@JuergenS
11. Januar 2026
Hallo Jürgen,
"Jung erscheinen ist leichter als sein". - Klare Erkenntnis mein Lieber. - Ich bin so alt wie ich bin. Ist ja eigentlich logisch. Jünger sein zu wollen ist, da hast Du recht, höchst anstrengend. Und es funktioniert nicht, man ist schnell durchschaut.
Aber: Man muss sich auch nicht älter machen als man ist. Ich habe dazu eine schöne Passage von Monika Maron gefunden, Schriftstellerin, ehemals DDR, du kennst sie vielleicht. Sie war 83 Jahre alt als sie schrieb:
"Man sollte sich alles zumuten, wovon man glaubt, dass man es kann. Also nicht aufhören, ehe man vom Gegenteil überzeugt wird. Ich kenne Leute, die fahren irgendwann nicht mehr Auto. Das muss man machen, wenn man nicht mehr sehen kann. Aber manche hören auf, Auto zu fahren, weil es ihnen zu anstrengend ist. Das macht alt."
Bis demnächst,
herzliche Grüße
Kurt
Hallo Kurt,
das zitierte Gedicht zu dieser Geschichte war vor 15 Jahren schon mal Thema hier in den Blogs.
Schau mal hier rein.
Zu deinen Pfaden: Ich halte mich für einen umgänglichen älteren Menschen, das freundlich und heiter lassen wir mal weg. 😁
Weiterhin einen schönen Sonntag.
Herzliche Grüße
Hubert
@Songeur
da gabs damals 41 likes dafür(f. Wilhelm Busch), damals war
offensichtlich ein stürmisches Interesse an blogs.
tempora mutantur et nos in illis
@Songeur
11. Januar 2026
Danke, lieber Hubert,
„ein freundlicher, heiterer, umgänglicher älterer Mitmensch zu sein“ ist eher eine Idealvorstellung. Wem gelingt das schon. Aber man kann es ja versuchen, ich übe noch 😉.
Das gelingt mir bei Weitem nicht immer, aber „immer öfter“ (um einmal wieder meinen Lieblingswerbespruch zu zitieren).
Ich wünsche Dir eine gute Woche,
herzliche Grüße
Kurt
Pfad 2 ist toll und ganz einfach.
Jeden m,orgen stelle ich fest, ich bin noch da.
M;uß nicht mehr ins Büro. Kann Essen oder nicht,
esgibt soviele Dinge, die gut sind. Auch im ALTER:
Der Spruch wie man in den Wald reinruft,
so kommt es auch raus. PS: aber nicht verlaufen bitte.
Gruß aus dem Wald
Distel1fin7