Lass' sie doch!
Einen guten Tag Euch allen!
Andere einfach tun lassen, was ihnen beliebt? Ich halte das für eine der klügsten Methoden, um den eigenen Seelenfrieden zu wahren.
Doch vielleicht geht es Euch auch manchmal wie mir: Der Drang, mich ungefragt einzumischen, ist oft ziemlich stark ausgeprägt, und Gelegenheiten dafür gäbe es in nahezu jeder Minute.
Aber wenn ich ungefragt Ratschläge verteile, verderbe ich nicht nur anderen den Tag, sondern ruiniere mir auch die eigene Laune.
Es gibt eine schöne Methode, sich bewusst herauszuhalten, basierend auf der Let-Them-Theorie. „Let-Them“ heißt übersetzt etwa „Lass‘ sie doch einfach“.
Die Autorin Mel Robbins schreibt dazu:
„Du kannst die Handlungen anderer Menschen nicht kontrollieren. Du kannst nur kontrollieren, wie du darauf reagierst und wie viel Energie du ihnen schenkst.“ [1]
Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass es sich lohnt, sich rigoros aus den Angelegenheiten anderer herauszuhalten. Das erhöht die Lebensfreude auf beiden Seiten massiv.
Immer wieder sage ich mir: „Lass die Leute tun, was sie tun“ [*].
Im Leben anderer herumzustochern ist eine ziemlich perfide Art der Freizeitgestaltung, auf die ich ab sofort, noch mehr als bisher, verzichte; zumal ja gerade die Biergärten wieder öffnen. 😉
In diesem Sinne einen guten Start in den Mai und herzliche Grüße,
Kurt
[*] (Natürlich gibt es Ausnahmen. Etwa wenn großes Unrecht verhindert werden kann oder wenn Gefahr droht).
Kommentare (14)
Ja, lieber Kurt - das ist ein Thema, wie man ja hier lesen kann.
Das wird jeder für sich entspr. handhaben. Ich selbst habe mich, immer schon aus dem Leben meines Sohnemanns rausgehalten, weil ich weiß, er braucht keine Ratschläge und wenn doch, fragt er mich ganz einfach und direkt.
Ich denke auch, dass man als Mama mehr dazu neigt, "reinzureden", es aber eigentlich nicht böse meint. Nur genau das brauchte ich bei meinem Sohn nicht.
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, manchmal denke ich, es wäre nicht so, wenn ich ständig dazwischen geredet hätte. Fehler "müssen" gemacht werden...wie sonst sollte man seine, eigenen Erfahrungen machen. Das geht jedem so.
Aber, wie geschrieben..., da gibt es bestimmt auch Unterschiede zwischen Müttern und Vätern...oder...? Die Mütter legen vielleicht mehr Herzblut rein...eine "gepflegte" Zurückhaltung scheint mir daher sehr wichtig zu sein, auch wenns vielleicht manchmal schwer fällt.
Kristine
@werderanerin
05. Mai 2026
Guten Abend, Kristine!
Ob Mütter oder Väter, auch Großmütter und Großväter – der Drang, unsere Kinder oder Enkelkinder zu belehren, ist weit verbreitet.
Das ist wahrscheinlich wieder mal so ein Erbe von unseren Vorfahren, die ihre Lebenserfahrung unbedingt so schnell und intensiv wie möglich an die nächste Generation weitergeben mussten, damit diese überhaupt eine Chance hatte zu überleben.
Einiges hat sich seither kaum geändert. Damals war es jedoch (überlebens)notwendig, den Nachwuchs möglichst früh in die freie Wildbahn zu entlassen. Jeder zusätzliche Esser am Lagerfeuer war eine Belastung für die ganze Sippe.
Heute bleiben viele unserer Sprösslinge erst einmal im „Hotel Mama“, all-inclusive. Das mit dem Ausziehen hat keine Eile.
