Garnelen🍤 Sweet and Sour chinesisch - Keine Dosenananas und rosa Sauce weit und breit
🍤 Die echte chinesische Version
Die chinesische Version von Sweet and Sour Tiger Prawns ist dagegen viel leichter, frischer und eleganter. Keine schweren Teigmäntel, keine klebrige Zuckerbombe. Stattdessen stehen die Garnelen selbst im Mittelpunkt.
Verwendet werden frische Tigergarnelen. Sie werden geschält, am Rücken eingeschnitten und „butterflied“, sodass sie sich beim Frittieren schön öffnen.
🧂 Würzen und marinieren
Gewürzt wird überraschend schlicht: etwas Zucker, weißer Pfeffer und manchmal eine Spur Salz genügen bereits. Danach werden die Garnelen leicht mit Cornflour – also Maisstärke – bestäubt und dürfen kurz marinieren. Anschließend vermischt man sie mit etwas geschlagenem Ei und wälzt sie erneut in einer dünnen Schicht Cornflour. Genau das sorgt später für die typisch feine, knusprige Hülle. ✨
🔥 Ab ins heiße Öl
Dann kommt der entscheidende Moment: heißes Öl. Keine Ewigkeit in der Fritteuse, sondern nur etwa 80 Sekunden. Gerade lang genug, bis die Garnelen goldgelb und knusprig sind. Innen bleiben sie dabei zart und saftig.
🍤🔥Serviert werden sie mit einer feinen süß-sauren Sauce auf Basis von Sherryessig und Palmzucker – dezent, ausgewogen und niemals erschlagend süß.
🥦 Perfekte Beilage: Gai Lan
Ausgezeichnet dazu passt chinesischer Brokkoli, auch als Gai Lan bekannt. Das Gemüse wird nur ganz kurz in kochendem Wasser blanchiert, damit es knackig bleibt und seine satte grüne Farbe behält. Anschließend gibt man etwas Austernsauce hinzu, dazu einen kleinen Schuss Wasser und etwas in Wasser angerührte Cornstarch, damit die Sauce leicht bindet und den Brokkoli glänzend umhüllt. ✨🥦
Dazu passt Jasminreis und ein kaltes Bier. 🍺
🥢 Fazit: Das Ergebnis ist ein Gericht, das zeigt, wie weit echte chinesische Küche von dem entfernt sein kann, was in westlichen Restaurants jahrzehntelang als „typisch chinesisch“ verkauft wurde.
Weniger Zucker. Mehr Geschmack. Und garantiert besser als Sweet-and-Sour aus dem Wilden Westen. 😄
Kommentare (3)
@Wombat
Danke für deine ausführliche Antwort.
Du darfst gerne davon ausgehen, dass besonders hier im ST sehr viele Leute weit über ihren Tellerrand hinaus sehen können und selbst weitgereist sind. Viele wohnen auch im Ausland, wie ich des öfteren in meiner ziemlich langen Lebensspanne.
Lass einfach die Klischees weg, und du kommst wesentlich sympathischer rüber 😉
VG Via
Seit ca. hundert Jahren gibt es in der westlichen Hemisphäre chinesische Restaurants, allein in D über 10.000. Dass die Ketchup-Ananas Soße nichts mit chinesischer Küche zu tun hat, weiß wohl jeder.
Mittlerweile sind fast alle Original-Zutaten auch außerhalb Chinas zugänglich.
Zunehmend werden authentische Restaurants bevorzugt, was beweist, dass die Kundschaft sich sehr wohl auskennt.
Ich mag deine Blogs über das Kochen, aber versuch es doch mal ohne Abwertung.
VG Via
Ich glaube dir schon, dass es inzwischen auch zunehmend authentische Restaurants gibt, aber viele haben noch immer ein sehr ähnliches Ambiente — rote Lampen und Tapeten, goldene Drachen und praktisch identische Speisekarten inklusive. 😄 Das liegt natürlich auch daran, dass sich Restaurants dem lokalen Geschmack anpassen müssen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
In Australien ist die Situation ganz anders. Dort gibt es durch die starke asiatische Einwanderung und die geografische Nähe zu Asien seit über hundert Jahren einen enormen Einfluss asiatischer Küchen. Rund 17 Prozent der australischen Bevölkerung haben heute asiatische Wurzeln, und besonders in Städten wie Sydney oder Melbourne gehören chinesische, thailändische, vietnamesische, koreanische oder japanische Restaurants ganz selbstverständlich zum Alltag. 🍜🥢
Dadurch müssen Restaurants deutlich authentischer kochen, weil die Gäste die echten Gerichte erwarten. Wenn in Sydney ein Pad Thai wie aus Hamburg schmecken würde, hätte der Koch vermutlich am nächsten Tag ein ernstes Gespräch mit seinen Boss. 😄
Die asiatische Küche passt außerdem perfekt zum australischen Lebensstil: frisch, leicht, viel Seafood, Gemüse, Reis und kräftige Aromen. Bei 32 Grad im Schatten funktioniert Pho oder Thai-Salat einfach besser als Schweinebraten mit Rotkohl. ☀️🍤
Und weil viele Australier regelmäßig nach Thailand, Bali, Vietnam oder Japan reisen, kennen sie die Originalgerichte ziemlich gut. Deshalb kommt man mit „westlicher Asia-Deko plus Dosenananas“ in Australien so weit. 😄
Chinese Take Away Sydney