Gibt es die Erkenntnis - to - go?


Gibt es die Erkenntnis - to - go?

Vor dem beleuchteten Gerät,
das uns belehrt,
erzieht und rügt,
sitze ich stundenlang - verdreht :
mein Kopf (entleert)
verlangt nach Glück. . .

Auf dem quadratischen Gebilde,
das mir nicht immer
etwas sagt,
sehe ich flüchtig viele Dinge -
vergänglich, dümmer
oder matt.

Links läuft ein Comic, der schnell kracht,
rechts weint ein Kind,
das Hilfe braucht.
Dort oben, viele bunte Zeilen,
die mit Offerten
nur langweilen:

"Mach hier ein Abo, kauf dir das,
dann bist du "jemand."
Ganz schön krass!
Gedanken hüpfen durch den Kopf,
dem einen (frechen!) 
sage ich "Stopp!"

Mir fällt was ein: die echte "Schwere",
die Schopenhauer
uns klar machte:
Dass jeder Mensch drei Charaktere
besitzt (auf lauer!).
Denn er sagte:

Den Ersten zeigt man gern den andren,
macht ihnen etwas vor,
geschickt.
Den Zweiten glaubt er wohl zu haben,
ganz überzeugt von sich.
Verrückt!

Doch echt ist nur noch sein Dritter,
der eigen,
authentisch ist!
Ob jeder traut seinen Gesichtern?
Ich denke eher,
es ist trist. . . 

Vertieft in der human-Erkenntnis,
der treue Spiegel steht mir bei.
Ich frage ihn (mit etwas Skepsis):
"Wen zeigst du mir, nebenbei:
den "Menschen eins",
den "Zwei",
oder die öde Nummer drei?"


@ Copyright Aurora borealis
veröffentlicht am 28.12.2016

Bild: Pixabay for free/Marya



 

Kommentare (2)

Syrdal



Schopenhauer sagt aber auch, dass die eigene Motivation das jeweilige Handeln bestimmt, was letztlich der einzig wahre und authentische Weg ist. Diesen (dritten Weg) einzuschlagen, führt unmittelbar zum Ausschaltknopf - und sofort ist Ruhe... das "beleuchtete Gerät" schweigt. Nichts erzieht, nichts rügt, nichts verdreht oder verlangt. Es gilt nur und einzig das Selbst!

...mitternächtliche Gedankengrüße
Syrdal

Aurora borealis

@Syrdal
Ja, es stimmt genau, dennoch will (und wird)  "das quadratische Gebilde" uns - langsam aber sicher - unmenschlichen, fürchte ich.

Auch wenn ich Menschen mag, handele ich für meinen Teil immer mehr so, wie Meister Schopenhauer ebenfalls meinte, bzw. indirekt empfahl:

"Ganz er selbst sein darf jeder nur so lange er allein ist: Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit, denn nur wenn man allein ist, ist man frei."

Er sagte dies aber auch anders:
"Was nun andrerseits die Menschen gesellig macht, ist ihre Unfähigkeit, die Einsamkeit und in dieser sich selbst zu ertragen."

So habe ich mittlerweile gelernt, was für einen selbst wirklich nützlich bzw. gefahrlos ist - insbesondere in dieser turbulenten Zeit des "zwanghaften Kommunizieren wollen, um jeden Preis".
Beginnend schon im Kindesalter.

Wir  haben zum Glück eine sehr schöne Zeit erlebt.

Danke dir fürs Kommentieren.
Gruß
Aurora borealis

 

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