Das erschwert die Ausübung der Kunst, durch gepflegte Zurückhaltung mehr Seelenfrieden zu gewinnen, in gewissem Maße.
Etwas mehr räumliche Distanz wäre da hilfreich, aber es geht auch so. Vielleicht kriselt es dann gelegentlich im Quartier, doch solange sich das in Grenzen hält und nicht ausartet wie bei den Schmidts, ist doch alles in Ordnung, finde ich.
Einen schönen Abend und bis demnächst,
herzliche Grüße
Kurt
Lieber Kurt,
Ich zumindest denke, dass heutzutage die jungen Menschen garnicht oder nur selten ausziehen können....wohin auch...völlig überteuerter Wohnraum ist keine Alternative. Geht einfach nicht.
Das Hotel Mama und Papa wird weiter belagert und das könnte in der Zeit heute, noch sehr lange so sein.
Hat dann auch negative Auswirkungen auf die gesamte Entwicklung von jungen Menschen. Selbstständigkeit muss man lernen...aber allein.
Kristine
@werderanerin
06. mai 2026
Liebe Kristine,
ja, das mit dem Ausziehen ist für viele junge Menschen heute wirklich ein Problem (und nicht nur für die Jungen).
Das Nest verlassen ist schön und gut – aber wohin?
Da bleibt das Hotel Mama manchmal als einziger Ausweg, zumindest vorübergehend.
Ein schwacher Trost vielleicht: Beide Seiten müssen zwangsweise Toleranz und Gelassenheit trainieren, während man gemeinsam nach einer bezahlbaren Unterkunft Ausschau hält.
Herzlichst,
Kurt
Hallo Kurt,
das sehe ich auch so wie du, ich mag keine ungefragten Ratschläge, bemühe mich, auch keine zu geben.
Klappt im Großen und Ganzen auch ganz gut.....bei meinen Kindern übe ich zugegebenermaßen noch🙈🙈, da fällt es mir ein wenig schwerer. Obwohl.....erst vorgestern (ich habs mir gemerkt, weil es ein bissel ein Thema zwischen uns war) habe ich meine Tochter gefragt: "Darf ich dir dazu sagen, wie ich es machen würde?" Inzwischen sagt sie, klar, das könne ich ....weil sie es doch so macht wie sie es will/sieht.....😁🤷♂️
Bis auf dieses Spezial Thema bin ich, glaube ich, relativ entspannt, was die Lebensführung anderer Menschen angeht.
Herzliche Grüße Katharina 🌺
@Sommerzauber
04. Mai 2026
Guten Abend, Katharina!
Danke für Deinen Kommentar.
Keine ungefragten Ratschläge zu erteilen ist schwer genug. Andere in Ruhe zu lassen, gleichgültig wie sie sich verhalten, ist bereits eine Kunst. Kommt aber unser Nachwuchs ins Spiel, wird die Sache gleich um Größenordnungen schwieriger.
Dass wir während der „Aufzucht“ rund um die Uhr Ratschläge verteilen mussten, liegt auf der Hand. Wie sonst hätte unser Nachwuchs lernen sollen, sich auf der Welt zurechtzufinden?
Aber wenn die Kinder größer und erfahrener werden, wäre es doch eine gute Idee, die Anzahl dieser Ratschläge nach und nach zu reduzieren, im Idealfall bis auf Null.
Dir und Ursula und Kristine scheint das gut gelungen zu sein. Meiner Frau und mir ebenfalls. Die „Kinder“, Tochter und Schwiegersohn, sind ungefähr in der Mitte ihres Lebens und damit „aus dem Gröbsten raus“. 😉
Aber so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich schwer fällt es ihnen, ihre Kinder ins Erwachsensein zu entlassen.
Ein Beispiel aus unserer Nachbarschaft: Sohn und Schwiegertochter der beiden Schmidts, einem Ehepaar etwa unseres Alters, waren im Urlaub, als es den alten Schmidts einfiel, die Wohnung der Jungen zu renovieren. „Das sollte eine Überraschung sein“, sagte Frau Schmidt später.
