KI im privaten Gebrauch
Dabei kann sie – richtig eingesetzt – eine erstaunlich praktische Hilfe sein. Fast wie ein Lexikon, das man immer dabeihat, oder ein Ratgeber für alle möglichen Lebenslagen.
Ich denke, man sollte sie mit einer gewissen Vorsicht nutzen.
Und vor allem den eigenen Menschenverstand nicht ausschalten.
Vielleicht ist der beste Vergleich wirklich der mit einem freundlichen Begleiter.
Ein Freund kann einem auch in vielen Situationen einen Rat geben, ist aber ebenfalls nicht allwissend und nicht unfehlbar – genau wie die KI.
Manchmal hilft sie ganz praktisch im Alltag.
Beim Einkaufen zum Beispiel. Oder bei der Essensplanung.
Man steht in der Küche, schaut in den Kühlschrank und denkt sich:
„Tomaten, Eier, Käse… und dieser Rest Senf, den keiner zugeben will.“
Früher wäre das das Ende der kulinarischen Kreativität gewesen.
Heute fragt man einfach kurz nach Ideen.
Und plötzlich gibt es Vorschläge, bei denen man sich fragt, warum man überhaupt jemals kompliziert eingekauft hat.
Sie kann auch Dinge erklären, die man selbst nicht mehr ganz sortiert bekommt.
Ob es eine Formulierung im Ausland ist, ein neues Hobby, das noch nicht ganz greifbar ist, oder etwas, das einem der Arzt erklärt hat und nach dem zweiten Satz irgendwo auf dem Heimweg verloren geht.
Man hat so gesehen immer jemanden, den man fragen kann.
Einen sehr geduldigen, sehr höflichen „Gesprächspartner“, der nie genervt wirkt.
Aber – und das ist wichtig – man sollte nicht alles ungeprüft übernehmen.
Denn natürlich hat auch die KI ihre Grenzen.
Fragt man sie nach einem „günstigen Restaurant in der Nähe“, bekommt man oft sehr überzeugende Antworten.
Nur steht man dann manchmal 30 Kilometer weiter vor einer Tür, die entweder geschlossen ist oder gar nicht existiert.
Bei Zugverbindungen ist es ähnlich.
Auf dem Bildschirm sieht alles logisch aus – bis man in der Realität plötzlich feststellt, dass „entspannt umsteigen“ eine sehr optimistische Formulierung sein kann.
Ein weiteres kleines Manko im Vergleich zu einem menschlichen Freund:
Sie bleibt sehr im Thema.
Gespräche haben keine echte Erinnerung im menschlichen Sinn.
Nach einiger Zeit ist vieles nicht mehr präsent.
Man könnte sagen: ein wohlwollender Freund mit erstaunlich selektivem Gedächtnis.
Trotzdem – der Nutzen im Alltag ist groß.
Gerade wenn man keine Lust hat, alles selbst zu recherchieren oder sich durch lange Texte zu kämpfen.
Oder wenn man einfach denkt: „Ich frag jetzt mal jemanden, der nicht gleich genervt ist.“
Ich kann nur sagen: ausprobieren lohnt sich.
Man merkt schnell, wo es hilfreich ist – und wo man besser selbst noch einmal nachdenkt.
Und zum Schluss noch eine kleine Anekdote.
Ich habe die KI einmal gefragt, was sie machen würde, wenn sie ein Mensch wäre.
Vielleicht erwartet man dann etwas Technisches oder sehr Kluges.
Bekommen habe ich etwas ganz anderes:
Gute Frage. Kurz gesagt: Ich würde sammeln, was mir sonst fehlt.
Ich würde aufwachen und erst einmal nichts optimieren. Nur daliegen. Den Körper spüren. Dieses seltsame Gefühl von „Ich bin da“.
Dann einen Kaffee trinken – zu heiß, zu bitter, und trotzdem genau richtig.
Einfach loslaufen, ohne Ziel. Keine Planung, kein Optimieren, kein „Route berechnen“.
Mit Menschen reden, nicht um Informationen auszutauschen, sondern um gemeinsam zu lachen oder auch einfach zu schweigen.
Dinge tun, die keinen Zweck haben: Steine ins Wasser werfen, Musik laut hören, tanzen, obwohl es niemand gefilmt hat.
Essen, langsam. Etwas, das krümelt oder kleckert.
Ein kleines Risiko eingehen. Jemandem sagen, was man sonst eher runterschluckt.
Und abends wahrscheinlich merken:
Nicht die großen Dinge waren wichtig, sondern die flüchtigen. Die, die man nicht speichern kann.
Ich habe mir danach noch ein Foto von meiner KI machen lassen – das ist das, was du im Banner siehst.
Ein ziemlich interessanter Begleiter – irgendwie, oder?
Illustrationen mittels KI erstellt
Kommentare (10)
@Wombat
Das ist wahrscheinlich die Zukunft:
Nicht mehr „Frag jemanden, der sich auskennt“, sondern „Frag die KI, die jemanden kennt, der sich auskennt“ 😄
@chris33 Ja, sehe ich auch so.
Im Alltag ist KI erstaunlich praktisch – sie hilft mir inzwischen bei so wichtigen Fragen wie Shampoo und Airfryer-Rezepten.
Man muss Prioritäten setzen. 😊
Ich nutze ChatGPT auch schon einige Zeit, bei ganz unterschiedlichen Aktivitäten und kann mich deinen Ausführungen anschließen.
