"Faule Äpfel"

Autor: ehemaliges Mitglied



"Faule Äpfel"

In meiner Kindheit mußte ich regelmäßig im Keller gelagerte Äpfel (auch Eingemachtes) holen. Die Großmutter und Mutter bestanden darauf, erst die faulen oder angefaulten Früchte zu holen mit der Begründung, die steckten sonst die gesunden an.
So aßen wir meistens den ganzen Winter über die "ausgeschnittenen", also die von Fäulnis befreiten Äpfel usw.
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Heute mit 74 Jahren ist es immer noch so, daß ich automatisch so handle, obwohl mir bewußt ist, daß man gescheiterweise erst mal nicht angefaultes Obst ißt, denn das wäre in kurzer Zeit ja auch angefault.
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Mich interessiert meine automatische Handlungsweise (evtl. ist das eine irreversible Prägung?) und ob sich die auf andere Gebiete überträgt - z.B. eine religiöse Haltung (das Schlechte muß zuerst weg oder vermieden werden, weil es das Gute ansteckt usw.).
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Was sagt die neuere Gehirnforschung dazu?
Wie kann man Prägungen durch veränderte Lebensweise, Ortswechsel usw. abschwächen oder beseitigen.
Vor allem, wieviel Zeit braucht man dazu?

Alle Antworten dazu interessieren mich!
DF9iV

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