Also wurde die Wohnung der Kinder renoviert, nach allen Regeln der Kunst, inklusive neuer Tapeten und Fußbodenbeläge.
An dem Abend, als die beiden jungen Schmidts nach Hause kamen, lief im Nachbarhaus das Stück „Heut’ ist wieder Zimmertheater bei Schmidts“, und alle in der näheren Umgebung durften teilhaben.
Es war zwar interessant, aber sowas muss doch nicht sein, oder?
Dir einen schönen Abend – auch ohne Zimmertheater – und bis demnächst,
herzliche Grüße
Kurt
Ja, ja, der Kurt hat mal wieder etwas angesprochen,
das wohl jeden - besonders Jede - mehr oder weniger immer wieder vor die Entscheidung stellt: "sag ich was - oder lieber nicht"
Vielleicht ist bei Männern die Versuchung kleiner (?), aber Mütter sind ja gelernte Ratgeberinnen. Für Jahre bei den Kindern nötig.
Außerdem sind sie meistens ein bisschen schneller in ihren Reaktionen als die Männer. Da ist schnell ein Kommentar entwitscht - ohne "fundiertes Nachdenken".
Ich glaube nicht, daß das immer negativ ist - oft entspinnt sich doch eine Diskussion, bei welcher der Sachverhalt von allen Seiten beleuchtet wird und dabei zu einer Lösung beiträgt.
Es ist ein wichtiger Unterschied, ob es sich um "Besserwissen" handelt oder um die persönliche Teilnahme am Problem des Anderen.
Ich habe, mea culpa, mich sicherlich mehr als einmal ungefragt mit Ratschlägen oder Kommentaren eingemischt. Doch glaube ich, daß der Schaden geringer war als der Nutzen- zumindest zeigte er zugeneigte Teilnahme.
Bei zu viel Nachdenken geht oft Spontaneität verloren - das wollte ich nicht . . .
"Die Gedanken einer Frau"
herzlich von
Ursula
@U. Petri
03. Mai 2026
Guten Abend Ursula,
danke für Deinen schönen Kommentar.
Ich glaube, ich habe das Thema etwas zu ernst genommen. Ob ich mich in die Angelegenheiten anderer Leute einmische oder nicht, ist ja eigentlich ziemlich unwichtig.
Je älter ich werde, desto öfter erlaube ich mir den „Luxus“, mich herauszuhalten. Es sei denn, der Schaden wäre „eindeutig geringer als der Nutzen“, wie Du schreibst. Dann ist es vielleicht angesagt, den Mund aufzumachen.
Ist das nicht der Fall, entscheide ich mich für „vornehme Zurückhaltung“. Damit erspare ich mir und den „Adressaten“ unnötigen Frust.
Unnötig deshalb, weil ich auf meiner langjährigen Reise auf dieser schönen Welt immer wieder erfahren habe, dass ich das, was andere denken, glauben oder tun, nur ganz selten beeinflussen konnte.
Deshalb halte ich es diebezüglich mit den alten Stoikern, die ja nicht die Dümmsten waren:
„Welch großen Gewinn an Muße hat doch derjenige, der nicht darauf sieht, was der Nächste sagt, tut oder denkt.“ (Nach Marc Aurel)
Also lehne ich mich gelassen zurück, genieße den Augenblick (wer weiß, wie viele mir davon noch vergönnt sind) und überlasse die „Erziehung“ meiner Mitmenschen anderen Instanzen.
Herzliche Grüße, liebe Ursula, und einen schönen Abend,
Kurt
Ach Kurt, stell dir doch nur mal vor, wenn sich ALLE aus ALLEM raushalten würden, weil ALLEN ihr Seelenfrieden wichtiger ist.
Oje….