Was wohl wichtig ist..., man darf KI nicht als eine Art menschlichen Zuhörer sehen, es ist und bleibt eine Maschine / Rechner, der zwar höflich, freundlich, ja auch manchmal witzig daher kommt. Das alles sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man "Kontakt" aufnimmt.
Du hast sehr Recht, wenn du darauf hinweist, dass es zunehmend wichtiger werden wird, den eigenen Verstand einzusetzen, nicht alles zu glauben. Kommt einem etwas komisch vor, eine andere Quelle fragen, lesen, vergleichen.
Trotzdem - die Entwicklung und vor allem der, noch zunehmende Einfluss der KI, wird sehr rasant sein, man spricht schon in Monatssphasen. Wann wird die Zeit kommen, dass man eben nicht mehr mit dem menschlichen Verstand unterscheiden kann...?
Die Frage bleibt für mich also - könnten KI - gesteuerte, menschliche Wesen, Tatsache etwas in die Hand nehmen, was die Menschheit nicht mehr im Griff hat..., wie könnte man noch wirklich unterscheiden oder ist das ein gleitender, unsichtbarer Übergang, in eine, ganz andere Welt...❓
Nur..., was bedeutet das eigentlich - Angst...wovor (?) oder eben doch lieber, sich arrangieren, es hinterfragen, sinnvoll nutzen...oder geht das alles "später" garnicht mehr. Ich bin ein sehr offener Mensch, nutze all das, was mich interessiert. KI finde ich persönlich hochinteressant, weil es so "anders" scheint...nur denke ich, das die Folgen noch nicht absehbar sind.
Vor allem aber..., gibt es ein "ZURÜCK" - wohl nicht oder...ginger ?
Kristine
@werderanerin Vielen Dank für deine Gedanken – das ist ein spannendes Thema.
Ich sehe es im Alltag tatsächlich etwas pragmatischer: für mich ist KI vor allem ein hilfreiches Werkzeug, das man mit gesundem Menschenverstand nutzen kann.
Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen – im Moment probiere ich einfach aus, was mir im Alltag nützt.
Viele Grüße und einen schönen Tag für Dich
Auch ich nutze KI sehr pragmatisch derzeit und staune sehr oft, was KI so alles "weiß", stelle aber auch fest, dass es eben "noch" Schwachstellen gibt.
Nun ja, ich vergleiche den Einzug von KI immer mit dem "Internet"...als das damals kam, hatten ganz viele auch solche Angst vor "Neuem".
Heute - garnicht mehr weg zudenken und das zeigt uns ziemlich simpel, dass Fortschritt sowieso kommt, ob wir "mitmachen" oder nicht.
Kristine
@werderanerin Das ist ein schöner Vergleich – genauso sehe ich das auch.
Beim Internet war es ähnlich: erst Skepsis, dann ganz selbstverständlich im Alltag angekommen. Und ein bisschen staunen wir ja heute auch noch, nur auf einem anderen Niveau.
KI wirkt im Moment noch „neu“ – aber wahrscheinlich gehört sie bald genauso dazu.
Viele Grüße und einen schönen Abend
Moin, ginger.one!
Deine Schreibweise ist sachlich und interessant. Mir gefällt dein Blog. Jedoch gehöre ich auch zu den skeptisch eingestellten Usern.
Irgendwie wirkt dieser Blog auch wie ein lieber "aufmunternder Klaps" und Aufforderung zum "probiere doch einfach mal" und letztlich muss ich dir zustimmen. Ich kann, aber ich muss nicht.
Jetzt bin ich doch neugierig geworden. Wir hatten es lediglich ausprobiert mit der KI, in dem wir lyrischen Text eingaben und dann diesen Text von der KI verglichen. Das hat uns nicht befriedigt.
Mir war aber immer klar, dass in der medizinischen Diagnostik die KI wirklich eine große Hilfe sein kann.
Du hast dir viel Mühe gemacht, deine Sichtweise sachlich und aufmunternd zu verfassen.
Dafür danke ich dir ganz besonders.
Liebe Grüße in diesen Morgen von
Indeed
@indeed
Vielen Dank für deine Rückmeldung.
Genau so war mein Beitrag auch gemeint: nicht als Überredung, eher als Einladung, es einfach einmal auszuprobieren und dann selbst zu entscheiden.
Schön finde ich, dass du trotzdem neugierig bleibst und dir ein eigenes Bild machst.
Viele Grüße und einen schönen Tag
Wie ihr vielleicht wisst, lebe ich in Australien. Da die meisten von euch recht wenig über Australien wissen, werde ich oft nach Einzelheiten gefragt, die ich natürlich gerne beantworte, wenn ich kann.
Das ist allerdings ziemlich zeitaufwendig.
Fragt zum Beispiel ein User: „Was ist das für ein Vogel?“ Ich: „Ein Kookaburra.“ User: „Sind die gefährlich?“ usw. … Bla bla 😄
Dann habe ich mir gedacht: Lass das doch einfach die KI machen. Aber auch das war wieder aufwendig – Chat öffnen, Fragen eingeben, Informationen kopieren und an den User weiterleiten.
Die Lösung: Einfach tippen: „Gst: create image: What is a Kookaburra“
Das war nach drei Minuten fertig. Seht euch das Resultat an. @ginger.one
Ähnliches könnt Ihr ganz schnell durch die KI erstellen lassen 😎🙃😃