Gedanken
Etwas gebrochen

Wieder ist etwas gebrochen. Nein, keine Beziehung oder etwas in diese Richtung. Ein hartes Stück Brot war der Schuldige. Ein Zahn ist abgebrochen. Ja, nicht ganz, aber gross genug, dass nur noch eine Krone das reparieren kann.
Wie immer, wenn so etwas passiert – egal auf welche Art – denkt man danach: Wieso habe ich dieses harte Stück überhaupt gegessen? Man weiss ja, im Alter wird alles ein bisschen fragiler. Aber ja, kann man nichts machen.
Es tat nicht weh. Wenigstens das.

Also zum Zahnarzt. Die sind immer sehr freundlich. Kein Wunder, bei diesen Preisen. Ich hatte eigentlich einen neuen Fernseher kaufen wollen. Doch nun kommt erst der Zahn. Der ist genauso teuer.

Ich bin schnell dran, ein kleiner Piks – und schon ist die Seite taub. Dann kommt das, was ich hasse: Man liegt fast auf dem Kopf, und ich habe immer Angst, dass mir schwindlig wird. Da wird gebohrt und gemacht.

Ich denke zurück an schönere Momente. Zwei Pizzen kamen auf dem Tisch. Wir lachten – so groß hatten wir es uns nicht vorgestellt. Ich kann mir der Raum noch gut vorstellen, 3 Männer saßen an der Bar und schmunzelte über uns. Dann ein langer Spaziergang durch den Park. Wieder viel gelachen. Ich versuche, es mir alles nochmals bildlich vorzustellen.

„Geht es Ihnen?“, fragt die Assistentin.
Ja, alles ok – will ich sagen. Doch reden ist schwierig, wenn man gerade im Mund bearbeitet wird. Ich nicke.

Ich lasse meine Gedanken wieder weg schweifen. Ein Steakhaus – „das ist gut“, hatte sie gesagt. Sie hatte recht. Es war gut. Nach dem Essen wurde ihr unterwegs schwindlig. Ich war besorgt. „Das kommt wieder“, sagt sie, lächelnd.

„So, wir sind bald fertig“, sagt der Zahnarzt. Ich mag ihn. Er ist sympathisch.
„Sie kommen am Nachmittag nochmal, dann machen wir es fertig.“

Ich fahre heim. Habe Hunger – doch ich kann nicht essen.

Komisch, denke ich mir.
Ich meinte das mit der Pizza…

Es war lustig. Sogar beim Zahnarzt 

C.

 

Kommentare (0)

Anzeige