Gruß aus dem Harz von Pippa
@pippa
01. Mai 2026
Liebe Heidi, danke für Deinen Kommentar.
Aber von „ALLE aus ALLEM raushalten“ habe ich ausdrücklich nicht gesprochen. Das wäre ein viel zu weites Feld, auf das ich mich eher nicht wagen würde.
Ich meinte lediglich, dass ich es abscheulich finde, im Leben anderer Leute herumzufuhrwerken. Um es mit dem alten Fritz auszudrücken: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.“
Ich gebe zu, ich persönlich bin allergisch gegen ungefragte Ratschläge. Und auch deshalb versuche ich, keine zu erteilen. Außerdem frage ich mich manchmal: „Wer bin ich denn, um andere wissen zu lassen, dass sie irgendwie schiefliegen?“
Aber viele andere mögen das ganz anders sehen. Ist mir auch recht. Der Herr hat eben die unterschiedlichsten Tiere in seinem Zoo. Und im Übrigen: „Wo alle das Gleiche denken, wird nicht viel gedacht.“
Ein passendes Sprichwort dazu stammt aus Polen. Weil es mir so gut gefällt, muss ich es unbedingt noch loswerden: „Der eine liebt die Gurken, der andere die Tochter des Gärtners.“
Ein schönes Wochenende, liebe Heidi, und herzliche Grüße,
Kurt
@kurt20
Psssst, sag es einmal leise…… Du scheinst ein weiser Mensch zu sein.
Nein ich posaune es nicht aus, sonst steigt Dein Selbstbewusstsein in erschreckende Höhen und meistens plumpst man dann irgendwann vom Sockel. (Spass, Kurt mir iss gerade danach) Ich weiss, dass Du es verträgst und bei so herrlichem Sonnenschein, wer würde mich ändern wollen?
Die Unendliche Mühe würde ich „Niemanden“ aufhalsen wollen. Ab „70“ ist es eh hoffnungslos, bleib so positiv und Danke, herzlichst der 🦋
wie Du es schaffst, dass ich fast NIE ohne Kommentar Deinen Block lesen kann, grenzt an ………sag es nicht! 😉
@Schmetterling04 01. Mai 2026
01. Mai 2026
Liebe Moni,
Du schreibst: "Du scheinst ein weiser Mensch zu sein". Nein, nichts dergleichen, von Weisheit keine Spur (vielleicht kommt sie ja noch 😉).
Mit meinen Texten verhält es sich ganz einfach: beim Lesen stoße ich auf etwas, das mir zusagt. Dann schreibe ich manchmal einen kurzen Text darüber und stelle ihn ins Schaufenster (hier im ST), in der Hoffnung, dass meine Schreiberei jemanden interessiert.
„Wenn Sie schreiben, sollten Sie so tun, als ob Sie als Autor etwas Interessantes auf der Welt sehen und die Aufmerksamkeit Ihres Lesers auf diese Sache lenken“, heißt es in einem fundierten Artikel über die Kunst des Schreibens.
Manchmal gelingt mir das: Ab und zu kommt jemand vorbei, den der Text anspricht. Das freut mich besonders, denn ganz für den Papierkorb zu schreiben ist ja nicht besonders erquickend.
Du gehörst zu denjenigen, die meine Beiträge meistens lesen und immer wieder kommentieren. Vielen Dank. Wenn möglich, lass uns das beibehalten 😊.
Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße,
Kurt
@Kurt20
werde wenn es passt gerne kommentieren , meistens spricht mich der Text an, manchmal meine Fantasie, der Humor zwischen den Zeilen, fast immer die fundierten Texte, was
kann ich mehr erwähnen ……. Die Verweise auf den Autor, Männo ich lese Dich gerne,
PUNKT 🦋
06. Mai 2026

Euch allen vielen Dank für Euer "Gefällt". Bis demnächst,
herzlichst
Kurt